.—
glänzendes Feuerwerk abgebrannt. Nach Schluß der Festlichkeiten reisten die Majestäten und Prinz Heinrich mit Gefolge nach Krasnoje Selo ab, wo morgen großes Kavallerie-Ma— növer mit Reiterspielen stattfindet.— 23. Juli. Heute Vormittag wohnten Kaiser Wilhelm und Kaiser Alexander den Uebungen des Wiborger Infanterie-⸗Regiments und der Garde-Kavallerie in Krasnoje⸗Selo bei. Nach Beendigung der Uebungen führte Kaiser Wilhelm sein Wiborger Regiment beim Parademarsch dem russischen Kaiser vor. Die Uebungen der Garde-Kavallerie wur— den vom Großfürsten Nikolaus geleitet und von 52 Escadrons ausgeführt. Nach Schluß der Uebungen defilirte die gesammte Kavallerie vor den beiden Kaisern. Kaiser Wilhelm sprach dem Großfürsten Nikolaus seine höchste Anerkennung für die glänzende Ausführung der Uebungen aus. Das Dejeuner wurde beim Großfürsten Wladi— mir eingenommen. Hierauf besuchten beide Kaiser im Lager das Lazareth des Wiborger Regiments; Kaiser Wilhelm richtete an die Kranken im Laza⸗ reth theilnehmende Worte. Der russische Kaiser verlieh dem Grafen Herbert Bismarck die Dia— manten zum Alexander Newsky-Orden; Kaiser Wilhelm dem Minister von Giers die Diamanten zum Schwarzen Adlerorden und Vlangali den Rothen Adlerorden erster Klasse.— 24. Juli. Kaiser Wilhelm folgte gestern Abend einer Ein— ladung zu einem Familiendiner bei dem Groß— fürstenpaar Michael Nikolajewitsch. Kaiser Alexan— der und die Kaiserin nahmen heute an dem De— jeuner an Bord der„Hohenzollern“ Theil. Hier— auf erfolgte die Abreise des Kaisers Wilhelm, nach herzlicher Verabschiedung von der Kaiserin, mit dem Kaiser Alexander heute Vormittag zehn Uhr nach Kronstadt.
Aus Stadt und Land.
th. Bad⸗Nauheim, 23. Juli. Der von früherer Gelegenheit in Bad⸗Nauheim bereits rühmlichst bekannte Mainzer Liederkranz veranstaltete unter Leitung des genialen Kapellmeisters H. Rupp in Gemeinschaft mit der Kurkapelle gestern Nachmittag ein großes Concert auf der Kurhausterrasse, welches so außergewöhnlich be— sucht war, daß Hunderte auf der Terrasse keinen Platz mehr fanden. In dem sehr gut gewählten Programm war hauptsächlich das Volkslied vertreten und wurden, wie unter der tüchtigen Direktion nicht anders zu er— warten, sämmtliche Lieder mit Meisterschaft vorgetragen. Verschiedene Compositionen, besonders„Was wohl d' Liab is?“,„Der Jäger“ und„Das Spielmannslied“, letzteres eomponirt von dem Vereinsdirigenten, wurden wegen ihrer ausgezeichneten Wiedergabe so lebhaft applau— dirt, daß unsere liebenswürdigen Gäste sich veranlaßt sahen, einige herrlich vorgetragene Chorlieder zuzugeben. Unsere Kurkapelle erledigte sich ihrer Aufgabe in gewohnter Virtuosität und wurde als Novität ein von Kapellmeister Machts dem Badearzte Dr. Schott hier gewidmeter Marsch „Dr. Schott⸗Marsch“ vorgetragen, der großen Beifall fand. Wir hoffen, daß es der Kur⸗Direktion gelingen möge, den „Mainzer Liederkranz“ recht bald wieder zu einem Coneerte zu veranlassen und rufen demselben, sowle seinem geschätzten Kapellmeister Rupp ein„Auf baldiges Wledersehen“ zu. Hoffentlich wird dann unseren Gästen auch insoferne mehr Rechnung getragen, daß denselben Plätze reservirt werden und dieselben nicht, wie gelegentlich des gestrigen Concerts, genöthigt sind, trotz ihres mühevollen, selbst— losen Wirkens und der den Kurgästen gewidmeten genuß⸗ reichen Stunden, den instrumentalen Theil des Doppel⸗ Concerts im Stehen anhören müssen.
Allerlei.
Frankfurt a. M., 21. Jult. Ein am hiesigen Post— amte III. kürzlich aufgegebenes und an eine nicht exi⸗ stirende Adresse in Mainz befördertes Packet kam heute als unbestellbar zurück. Da der Absender ebenfalls unbekannt und der Inhalt nach Verwesung roch, so wurde das Packet geöffnet und nachdem constatlrt wurde, daß sich darin die Leiche eines neugeborenen Kindes be— fand, an die Poltzei abgeliefert.
New⸗PVork, 20. Juli. Bei einem furchtbaren Wolkenbruch, welcher sich über die Stadt Wheeling in West⸗Virginien entlud, kamen 20 Menschen um's Leben. Der angerichtete Schaden ist groß. Viele Brücken wurden von der Gewalt der Fluthen weggerissen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 24. Juli. Fruchtpr. Waizen M. 18.00— 00.00., Korn M. 14.50— 14.75, Gerste M. 14.00- 15.00, Hafer M. 14.00—00.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 25. Juli. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85— 1.00. Eier 1 St. 6, 2 St. 11 Pf.
Grünberg, 21. Juli. Fruchtpreise. Weizen M. 17.40, Korn M. 15.40, Gerste 14 60, Hafer M. 15.00, Erbsen M. 16.40, Samen M. 20.60, Kartoffeln M. 4.20.
Gießen, 24. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete
Butter per Pfd. M. 0.75 0.90, Eier 2 St. 9—11 Pf., Käse per Stück 4—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 bis 0.70, Hühner per Stück M. 0.90— 1.10, Hahnen per Stück M. 0.60— 1.00, Enten per Stück M. 1.30—1.70., Ochsen⸗Fleisch per Pfund 60-68 Pf., Kuh- und Rind⸗ Fleisch 45—54 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ Fleisch 54—64 Pf., Kalbfleisch 40—46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.50— 8.00, Zwiebeln per Centner M. 8.50- 10.00.
Frankfurt, 24. Juli. Fruchtbericht. Hies. Welzen⸗ mehl Nr. 0 M. 32—34, Nr. 1 M. 30.50—3 1.50, Nr. 2 M. 27— 28, Nr. 3 M. 23— 25, Nr. 4 M. 20— 21, Nr. 5 M. 17.50— 18.50, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 53— 56, norddeutsche und westfälische Weizenmehle Nr. 00 M. 26—26.50, Roggenmehl(hiesiges) Nr. 0 M. 23— 23.50, Nr. 0/1 M. 22.0023, Nr. 1 M. 18.50 bis 19.50, Nr. 2 M. 15.50— 16.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 18.00— 18.25, frei Bahn hier M. 18.25 bis 18.50, fremder nach Qualität M. 1819, Roggen hiesiger M. 13.80— 15.00, russischer M. 14.1000, Gerste, Brauerwaare M. 15— 16.00, do. zu Mahlzwecken M. 11.50, Hafer, prima M. 14.00-14.50, mittel M. 18.50— 14.00, Raps, M. 23— 24.50, Mais 00— 00.00, Erbsen M. 14 bis 19, Linsen M. 00.00, Wicken M. 00- 00, Roggen⸗ kleie M. 4.50— 4.75, Welzenkleie M. 4.25 4.50, Malzkeime M. 4.50, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzspreu M. 1.25, Reismehl M. 4— 4.50, Chilisalpeter per Februar⸗ März 1889 M. 9.10 ab Harburg. Sämmtliche Artikel bei Abnahme von 200 Ctr. an. Rüböl im Detail M. 00.
Frankfurt, 23. Juli. Viehmarkt. Befahren war der Markt mit 476 Ochsen, 39 Bullen, 566 Kühen, Stieren und Rindern, 219 Kälbern, 61 Hämmeln, 159 Schweinen. Die Preise stellten sich pro 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 57—59, 2. Qual. M. 35—36, Bullen 1. Oual. M. 36—38, 2. Qual., M. 30—38, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 50 bis 53, 2. Qual. M. 40-46, Kälber 1. Qual. pro Pfund Schlachtgewicht 50—52 Pf., 2. Qual. 40 46 Pf., Hämmel 1. Qual. 50—60 Pf., 2. Qual. 4850 Pf., Schweine 1. Qual. 45—50 Pf., 2. Qual. 47— 48 Pf.
Frankfurt, 24. Juli. Engrosmarkt. Heu- u. Stroh⸗ markt. Heu pro 100 Kilo M. 8.00— 11.60, Stroh pro 100 Kilo M. 4.80 6.60, Butter pro 50 Kilo M. 75 bis 80, Eier das Hundert M. 4.40— 4.50, Erbsen hundert Kilo M. 18— 21.50, do. geschälte M. 20—30, Linsen M. 28—45, weiße Bohnen M. 23— 25.50, Mohrrüben 50 Kilo M. 6—8, Kartoffeln pro 100 Kilo M. 6— 7.50, Aprikosen 50 Pf., neue hiesige Kartoffeln 100 Kilo M. 5 bis 8, Blumenkohl 100 Stück M. 25—50, Kopfsalat M. 3—5, Erbsen per Centner M. 12— 15, Bohnen per Pfund 15— 20 Pf., Kirschen per Centner 10-20 M., Erdbeeren per Pfund 50 Pf., neue Nuͤsse per Centner M. 10—15, Johannssbeeren per Pfund im Centner 10 bis 15 Pf., Pfirsiche per Pfund 60 Pf., Zwetschen per Pfund 40 Pf., Himbeeren 25—35 Pf., neue Aepfel per Pfund 30 Pf., neue Birnen per Pfd. 20— 25 Pf., Apri⸗ kosen per Pfund 50 Pf., Melonen per Stück M. 0.603, Citronen 100 Stück M. 7, Heidelbeeren 7—8 Pf.
Wie man das Sparen lernt.
Der freundliche Leser, welcher sich von der Nothwendigkeit größerer Ersparnisse überzeugt hat, wenn er unter den gegenwärtigen Verhält— nissen sein Auskommen finden will, hat sich nun schon öfters die Frage überlegt, wie sich diese in seinem Haushalte und in seiner Wirthschaft aus— führen lassen. Es ist ihm dabei der Gedanke gekommen, daß es nicht nur darauf ankommt, sich in seinen Lebensgewohnheiten allerlei Ein— schränkungen aufzuerlegen, die Kampf und Ueber— windung kosten, sondern daß auch noch andere Tugenden dazu gehören, denn es gibt viele Leute, welche trotzdem, daß sie sehr sparsam leben, große Verschwender sind, weil es ihrem Haushalte an der rechten Ordnung, Pünktlichkeit, Eintheilung, Ausnützung der Zeit fehlt.
Wir haben schon so manchen Versuch be— obachtet, der mit festem Willen begonnen wurde, aber nur zu geringen Ergebnissen führte und bald wieder aufgegeben wurde, weil es an den eben angeführten Tugenden fehlte. Wir haben zu unserem Bedauern schon oft mit ansehen müssen, daß Arbeiterfamilien, welche ihr Brot sauer verdienen, von diesen Tugenden der Wirth— schaftlichkeit am wenigsten besitzen, und daß sie deßhalb nie vorwärts kommen und in Zeiten der Noth ins Elend gerathen. Wir haben aber auch schon Gelegenheit gehabt, zu beobachten, daß kleine Leute mit bescheidenem Einkommen, trotzdem sie stets gut genährt und gekleidet waren, nach ihrem Tode ein ansehnliches Vermögen hinter— ließen und das verdankten sie nur ihrem Geschick, den Pfennig zu retten und anzusammeln. Wer erst einmal ein offenes Auge für den Pfennig hat, wird bald hundert Gelegenheiten entdecken, wo derselbe gerettet werden kann, damit er nicht durch Unordnung verloren geht. Da ist ein
brennt und flackert. An einem Wagenrad geht ein Stift oder eine Schraube verloren, ein Eggen⸗ zahn oder ein Pflugschäufelchen kommen durch Gleichgültigkeit abhanden. Dies sind nicht nut Pfennige, welche erspart werden könnten, sondern solche kleine Vernachlässigungen ziehen oft große Verluste nach sich, wie denn eines fehlenden Nagels wegen das Hufeisen und infolge dessen das ganze Pferd verloren ging, als der Feind kam. Bei gleichgültiger Fütterung wirft das Vieh den Häcksel in den Mist, und die Stoffrestchen gerathen ins Kehrsel, da sie doch bei der Ausbesserung der Kleider große Dienste thun köunten.
Wie viele tausende von Pfennigen können nur durch die sorgfältige Unterhaltung und Schonung des Vorhandenen erspart werden, Der Bauer, welcher seine Wagen und Pflügt sorgfältig im Schuppen verwahrt, wenn sie aus, gebraucht sind, wird voraussichtlich viel länger daran haben, als der, welcher sie in Wind und Wetter umherstehen läßt und dann mag er sich nicht wundern, wenn die Holztheile zerspringen oder faulen und die Eisentheile los werden und verloren gehen. Die Pferde-Kummete, welche außerhalb des Stalles aufbewahrt und von Zeit zu Zeit eingeschmiert werden, halten ebenfalls viel länger, als diejenigen, welche im Stalle hängen und im Dunste ersticken.
Wie viel wird nur durch fleißige Aus- besserung kleiner Schäden zur langen Er⸗ haltung der Gegenstände beigetragen. Ein mangel— haftes Kettenglied hat oft den Verlust der ganzen Kette zur Folge und manches Wagenrad geht entzwei, weil man vergaß, rechtzeitig einen Keil einzutreiben, oder einen Reif festzunageln. Da— durch, daß man die Geräthe mit einem Anstrich versieht und denselben rechtzeitig erneuert, kann man deren Dauer um Jahrzehnte verlängern. Fehlen auf Deinem Dache ein paar Ziegel, so faulen die Latten und schließlich die Sparren ab und die Decken werden durchnäßt und fallen herab.
Dasselbe gilt von der erhaltenden Thätigkeit der Frau. So rechnet uns ein bekannter Volks⸗ wirth vor, was unsere Frauen durch sorgfältiges Flicken nur jährlich an Hemden ersparen können. Er sagt, daß wenn die 9 Million Familien des deutschen Reiches nur 34 Million Hemden tragen, was einen Werth von 80 Million Mark dar⸗ stellt, durch Nadel und Faden in den Händen deutscher Hausfrauen jährlich 8 Million Mark allein für Hemden erspart werden, wenn sich das Hemd durch fleißiges Ausbessern nur um den zehnten Theil seiner Dauer erhalten lasse. Auf wie viele andere Gegenstände diese Spar⸗ samkeit noch ausgedehnt werden kann, überlassen wir dem Nachdenken unserer Hausfrauen.
Wie gesagt, einem Auge, welches darnach forscht, werden sich in einem Tage eine ganze Anzahl solcher Gelegenheiten darbieten, wo ein Pfennig erspart werden kann. Das erfordert allerdings einen kleinen Aufwand von Muͤhe, der aber gar nicht in Betracht kommt gegenüber den Zinsen, welche er trägt. Allerdings wird diese Mühe dem Hausvater und seiner Familie in erster Linie aufgeladen, denn sie werden wohl diese kleinen Verrichtungen selbst besorgen müͤssen, da Dienstboten gewöhnlich keinen Sinn dafür haben und sich erst allmählich daran gewöhnen, wenn sie beständig dazu angetrieben werden. Sie mögen sich deßhalb nicht lange darüber ärgern, wenn da und dort etwas zu Grunde geht oder verkommt, sondern darin eine Strafe für die eigene Versäumniß erblicken und in Zu— kunft mehr auf ihr Eigenthum achten, denn auf dieser Thaͤtigkeit des beständigen Nachgehens und Nachsehens beruht hauptsächlich der Erfolg in der Landwirthschaft und im Haushalt. Ordnung und Pünktlichkeit gehören zu den wesentlichen Erfordernissen der Sparsamkeit. Da wo jedes Ding nach dem Gebrauche nicht sofort an seinen Platz zurückgebracht wird, geht nicht nur sehr viele Zeit mit Suchen verloren, sondern die Unlust wächst beim Suchen und es entsteht so mancher Streit und Mißmuth. So
Strohwisch oder ein Maul voll Futter, das in
viele Dinge werden durch Unordnung verschleudert,
den Mist kommt, dort ein Licht, das unnöthig
3
ele. 0 t 1 O che 4 abel,
r un 5 lassung und tut wie 6 hätten wohnlb heit v fühtt größt
4
ber 3 rifle Habe, nichts ehen! stände ft 8 lichkeit lust U ihret! und 2
nüß! von baker so da und herstel ab wir küche, ihren und nährr hafte hand Hand durch pünkt mache velda fähig Beha spart Klage
9 muß einzut der zu durch nuͤtzun zeit h. verlor bestte Einer


