Rohm, Joseph, aus Fulda, welcher verdächtig ist, am 24. Juni 1888 zu Vilbe Ohrringe mit blauen Steinchen und Doppelgehäng(zwei Ringelchen) derselben in der Absi Großherzoglichen Amtsgerichts Vilbel vom 3. Julf 1888 zur Untersuchungshaft zu bringen und dem nächsten Amtsgerscht zur verantwortlichen Vernehmung vorzuführen. 1,66 Meter; Haare: blond; Bart: hell, Schnurrbärtchen; Kleidung: ausgewaschenes grau- grünes Schnittnarbe an der linken Hand von einer Säge herrührend. Fall der Ergreifung und um Recherche nach den fraglichen Ohrringen ersucht.
Beschreibung.
Es wird um umgehende Nachricht hierher im Friedberg den 6. Juli 1888.
Alter: 49 Jahre(oder 39 Jahre); Größe: Säckchen, die übrige Kleidung schmutzig; besondere Kennzeichen:
Steckbrief.
lein Paar der 4jährigen Tochter des Heinrich Gllbert daselbst gehörige golden cht rechtwidriger Zueignung weggenommen zu haben, ist auf Grund Haftbefehls
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Der Großherzogliche Amtsanwalt. Hill.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Es wurde: der Medizinalrath Dr. Hauser zu Vilbel zum Arzt im Marienschloß, die Dammwärter-⸗Aspiranten Diehl aus Nieder— Hilbersheim und Eberts aus Hofheim zu Damm— wärtern ernannt, dem Justizrath Dr. Schalk in Oppenheim die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Philipps⸗Ordens verliehen, der Amtsrichter Rhumbler in Osthofen zum Amtsrichter in Oppen— heim, der Gerichts-Schreiber Müssig in Wald— Michelbach zum Gerichtsschreiber in Groß Gerau, und der Hilfsgerichtsschreiber Gombert in Zwingen— berg zum Gerichtsschreiber in Wald-Michelbach, G. Mansfeld aus Mainz zum Telegraphenver— walter bei den Oberhessischen Eisenbahnen er— nannt, der Senatspräsident am Oberlandesge— richt Eckstein auf Nachsuchen von den Funktionen eines Mitglieds der Prüfungs-Commission für das Justiz- und Verwaltungs-Fach entbunden und an dessen Stelle der Oberlandesgerichtsrath Pfannmüller ernannt.
Berlin. Der Kaiser verlieh dem Professor Schrötter in Wien den Rothen Adler-Orden zweiter Klasse.
— Insgesammt 41 Personen, darunter drei Frauen, sind der„Post“ zufolge in der Nacht vom 10. zum 11. Juli beim Ankleben von socialdemokratischen Plakaten verhaftet worden, von denen bis jetzt noch Niemand entlassen wurde. Die Verhafteten waren zum größten Theile der Behörde als Mitglieder der„inneren Bewegung“ bekannt.
Karlsruhe, 18. Juli. Die Thronrede des Großherzogs bei dem Landtagsschluß er— wähnt die während der Session hereingebrochenen schweren Schicksalsschläge, den Tod des Prinzen Ludwig und der beiden Kaiser. Diese Ereignisse, welche in rascher Folge das deutsche Vaterland im innersten Leben erschütterten, seien geeignet, die Liebe zu Kaiser und Reich noch fester zu begründen und würden dazu beitragen, die Re— gierung des Kaisers Wilhelm II. zu einer ge— segneten zu gestalten. Die Rede gedenkt der angenommenen Gesetzentwürfe, insbesondere des kirchenpolitischen Gesetzes, worüber, wenngleich volles Einvernehmen nicht erzielt werden konnte, doch werthvolle Einigung erfolgte, des Ein— führungsgesetzes der Unfallversicherung für die land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter, des Be— amtengesetzes und des Schullehrergesetzes. Die Rede schließt mit den Worten: Das Reich, das inmitten der schmerzlichen Verluste unerschüttert geblieben, wird auch fortan unser starker Schutz nach außen sein.— Die dem Großherzoge nach dem Kammerschluß alsdann dargebrachte Huldig⸗ ung nahm nach dem„Fr. J.“ einen großartigen Verlauf. Ungefähr fünfzig Vereine mit Fahnen und Standarten zogen, Musikcorps, Deputa— tionen und den Stadtrath an der Spitze, vor das Schloß. Der Schloßplatz war durch Gas— flammen und Magnesiumfackeln hell erleuchtet und von einer unzählbaren Menschenmenge an— gefüllt. Die überreichte Adresse drückte die Freude der Einwohnerschaft darüber aus, daß der Großherzog auf den Wunsch des Kaisers an dessen Seite blieb. Die Adresse gedenkt ferner der Anregung, die der Großherzog zu der Theilnahme der deutschen Fürsten an der Eröffnung des Reichstages gegeben. Nimmer wankende Treue werde die Gegengabe sein für das, was der Großherzog für das Reich in den letzten Monaten gethan. Zum Schluß wurde auf den Großherzog ein stürmisches Hoch aus⸗ gebracht, welches dieser dankend mit einem ebenso stürmisch aufgenommenen Hoch auf Kaiser Wilhelm II. erwiederte.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 18. Juli. Die Königin Natalie von Serbien ist gestern Nachmittag von hier nach Paris abgereist. Es heißt, die Abreise sei nicht ganz freiwillig er⸗ folgt. Man hatte sie schon anfangs wissen lassen, daß sie sich als Gräfin Takowa völlig incognito zu halten habe. Als am Sonntag panslavistische Kundgebungen bei der russischen Capelle nicht ohne Schuld der Königin stattfanden, nachdem solche schon bei ihrer Ankunft versucht worden waren, wurde ihr von polizeilicher Seite be— deutet, daß jede neue Kundgebung, die sie etwa durch ihr öffentliches Erscheinen hervorrufe, für sie ernstliche Folgen haben werde.
Frankreich. Paris, 17. Juli. In der Kammer wurde der 67 Millionen-Credit für die Häfenvertheidigung in erster Lesung ange⸗ nommen.— Der Senat genehmigte das von der Kammer angenommene Zuckersteuergesetz.
Italien. Rom. Einer Meldung der„Ag. Stefani“ aus Massauah zufolge fahrt General Baldissera mit Zwangsmaßregeln gegen die— jenigen, welche die Zahlung der Municipalsteuern verweigern, fort. Ein Grieche namens Trigoglu, ein Mitglied des Civilgerichts, wurde ausge⸗ wiesen, weil er den bezüglichen Anordnungen nicht nachkam; mehrere Griechen bezahlten die verlangten Steuern.
Serbien. Belgrad, 18. Juli. König Milan läßt als Antwort auf eine Erklärung der Königin Natalie, daß sie sich nicht in die Politik gemischt habe, eine Denkschrift ausarbeiten, um die poli⸗ tische Thätigkeit der Königin durch Belege zu beweisen. Die Beweisstücke sollen mehreren Sou— veränen im Original zur persönlichen Kenntnis— nahme durch besondere Abgesandte überreicht werden. Der König protestirt entschieden gegen die Unterstellung, daß er eine neue Heirath anstrebe.
Bulgarien. Sofia, 18. Juli. Trotzdem Stambulow und Natschewitsch den Rücktritt der conservativen Mitglieder des Cabinets bestreiten, wird an diesem Gerücht doch von unterrichteter Seite festgehalten.— Zwischen Major Panitza und Karawelow fand auf der Straße ein heftiges Rencontre statt; Panitza forderte Karawelow zum Duell.
Rußland. Kronstadt, 19. Juli. Kurz nach 1 Uhr Nachmittags wurde der Dampf des deutschen Geschwaders hier sichtbar. Die hier befindlichen Kriegsschiffe erwarten dasselbe in Paradestellung, alle Schiffe im Hafen prangen im Flaggenschmuck; eine große Anzahl von Privatdampfern, überfüllt von Menschen, harrt auf der Außenrhede und von Petersburg ist zahlreiches Publikum eingetroffen, um der Ankunft des deutschen Kaisers beizuwohnen. Während die Begrüßung beider Kaiser auf hoher See vor sich geht, eilen die begleitenden Schiffe nach Kronstadt und reihen sich dort in die breite Schiffsgasse. Diese beginnt bei Fort Kronschlott. Die eine Seite dieser Schiffsgasse besteht aus den russischen, die andere aus den deutschen Kriegsschiffen. Sämmtliche Schiffe sind in Paradegala, die Matrosen befinden sich in den Raaen. Sobald das Schiff, an dessen Bord beide Kaiser sich befinden, diese Gasse passirt hat, donnert der Salut der Kanonen, die Hurrahs schallen von den Schiffen und Forts. Darauf findet die Landung in Peterhof statt und bald darauf Galadiner daselbst.
Amerika. Chicago, 18. Juli. Bei einer gestern vorgenommenen Haussuchung wurden zwölf Dynamitbomben, ein Revolver und ein Dolch aufgefunden. Drei Personen wurden ver—
man nehme mit Unrecht an, daß die gestrigen Verhaftungen auf eine große Verschwörung hin⸗ wiesen, welche an Leuten der besseren Klasse einen Rückhalt gehabt habe, oder daß öffentliche
Washington. gangenen Nachrichten ist in Venezuela ein Auf stand ausgebrochen. ö
Aus Stadt und Land.
-n. Friedberg, 18. Juli. ralversammlung des Volksbildungs Vereins wurden die⸗
begann mit der Verlesung des Jahresberichts. Derselbe beklagte zunächst die jähen, schmerzlichen Schicksalsschläge, die der Verein durch den Hingang lieber und vortreff⸗ licher Mitglieder erfahren. Nachdem am 25. Juni 1887 unerwartet der langjährige Rechner, Seminarlehrer Wahl, eines der thätigsten Mitglieder, durch den unerbittlichen
die erschütternde Trauerkunde vom Tode des 1. Vor⸗ sitzenden, Reallehrer Blickhahn, den ein finsteres Geschick so unvermuthet seinen Freunden entzog. Was beide dem Verein seit dessen Entstehen in ihrer unermüdlichen, selbst⸗ losen Weise gewesen, ist tief in aller Herzen eingegraben. Beide werden fortleben in ihren Werken, der Verein wird sie lange vermissen und stets in dankbarer, liebe⸗ voller Erinnerung behalten. Außer ihnen wurde der Tod andrer treuer Mitglieder beklagt, des Kirchenraths Baur, des Stadtraths Ruths, des Taubstummenlehrers Rühl und des Forstmeisters i. P. Herpel. Ehre ihrem Andenken! Auch der Ausschuß erlitt empfindliche Lücken. Lederhändler Heinr. Bechstein trat aus Gesundheitsrück⸗ sichten zurück und der langjährige, verdiente Schriftführer des Vereins, Seminarlehrer Dr. Heid, legte ebenfalls sein Amt nieder. Augenblicklich zählt der Verein 90 Mit⸗ glieder. Im Winter wurden 6 Vorträge gehalten, die alle sehr zahlreich besucht waren. Der Vortrag des Medieinalrath Dr. Lorenz über Vernichtung von Krank⸗ heitskeimen soll nebst einer Einleitung von Dr. Pfann⸗ müller über Mikroorganismen mit Rücksicht auf die überaus praktische Bedeutung des Themas auf Vereins kosten gedruckt werden. Das täglich unentgeltlich ge— öffnete Lesezimmer wird fortgesetzt sehr fleißig besucht. Die Benutzung der Bibliothek dagegen läßt noch immer zu wünschen übrig. Da diese Thatsache sich vielleicht auf das Fehlen einer genügenden Zahl von Unterhal⸗ tungsschriften zurückführen läßt, soll fortan besonderes Augenmerk auf Besettigung dieses Mangels verwendet werden. Der Fortbildungsschule werden auch in diesem Jahre 20 M. zu Belohnungen für fleißige Schüler zur Verfügung gestellt. Dem allgemeinen deutschen Sprach⸗ verein ist der Verein als körperschaftliches Mitglied mit einem Jahresbeitrag von 10 M. beigetreten. Der Be⸗ richt schloß mit warmem Dank an alle Körperschaften und Personen, die sich in irgend einer Weise um die Sache des Vereins verdient gemacht. Möchte demselben auch fernerhin solch edelmüthige Förderung zu Theil werden. Nach der Verlesung des Berichts wurde die von 3 Mitgliedern geprüfte und für richtig befundene
seitherige Rechner Dr. Karg entlastet. Auch den Voran⸗ schlag für 1888/89 genehmigte die Versammlung. Hierauf wurde der Ausschuß durch die Wahl von Kaufmann Häberle und Georg Hieronimus ergänzt. Den Vorstand bilden zur Zeit nach mancherlei Schwankungen: Reallehrer Wiesehahn als I. Vorsitzender, Bürgermeister Steinhäußer als Stellvertreter desselben, Dr. Karg als Schriftführer und Kaufmann Bindewald als Schatzmeister.
e. Bad⸗Nauheim. Der Mainzer Liederkranz welcher im Juli 1885 schon einmal im Kursaal zu Bad⸗ Nauheim concertirte, wird am Sonntag den 22. d. Mts. in Gemeinschaft mit der Kurkapelle ein großes Garten- Concert daselbst veranstalten. Der Verein, unter Direk⸗ tion des Kapellmeisters Hein rich Rupp, wird mit achtzig Sängern auftreten und diesmal hauptsächlich das Volks⸗ lied auf seinem Programm vertreten haben.
Nidda. Die am 16. Juli dahter abgehaltene 27. Wan⸗ derversammlung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins, verbunden mit Ausstellung von Bienenprodukten ꝛc., hatte sich einer recht regen Betheiligung zu erfreuen. Viele auswärtige Vereinsmitglieder waren erschienen und auch eln zahlreiches Publikum wohnte den Verhandlungen und Vorträgen bei; ebenso war der Besuch der Ausstellung während des ganzen Tages ein sehr flotter. Prämlirk wurden: 1) für ausgestellte lehende Völker: Schönhals⸗ Lindheim, Schäfer⸗Wallernhausen, Hotz-Nidda, Zöckler⸗ Gießen, Keck⸗Lich. 2) Für Honig und Wachs: Dern⸗ Watzenborn, Wirth⸗Dauernheim, Saame⸗Gleßen, Seip⸗
haftet. Der Polizeicommissär Bonfield erklärte,
Holzheim, Hahn-Bellersheim, Fourter-Friedberg, Harth⸗
Gebäude hatten zerstört werden sollen. In das Complott seien nur zwanzig der untersten Klasse angehörige Personen verwickelt. Nach der Regierung zuge-
jenigen Gegenstände der Tagesordnung erledigt, welche die Versammlung vom 25. Mat bis zur Regelung des Blickhahn'schen Nachlasses verschoben hatte. Die Sitzung
Tod entrissen worden war, brachte der 15. April d. J.
Rechnung für 1887/8 verlesen und vorgelegt und der 9
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