21
Tucrein
Lein.
**
waattn,
Ae 1
21557 1
Dienſtag den 17. Zanuar.
—
4.
Oberheſſiſcher Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Areisblatt für den Kreis Friedberg.
Erſcheint dreimal wöchentlich und zwar Dienſtag, Donnerſtag und Samiſtag.
auswärtigen Einſendern(soweit Letztere nicht
Unnoncen: die einſpaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen
und behördliche aus dem Kreiſe 11 Pf., Neclamen 30 Pf.; Jahresconto bei uns haben),
ein Beleg koſtet 9 Pf. Annoncen von
welchen der Betrag nicht beigefügt iſt, werden ſtets per Poſt nachgenommen,
Betreffend: Beitreibung der Communalinttraden.
Inſtruktion vom 15. Vorkehrung getroffen,
Oeſterreichiſchen Allgemeinen Unfall
Heſſen auf Widerruf ertheilt. Friedberg den 11. Januar 1888.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg Der Einſendung der Mahn- und Pfandbeſehle über das 3. und J. Ziel Umlagen für geweſenen und noch rückſtändigen ſonſtigen Commu
Großherzogliches Miniſterium des Innern und der Verſicherungsgeſellſchaft in W̃
Amtlicher Theil. an die Großherzoglichen
Betreffend: Die Aus ſtellung der Verabfolgungsanweiſungen für Holz und ſonſtige Forſtprodukte.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Einem Etſuchen des Großherzoglichen Forſtamts Friedberg ſtattgebend, machen wir Sie
Juni 1880 zur Ausſtellung der Abfuhrſcheine das dort vorgeſchriebene Formular daß Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchrift
Bekanntmachung. Juſtiz hat durch Entſchließung vom
nalgefaͤlle ſehen wir binnen 10 Tagen entgegen.
Friedberg den 13. Januar 1888.
Bürgermeiſtereien des Kreiſes. 1887/88, ſowie über die im Jahr 1887 3
fällig V.: Dr. Wallau.
Friedberg den 14. Januar 1888.
Bürgermeiſtereien des Kreiſes. darauf aufmerkſam, daß nach§. 16 der 19 verwendet werden muß. Wir haben
in Zukunft zu unſerer Kenntniß gelangen werden.
J. V.: Dr. Wallau.
5. Januar l. J. zu Nr. M. J. 171 der Erſten
ien die nachgeſuchte Erlaubniß zum Geſchäftsbetriebe im Großherzogthum
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutſches Reich.
Darmſtadt. Nach einer im Auftrage des Staats miniſtexiums an den Landtagsabgeordneten Joͤſt ergan genen Mittheilung bleibt die angedrohte Vollſtreckung der techtskräftig erkannten Gefängnißſtrafe, wegen Geheim
.
kündelel, inſolange ausgeſetzt, bis das großherzogliche Oberlondes Gericht zu Darmſtadt über die Berufung gegen das erſtinſtanzliche Urtheil hinſichtlich der Aus legung des Axt. 84 der heſſiſchen Verfaſſung erkannt hat. Weitergehende Schritte hat das Miniſtertum abgelehnt.
Berlin, 13. Januar. Der Kaiſer iſt heute wieder bei der Wachtparade am Fenſter erſchtenen, was unend chen Jubel bervorrtef
— 13 Jan. Das Bulletin der Aerzte Dr. Schrader, Dr. Krauſe, Dr. Hovell, datirt San Remo, 13. Januar Morgens, lautet:„Die Krankheits⸗Erſcheinungen beim Kronprinzen beſtander während der letzten zwei Wochen in etwas ſtärkerer Schwellung der linken Kehlkopfhälfte und von dort ſich etw Ugemeiner ausbreitenden ent Zündlichen Reizung der Kehlkopfſchleimhaut, gleichzeitig war eine ſtärkere S hleimabſonderung vorhanden, welche, wie die Entzündung jetzt wieder im Verſchwinden be griffen iſt. Das Allgemeinbefinden iſt recht gut.“
— Fürſt Bismaick gedenkt in dieſer Woche zu den Neichstagsver handlungen von Frledrichsruh hier wieder
Unzutreffen und längere Zeit mit ſeiner Familie hier zu derbleiben f
— Der Reichskanzler beantragt beim Bundesrath, daß vom 1. April 1888 an fremde Scheidemünzen in
Zahlung weder gegeben noch genommen werden dürfen. Damit ſoll vornehmlich die Anomalie beſeitigt werden, die in Elſaß Lothringen beſteht, daß der Kleinverkehr in Sous und der Geſchäftsverkehr der Kaufleute nach der Frankenwährung rechnet f 4 — Das Immediat Geſuch des Kölner Ingenkeurs Scheidweller wegen Anerkennung des mit dem Herero Fäuptling Maberero geſchloſſenen Vertrags, auf den Scheidweller ſeine Anſprüche auf die Goldlager in Süd weſtafrika ſtüßzt, iſt vom Katſer abſchlägig beſchleden worden. — 13. Jan. Der Bundesrath hat in ſeiner geſtrigen Plenarſitzung die Vorlage, betr. die weitere Ausprägung don Rronenſtücken, den in erſter Leſung feſtgeſtellten Ent wurf eines bürgerlicherlichen Geſeßbuchs, den Entwurf Ines Geſetzes für Elſaß Lothringen über das Forſtſtraf erfahren und den Antrag Badens, betr. den Verede— zungsverkehr mit gefärbten Setdenkämmlingen, den zu— kändigen Ausſchüſſen zur Vorberathung überwieſen. 14. Januar. Die Eröffnung des Landtages fand Mute im Weißen Saale des koͤnigl. Schloſſes ſtatt. Mi iter v. Puttkamer verlas die Eröffnungsrede, welche un der Schilderung der günſtigen Finanzlage und der Erleichterungen der Communal“⸗Schullaſten von Beifall legleltet waren. Dem Paſſus, welcher das mogliche Da gulſchentteten unberechenbarer Erelgniſſe ins Auge faßt, wurde ein gewiſſes Gewicht beigelegt, namentlich in der wägung, daß die auch in polltiſch unterrichteten Kreiſen warteten beruhlgenden Kundgebungen zum ruſſiſchen Kufahrstage unterblieben, ſtatt deſſen aber den Führern mer Partel Auszeichnungen verllehen ſind, die gemein mit den franzsſiſchen Nevanchehetzern den Deutſchen als Spfeelalltät pflegen. Nach der„Voſſiſchen Ztg.“ lautet, das Centrum werde in der Landtagsſeſſton zen Antrag auf Streichung der für den Biſchof Reinkens geworfenen Etatsſumme einbringen.
Ausland.
Oeſterreich⸗Ungarn. Wien. Die„Preſſe“ ſchreibt: Die Londoner Meldung, die Mächte hätten bereits einen gemeinſchaftlichen Schritt bet der Pforte gethan, um ſie zu beſtimmen, den Prinzen Ferdinand von Coburg auf zufordern, Sofia zu verlaſſen, findet in hieſigen diplo matiſchen Kretſen keine Beſtätigung. Man weiß in dieſen Kreiſen abſolut nichts von diplomatiſchen Verhandlungen in der bulgariſchen Frage, geſchweige von einem berelts erfolgten Colleetivſchritte in dieſer Sache.
— Die„N. fr. Pr.“ vernimmt, von dem Grafen Schuwaloff ſei als Nachfolger des Prinzen Ferdinand von Coburg der Prinz Karageorgewitſch, der Schwieger ſohn des Fürſten von Montenegro, in Vorſchlag gebracht worden. Auf die Erklärung Oeſterreichs hin, daß es dieſen Candidaten nicht accepttre, ſowohl wegen ſeines (Oeſterreichs) eigenen, als wegen Koͤnig Wilan's Intereſſes, deſſen Stellung dann unhaltbar ſei, wurde die Candi datur zurückgezogen.
Graz. Fürſt Liechtenſtein erklärte in einer Verſammlung in Kaindorf, daß die clerieale Partei demnächſt einen Antrag auf Wiedererrichtung der confeſſlonellen Schule im Reichsrath einbringen werde. Dieſelbe Erklärung gab Prälat Alois Karlon in einer Verſammlung zu Nikolai ab.
Peſt, 12. Jan. Ein Theil der ungartſchen Oppo ſitionspreſſe ergeht ſich augenblicklich wieder in Ausfällen gegen das deutſch sſterreichtſche Bündniß.
Schweiz. Bern. Der Bundesrath ſtheilte Belglen, Deutſchland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Oeſterreich- Ungarn, Portugal und Serbien mit, daß Italien ſeinen Beitritt zu der internationalen Phyloxeta Commiſſton vom 3. November 1881 erklärt habe.
Belgien. Brüſſel. Das„Mouvement geographique“ veroffentlicht ein Telegramm Schweinfurt's aus Catro, worin derſelbe die Meldung einiger Blätter, er habe von Stanley Nachrichten erhalten, für unrichtig erklärt.
Jrankreich. Parts, 12. Jan. Kammer. Der Präſtdent Floquet begrüßte die Kammer mit einer An ſprache, worin er die energiſche Lebenskraft der Kammer rühmt, die mit unerſchüͤtterlicher Feſtigkeit ein nothwen diges, aber ſchmerzliches Opfer brachte und die von der Ehre der Republik geforderte conſtitutlonelle Wendung herbeiführte. Letellier richtete an den Juſtizmintſter eine Frage über die Amtsenthebung des Unterſuchungsrichters Vigneau, worauf der Miniſter erwiedert, das Verhalten Vigneau's befinde ſich im Widerſpruche mit der Wurde und Unpartetlichkeit des Richterſtandes. Die Lage der Angeſchuldigten werde aber dadurch nicht berührt. Basly brachte einen Antrag betreffs Amneſttrung der wegen polttiſcher Verbrechen und Vergehen verurtheilten Per ſonen ein und beantragt die Driaglichkelt. Der Mini ſterpräſtdent Tlrard ſpricht ſich gegen die Dringlichkett aus und erklart, er ſet zu Milde und Gnade geneigt, müͤſſe ſich aber gegen die Amneſtie ausſprechen. Hierauf wird bie Dringlichkeit mit 266 gegen 197 Stimmen ab gelehnt. Im Senat wurde Leroyer mit 171 von 201 Stimmen zum Präſtdenten wieder-, Humbert, Magnin, Teſſerene und Peyrat zu Vieepräſidenten gewählt.
Großbritannken. London. In Cork herrſcht große Aufregung, weil die Poltzet ſelt einigen Tagen einer Verſchwörung auf die Spur gekommen iſt, deren Abſicht ſes war, die Reglerungsgebäude mittelſt Dynamtt in die
St.
Luft zu ſprengen. Vor allen Polizei- und kaſernen ſtehen in Folge deſſen Doppelpoſten.
Lverpool, 13. Jan. Lord Salisburtz hielt bet einem Banket der Conſervativen eine Rede, in welcher er ber⸗ vorhob, daß die europätſche Lage, etwas gebeſſert und der Friede jedenfalls für die nächſte Zukunft geſichert ſei. Die Souveräne und Miniſter widmeten ihre ganze Energie der Aufrechterhaltung des Friedens und doffe er des⸗ halb, derſelbe werde ſchließlich erhalten bleiben.
Italien. Rom. Ein drittes Corps der Abeſſynter concentrirt ſich nach dem„Fr. J.“ in Gura, um gegen Uah und Arkiko vorzurücken, wodurch der ganze Feld⸗ zugsplan der Italtener und die bisberigen Truppen⸗ bewegungen illuſoriſch gemacht werden, da dieſelben das entgegengeſetzte Ziel im Auge hatten, wodurch die vom Negus bedrohten Poſitionen nahezu vertheidtgungslos und unhaltbar ſind.
Türkel. Konſtantinopel. Die türkiſche Kriegsver⸗ waltung hat allen Militär Commandanten die Weiſung zugehen laſſen, auf die ſofortige Bereitſchaft der Redifs (Reſerve Mannſchaften) für den Fall einer Mobilmachung hinzuwirken. Aus Kleinaſien, und namentlich der Provinz Smyrna, werden namhafte Truppenbewegungen gemeldet.
Griechenland. Athen. verlautet, iſt die Helrath der älteſten Tochter des Königs mit dem Sohne des Prinzen von Wales jetzt beſchloſſen.
Rußland. Petersburg. Die jüngſten Gerüchte über ein geplantes Attentat gegen den Zaren ſcheinen nicht ganz unbegründet geweſen zu ſein. Wie beſtimmt ver⸗ lautet, gelung es der Peters burger Polizei, einen Bahn bedienſteten zu etuiren, welcher den Nihtliſten jede bevor⸗ ſtehende Ausfahrt, beſonders die Bahnfahrten des Zaren während ſeines Aufenthaltes in Gatſching verrieth. Der— ſelbe, ein ehemaliger Lazarerhgehilfe, wurde feſtgenommen. Hierbei wurde auch entdeckt, daß die Nihtliſten ein neues Attentat planten. Eine große Anzahl Compromittirter wurde verhaftet, darunter mehrere Offiztere, die in die Peter Pauls Feſtung gebracht wurden.
— Polntſchen Blättern wird berichtet, daß in den ſüdlichen Theilen Rußlands alle höheren polniſchen Offi ztere ihrer Commandos enthoben wurden.— Einer Mel⸗ dung ans Krakau zufolge langten in den letzten Tagen bedeutendere Truppenſendungen in Krasnyſtaw und Bil
Militär⸗
aus
Wie
goraj an. Demnächſt ſoll ſich eine Infanterie, und eine Cavalleriedibiſion, ſowie ein Sappeurbatalllon Kiew an die galiziſche Grenze begeben. Im Auftrage der ruſſiſchen Regierung wurden in Volhynten und Podolien für 700,000 Rubel Mehl, Gerſte und Hafer für die Weſt⸗ und Sud Armee angekauft. In Proskurow und
Umgebung wurden bedeutende Cavallertemaſſen angehäuft und große Bäckereien und Provtantmagazine errichtet. China. Peking. In der chineſiſchen Provinz Fukyen haben Fanatiker etwa 20 chriſtliche Kirchen zerſtoͤrt und elne große Zahl von chrtſtlichen Eingeborenen ermordet.
Aus Stadt und Land.
i. Frledberg. Der gewiß bei vielen hieſigen Leſern und Leſerinnen unſeres Anzeigers noch in gutem Andenken ſtehende frühere Inſtituts-Vorſteher Kaerſt, zuletzt Pfarrer in Gotha, iſt am 11. Januar hochbetagt dortſeldſt geſtorben.
ok. Friedberg, 12. Jan. Seit heute wird in der hieſigen Stadt eine Petitton an den Stadtvorſtand col portirt, in welcher dieſer erſucht wird, das Oetroie nicht


