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ausgegeben. Danach hat das Fest folgenden Verlauf: Samstag Morgen Empfang der Abgeordneten, Mittags 1 Uhr Sitzung der Delegirten im Saale„zur Krone“, Abends 7 Uhr Bankett, nach demselben Zug zum Fest⸗ platz, bier Concert. Sonntag Morgen Empfang der ankommenden Vereine, dann Fahrt nach Rüdesheim, Zug zum Denkmal, Mittags zurück nach Bingen, Nach— mittags Zug zum Festplatz, hier Festrede, Gesang und Volksbelustigung. Montag Morgen Frühschoppen auf dem Festplatz, Nachmitags Ausflug auf den Rochus und Scharlachberg. Alle Kameraden, die das Verbands Ab—⸗ zeichen tragen, haben zu allen Festlichkeiten freien Zutritt.
Allerlei.
Algier. Heuschreckenschwärme in compakter Masse und in Ausdehnung von 20 Kilometer Tlefe und 10 Kilometer Breite rücken in der Provinz Constantine vor. Dieselben richten große Verheerungen an.
„Samson“, Oratorium von G. F. Händel.
Beethoven, der größte Tonmelster unseres Jahrhunderts hat über Händel gesagt:„Händel ist der größte Componist, der je gelebt hat... ich würde mein Haupt entblößen und auf seinem Grabe niederknieen.“„Händel ist der uner— reichte Meister aller Meister! Gehet hin und lernet, mit wenigen Mitteln so große Wirkungen hervorbringen!“ In Beethoven's Mund sind diese Worte nicht leere Redens arten, sondern der Ausdruck tiefster Ueberzeugung. Händel
ist sicherlich unter den elassischen Meistern der Imponirendste,
wenigstens auf dem Gebiete des Oratortum's: mit dem Reichthum unerschöpflicher Melodik verbindet er eine Ge walt und Plastik in den Chören, welche den Hörer hin— reißt. Wir empfanden das ja schon bei der Todtenfeter für den verewigten Kaiser Wilhelm, als die Klänge des Trauermarsches aus„Samson“ extönten und unwillkürlich das Bild des geschiedenen Helden uns vor die Seele rlefen. Den Höbepunkt von Händel's Schaffen bezeichnen außer dem„Messias“ die Oratorien„Israel in Egypten“, „Judas Makkabäus“,„Josua“ und„Samson“. Im Mittel— punkt des letzgenannten Oratoriums steht der uns aus der biblischen Geschichte wohlbekannte israelitische Held „Samson“(sonst gewöhnlich Simson genannt). Dem Herrn geweiht, war er unüberwindlich, der gefürchtete Todtfeind der Phllister, bis er durch die List seines Welbes Delila in die Hände der Philister kam. Als armseliger Sclave, des Augenlichts beraubt, muß der gefeierte Held, der Leute Gespött, seinen Todtfeinden dienen. Aber all
mählich wächst das Haupthaar, darin seine Kraft ruhte, und in der Brust des Helden erwacht die Hoffnung auf den Tag der Vergeltung, der Freiheit seines Volks, die für ihn Tod bedeuten sollte. Hier setzt das Oratorkum ein. Die Phllister bereiteten ihrem Götzen Dagon ein Fest. Da wird sie Gott durch seinen Helden Samson richten. Nach der Ouvertüre hören wir den geknechteten Helden seufzen aus seiner schmachvollen Erniedrigung: „Das Fest, das sie dem Dagon wethn, erlöst mich von dem Selavenwerk des Tags“— denn, statt der täglichen Frohnarbeit, muß er heute vor den Phllistern spielen— schmachvoll, aber er darf doch„athmen des Himmels reine Luft“. Die Schmerzens-Klage des gebrochenen Helden übertönt(erste Seene) der froh' und übermüthig daher— rauschende, im Wechselgesang zwischen Volk und Vor— sängerin sich Luft machende Jubel der festestrunkenen Philister(Chor Nr. 3„Erschallt, Trompeten, hehr und laut“ D dur 4% Nr 4 Arie„Ihr Männer Gaza's“, 5. Chor„Erschallt, Trompeten“ bis Nr. 7). Grell hebt von dem Bilde jubelnder Festfreude sich(zweite Seene) die Gruppe des Leides ab; um den klagenden Samson sam; melt sich eine Anzahl israelitischer Männer; der Anblick seiner Schmach, die des ganzen Volkes Schmach ist, preßt ihnen Webklage aus(Nr. 10„Blickt her—, O Abbild“), die Samson, der ja seine Schmach selbst verschuldet hat, tief in's Herz schneldet zu bitterer Selbstanklage(von ergreifender Tiefe und Wahrheit ist besonders Nr. 13 „Tief dunkle Nacht—): mehr und mehr Volksgenossen sammeln sich um den Helden, der einst der Stolz der Nation gewesen und in ergreifendem Bittrufe erflehen sie: „Licht und Kraft dem blinden Helden“— er aber will nicht das Augenlicht zurück, denn„vor Scham müßte er das Haupt beugen“ wenn er auch noch sehen könnte seine 8 Zu den Uebrigen tritt Samson's Vater Ma—
Schmach. noah, ergreifend um ihn klagend(„O jammervolles Loos— /), den er doch einst sich von Gott erbeten, und der so bittres Leid ihm nun bereitet. Aber in dem ge— beugten Helden beginnt die Hoffnung zu tagen: noch lebt Jehbovah! Seine Verheißung trügt nicht,— sie wird ein— treffen, und majestätisch, überzeugungsfest bricht's aus dem Volksgemüth:„Dann sollt Ihr seben, daß Er der Herr Jehovah ist“— in die lichte Ewigkeit schwingt sich mit den Gedanken des geblendeten Helden Aller Geist(„Dann wird zum goldnen Sternenzelt—“). Der erste Aet ist ge— schlossen. Der zweite Aet zeigt uns dieselbe Seene: israe— litische Patrioten, unter ihnen Simson's Vater Mandah, gesammelt um den Helden, der nun seinen erniedrigenden Dienst thut(Chor: 35,„Ste treten Deinen Knecht in
Staub“).— Zu Samson tritt Delila, das Weib, das ihn betrogen, um ihn auf's neue an sich zu ziehen. Er bleibt fest, er kennt seinen Weg. Neue Schmach naht, ein trotziger Phllister fordert den blinden Helden zum Zwel⸗ kampf, doch nur, um ihn zu höhnen, nicht um Ernst zu machen; die Leidenschaft schwillt an: Die Israeliten rufen
in herrlichen Ton⸗Stroͤmen zusammentreffend, Eine die Andere zu übertönen suchend. Philtster höhnend den Helden zum Opferfest. Er weigert sich. Aber die innere Stimme gibt ihm zuletzt ein, zu gehen: er fühlt Gottes Ruf! Mit neuer Hoffnung erfüllt geleiten ihn die Volksgenossen(Chor 11„An Ruhm—). Die rauschenden Fest-Chöre des Götzen-Festes, das die Phllister ihrem Gotte Dagon feiern, tönen an unser Ohr („Gott Dagon hat den Feind gefällt“). Nun muß Samson vor den Feinden„spielen“. Mit Ingrimm vernehmen's Mandah, Micha, die treuen Israeliten. Da— horch! schlägt der trunkene Fest-Jubel um in jähen Schreckruf und in Angstgestöhn— Samson hat, die neue Kraft in sich empfindend, die Säulen, auf denen der Saal ruhte, der die Fest-Versammlung trug, erfaßt und wie Stroh— Halme geknickt: aus rasender Festfreude stürzen die Feinde in Todes⸗Grauen— Samson unter sich begrabend, der die elnstige Schuld also sühnt; durch den Tod schreitet er zur Freiheit. Das letzte Bild(82—89) führt uns das befreite Volk vor das innere Auge, das den ent— seelten Helden feierlich einholt und die Todten-Klage in hehren Klängen um ihn hält(„Klag' Israel klag'“„Trauer Marsch“„Blüh' auf deinem,“„Laut stimme ein“)— Klänge, bei denen uns die Erinnerung an den ehrwürdigen Helden aussteigen wird, dem wir sie im März geweiht haben.— Wir sehen, es ist eine Aufführung im großen Stil, welche der Musikverein unternommen hat. An uns Zuhörern ist es nun, zu zeigen, daß wir solch' hohes Streben zu würdigen wissen. Nur durch zahlreiches Erscheinen können dem rührigen Vereine einigermaßen die Opfer ersetzt wer— den, die er gebracht hat. R.
Joraelitischer Gottesdienst in Friedberg.
Sabbathfeier vom 16. Juni 1888. Beginn: Freitag Abends 7 Uhr 15 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9 Uhr 10 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 17. Juni an
Morgens 6 Uhr, Abends 9 Uhr.
Aufforderung.
Jacob Becker II. von Nieder- Wöllstadt will sämmt⸗ liche Immobilien, welche zur Zeit ihm und seinen Enkeln gemeinschaftlich gehören, auf letztere als ausschließliches Eigenthum überschreiben lassen. nächstiger Anfechtung ergeht an Becker's die Aufforderung, ihre Ansprüche an denselben binnen 14 Tagen dahter anzumelden.
Friedberg am 12. Juni 1888.
Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. 2230 Herzberger.
— 2 5 5 8 5 Gras- Persteigerungen.
Montag den 18. Juni, Morgens 10 Uhr beginnend, wird in der Wirthschaft der Wittwe Höres zu Bauern—
heim das diesjährige Heugras von der Markwiese und
Dienstag den 19. dss., Morgens 9 Uhr beginnend,
wird das diesjährige Heugras von der fiscalischen Seewiese bei Friedberg an Ort und Stelle versteigert. Ober⸗ Rosbach, 11. Juni 1888. Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. 2221 Strack. 0 0 Grasversteigerung. Mittwoch den 20. d. Mts, Vormittags 10 Uhr, soll das der Gemeinde zustehende Heu- und Grummetgras auf dem Gemeindehause meistbietend versteigert werden. Klein⸗Karben, 10. Juni 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Klein-Karben. Schneider.
Holzversteigerung.
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Im Gemeindewald Nieder-Rosbach kommen Freitag
den 15. Juni folgende Holzsorten zur öffentlichen Ver steigerung: 35 Stück Eichen Baumstützen, 22 Raummeter Elchen-Schälknüppel, 3491 Eichen⸗Schälwellen, 28/10 Raummeter Elchen-Hauspähne. Zusammenkunft und Anfang Vormittags 8 Uhr in der Sang vor dem Wald. Nieder⸗Ros bach am 11. Juni 1888. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Rosbach. 2229 Groh.
Gras-Versteigerung. Freitag den 15. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, soll die diesjährige Gras⸗Ernte von esrea 180 Morgen ge— meinheitlichen Wiesen im Rathhaus meistbletend ver— steigert werden. Bönstadt den 12. Juni 1888.
Großherzogliche Bürgermeisterei Bönstadt. Hofmann.
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