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1888.
Dienstag den 28. August.
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Oberhessischer Anzeiger.
und Freitag Abend ausgegeben.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch Areisblatt für den Kreis Friedberg
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
auswärtigen Einsendern
Annoncen: die einspaltige 9 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., oweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
Annoncen von
Amtlicher Theil.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ernannt und verpflichtet wurde: Georg Blumenthal von Heldenbergen als Feldschütze.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Militär-Dienst-Nachrichten. Frhr. Scheuck zu Schweinsberg, Pr. Lieut. vom 3. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 117, wurde zum überz. Hauptm.; Rühle von Lilienstern, Sek. Lieut. der Juf. 2. Aufgebots des Landwehr-Bats.- Bezirks Erbach, Metzler, Sek.⸗Lt. der Inf. 2. Aufgeb des Landw.⸗Bats.⸗Bezirks Mainz, zu Pr. Lts.; Günther, Vicewachtm. vom Landw. Bats.Bezirk Lörrach, zum Sek. Lt. der Res. des 2. Großh. Drag.⸗Regts. Nr. 24 befördert; Buff, Oberst⸗ Et. vom Magd. Füs.⸗Regt. Nr. 36, zur Disp. gestellt und zum Komm. des Landwehr-Bats. Bezirks Lörrach ernannt; Siebert, Sek-Lt. vom 4. Großh. Inf.⸗Regt. Nr. 118, der Abschied be⸗ willigt. Dr. Strein, Unterarzt vom 1. Großh. Inf.⸗Regt. Nr. 115, mit Wahrnehmung einer bei dem Regt. vakanten Assistenz⸗Arztstelle beauftragt.
Jugenheim, 23. Aug. Der König von Dänemark mit Gefolge und Prinz Hans von Holstein-Glücksburg waren heute auf Schloß Heiligenberg zu Besuch. Prinz Alexander em— pfing die hohen Gäste auf dem Bahnhof in Bicken— bach; nach der Tafel trat König Christian die Rückreise nach Wiesbaden an. Berlin. Der König von Griechenland traf
5 am Samstag zu mehrtägigem Aufenthalt hier ein.
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— 24. Aug. Der König von Dänemark und
—— Prinz Johann trafen heute Abend auf dem An—
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halter Bahnhof ein, woselbst eine Ehrencompagnie des zweiten Garderegiments mit der Fahne auf⸗ gestellt war. Beim Einlaufen des Zuges in— tonirte die Musik die dänische Nationalhymne. Der Kaiser und der König umarmten und küßten sich mehrmals; ebenso begrüßte ersterer den Prinzen Johann äußerst herzlich. Nach der Vor— stellung des beiderseitigen Gefolges schritten die allerhöͤchsten Herrschaften die Ehrencompagnie ab und geleitete der Kaiser den König, und Prinz Heinrich den Prinzen Johann zu den Wagen und begaben sich nach dem königlichen Schlosse.— 25. Aug. Der König von Dänemark und Prinz Johann fahren heute Nachmittag nach Potsdam zum Besuche der drei Kaiserinnen und gedenken Abends nach Wiesbaden zurückzukehren. Prinz Heinrich reist Nachts nach Kiel zurück.
— Trotz aller gegentheiligen Versicherungen von officiöser Seite kann dem Fr. J. auf Grund vorzüglicher Informationen mitgetheilt werden, daß der Bündnißvertrag mit Italien formell er⸗ weitert worden ist, vorzüglich hinsichtlich der Auf— rechterhaltung des Gleichgewichts im Mittelmeere.
— Die Zusammenkunft des Grafen Kalnoky mit dem Fürsten Bismarck wird demnächst in Friedrichsruh stattfinden. Der Tag ist jedoch noch nicht festgesetzt.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ sagt zu der Bemerkung der„Times“, wonach das Wieder— auftauchen des Sternes Boulanger's in Berlin unangenehm berührt haben sollte, daß dies ein vollständiger Irrthum sei. Jede französische Re— gierung, die den Frieden nicht bedrohe, sei uns
recht und willkommen, und General Boulanger habe doch hinreichende Versprechungen gegeben,
daß auch ihm im Interesse Frankreichs die Auf:
rechterhaltung des Friedens am Herzen llege.
Wir könnten mit einem boulangistischen Frank— reich ebenso gut in Eintracht leben, wie mit einem bonapartistischen. General Boulanger werde, wenn er zu gesteigertem Einfluß kaͤme, es wahrscheinlich vermeiden, eine errungene hohe Stellung den unberechenbaren Zufällen eines Krieges preiszugeben. Eine sichere Bürgschaft für die Aufrechterhaltung des Friedens könne bei der augenblicklich in Frankreich herrschenden Stimmung überhaupt keine französische Regierung geben, aber General Boulanger beunruhige uns sicherlich nicht mehr, als irgend ein anderer, und wenn er hielte, was er versprochen, wenn es ihm gelänge, Ruhe und Ordnung in Frankreich herzustellen, so würden seine Erfolge uns und ganz Europa sicherlich willkommen sein. — Die„Nordd. Allg. Ztg.“ gibt der fran—⸗ zösischen Presse und den„Staatsmännern der Revanche“ folgende Wahrheiten zu hoͤren:„In der französischen Presse circuliren jetzt Berichte über die Mission Munir Paschas am Berliner Hofe, wie sie eben nur so leichtgläubigen, be— züglich der anderen Völker und ihrer Politik unwissenden Lesern, wie es die franzoͤsischen sind, vorgesetzt werden können. So verbreitet„Hapas“, der Sultan beabsichtige, da Munir Pascha's⸗ Mission gescheitert sei, sein Ministerium zu ändern, und so läßt sich der„Temps“, ein in manchen Fragen verstaͤndiges Blatt aus Varna schreiben, Graf Bismarck habe sich dem türkischen Gesandten gegenüber im höchsten Grade ent— muthigend ausgesprochen und ihm gesagt, die Türkei erscheine ihm als ein gänzlich verkommenes Land, für dessen fernere Schicksale Deutschland sich nicht mehr interessiren könne; es stehe auch der Massauah-Frage theilnahmlos gegenüber und lasse Italien freie Hand, zum Schaden der Türkei zu thun und zu lassen, was ihm gefiele, ohne deu Rechtspunkt in Betracht zu ziehen. Den Franzosen würden derartige Auseinander— setzungen zwischen deutschen und türkischen Staats— mäunern sicherlich angenehm sein; aber der Wunsch, Mißtrauen zwischen Berlin und Kon— stantinopel zu erregen, sei in dem vorliegenden Falle der Vater thörichter Gedanken gewesen. Die französischen Blätter sollten an die deutsche Politik doch nicht dasselbe Maß anlegen, wie an die ihrer eigenen„Staatsmänner der Revanche“; so ungeschickte und so gewissenlose Führer der öffentlichen Meinung könnten sich bei uns nicht lange halten, und wenn ihre plumpen Erfin⸗ dungen auch französische Leser täuschen mögen, im Auslande dienten dieselben nur dazu, die gute Meinung, die man früher von der In— telligenz der Franzosen hatte, herabzumindern.“ Sonnenburg, 23. August. Der Kaiser traf mit dem Prinzen Heinrich Vormittags von zahlreicher Bevoͤlkerung enthustastisch begrüßt, hier ein. die Insignien des Johanniter-Ordens feierlichst
den Commendatoren, den Ordensbeamten, den Ordens⸗Marschällen und den zu investirenden Ehrenrittern in feierlichem Zuge, welchen der Herrenmeister mit Gefolge beschloß, nach der
Ordenskirche, wo der Ritterschlag erfolgte. Nach
Beendigung der Ceremonie sprach der Kaiser folgende Worte:„Hier an der heiligen Stätte, wo vor fünf Jahren mein seliger Vater stand, im Sinne meines in Gott ruhenden Großvaters als Protector des Ordens, erkläre und gelobe ich, ihm als König von Preußen ein Schirmherr und Schützer zu sein, so wahr mir Gott helfe.“ Nachmittags besichtigte der Kaiser das Ordens— krankenhaus, das, wie alle Häuser der Stadt, festlich geschmückt war. Nach der Rückkehr fand ein Diner im Rittersaale statt. Prinz Albrecht brachte den Toast auf den Kaiser aus, den der— selbe mit einer Ansprache und einem Hoch auf den Herrenmeister erwiederte. Abends reiste der Kaiser nach Potsdam zurück.
Kiel. Die deutsche Marine bestellte bei der Schichau'schen Werft in Elbing abermals 16 Torpedoboote.
Hamburg. Die Deutschen haben Addelar an der westafrikanischen Küste besetzt, das im Nordosten von Salagha, unweit Dahometschem Gebiet belegen ist. Die besitzergreifende Streit— macht bestand aus schwarzen Soldaten, Kroo— boys und Arbeitern, unter dem Befehl von drei weißen Offizieren. Es wurde die deutsche Flagge Faüfßehißt und ein Fort gebaut, und der Ort ward Bismarckbürg*
Dresden, 23. Aug. Gutem Vernehmen nach wird Kaiser Wilhelm am Montag zum Be— such des königlichen Hofes in Pillnitz eintreffen und Abends nach Berlin zurückkehren.
Nürnberg, 26. Aug. Der König von Portugal ist heute mit Gefolge nach Reinhards— brunn abgereist.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Eger, 25. Aug. Die Abreise der Familie Crispi von Karlsbad war auf heute Vormittag festgesetzt. Infolge Eintreffens Kalnoky's in Eger wurde die Abfahrt auf morgen verschoben. Crispi selbst fuhr in Begleitung seiner zwei Seeretäre Vormittags nach Eger. Auf dem Bahnhofsperron erwartete Kalnoky den italienischen Minister. Die beiden Minister reichten einander die Hände und be— grüßten sich herzlich. Das auf dem Perron an⸗ wesende zahlreiche Publikum begrüßte die Minister, welche sich zu Fuß in das am Bahnhof gelegene „Hotel Welzel“ begaben, wo 6 Zimmer für die Conferenz bereit gehalten wurden.
Frankreich. Paris. Das„Petit Journal“ meldet: Da das Vorhandensein zahlreicher italie— nischer Spione in Corsica constatirt sei und da sich im Mittelmeer eine große Anzahl italienischer Kriegsschiffe aufhalte, so sei ein Torpedo-Ge— schwader zur Ueberwachung der Küsten Algiers, der Inseln und des Hafens von Biserta com— mandirt worden.
Nachdem dem Kaiser im Kapitelsaale
überreicht worden waren, begab sich derselbe mit
Italien. Rom. Nach der„Nat.⸗ Ztg.“ ist in der Massauah-Angelegenheit noch eine Note Crispi's zu erwarten, welche die Acten schließt.
Serbien. Belgrad, 25. Aug. In gewissen Kreisen der hiesigen Bürgerschaft herrscht unbe— schreiblicher Enthusiasmus, weil seit gestern Abend die Nachricht cursiert, König Milan sei nach Paris abgereist, wegen Aussöhnung mit der Königin Natalle.


