Dem Frankfurter landwirthschaftlichen Verein ist von Großherz und Offenbach der Vertrieb von Loosen à 3 Mark gestattet worden, furt a. M. abzuhaltenden Pferdemärkte ausgeben wird. Zur Verloosung kommen Luxus- und
Im Jahr 1887 wurde durch die Postverwaltung in Ilbenstadt eine neue Telegraphenanstalt errichtet und dieselbe in die Linie Rodheim
Altenstadt— Büdingen eingeschaltet.
Erledigung. Mein gegen Georg Muller von Groß-Rohrheim ersolgtes Ausschreiben nehme ich als
oglichem Ministerlum des Innern und der Justiz für die Kreise Friedberg welche derselbe aus Anlaß der im April und Oktober gl. J. zu Frank- Arbeits⸗Pferde, Equipagen, Fahr- und Reitrequlstten ꝛc.
durch Gendarm Hofmann in Bad-Nauheim erledigt zurück.
Der Großherzogliche Amtsanwalt Kolb.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Kanzler der Landes— Universität und ordentl. Professor Dr. Gareis in Gießen wurde auf Nachsuchen entlassen, der Geh. Oberschulrath Becker wurde auf Nach— suchen unter Anerkennung seiner Dienste in den Rubestand versetzt, der Direktor des Realgym⸗ nasiums und der Realschule zu Mainz Soldan zum vortragenden Ratb in dem Ministerium, mit dem Amtstitel„Oberschulrath“ und der Direktor des Gymnasiums zu Gießen Dr. Schiller, unter Belassung in seiner gegenwaͤrtigen Stelle, zum außerordentl. Mitglied der Ministerial-Ab— theilung für Schul- Angelegenheiten mit dem Charakter als„Geheimer Oberschulrath“ ernannt.
— Postpersonalnachrichten. Versetzt ist der Postsekretär Scheer von Darmstadt nach Wesser— ling, der Ober⸗Telegraphenassistent Rodemer von Mainz nach Darmstadt, die Postverwalter Körbel von Groß Steinheim nach Pfeddersheim, Fischer von Waldmichelbach nach Groß-Steinheim. Ge— storben ist der Postkassier Hoffmann in Lich.
Berlin, 6. Marz. Der Kaiser leidet seit vorgestern an einer leichten Erkältung; er hat deßhalb keine Spazierfahrt unternommen, ist auch beim Aufziehen der Wache nicht am Fenster erschienen.
— 5. März. Prinz Wilhelm ist heute früh von San Remo abgereist und wird sich in Karlsruhe einen Tag aufhalten.
— 6. März. Der„Reichsanzeiger“ ver⸗ öffentlicht folgendes Bulletin aus San Remo: Gegenüber den in der Presse verbreiteten Ge— rüchten von Meinungsverschiedenheiten unter den Aerzten des Kronprinzen erklären die Unter— zeichneten, daß hinsichtlich der Natur und der Beurtheilung der Krankheit unter ihnen eine solche nicht besteht. Ebensowenig ist von ihnen die Nähe einer gefährlichen Wendung des Lei— dens behauptet worden. Die einheitliche und verantwortliche Leitung der Behandlung des Kronprinzen befindet sich, wie vor der Opera— tion, in den Haͤnden des Dr. Mackenzie. An die Zeitungen des Inlandes und des Auslandes richten die unterzeichneten Aerzte noch einmal im Interesse des hohen Kranken und der Völker, die ihn hochachten, lieben und verehren, die Bitte, sich jeder Discussion über die Krankheit desselben, oder über die bei der Behandlung angewandten Methoden und Instrumente zu enthalten. Die örtlichen Störungen in und am Kehlkopfe des Kronprinzen haben sich wesentlich nicht verändert. Die Wunde ist ge— heilt; die Canülen liegen gut. Die Lungen sind gesund; Husten und Auswurf wurden ge— ringer. Der Kräftezustand ist ein befriedigender, der Appetit im Zunehmen begriffen. Verdauungs— störungen sind nicht vorhanden, ebensowenig Schmerzen beim Schlucken oder Kopfweh Der Schlaf hält ununterbrochen Stunden lang an. Da die Mission des Dr. Bergmann be— endet ist, so wird er demnächst abreisen. Dr. Mackenzie, Dr. Schrader, Dr. Krause, Dr. Hovell, Dr. v. Bergmann, Dr. Bramann. — Von der bekannten Sperrmaßregel sind, wie sich, der„M. Z.“ zufolge, jetzt herausstellt, nur die deutschen Berichterstatter betroffen wor— den, während die englischen nach wie vor ärzt— liche Informationen erhalten. Von englischer Seite verlautet denn auch, daß das von Prof. Dr. Waldeyer abgegebene Gutachten sehr un— günstig lautet und es ist zu beachten, daß obiges Bulletin nach der Untersuchung des Professor Waldeyer erlassen worden ist. Waldeyer erklärt das Leiden für Krebs der schlimmsten Art.
Vertretung des Kaisers soll nun doch epistiren, datire von Ende November und sei dem Kron— prinzen zur Kenntnißnahme vorgelegt worden.
— 5. Marz. Der Reichstag setzte die Be— rathung des Antrags Ampach betreffend die Aufhebung des Identitätsnachweises fort. v. Wedell-Malchow begründet seinen Antrag, wonach bei der Ausfuhr von Getreide und Oelsaat, wenn die Menge der einzelnen Frucht— arten 500 Kilo erreicht, 90 pCt. des für die Einfuhr gleichartiger Waaren zu zahlenden Zolles baar zu vergüten sind. Woermann ist für den Commissions antrag, namentlich auch im Interesse der Seestädte, Pfetten gegen den An— trag der Commission und den Antrag v. Wedell— Malchow, mit deren Annahme für Süddeutsch— land eine unerträgliche Concurrenz Norddeutsch— lands entstehen würde. Im weiteren Verlauf der Debatte sprechen Bromel und v. Puttkamer— Plauth für, Singer und Richter gegen den An— trag. Bennigsen, Miquel, Behr, v. Kardorff, Stolberg und Wichmann beantragen: In der Erwartung, daß die Regierung der wichtigen Frage ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden und das Ergebniß der darüber anzustellenden Er— hebungen dem Reichstage in seiner nächsten Session mittheilen werde, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Der Antrag Ben— nigsen u. Gen, wird mit 178 gegen 101 Stimmen angenommen.— 6. März. Der Reichstag ge— nehmigte in erster und zweiter Lesung den Ver— trag wegen Unterdrückung des Branntweinhan— dels unter den Nordseefischern auf hoher See, sowie die Freundschafsverträge mit Ecuador,
Guatemala und Honduras, und erledigte sodann
mehrere Rechnungsvorlagen. Der Gesetzentwurf, betreffend die Rechtsverhältnisse in den deutschen Schutzgebieten, wird mit zwei, mehr redactionellen, Zusatzanträgen des Abg Struckmann in dritter Lesung angenommen.
— 6. März. Das Abgeordnetenhaus ge— nehmigte nach längerer aber wenig erheblicher Discussion den Gesetzentwurf, betreffend die fünf— jährige Legislaturperiode, in zweiter Abstimmung.
— Baumeister Jaffe ist als Reichsbeamter zur Ausstellung nach Melbsurne abgereist, wohin sich auch Geheimrath Wermuth Ende Maͤrz begeben wird.
Ausland.
Belgien. Brüssel. Die Regierung be— schloß nach dem Fr. J. das Project der Errich— tung eines großen Seehafens in Brügge unver— weilt in Angriff zu nehmen und hierfür einen vorläufigen Credit von zwei Million zu bean— spruchen.
Frankreich. Paris, 6. März. Die Kam⸗ mer setzte heute die Berathung des Kriegsbud— gets fort. Lockroy verlangte Aufklärungen über den Gesetzentwurf, betr. die Einsetzung von fünf Generalinspecteuren und beantragte Verweisung des Gesetz-Entwurfs an die Armee-Commission. Der Kriegs-Miunister erwiederte, die General— Inspecteure sollten Delegirte des Kriegsministers sein. Die Kreirung der Generalinspecteure sei eine große Hauptsache und werde besser als bis— her ermöglichen, die Maßnahmen für die Kriegs— vorbereitung zu inspieiren und zu prüfen und über die Sicherheit des Land es zu wachen. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Vorlage sei er mit der Verweisung an die Armee-Commission einverstanden.
Großbritannien. London, 6. Marz. Im Unterhaus beantragte anläßlich des Antrags, zur Einzelberathung des Kriegsbudgets überzugehen, der Abgeordnete Bartelot die Ernennung einer
— Die Cabinetsordre uber die eventuelle
Commission zur Untersuchung der Mittel zur
Vertheidigung des Landes. Brodrick bekämpft den Antrag namens der Regierung; die Unter⸗ suchung würde die Schwächen Englands der ganzen Welt bloslegen. Minister Smith ist bereit, eine Untersuchung darüber, wie weit die Organisation des Heeres und der Flotte den nationalen Bedürfnissen entspreche, zu bewil⸗ ligen; die Regierung könne aber nicht den An— trag Bartelot's acceptiren. Die Debatte wurde auf Donnerstag vertagt.
Türkei. Konstantinopel, 6. März. Der gestrige Ministerrath nahm den russischeu An— trag, betreffend die Notification der Illegalität des Prinzen von Koburg, an und beschloß, eine Notification an die bulgarische Regierung zu richten. Der Sultan sanctionirte diesen Be— schluß. Der Großvezier richtete hierauf heute telegraphisch die Erklärung an die bulgarische Regierung, daß die Anwesenheit des Prinzen Ferdinand an der Spitze der Regierung des Vasallenstaates illegal sei.
Egypten. Suakin, 4. Marz. Gestern Abend besetzte eine größere Abtheilung Derwische ein Fort außerhalb der Stadt und griff heute die Stadt an, mußte jedoch nach vierstündigem Kampfe unter Zurücklassung von mehreren hun— dert Todten und Verwundeten sich zurückziehen. Der britische Oberst Tapp im egyptischen Dienst und 5 Soldaten blieben todt, 14 wurden ver⸗ wundet. Die Kanonenboote„Delphin“ und „Albacora“ nahmen an dem Kampfe theil.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 6. März. Heu⸗ und Strohmarkt. Es kosteten 100 Kilo Heu M. 6.80—7.60., Stroh 109 Kilo M. 4.50— 4.80.— Vletualien-Markt. Erbsen 100 Kllo M. 18—22., do. geschälte M. 19—29., Linsen M. 28 bis 45., Mohrrüben 50 Kilo M. 7—8., Bohnen M. 19 bis 22., Kartoffeln 100 Kilo M. 5.50—6.50., Mäuse⸗ kartoffeln 50 Kilo M. 15., Malteser Kartoffeln 50 Kilo M. 50., Weißkraut 50 Kilo M. 7—8., Zwiebeln 50 Kilo M. 10., Rothkraut 50 Kilo M. 20— 25., Meerrettig 100 St. M. 15., Blumenkohl 100 St. M. 30—40., Sellerie M. 40— 45., franz. Bohnen das Pfd. M. 1.50., Spargeln das Pfd. M. 2.50—3., Butter 50 Kilo M. 80 bis 85., Eier das Hundert M. 6.20— 7.
Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg.
Getraut: Der Agent Mareus Levin Traugott, Wittwer, von Mitau, mit Franziska Hanau von hier. 1 Der Kaufmann Gustav Roth von Nidda mit Karoline Johannette Auguste Bertha Fendt von Ober Erlenbach.
5. Febr.
22.„ Der Kaufmann Eduard Blumenthal von
Hamm mit Bertha Isenburger von hier. Geboren:
20. Jan. Dem Kaufmann Karl Grödel 1 Tochter.
9 Ein unehelicher Sohn.
28. 5 Dem Metzger Moses Appel 1 Tochter.
1. Febr. Dem Schlossermelster Christtan Lotz! Tochter.
2.„ Dem Schreiner Ludwig Steiger 1 Sohn.
7.„ Dem Handarbeiter Bernh. Witzel 1 Tochter.
13.„ Eine uneheliche Tochter.
1 Dem Wagenputzer Konrad Michel 1 Sohn.
19„ Dem Schneider Pet. Andreas Wolf 1 Tochter.
A Dem Großb. Gendarm Adolph Krieb 1 Tochter.
22.„ Dem Premier⸗Lieutenant Ludwig von Wachter 1 Tochter.
22.„ Eine uneheliche Tochter.
2. Dem Handelsmann Moses Eckstein 1 Sohn.
Gestorben:
8. Febr. Elise Hanau, Wittwe des verst. Uhrmacher s Siegmund Hanau, 61 Jahre alt.
i Anna Schmidt, Töchterchen des Schuhmachers Adolph Schmidt, 3 Jahre alt.
12.„ Der Handarbeiter Gg. Dietrich, 45 Jahre alt.
16.„ Margarethe Phllippine Henriette Schwarz, Wittwe des verst. Briefträgers Joh. Schwarz, 76 Jahre alt.
1 Ein todtgebornes Töchterchen des Schmiedes Friedrich Wilhelm Häuser.
20.„ Der Taglöhner Gg. Hartung, 65 Jahre alt. 255 Sophie Müller, Toͤchterchen der Handarbeiterin Katharine Müller, 9 Monat alt.
26.„ Der Maler Hermann Mathias, 33 Jahre alt.


