Allerlei.
Mannheim, 20. August. In der verflossenen Nacht wurden bei der Rirchweihe im nahen Neckarau zwei ledige Burschen bei Streithändeln erstochen.
Landro(im Ampezzo), 20. Aug. Heute Vormittag stürzte auf dem Monte Chrlstallo der berühmte Alpen⸗ führer Michael Innerkosten aus Schluderbach in eine 20 Meter tiefe Gletscherspalte und blieb auf der Stelle todt. Der Absturz erfolgte in dem Momente, als er zwel Touristen von einer bedenklichen Stelle wegziehen wollte. Beide Touristen sind ebenfalls in die Tlefe ge— stürzt, wurden jedoch noch lebend, obwohl schwer ver— letzt, herausgebracht.
Budapest, 18. August. In Waitzen ist die Hon⸗ vedkaserne abgebrannt; 45 Pferde sind verbrannt, 9 Pferde, die sich in den Bahnhof geflüchtet hatten, wur⸗ den durch den einlaufenden Zug getödtet. Die Locomo: tive und mehrere Wagen entgleisten. Ein Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Rom, 19. August. Nach hier eingegangenen Nach richten wurden gestern Abend in Diano Marino, das bereits durch das Erdbeben vom 23. Februar 1887 so schwer heimgesucht wurde, innerhalb einer halben Stunde drei heftige, von unterirdischem Rollen begleitete Erd— stöße verspürt. Der erste Stoß war der stärkste. Unfälle sind durch die Erdstöße nicht herheigeführt. In Porto Maurizio fand in vergangener Nacht ein leichter Erd stoß statt.(Auch in Groß ⸗Gerau soll ein Erdstoß ver⸗ spürt worden sein)
New⸗York. Aus Canada wird gemeldet, daß ein Gewittersturm im östlichen Ontarlo gewüthet und allein in Quebee einen Schaden vou 1½½ Mill Dollars verur⸗ sacht hat. Viele Personen wurden getödtet, Häuser stü rz; ten ein, Pferde und Vieh kamen um.
Eine französische Stimme über den Zweck der Leibes⸗Uebungen.
La gymnastique— son but. Lettre de Vindex in No. 46/1887 der Pariser Wochenschrift„La Gymnastique“. Von Carl Trapp.
„Unter den Freunden der Gymnastik und denjenigen, die sie verbreiten, giebt es zwei Strö⸗ mungen und mehrere Arten, sie zu pflegen.
Die Einen pflegen sie, weil darin ein ange— nehmer Zeitvertreib, ein Mittel, die Gesundheit zu erhalten, liegt; weil sie dadurch gewandt, stark geworden sind; weil die Gymnastik sie entwickelt hat; weil sie ihnen erlaubt, im Wettstreit zu glänzen. Ich selbst kenne solche, welche sie pflegen, weil sie ihnen Gelegenheit bietet zur Schaustel— lung der Arm Muskeln, des Körpers, und die Mode, kurze Hosen zu tragen, muß wohl irgend einen mit guten Waden ausgestatteten Burschen zum Erfinder haben. Für andere ist die Gym⸗ nastik ein Gewerbe, wiederum andern ist sie ein Schwungbrett, und die Politiker verschmähen es nicht, sich ihr geneigt zu zeigen, um sich Ein— fluß zu verschaffen, so wie die Schankwirte, um sich eine Kundschaft zu gewinnen.
Noch andere haben eine unglückliche Vorliebe, um Reden und Salbadereien zu halten.... O weh! das sind die Schlimmsten!
„Jedem Thierchen sein Pläsirchen“(und wäre es durch ein blaues oder gar rothes Bändchen verkörpert)— darin sehe ich keinen Uebelstand. Nur möchte ich, daß der eingestandene Zweck, der— jenige, welcher in allen Programmen hervortritt und wovon man unaufhörlich spricht, der einzig ernste: die körperliche Entwickelung der Jugend im Hinblick auf den Militär⸗ dienst! die Gedanken der Leute mehr beschäftige, welche in der Ausbreitung der Gymnastik oben— an stehen.
Die Gymnastik wird, sobald man sie über eine gewisse Schranke hinaustreibt, zu einem Sport, der sehr angenehm und sehr gesund ist und der die Gesundheit dieser Leute im Gleich—⸗ gewicht erhalten würde, wenn sie ihn ausübten. Da in dieser Hinsicht kein Zweifel besteht, so wäre eine Lobeserhebung müßig. Um ein guter Soldat zu sein, hat man eben so wenig nöthig, in der Gymnastik sehr stark zu sein, als das römische Recht zu kennen.
Ist es der wahre Zweck der Gymnastik, Sol⸗ daten vorzubereiten, so darf man die Mittel, welche sie dazu bietet, nicht in dem Schwierigen suchen. Darum soll man sie nicht durch Touren von Kraft oder Geschmeidigkeit vorbereiten, son⸗ dern durch einen methodischen Entwickelungsgang, welchen man nicht genug in den Vereinen pflegt.
Der Haupttheil des Fehlers liegt, wie ich glaube, in der Art, in der man die Wettturnen einrichtet. Mit dem gegenwärtigen System sind Preise das Ziel der Mehrzahl der Vereine.
Sobald die Betheiligung an einem Wettturnen entschieden ist, hoͤrt die Ausbildung der Masse auf und man beschäftigt sich besonders mit den⸗ jenigen, welche am Wettstreit theilnehmen sollen. Die eine Sektion wird überbürdet, die Uebrigen halten Maulaffen feil und werden abgestoßen. Dazu kommt, daß meistens der Wettstreit schwierig ist. Turn⸗Verehrer, Turn⸗Matadore haben die Uebungen zusammengestellt, sie haben Schwieriges ausgesucht und die ersten Abtheilungen müssen ihrerseits Mittel suchen, dessen Herr zu werden.
Bei dieser Methode findet die gymnastische Kunst ihre Rechnung, denn in jedem Verein sind es nur wenige Mitglieder, welchen es gelingt, die sehr schweren Uebungen auszuführen und damit ihre Eigenliebe zu befriedigen. Aber die Gesammtheit des Vereins hat keinen Nutzen davon und die Aneiferung, anstatt allgemein zu sein, ist entweder vereinzelt geblieben, oder hat sich auf eine ganz kleine Zahl beschränkt.
Wer sein Essen aus einer Garküche kommen läßt, beklagt sich öfters darüber, daß in dem Traggeschirr die ersten Schüsseln besonders warm, selbst überhitzt sind, weil sie dazu bestimmt sind, der Anstalt Ehre zu machen, während die andern vernachlässigt sind.
So ungefähr geht es in den Vereinen und Verbänden zu.
Ich glaube, das Ergebniß würde ein ganz anderes sein, wenn auf die echte Anspornung der größte Theil entfiele, da nur hierdurch die Jugend in den Stand gesetzt würde, sich auf die Erfüllung künftiger Pflichten vorzubereiten. Der größten Zahl von Turnern mit der besten Durchschnittsleistung sollte die höchste Auszeich— nung zu Theil werden.
Wenn die Geräthe in zweite Linie gestellt würden, wenn an die erste Stelle die rationellsten Bewegungsarten zum Geschmeidigmachen treten würden, Marschieren, Laufen, Stab-Uebungen, Boxen, alle Uebungen, welche wirklich den Körper als Ganzes entwickeln, welche gleichzeitig von allen ausgeführt werden können und das Fun⸗ dament der militärischen Ausbildung sind, dann könnten andere Resultate erzielt werden, weil alsdann die Vereine nach einem Antriebe han— deln würden, welchen sie von den Leitern der Wettturnen erhalten würden. Aufgefordert, eine möglichst große Zahl von Turnern zu liefern, würden sie ihr Augenmerk weniger auf Aus⸗ nahmen richten und die Durschnittsleistung wurde dabei gewinnen; man würde vielleicht keine ganz so starken Turner erhalten, aber eine weit höhere Zahl und gerade hierauf kommt es besonders an.
Vom Wettbewerb wären diejenigen auszu— schließen, welche dabei nur ihre persönliche Be— friedigung suchen. Was hat es für einen Sinn, wenn sich ein Dreißig-, Vierzigjähriger, wie ich solche gesehen, bei einem Wetturnen betheiligt? Bereitet er sich für den Militärdienst vor? Nein, er kommt dahin, um seiner Leidenschaft zu ge⸗ nügen, aus Vergnügen.
Dazu sind aber die Vereine nicht gebildet worden; diese Mitglieder sind es gewiß nicht, welche der Staat, die Departements, die Ge⸗ meinden, die Turnfreunde zu belohnen, zu er⸗ muthigen beabsichtigen. Die jungen Leute, welche noch nicht gedient haben, sind es; diese sollten der ausschließliche Gegenstand der Sorge der⸗ jenigen sein, welche den wahren Zweck der Turnerei verfolgen. Damit ist nicht gesagt, daß die Turnfreunde, die alten Turner, die als solche Muster, die Soldaten gewesen und der jetzigen Generation vorausgegangen sind, welche der letzten den Geschmack an den so ungemein nützlichen Uebungen eingefloͤßt haben, aus den Vereinen entfernt werden sollen.
Das wäre eine schlechte Anerkennung der Dienste, welche sie der Sache geleistet haben, und sind sie im übrigen nicht berufen, ihr noch mehr zu leisten? Nein, das kommt mir nicht in Sinn, aber ich glaube, daß sie in jedem Vereine eine Elite⸗Abtheilung bilden müssen, welche außerdem mitarbeitet innerhalb der zu gebenden Bedingungen.
Für die Jugend die gemeinsamen Uebungen,
marschieren, springen, laufen; alles, was den
Körper entwickelt, die Muskeln geschmeidig macht; die Geräthe seien zur Zerstreuung geboten und behufs Anwendung der gewonnenen Kräfte.
Für diejenigen, welche das Alter zurückge⸗ legt haben, in dem man einem Regiment zuge⸗ theilt wird, bleibt die verdienstliche, sehr ehren⸗ werthe und gute Patrioten lockende Aufgabe, die Jungen vorzubereiten, während sie selbst an den Geräthen ihre Kraft und Gewandtheit üben können.
Diese Letzten mögen besonderer Ehrenbe⸗ zeigungen theilhaftig werden, den Ersten komme zu, was ihnen gebührt, d. h. alles, was zur Aufmunterung erbeten und gegeben wird, alles dasjenige, was im Sinne der Spender der Entwicklung der Vereine zu gute kommen soll, deren wahrer und einziger Zweck darin besteht, Soldaten vorzubereiten.“
In diesem Briefe, dessen möglichst getreue Wiedergabe mich bestimmte, hie und da an der französischen Satzbildung streng festzuhalten, sind Ansichten ausgesprochen, die— frei von Vor⸗ eingenommenheit und zünftiger Schulweisheit— die Bedeutung des Turnens für das Leben, in dem wir mitten drin stehen, für die Bedürfnisse der Zeit, der wir angehören, zu kennzeichnen unter Angabe der Mittel und Wege, welche anzuwen— den, bezw. einzuschlagen sind, um das scharf ins Auge gefaßte Ziel zu erreichen. Gleiche An— schauungen habe ich im Frühjahr 1887 in meinem Schriftchen„Ist kein Guts Muths da?“(Leipzig, Rud. Uhlig) niedergelegt. Ich unterlasse, darin Gesagtes hier zu wiederholen. Nur über einen Punkt möchte ich mich kurz aussprechen. Es fehlt nicht an Stimmen in der Turnerschaft, welche das Einreißen des Turnsports ebenso sehr verurtheilen wie ich. Aber, die Hand aufs Herz, wer trägt die Schuld, daß die Pfleger des Ruder-, des Radfahr⸗Sports Recht haben, wenn sie be⸗ haupten:„Ist denn Euer Preis- und Wettturnen zum größten Theile etwas anderes als die Ver⸗ körperung, die Prämiirung des Sports? Werden Eure Leute hierzu nicht auch abgerichtet— wenn's nicht anders geht, auch auf Vereinskosten? Was uns notorischen Sport-Pflegern auf dem Wasser, dem Schnellrad als mustergiltige Leist⸗ ungen erscheint, die nur durch beharrliches „Training“, durch Einsetzen aller aufs höchste anzuspannenden Kräfte erreicht werden können, das sind bei Euren Festen die Gipfel Uebungen am Reck, Barren, Schwingel ꝛc.
So ist's in Wahrheit; wozu sich ein⸗ reden, sich weismachen, es sei anders? Will man in der That beweisen, daß man gegenüber dem Kulturzweck der Leibes-Uebungen, der nationalen Bedeutung des Turnens als einem noch lange nicht genügend beachteten, geschweige denn ge— nügend und planmäßig von Jugend an durch⸗ geführtem Mittel zur Erhöhung der Einzel- und Gesammt⸗Volkskraft und Frische den sports⸗ mäßigen Turnbetrieb nur für Feinschmecker, nicht als gesunde Volksnahrung, ansieht, daß sein Werth nur für einzelne, für die Volkserziehung selbst gar nicht in Betracht kommt, dann hat man keine andere Wahl, als sich von der Ein⸗ seitigkeit und Turnkünstelei an Geräthen ab- und der Turuweise zuzuwenden, die sich, unter Aus⸗ schluß der Ausbildung von„Künstlern“ für Spezialitäten⸗Theater, einfacher, leicht zu be⸗ schaffender Mittel, die auch außerhalb des Turn⸗ platzes tagtäglich benutzt werden können, bedient, um den Menschen harmonisch zu kräftigen, stark und gewandt zu machen, zunächst und vor allem die wehrpflichtige Jugend. Hält man es trotz⸗ dem mit der„herrschenden“ Richtung, so ver⸗ zichte man bezüglich des Turnsports auf jede Eiurede und Entrüstung. Abwehr⸗Artikel in Zeitungen, gesprochene Verdammungs⸗Urtheile thun ihm keinen Abbruch; nur ein System⸗ Wechsel kann helfen.
Friedberg im Dezember 1887.
Handel und Verkehr. Friedberg, 21. Aug. Fruchtpr. Waizen neuer M. 17.50, alter M. 18.50., Korn M. 13.50— 14, Gerste M. 14— 15, Hafer M. 14.00— 14.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund. Friedberg, 22. August. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00— 1.10. Eier 1 St. 6 Pf.
Forderur bah de ver
Mörlen sin ie bel der!
vad: Otoß
21
Pelstti
Frestog in dem hie ußboͤden arbeit in A
Der Ko
Die ar gehabte K Abfahttag
Frestag steigete ich stadt geg. Haus mobi
NB.
Ofenfal F
empfiehlt Vrandas, linder, S. lelungen, beubülket;
Ole
von Allein 1 land. 15 Arten ln deulen, f Fr. J0
Zwel! Oaranklez
Verlauf U 1 übernel
5 Dar
doͤßte dus 009


