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1888.
Bienstag den 8. Mai.
M 54.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Areisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Erledigung. Friedberg den 4. Mat 1888.
Mein Ausschreiben vom 1. Mai l. J.
Amtlicher Theil.
gegen Karl Schull aus Hitzkirchen nehme ich als durch Gendarm Bach in Friedberg erledigt zurück—
Der Großherzogliche Amtsanwalt Kolb.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Brückenwärter Schmitt II. wurde als Brücken-Wärter bei der Schiff-Brücke zu Worms angestellt, der Flügeladjutant à las. Oberst z. D. von Herff zum Ordenskanzler ernannt.
— Post⸗Personal⸗Nachrichten. Dem Post-Sekretär Bernius wurde eine Ober-Postsekretär Stelle übertragen. Versetzt ist der Post⸗Sekretär Pethke von Friedberg nach Darmstadt, der Postsekretär Georgi von Offenbach nach Metz. In den Ruhestand treten der Postverwalter Loos in Jugenheim und der Postsekretär Adam in Mainz. Ge— storben ist der Post Verwalter Volk in Reichelsheim.
Berlin, 4. Mai. Bulletin von heute Vor— mittag 9 Uhr. Der Kaiser war heute Morgen fieberfrei und zeitweise außer Bett. Die Kräfte nehmen allmählig zu. Bulletins werden bis auf Weiteres nicht mehr täglich ausgegeben. Die Kaiserin ist gestern Abend von der Reise in die Elbgegend zurückgekehrt. Der Kronprinz empfing gestern Nachmittag Professor Gneist zum Vortrag, welcher darauf zur Tafel gezogen wurde. — 5. Mai. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: Der Kaiser fühlte sich heute früh nach gut ver— brachter Nacht recht wohl, die Temperatur, welche gestern Abend niedriger war als je zuvor(während der im Bette zugebrachten letzten Wochen stellte sich dieselbe durchschnittlich auf 38,20), betrug heute früh 37,20. Die Kräfte nehmen täglich zu, so daß der hohe Patient ohne Anstrengung gestern Steh- und Gehversuche machen konnte. Diese Versuche sollten heute in größerem Um— fange fortgesetzt werden. Voraussichtlich wer— den dieselben den Uebergang zu völlig unbe— hinderter Körperbewegung im Zimmer wie im Freien bilden. Der Appetit ist rege. Hiernach kann das augenblickliche Befinden als ein be— friedigendes und nach den in der letzten Zeit gehegten Besorgnissen recht erfreuliches bezeichnet werden.— Entgegen anderweitig verbreiteten Nach— richten ist das Fr. J. in der Lage, auf das Be— stimmteste zu berichten, daß am Hoflager zu Charlottenburg Disposition dahin getroffen ist, die Heirath des Prinzen Heinrich mit der Prin— zessin Irene von Hessen, falls irgend der gegen— wärtig befriedigende Zustand des Kaisers noch andauert, in der allerkürzesten Frist stattfinden zu lassen. Die Hochzeit soll im engsten Familien— kreise in Charlottenburg gefeiert werden, ohne daß weitere Einladungen dazu ergehen. Das junge Paar wird sich dem Vernehmen nach von hier aus alsbald nach Seeheim bei Darmstadt begeben, um dort einige Zeit zu verweilen.— 6. Mai. Der Kaiser hatte infolge stärkerer Eite— rung eine weniger gute Nacht, da er durch Aus— werfen öfter erweckt wurde. Der Kaiser ist aber fieberfrei, die Temperatur war gestern Abend 38,3. Auf Wunsch der Aerzte bleibt der Kaiser jedoch heute im Bett, da er sich etwas matt fühlt.
— 5. Mai. Abgeordnetenhaus. Genehmigt wurde in dritter Lesung nach wenig erheblicher Debatte die Novelle zum Relictengesetz für Ele— mentarlehrer nach den Beschlüssen zweiter Le— sung. Der Gesetzentwurf, betreffend die Ver— leihung der Corporationsrechte an Orden und ordensähnliche Congregationen der katholischen
Kirche, wurde in erster und zweiter Lesung an— genommen. Der Antrag Berling auf Annahme
des Gesetzentwurfs, betreffend den Schutz der Landwirthschaft gegen Hochwild, wurde einer Commission von 21 Mitgliedern überwiesen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 3. Mai. Im Abgeordnetenhaus griff der Demokrat und Anti— semit Lueger die deutsch-liberale Partei maßlos an und verdächtigte die Amtswirksamkeit des Ab— geordneten Swoboda. Auf den eigenen Antrag Swoboda's beschloß das Abgeordnetenhaus, einen Ausschuß behufs Untersuchung der wider ihn vorgebrachten Verdächtigungen einzusetzen.
Holland. Haag, 3. Mai. Das Befinden des Königs hat sich in den letzten Tagen ver— schlimmert. Der König hütet fortgesetzt das Bett. Im Publikum hält man die Krankheit für ge— fährlicher, als die offiesösen Meldungen zugeben; man glaubt allgemein an eine nahe Katastrophe.
Belgien. Brüssel. Der kürzlich hier ein— eingetroffene socialdemokratische Redacteur Bern— stein ist sofort nach seiner Ankunft ausgewiesen worden.
— Die Königin reist am 20. ds. nach Wien, um bei ihrer Tochter, der Kronprinzeß Stephanie, zu verweilen, deren Niederkunft in der ersten Hälfte des Juni erwartet werden dürfte. Im August gedenkt der Kronprinz mit der Kronprin— zessin bereits zum Besuch der Ausstellung hier— her zu kommen. Die Ausstreuung, daß zwischen Wien und Brüssel eine, durch den Tumult bei der Trauung des Fürsten von Croy mit der Prinzessin von Arenberg hervorgerufene Ver— stimmung herrsche, wird officiös als vollständige Erfindung bezeichnet.
Mons, 5. Mai. Die in Borinage streiken— den Arbeiter haben die Arbeit sämmtlich wieder aufgenommen ohne eine Lohnerhöhung zu erhalten.
Frankreich. Paris. Die erste Lieferung eines Boulanger'schen Buches„über die deutsche Invasion“ ist in 2½ Million Exemplaren gratis zur Vertheilung gelangt.
Marseille. Adjutant Chatelain, welcher vom Kriegsgericht für schuldig befunden worden war, mit fremden Mächten Verbindungen unterhalten zu haben, um ihnen Waffen nebst dazu gehöriger Munition auszuliefern, wurde zur Einschließung in einen befestigten Platz, Degradation und Ver— lust der Militärmedaille verurtheilt.
Großbritannien. London, 3. Mai. Das Unterhaus berieth das Einnahmebudget, wobei die Opposition ihre Angriffe gegen die Erhöhung des Weinzolles erneuerte. Der Weinzoll wurde indessen mit 207 gegen 115 Stimmen genehmigt.
Italien. Rom, 3. Mai. Kammer. Derenzi und Bonghi behalten sich vor, über die Politik der Regierung sich weiter auszusprechen. Nach weiteren Aufklärungen der Regierung erklärt Pozzolini sich für befriedigt. Crispi wiederholt, daß er den Frieden wolle und darauf rechne, unter Wahrung der Wuͤrde Italiens denselben zu erlangen. Der Präsident theilt die bereits gemeldeten Anträge Baccarink und Mussi mit. Auf Wunsch Crispi's beschließt die Kammer, am 9. Mai diese Anträge zu berathen. Crispi, die Interpellation Bovio's über die Beziehungen
zu Frankreich beantwortend, sagt, die Allianzen mit Deutschland und Oesterreich bezweckten die Erhaltung des europäischen Friedens, es seien die einzigen, welche den Interessen Italiens auf dem Continent entsprächen, während die Allianz mit England die einzige den See-Interessen Italiens entsprechende sei. Er habe die Noth— wendigkeit dieser Allianzen stets anerkannt; Italien müsse seinem Ursprunge nach das Natio— nalitätenrecht vertheidigen, die Allianzen müßten die Stellung Italiens unvorhergesehenen Ereig— nissen gegenüber sichern. Die Beziehungen mit Frankreich seien gute, einer Aggressionspolitik gegen Frankreich werde Italien niemals zu— stimmen. Das Mittelmeer werde kein italienischer See sein, es dürfe aber auch kein französischer See sein.
— 3. Mai. Nach einer Meldung aus Massauah wird sich General San Marzano morgen nach Italien einschiffen. Er empfing heute die Abschiedsaufwartung der Behörden, sowie der europäischen und einheimischen Notabeln.
— 6. Mai. Der König und die Königin mit dem Kronprinzen sind gestern in Bologna eingetroffen und bei der Ankunft auf dem Bahn— hofe von den Spitzen der Behörden und dem Consular-Corps empfangen worden. Die Er— öffnung der Ausstellung erfolgte heute Mittag. Die Königin von Serbien begibt sich am nächsten Dienstag von Florenz nach Baden bei Wien.
Serbien. Belgrad, 4. Mai. An der Grenze wurden bulgarische Räuber, die nach Bosnien wollten, gefangen. Der Finanzminister unterhandelt wegen Aufnahme einer Anleihe von 5 Million Franes behufs Ablösung des Tabak— monopols.
Griechenland. Athen, 4. Mai. Der türkische Gesandte Feridun Bey zeigte gestern dem Minister Trikupis an, daß der ihm ertheilte Befehl, nach Konstantinopel zu kommen, zurück— genommen worden sei.
Rußland. Petersburg. Gexüchtweise ver— lautet, die Gewehrfrage sei nunmehr auch in Rußland entschieden und die Einführung des Repetirgewehrs beschlossen.
Aus Stadt und Land. Bad⸗Nauheim. Am 1. Mat ist das Kinder- Hospital wieder eröffnet worden und sind bereits über 60 Kinder in demselben.
J. Bad Nauheim, 6. Mai. Gestern Abend fand die Eröffnung des Hötel Kaiserhof hier statt. An dem Essen hatten sich nicht weniger als 105 Personen von hier und Friedberg betheiligt. Kuͤche und Keller waren, wie nicht anders zu erwarten, vorzüglich und trennten sich die Gäste erst in früher Morgenstunde.
py. Altenstadt. Sonntag den 13 Ma veranstaltet der Pferdezuchtverein hier im Orte eine Mutterstuten⸗ und Fohlenschau mit Prämitrung. Zugleich findet ein Körtermin für Vereinsstuten statt. Die Thiere müssen eine halbe Stunde nach Schluß des Nachmtttagsgottes— dienstes an der Straße nach Oberau hinter der Rahn'schen Wirthschaft aufgeführt sein. Anschließend an die Schau wird eine Besprechung in der genannten Wirthschaft stattfinden.
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Allerlei.
Hanau, 3. Mat. Ein Bahnbediensteter der Hess. Ludwigsbahn gerleth beim Rangsiren zwischen die Puffer zweiter Wagen und wurde buchstäblich zerdrückt. Der Tod trat sofort eiu.


