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1888. Jamstag den 10. März. M 30.
Oberhessscher Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch 5 3 4 Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Diensta und Freitag Abend ausgegeben. g Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Bonhersiag und n f 8
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Uf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Nach einer Depesche der„Frankfurter Zeitung“ ist
Kniser Wilhelm
heute, 9. März, früh§ise Uhr verschieden.
Amtlicher Theil. Aufforderung.
Die Militar-Papiere der Mannschaften des Beurlaubtenstandes sind nach dem Gesetz, betreffend Aenderung der Wehrpflicht vom 11. Februar 1888, in einigen Punkten abzuändern, und müssen diese Abänderungen spatestens bei der diesjährigen Frühjahrscontrolversammlung erledigt werden.
Damit die Controlversammlungen nicht zu lange Zeit in Anspruch nehmen, beabsichtigt das Bezirkscommando Friedberg die in Rede stehenden Militärpapiere bereits vorher abändern zu lassen, und wird auf Antrag dieser Behörde bestimmt:
„Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises haben die Militär-Pässe saͤmmtlicher Reservisten, Dispositionsurlauber, zur Disposition der Ersatzbehörden Entlassenen und Wehrleute ersten Aufgebots einzusammeln. Die aus den Gemeinden eingesammelten Pässe sind, mit einem Verzeichniß versehen, spätestens bis zum 1. April d. J.
von allen Mannschaften der Jufanterte an den Bezirksfeldwebel Meyer
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0 von allen Mannschaften anderer Waffen an den Bezirksfeldwebel Schnellbacher einzusenden, und werden abgeändert bis zur Controlversammlung zurückgegeben werden. N FN 80 212 1—* N 1 5 5 Die Packete, mit der Bezeichnung„Militaria“ und dem Stempel der Bürgermeisterei versehen, haben Portofreiheit. (Nicht einzusenden sind nach Vorstehendem die Melitärpaͤsse der Ersatz-Reservisten und Wehrleute zweiten Aufgebots.)“ 5 N 1 5 8 37 Etwaige Meldungen, zu denen Mannschaften des Beurlaubtenstandes verpflichtet sind, werden erstattet, auch wenn die eingezogenen Paͤsse
noch nicht wieder ausgehaͤndigt sind. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Bradeu. Betreffend: Gesetz, Aenderung der Wehrpflicht. Friedberg den 8. Marz 1888.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Einige von Ihnen stehen noch mit Erledigung unserer Verfügung vom 16. Februar l. J., Kreisblatt Nr. 21 im Rückstande. Wir
erwarten schleunigste Erledigung bei Meidung von Ordnungsstrafe. Dr. Braden.
Bekanntmachung. In Gemäßheit der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Nacht im Frieden wird hiermit zur öffentlichen Kenntuiß gebracht, daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat Februar 1888 sich folgendermaßen für den Centner berechnen: Hafer M. 6.75, Heu M. 3.85, Stroh M. 2.75. Friedberg den 6. März 1888. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutsches Reich. Wendung im Befinden des Kaisers erschüttert Das Befinden ist sehr schwach.“ Um 2 Uhr Nach—
Berlin, 8. März. Kaiser Wilhelm istsum so mehr, als sie unvermittelt eingetreten ist; mittags erschien der Kronprinz von Schweden ficht mehr, heute Abend gegen 6 Uhr entschlieff man nahm allgemein an, das Leiden des Kai- und die hier anwesenden Prinzen des koͤniglichen ftr sanft, dies war die erschütternde Kunde, die ssers sei eine jener Affectionen, welche er in den Hauses, die Kaiserin und die Großherzogin von beute Abend von Berlin kam, sich zwar nicht letzten Jahren wiederholt glücklich überwunden Baden beim Kaiser. Das Befinden verschlechterte lewahrheitete, aber schwere Sorge um das theure hatte. Nachmittags genoß der Kaiser etwas sich, der Kaiser war theilnahmslos, die Genera— Leben des geliebten Monarchen hervorrief. Das Be— Nahrung. Fuürst Bismarck kehrte gegen 3 Uhrflitaͤt versammelte sich im Palais, die Truppen snden des Kaisers hatte rasch eine schlinme Wendung aus dem kaiserlichen Palais zurück, das von waren in den Kasernen consignirt und als um tenommen. In der Nacht vom 6. auf 7. hat Tausenden umstanden wurde, die auf Nachricht 6 Uhr die Glocken läuteten, weil der Kaiser das ter Kaiser in der ersten Hälfte nicht gut ge-Ivon dem geliebten Herrscher warteten. Der Abendmahl bekam, verbreitete sich rasch die Nach— sylafen, immerhin dachte man noch nicht an das Kaiser ist besonders am letzten Sonntag in richt von seinem Tode und wurde nach allen Schlimmste. Um 3 Uhr Nachmittags wurde bewegter Stimmung gewesen und sprach thraͤnen⸗]“ Seiten hin telegraphirt. Nachdem bereits Extra⸗ solgendes Bulletin ausgegeben:„Bel dem Kaiserf den Auges von der Sehnsucht, den einzigen blaͤtter mit der Todesnachricht verbreitet worden, haben sich zu den seit Sonnabend vorhandenen Sohn noch einmal zu sehen. Hosprediger war seit 6 Uhr eine Besserung wahrnehmbar. Der Allgemeinen Erkältungserscheinungen, welche mit] Koegel wurde um 2 Uhr zum Kaiser berufen. Kaiser nahm etwas Nahrung zu sich, der Puls aner Affection der Halsschleimhaut und einer] Im Laufe des gestrigen Nachmittags waren inf war regelmaͤßiger. Der Kaiser verkehrte wieder Jeizung der Augenlidbindehaut verbunden waren, dem Befinden des Kaisers keine Veränderungen mit mehr Bewußtsein mit seiner Umgebung. Um Iden nächstfolgenden Tagen öfters eintretende eingetreten, die Besorgnisse zu erregen geeignets 8 Uhr Abends nahm der Kaiser einen Teller scchmerzhafte Unterleibsbeschwerden gesellt. Seit[ waren. Die eingenommene Nahrung übte eine Suppe und ein Glas Champagner zu sich. Auf Estern hat sich auch der Appetit wesentlich ver-[belebende Wirkung aus und brachte eine Wen— die Anfrage, ob er Champagner mit Selters: hindert. Infolge dessen ist eine merkliche Ab- dung zum Besseren hervor. Gegen Abend jedoch wasser nehmen wolle, antwortete der Kaiser laut uhme der Kräfte eingetreten. v. Lauer. Leuthold.“ verschlimmerte sich der Zustand. Ein Bulletin, und vernehmlich mit„nein“. Die letzte Nach⸗ beinz Wilhelm und Fürst Bismarck eilten gestern unterzeichnet von Lauer von heute morgen mel-f richt, die wir erlangen konnten, ist von„11 Uhr ih f Uhr ins Palals. Die Besorgniß erregende det:„Der Kaiser hatte eine sehr unruhige Nacht.] Nachts, wo der Zustand entschieden besser war
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