Ausgabe 
20.3.1888
 
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miedberg

Engel. Tehocipete N.

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1888.

Dienstag den 20. März.

M 44.

und die Prinzessinnen.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag,

Donnerstag und Samstag.

Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf

Annoncen von

auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen

0 Betreffend: Die Feuervisitattonen für 1888.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung.

Betreffend: Dle Feldbereinigung in Flur XI. der Gemarkung Petterweil.

Nachdem sich mehr wie ein Fünftheil der Betheiligten Grund Eigenthümer, welche mehr wie die Hälfte der betheiligten Fläche be sitzen, unterschriftlich für die Feldbereinigung in Flur XI der Gemar 5 kung Petterweil erklart haben, und nachdem ferner die Einwendungen gegen die Zulaͤssigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses Erledigung gefunden haben, hat die Großherzogliche Landes-Commission für Feld bereinigung den Beginn der Feldbereinigungsarbeiten in Flur XI der Gemarkung Petterweil verordnet und den Unterzeichneten zum Vollzugs

commissär ernannt.

Indem ich dies zur öffentlichen Kenntniß bringe, lade ich gleich

Versammlung ein. Diese Versammlung hat:

1. zu bestimmen, wie die Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt, oder den Abschätzungs Bildung

werth der Grundstücke, oder durch

zeitig sämmtliche bekheiligten Grundbesitzer zu der in Gemäßheit des Art. 16 des Gesetzes vom 28. Sept. 1887 Mittwoch den 28 März l. J., Vormittags 11 Uhr in dem Gemeindehause zu Petterweil stattfindenden

werden sollen;

Friedberg den 16. Marz 1888.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Soweit Sie mit Einsendung der Protokolle über die diesjährige Feuervisitation noch rückständig sind, sehen wir Ihrer baldigen Vorlage entgegen. Haben, die Visitatoren die Besichtigungen noch nicht vorgenommen, so wollen Sie dieselben unter Bezugnahme auf gegenwärtige Ver fügung zum baldigen Erscheinen in Ihren Gemeinden auffordern.

Dr. Braden.

erhoben, oder ob die Kosten durch Kapital-Aufnahme aufgebracht

die zur Vollzugs-Commission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter zu wählen.

Außerdem koͤnnen Wünsche und Anträge seiteus der Betheiligten vorgebracht und berathen werden.

In dieser Bersammlung hat jeder anwesende betheiligte Grund

eigenthümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültig

bindlich.

keit eine Mehrheit von Zweidrittheilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Betheiligten ver

Kommen gültige Beschlüsse nicht zu Stande, so hat

zu 1) die Vollzugs-Commission die erforderlichen Beschlüsse zu fassen und zu 2) die Landes-Commission die Sachverständigen und Schiedsrichter

zu ernennen.

und Verkauf von

Massegrundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfniß

Ausschreiben. Erledigung.

Fried berg den 17. März 1888

Frledberg den 8. März 1888. Der

Vollzugs-Commissär für Feldbereinigung: Dr. Wallau.

Um Auskunft über den Aufenthalt des Heinrich Schleuning von Dirlammen Kreis Alsfeld wird ersucht. Mein unterm 8. März erfolgtes Ausschreiben gegen Katharine Appel von Kaichen nehme ich als erledigt zurück.

Der Großherzogliche Amtsanwalt Kold.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Dem Aufseher am Landes zuchthause Lautenschläger wurde die Stelle eines Werkmeisters am Arbeitshause zu Dieburg über tragen, der Brückenwärter Ohaus zu Worms wude auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. Berlin, 16. März. Heute fand die feier liche Beisetzung der Leiche Kaiser Wilhelms bei einer Kaͤlte von 10 Grad statt. Trotzdem waren die Straßen überfüllt. Ueber 700,000 Menschen haben den todten Kaiser im Dome besucht. Unbeschreiblich war die Blumenpracht, von welcher der Verstorbene umgeben war, die Kränze, von denen einer immer schoͤner und größer war als der andere, Sträuße, Kronen und Palmen, deren Zahl sich von Stunde zu Stunde häufte, bedeckten

den ganzen Fußboden des weiten Gotteshauses.

Aus allen Theilen der Welt, aus allen Schich ten der Gesellschaft waren duftige Zeichen inniger Theilnahme, unwandelbarer Treue eingegangen. Die Feierlichkeit im Dom begann mit dem ersten Schlage des Trauergeläutes um 11 Uhr. Der zroßen Kälte halber hat sich Kaiser Friedrich doch noch bestimmen lassen, der Feierlichkeit sernzubleiben. Die Kalserin Victoria nahm hren Platz in der Loge seitwaͤrts vom Altar in; neben ihr rechts die Königin von Rumänien, links die Kronprinzessin, um dieselben die fürst lichen Damen und die Prinzessinnen des Königs bauses. Kurz vor zwölf Uhr erschien Kronprinz Wilhelm im Dom, mit ihm die Kronprinzessin Auf ein Zeichen des Oberceremonienmeisters intonirte die Orgel, die vorher pianissimo gespielt hatte, nun laut, der Gottesdienst begann. Der Kronprinz stand während dessen inmitten des Schiffs hinter dem Reichspantier, neben ihm die Koͤnige Sachsens, Helgiens und Rumäntens, ganz in seiner Nähe

der Großherzog von Baden, die Prinzen Heinrich und Albrecht, die übrigen Prinzen des Königs hauses, der österreichische Kronprinz Rudolf, der Großfürst-Thronfolger, die Großfürsten Michael und Nicolaus, der Prinz von Wales, die Kron prinzen von Italien, Dänemark und Griechen land in der Uniform ihres Landes, die Prinzen von Bayern und der Großherzog von Hessen sowie alle übrigen anwesenden Fürstlichkeiten. Oberhofprediger Dr. Kögel hielt alsdann, am Sarge des Kalsers stehend, die Gedächtnißrede über den Text(Lucas 2. 29/30):Herr, nun laͤssese Du Deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben Deinen Heiland ge sehen. Die hinter dem Dom aufgestellte In fanterie gab sodann zu dem Segen drei Salven und hierdurch erfuhr nun auch die außen har rende Menge, daß der heißgeliebte Monarch zum letzten Wege gebracht werden wuͤrde. Der Sarg wurde, der Anordnung gemäß, durch die dazu bestimmten 12 Obersten von der Estrade abgehoben, unter Vortritt der könig lichen Kammerherrn, der die Reichsinsignien tragenden Staatsminister, der als Marschaͤlle fungtrenden Hofchargen und in Begleitung der zur Bedeckung bestimmten 2 Stabsoffiziere und 12 Hauptleute, sowie gefolgt von dem hinter dem Sarge gehenden, das Reichspanier tragen den General der Infanterie v. Pape, durch das Hauptportal bis zu dem königlichen Leichenwagen getragen und auf denselben gehoben, mit stiller Wehmuth von den Zehntausenden begrüßt, die sich hier unter den auflodernden Pechfeuern an

gesammelt hatten. Die Garden präsentlrten, die gedaͤmpften Trommeln wurden gerührt,

alle Haͤupter wurden entbloͤßt und ein lautes Schluchzen ging durch die Menge. Der Zug setzte sich sodann unter dem Gelaͤute aller

Glocken in der bereits angegebenen Ordnung in Bewegung. Die Kriegervereine, die sonstigen Vereine und Corporationen, die Innungen, die Schützengilden, die Studentenschaft und die den Ortskrankenkassen angehörenden Arbeiter bildeten das vierfache Spalier. Der Leichenconduct machte einen wahrhaft imposanten Eindruck. An der Spitze des Zuges ritten lt. Programm 8 Eskadrons der Gardecavallerie und zwar von den Regi mentern der Gardehusaren, Dragoner,-Ulanen und Gardes du Corps mit den Musikeorps. Darauf folgten sieben Bataillone Garde-Infan terie und 12 Geschütze der Garde-Arttllerie. Unter Vortritt von 4 adeligen Marschäͤllen wurden die Reichsinsignien getragen und zwar: das Kurschwert von den Staatsministern v. Goß ler und v. Scholz abwechselnd, der Kurhut von dem Staatsminister v. Bötticher, die Kette des Schwarzen Adlerordens von dem Staatsminister Dr. Lucius, das Reichsinsiegel von dem Staats minister Dr. v. Friedberg, das Reichsschwert von dem Staats- und Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff, der Reichsapfel von dem Staatsminister Maybach, das Reichsszepter von dem Vicepraͤsidenten des Staatsministeriums, Staatsminister von Puttkamer, die königliche Krone von dem Oberstkaͤmmerer Grafen zu Stolberg Wernigerode. Dann folgte der koͤnig liche Leichenwagen mit dem blumengeschmückten Sarge, der die sterblichen Ueberreste des Kai sers Wilhelm barg. Der Sargdeckel war mit rothsammtner Decke bekleidet, die eine goldge stickte Krone zeigte. Die acht Pferde des Lei chenwagens wurden von sieben Obersten und einem Korvetten Capitan geleitet, die Zipfel des über den Sarg gebreiteten Tuches trugen vier Ritter vom Schwarzen Adler-Orden und den Baldachin über dem koͤniglichen Sarge zwoͤlf

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