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nicht mehr gehört werden.
Friedberg den 17. April 1888.
Weiter werden die bei dem Unternehmen nicht direkt betheiligten gegen das Unternehmen in dieser Tagfahrt geltend zu machen, widrigenfalls Einsprachen nach
Grundeigenthümer aufgefordert etwaige Einsprachen Ablauf der Frist Berücksichtigung nicht mehr finden. Großherzogliches Kreisamt Friedberg
J. V: Dr. Wallau.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Ernannt und verpflichtet wurden: Wilhelm Rau von Stammheim als Wiesenvorstandsmitglied und Bürgermeister Karl Wolf von Rockenberg
als Feld-Geschworener.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Amtsrichter Pfannmüller in Pfeddersheim wurde zum Landrichter bei dem Land⸗Gerichte der Provinz Rheinhessen ernannt.
Berlin, 16. April. Ueber das Befinden des Kaisers liegen heute leider die denkbar un⸗ günstigsten Nachrichten vor. Nach dem. Tagbl.“ wurde in der verflossenen Nacht Pro— fessor v. Bergmann nochmals zum Kaiser ge⸗ rufen. Heute Mittag 12 Uhr traf derselbe abermals im Schlosse zu Charlottenburg ein und verblieb daselbst. Eine halbe Stunde später erschien auch Professor Senator, der durch eine Staffette nach Charlottenburg be— rufen worden war. Der Kaiser hat nach der gestern eingetretenen Bronchitis mit starkem Fieber und beschleunigtem Athem keine gute Nacht gehabt. Der Kronprinz hat sich zu Pferde im Galopp nach dem Charlottenburger Schlosse bege— ben. Um 12 Uhr fuhr der Großherzog von Baden ebenfalls dorthin. Der Reichskanzler befand sich dortselbst schon seit einigen Stunden. Um 3 Uhr trat das Staatsministerium zusammen. Die Kaiserin Augusta fuhr mit der Großherzogin von Baden um 6½ Uhr Abends nach Char— lottenburg und kehrte um 7½ Uhr zurück. Außer Professor Senator wurde auch Professor Leyden zum Kaiser berufen; derselbe kehrt jedoch erst morgen nach Berlin zurück. Der Zustand des Kaisers ist unverändert, das hohe Fieber dauert in bisheriger Weise fort. Im Fieber— Zustande ist auch im Laufe des Tages keine nennenswerthe Aenderung eingetreten, auch das sonstige Befinden hat sich nicht gebessert. Die neue Canüle, welche nach Entfernung der ungeeigneten Mackenzie'schen dem Mo⸗ narchen eingesetzt werden mußte, soll eine der längsten sein, welche überhaupt eingefügt wer— den können. Man hört, es habe eine Lungen⸗ affection stattgefunden, die zu der größten Vor⸗ sicht und Schonung nöthigt.— 17. April. Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ meldet: Das Befinden des Kaisers hat sich im Laufe des gestrigen Tages nicht gebessert. Das Fieber dauert an und zeigt, daß das Leiden kein örtliches mehr ist. Die Professoren Leyden und Senator sind berufen worden; ersterer war abwesend und wird den Kaiser erst heute sehen, letzterer wohnte gestern dem Aerzte⸗Consilium bei. Wahrend des Nachmittags verweilte Kaiser Friedrich meist im Arbeitszimmer. Er saß an seinem Schreibtische in einem Lehnsessel, der auch ein bequemes Zu— rücklehnen gestattet und schrieb sehr viel. Hin und wieder unterbrach er die Arbeit und ging im Zimmer auf und ab. Bergmann nimmt jetzt regelmäßig an den Besuchen der Aerzte Theil, Pr. Krause wohnt zeitweilig im Schlosse. Die „Coͤln. Ztg.“ theilt mit, daß unsere ärztlichen Autoritäten diese Wendung zum Bösen genau für die Mitte dieses Monats vorausgesagt haben, und wir können hinzufügen, daß ein Ausspruch des Geheimen Raths Prof. Dr. v. Bergmann schon im Mai des vorigen Jahres diesen Termin als gefahrdrohend bezeichnete. Nachdem nun noch Dr. Mark Hovell in unverantwortlicher Weise es nicht einmal der Mühe werth erachtete, in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag dem leidenden Kaiser sofort beizuspringen, als dieser seiner Hilfe bedurfte, und später unter Ver⸗ letzung der Hautwunde erst nach sechs Stunden dem Kaiser einige Erleichterung zu schaffen vermochte, darf es nicht Wunder nehmen, daß das örtliche Leiden sich so rapid verschlim⸗ mert hat. Die„Kreuzztg.“ bestätigt vollauf diese Mittheilungen der„Köln. Ztg.“ über das Ver— halten der beiden englischen Aerzte gegen den Kaiser in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag. Die jetzige Erkrankung stehe in
ursächlichem Zusammenhang mir diesem Verfahren der Engländer, die Bergmann erst holten, als es ihnen schwül wurde. Nun muß es natürlich der arme Krankenwärter, welcher Nachts beim Kaiser zu wachen hatte, gethan haben und dieser, nicht etwa die englischen Aerzte, ist entlassen und durch einen anderen ersetzt worden. Der Kron— prinz und Prinz Heinrich verbrachten die Nacht beim Kaiser in Charlottenburg. Das Fieber ist unverändert. Heute früh stattete der Kronprinz dem Kaiser einen kurzen Besuch ab. Die all— gemeine Ansicht der Aerzte präcisirt sich dahin, daß der Zustand des Kaisers bedenklich, man musse sagen sehr bedenklich sei, daß aber eine imminente Lebensgefahr für die naͤchste Zeit nicht vorhanden sei. Die Aerzte bauen ihre Hoffnung weiter auf den günstigen Kräftezustand des Kaisers.
— Feldmarschall Graf Blumenthal wurde zum Inspecteur der vierten Armee-Inspection ernannt.
Karlsruhe, 17. April. In der Zweiten Kammer begann heute die Berathung der Kirchen— vorlage.
Ausland.
Frankreich. Lille, 16. April. Von 363,935 eingeschriebenen Wählern des Norddepartements haben 267.530 gewählt. Hiervon erhielten Boulanger 172,528, Foucart 75,901, Moreau 9647 Stimmen. Boulanger ist somit gewählt.
Italien. Rom. Den neuesten Berichten von Massauah schweben Verhandlungen zwischen dem General San Marzano und Ras-Alulas versöhnlich gesinnten Nachfolger Ras-Agos. Der Negus wäre geneigt, Karawanen gegen eine leichte Taze durchzulassen, verlangt jedoch die Aufhebung des Blokus von Massauah und einen feierlichen Verzicht auf einen Einfall in Abessy— nien. Immerhin scheint damit eine Basis des Einvernehmens gewonnen zu sein.
— 17. April. In der Kammer erklärte Ministerpräsideut Crispi auf eine Aufrage des Abg. Martini, die auf die afrikauische Expedi: tion bezüglichen Schriftstücke würden demnächst vorgelegt werden. General Pozzolini interpellirte über die Maßregeln der Regierung für die Sicher— heit Massauahs. Crispi erklaͤrte, er werde am 20. d. M. antworten.
Aus Stadt und Land.
— u Friedberg, 16. April. Im festlich geschmückten Saale des Casinos fand heute eine für unsere Stadt und den ganzen Kreis bedeutungsvolle Feier statt. Die Spitzen der hlesigen Behörden, sowie die Lehrer und Schuler der Realschule und des Progymnasiums hatten sich um 10 Uhr versammelt, um der Einführung des neuen Direktors Dr. Curschmann in sein Amt beizuwohnen. Nachdem die Schüler zum Beginn der Feier einen Choral gesungen, ergriff Oberschulrath Soldan von Darmstadt das Wort, indem er das Ecnennungsdekret verlas und zunächst des früheren Direktors Dr. Möller, der so lange segensreich gewirkt, in den anerkennendsten Worten ge— dachte. Alsdann betonte er, unter welch schwierigen Vechältnissen Dr. Curschmann seln Amt antrete, da elner der trefflichsten Lehrer, Georg Blickhahn, ein Mann von seltener Pflichttreue und glockenreinem Charakter, der Schule entrissen sel. Indem endlich der Redner dem neuen Direktor sein Amt ans Herz legte und ihn Lehrern und Schülern empfahl, kaüpfte er daran den Wunsch, daß Jeder stets treu seine Pflicht erfüllen möchte, wie der unvergeßliche Kalser Wilhelm. Nach dieser Ansprache hielt der neue Direktor folgende Rede, die er uns auf besonderen Wunsch gütigst zur Verfügung gestellt hat.
freundlichen Worte und das mir durch Sie ausge—
drückte Vertrauen meiner vorgesetzten Behörde und werde alle Kraft einsetzen, um dasselbe zu verdienen. Hochver⸗ ehrter Herr Oberschulrath! Ich freue mich, Sie zum ersten Male im Kreise unsres Kollegtums und unsrer Schüler und in Anwesenhett unsrer verehrten Gäste als unsern Vorgesetzten begrüßen zu dürfen und gebe dieser Freude unverholen Ausdruck. Sie sind durch Ihre Direktoriale- und Lehrthätigkeit, durch Ihr Wohlwollen und Ihre Güte gegen Jedermann, insbesondere gegen Collegen, Schüler und Eltern, wie Keiner im ganzen Lande rühmlichst bekannt. Wo Ste hinkamen, sind
Ihnen die Herzen zugeflogen und mit Leichtigkeit die schwlerigsten Organisatlonen gelungen. Wir freuen uns, daß es uns vergönnt ist, unter Ihnen zu dienen und Ihrem glänzenden Beisplele folgend unsre Lehrthätigkeit auszuüben. Mit vollem Vertrauen blicken wir auf Sie und wünschen von Herzen, daß Gott Ihnen viele Jahre reichgesegneten Wirkens bescheeren möge. Hochverehrte Gäste! Ich freue mich, Sie an dtieser Stelle begrüßen zu können und danke Ihnen, daß Sie uns der Ehre Ihres Besuches gewürdigt. Sle sind die Vertreter ver⸗ schiedener Zweige der Staatsverwaltung, die Vertreter des städtischen Regiments, die Vertreter verschiedenartiger Bildungsanstalten. Sie sind durch mehr oder wenkger enge Beztehungen mit unserer Anstalt verknüpft. Ich werde es mir angelegen sein lassen, dieselbe auf das sorgfältigste zu pflegen und bitte Sie Ihrerselts um Ihr forkdauerndes Wohlwollen, um Ihre fortdauernde gütige Unterstützung. Wir allesammt, Beamte des Staats und der Stadt und Lehrer, sind berufen, für das geistige und materielle Wohl des Staats und der Stadt und ihrer Bürger zu wirken. Uns möge das militärische Wort einen: Getrennt marschteren, vereint schlagen! Hochver⸗ ehrte Collegen, liebe Schüler! Verschiedene Gefühle find es, die mich an dieser Stelle bewegen. Zunächst ist es das Gefühl der Freude und des Dankes, daß seine Kgl. Hoheit unser geliebter Großherzog und die hohe vorgesetzte Schulbehörde mich für würdig erachtet, mir die Leitung dieser durch ihr Alter ehrwürdigen Schule anzuvertrauen, einer Schule die allerdings in wechselnder Gestalt den Sturm einiger Jahrhunderte überdauert. Ich sehe also eine besondere Ehre darin, daß mir, einem Sohne Oberhessens, die Direktion dieser alten ober⸗ hessischen Bildungsstätte übertragen worden ist, einer Stätte, die durch viele für Stadt, Provinz und Land bedeutsame Erinnerungen geheiligt ist. Doch mit dem Gefühl der Freude mischt sich das des Schmerzes und der Trauer, daß ich, um mein neues Amt anzutreten, aus einer mir lieb gewordenen Stadt und aus einem mir lieb gewordenen Wirkungskreise scheiden mußte. Denn 10 Jahre Lehrthätigkeit an derselben Stelle entwickeln so viele Beziehungen zu Schule, Schülern, Eltern und Wohnort, knüpfen den Lehrer an diese mit so starken Banden der Pietät, daß ein Zerreißen derselben bitter— lich wehe thut. Der Trost fuͤr mich liegt darin, daß mir die Gnade unsres Landesfürsten eine neue Wirksam⸗ keit angewiesen, die alle meine Kräfte, mein ganzes Können zur Bethätigung heraussordert. Erwarten Sie, meine Herrn Collegen, nicht von mir daß ich jetzt ein Programm über die Arbeit an unserer Schule und die derselben zu Grunde liegenden Materlen entwickle. Ich bin kein Freund vom vielen Reden, sondern mehr vom Thun. Dazu ist das, was wir in unserer Anstalt zu arbeiten und zu leisten haben, so klar und deutlich in dem amtlichen Lehrplan dargelegt, daß darüber kein Wort mehr zu verlieren nöthig ist. Höchstens von der Methode könnte ich zu Ihnen reden. Doch werden wir in der Praxis des einzelnen Falles so oft uns darüber unterhalten müssen, daß ich mich füglich hier mit einer kurzen Be⸗ merkung begnügen darf. Mir scheint allein die Methode richtig, der es gelingt, möglichst rasch und möglichst vollständig das in jedem Unterrichtsgegenstande enthal⸗ tene geistige Gut den Schülern mitzutheilen und die so gewonnenen Güter durch starke Bande miteinander zu verknüpfen. Wir scheint nur die Methode richtig, die darauf abzielt, in den Herzen der Jugend einen idealen Sinn zu erwecken, damlt sie später im Leben die Fahne des Idealismus im Kampf gegen den Materialismus hochhält. Bei dem darauf gerichteten Streben, dem meine ganze Thätigkeit gewidmet sein wird, zähle ich auf Ihre bewährte Unkerstüßung, meine verehrten Collegen, zähle ich auf Euren Gehorsam und Fleiß, liebe Schüler. Ich bitte
„Hochgeehrter Herr Oberschulrath! Ich danke für Ihre
mir mit vollem Vertrauen entgegenzukommen, und es wird mein eifrigstes Bemühen sein, mich desselben würdig zu zeigen. Für Collegen, Schüler und Eltern steht j'der Zeit meine Thüre offen und ist jeder Zeit mein Rath, so gut ich ihn geben kann, bereit. Was ich an körperlicher und geistiger Kraft besitze, habe ich von je in den Dilenst der Schale gestellt und werde ich in denselben stellen. Aber ssch weiß sebr wohl, daß ich ohne dle unentbehrliche Hilfe meiner Collegen, ohne die wohlwollende Unterstützuntz des Elternhauses, ohne den schätbaren Beistand des hochver⸗ ehrten Stadtvorstandes, dessen Obhut das mit dem äußeren Zustand der Schulräume aufs Engste verknüpfte materielle Wohlsein unsrer Schule anvertraut ist, ich weiß woh!, daß ich ohne dies alles nichts ausrichten kann. Ich hoffe und baue auf dlese dreifache Unterstützung und nehme hier schon die Gelegenheit wahr, für die Bethätigung derselben durch den hochverehrten Stadtvorstand, der die Wände unserer Schulzimmer hat neu herrichten lassen, im Namen der Schule herzlichen Dank auszusprechen. In treuem Bunde mit den 3 genannten Fakloren hoffe ich, daß es mir gelingen wird, ein Theilchen der Aner⸗ kennung zu gewinnen, die mein hochverehrter Amtsvor⸗ gänger, Herr Dr. Möller, in den vielen Jahren seiner hiesigen Thätigkeit sich in so reichem Maße erworben hat. Möge sein Gesundheitszustand, der ihn leider gezwungen hat, sein mit musterhafter Treue und großem Erfolge ge— führtes Amt niederzulegen, sich recht bald und dauernd
Ausbildung was mlt de. bare Kraft g Außen füt! und zu bew grüßungswe Direktor de Wo trelle denken sit Volk nit he sunem erbal Hilde det traurige un durch selne wir die Gef in den Ruf hoch!“ Ale eln und sar H. V. seltens dee Zuickt die samkelt de und Gewe wichtiger und Veik— gung unk Bild des in die Ar Mittel ber mehr wie empfohlen, Vereins(2 Errichtung A Rubeb unterstütz⸗ verschieden von Ficht nehmen v baren Mi. 1—. tordia un der Ueber kapelle ver schönen Dubstum mustkallsch wie er sie volle Ane wohl der! 1 0 von Dirlgenten Prolog un thellung, At fanden Vilb— Hesgen N Urs Lange hat in der gemacht.
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