Ausgabe 
3.7.1888
 
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Deutsches Reich. Darmstadt. Der Lehrer am Ludwig Georg-Gymnasium zu Darmstadt Stromberger wurde auf Nachsuchen seines Dienstes enthoben.

Berlin, 29. Juni. DerReichsanzeiger veröffentlicht ein Dankschreiben des Kassers Wilhelm II. für die ihm zugegangenen Beweise der Liebe anläßlich des Todes Kaiser Friedrichs.

Der Kaiser wird in künftigen Jahren die Sommerresidenz nach Schloß Sanssouci verlegen. Weisungen zu Neubauten in dem genannten Schlosse sind bereits ertheilt.

Die Reise Kaiser Wilhelms nach Peters burg soll wahrscheinlich sein. Nach derGer mania soll sie im Laufe des Monats Juli stattfinden und von Kiel aus zur See unter nommen werden. Kaiser Wilhelm beabsichtigt danach, mit einem acht Schiffen mfassenden Ge schwader, unter dem Commando des Prinzen Heinrich, die Fahrt nach Petersburg zu machen. Nach derVoss. Ztg. verlautet in parlamen tarischen Kreisen, daß der Reichskanzler dem nächst einen dreimonatlichen Urlaub antreten und diese Zeit theils im Bade, theils auf seinen Gütern zubringen werde. Wann der Fürst seine Kissinger Kur beginnt, steht noch nicht fest, da es, derBörsen-⸗Ztg. zufolge, als wahrschein lich gilt, daß der Reichskanzler bei der Begeg nung Kaiser Wilhelms mit dem Zaren zugegen sein wird. Aus alle dem geht die friedliche Natur der Lage hervor.

30. Juni. Der Kaiser empfing gestern die Professoren v. Bergmann und Gerhardt und unter nahm Nachmittags mit dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich eine Segelpartie auf einer

regatte nach Wannsee. Nach demB. T. wird die Krönung Kaiser Wilhelm's als König von Preußen am 18. Oktober in Königsberg dennoch stattfinden. Der König wird sich erst selbst und dann seine Gemahlin krönen. Anläßlich der Krönung sollen dann auch die in Aussicht ge stellten Standeserhöhungen, Beförderungen und Auszeichnungen erfolgen. Von anderer Seite wird die Krönung jedoch wieder bestritten.

Die dem Londoner Hofe nahestehende Truth erfährt, daß die deutsche Kaiserin-Wittwe Victoria den Herbst mit ihren drei Töchtern in Schottland zubringen werde, zu welchem Zwecke ihr die Königin von England das Schloß Aber geldie zur Verfügung gestellt habe.

Englische Blätter wollen wissen, die Hoch zeit der Prinzessin Victoria von Preußen mit dem Prinzen Alexander von Battenbrrg werde alsbald nach Ablauf der Trauer in aller Stille in England stattfinden, wo das Paar nach seiner Vermählung dauernd wohnen werde.

Generallieutenant v. Caprivi hat seine Entlassung als Chef der Admiralität erhalten und ist zugleich zum Commandeur des 9. Armee corps(bisher General v. Treskow) ernannt worden. Der Kaiser hat den Grafen Stolberg auf dessen Ansuchen von der Verwaltung des Ministeriums des königlichen Hauses entbunden und den Regierungspräsidenten von Wedell-Pies dorf zum Minister des königlichen Hauses ernannt.

Altona, 27. Juni. Eine geheime sozia listische Versammlung wurde am Sonntag unter freiem Himmel bei Bahrenfeld abgehalten. Da es bereits dunkel geworden war, zündete man Lichter an, wodurch die Ortsbehörde auf die Versammlung aufmerksam gemacht wurde. Der Polizei gelang es, vier Theilnehmer zu verhaften.

Kiel, 30. Juni. Prinz Heinrich mit Ge mahlin traf heute Vormittag hier ein und wurde von den Generalen, den Admiralen, dem Ober präsidenten, den Spitzen der Behörden und dem gesammten Offiziercorps empfangen. Nach huld⸗ voller Begrüßung fuhr das prinzliche Paar nach dem Schlosse und dann nach Bellevue. Auf dem Wege bildeten die Corporationen, die Innungen, die Studentenschaft und die Schulen Spalier. Die Stadt ist festlich geschmückt.

Straßburg, 30. Juni. Der Fürst von Hohenlohe ist gestern über Schillingsfürst von Berlin hierher zurückgekehrt.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 30. Juni. Der rumänische Minister des Aeußern, Carp, der aus Berlin, wo er behufs Abschluß einer finanziellen Abmachung weilte, auf der Rückreise hier eintraf, hatte, derPol. Corr. zufolge, mit dem Grafen Kalnoky eine längere Besprechung.

Frankreich. Paris, 28. Juni. Das Mi⸗ nisterium lehnte die Demission des Unterstaats secretärs der Colonien ab.

Rußland. Petersburg. Das russische Kai⸗ serpaar wird sich ungefahr in 8 Tagen in Be gleitung der kaiserlichen Familie zu einem kurzen Seeausfluge nach dem finischen Archipel begeben. Künftig ist die Errichtung von Privatschulen mit deutscher Lehrsprache in den russischen Ost seeprovinzen nicht mehr gestattet.

DerKreuzzeitung wird von hier ge meldet: Aus der nächsten Umgebung des Zaren kommt die Mittheilung, daß es dem Einflusse des Fürsten Bismarck gelungen sei, die russische Politik dahin zu bestimmen, daß sie von einer Allianz mit Frankreich definitiv absieht und daß demnächst weitere Beweise der jetzt besonders guten Beziehungen beider Mächte zu einander zu allgemeiner Kenntniß gelangen werden.

Amerika. New⸗Pork, 30. Juni. Alle west⸗ lichen Eisenwerke, welche Mitglieder der Gewerk vereine als Arbeiter beschäftigen, schließen heute wegen der Weigerung der Arbeiter, die Lohn sätze der Fabrikanten anzunehmen; hiervon wer den etwa hunderttausend Arbeiter betroffen.

Egypten. Suakim, 28. Juni. Ein scharfes Scharmützel zwischen der egyptischen Cavallerie und einem Trupp berittener Rebellen fand ge stern hier in einer Entfernung von 2000 Vards von den Wasserforts statt. Die Rebellen ver loreu zwei angesehene Emire. Der Verlust auf egyptischer Seite beziffert sich auf drei Todte und einen Verwundeten.

Afrika. Durban, 29. Juni. Nach einer Meldung des Bureau Reuter erhielten sämmt liche disponiblen Truppen von Natal die Ordre, sich für den Marsch nach dem Zululand bereit zu halten. Außerdem geht morgen ein Bataillon von Kapstadt ab.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 30. Juni. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90 1.10. Eier 1 St. 6, 2 St. 11 Pf.

Butzbach, 30. Juni. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.000.00., Käse per Pfd. 40 45 Pf., Eier 1 St. 5 Pf.

Homburg, 30. Juni. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 5.506.00., per Gescheid 10 12 Pf., Eier per Stück 56 Pf., Butter per Pfd. I. Qual. M. 1.00., II. Qual. M. 0.90.

Gießen, 30. Juni. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.85 0.90, Eier 1 St. 5, 2 St. 9 Pf., Käse per Stück 4 7 Pf., Tauben per Paar M. 0.70 bis 0.80, Hühner per Stück M. 1.00 1.40, Hahnen per Stück M. 0.80 1.70, Enten per Stuck M. 1.802.20., Ochsen-Fleisch per Pfund 5664 Pf., Kuh- und Rind- Fleisch 4550 Pf., Schweinefleisch 5060 Pf., Hammel⸗ Fleisch 54-64 Pf., Kalbfleisch 40 46 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.20 5.00, Zwiebeln per Centner M. 9.00- 12.00., Kirschen per Pfd. M. 0.12 0.18.

Frankfurt, 29. Juni. Der heutige Haupt⸗Wochen⸗ Kälbermarkt war weniger gut als dessen Vorgänger be fahren. Die Preise hatten angezogen, wozu namentlich die schöne Waare Veranlassung gab. Zugeführt waren 466 Kälber. Erste Qualität kostete 58 60 Pf. per Pfd. Schlachtgewicht, 2. Qualität 4045 Pf.

Frankfurt, 29. Juni. Heu⸗ und Strohmarkt. Heu pro 100 Kilo M. 7.00 9.00, Stroh pro 100 Kilo M. 4.80 5.60, Butter pro 50 Kilo M. 7578, Eier das Hundert M. 4.404.50, Erbsen 100 Kilo M. 17.50 bis 21.50, do. geschälte M. 20 30, Linsen M. 28 45, weiße Bohnen M. 19 23, Mohrrüben 50 Kilo M. 6 7, Kartoffeln pro 100 Kilo M. 6- 7.50, neue Malteser Kartoffeln 50 Kilo M. 10 14, neue hiesige Kartoffeln M. 67, Blumenkohl 100 Stück M. 2550, Kopfsalat M. 35, Erbsen per Ctr. M. 12 15, franz. Bohnen per Pfund 2530 Pf., Kirschen per Ctr. 1520 M., Erdbeeren per Pfd. 50 Pf., neue Nüsse per Ctr. M. 15.

Frankfurt, 30. Juni. Wochenmarkt. Erbsen, ganze per Pfd. 12 16 Pf., do. geschälte 1418 Pf., Linsen 1828 Pf., weiße Bohnen 18 20 Pf., Kar toffeln 100 Kilo M. 67, neue Malteser Kartoffel per Pfd. 12 14 Pf., hiesige Kartoffel 89 Pf., krause En⸗ divien 10 15 Pf., Butter per Pfd. M. 0.90 1.10, Eier das Stück 56 Pf., Radieschen 3 Pf. das Päckchen, Römisch Kohl per Portion 4050 Pf., Blumenkohl per Stück 40 70 Pf., deutscher Kopfsalat per Stück 36 Pf., franz. Zuckerschoten per Pfd. 2025 Pf., neue Erbsen

per Pfd. 14 20 Pf., neue grüne Bohnen per Pfd. 30 bis 60 Pf., Spinat 30 40 Pf., Romainsalat 30 40 Pf., neuer Wirsing per Stück 1520 Pf., Zwiebeln per Pfd. 79 Pf., Schwarzwurzel 5060 Pf., neue Gurken 1025 Pf., neue Kohlraben per Stück 56 Pf., neue Carotten das Päckchen 1012 Pf., Kirschen per Pfd. 16-20 Pf., Krebse per Stück 57 Pf., neues Wetis⸗ kraut per Stück 20 25 Pf., Romainsalat 2030 Pf., neue Rotherüben per Portion 50 70 Pf., Wachs bohnen per Pfd. 30-35 Pf.

Zur Sicherung schneller Beförderung und Bestellung der Postsendungen müssen auf denselben Empfänger und Bestimmungsort so genau bezeichnet sein, daß jeder Un gewißhett vorgebeugt wird. Dabel sind namentlich fol⸗ gende Punkte zu beachten: 1. Bei Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrift die Wohnung des Empfängers möglichst genau anzugeben. Auch ist von Wichtigkeit, daß die Wohnungsangabe stets an derselben Stelle der Aufschrift, nämlich unten rechts, unmtttel⸗ bar unter der Angabe des Bestimmungsortes, erfolge. 2. Auf den nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung des Empfängers, der Postbezirk(O., N., NO. zc.), in welchem die Wohnung fich befindet, hinter der OrtsbezeichnungBerlin zu vermerken. 3. Gibt es mit dem Bestimmungsorte gleich oder ähnlich lautende Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeich⸗ nung beizufügen. Welche Zusätze für die Ortsnamen im Postverkehr als maßgebend anzusehen sind, ergibt sich aus demVerzeichniß gleichnamiger oder ähnlich lauten der Postorte, das zum Preise von 10 Pf. durch Ver mittelung jeder Reichs⸗Postanstalt bezogen werden kann. 4. Wenn der im Reichs⸗Postgebtet belegene Bestimmungs ort zwar mit einer Postanstalt versehen, dessenungeachtet aber nicht als allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt es sich, die Lage des Orts in der Aufschrift der Sendung noch des Näheren zu bezeichnen. Zu der⸗ artigen Bezeichnungen eignet sich die Angabe des Staates und bei größeren Staaten des politischen Bezirks(Provinz, Regierungsbezirk u. s. w.), in welchem der Bestimmungs⸗ ort belegen ist, oder auch die Angabe von größeren Flüssen (Oder),(Elbe),(Rhein), Main ꝛc.], oder von Gebirgen 11(Riesengebirge) ꝛc J. Nicht minder sind zusätz⸗ liche Bezeichnungen, wie(Thüringen),(Altmark),(Lausitz) ꝛc. für den Zweck geeignet. 5. Auf Post-Sendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch diejenige Postanstalt anzugeben, von welcher aus die Bestellung der Sendung an den Em pfänger bewirkt werden, bezw. die Abholung erfolgen soll

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem

fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten zu rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betr. Land bezw. der Landestheil auf der Sendung anzugeben. Die Beachtung dieser Punkte wird zur Her⸗ beiführung elner schleunigen Ueberkunft der Sendungen an die Empfänger wesentlich beitragen, und es liegt daher im eigenen Interesse der Absender, dle Aufschriften der Sendungen hiernach genau anzufertigen.

Zur Vertilgung der Insekten von Fruchtbäumen, Sträuchern, Zierpflanzen und Blumen unter freiem Himmel, in Gewächs⸗ häusern und Stuben räth dieAmerikanische Apotheker⸗Zeitung folgendes Mittel an, wel⸗ ches Einsender nach eigener Prüfung bestens empfehlen kann, indem er Lorbeerbäume und Rosen schnellstens von Blattläusen befreite. 1 Theil rohes oder gereinigtes Naphthalin ver mischt man mit 100 Theilen rektificirtem Al⸗ kohol und gießt zu dieser Lösung 1000 Theile 24-320 C. warmes Wasser. Mittels einer möglichst feinstrahligen Garten- oder Blumen⸗ spritze wird sofort diese Flüssigkeit benutzt. Wenn es um die Beschützung von Zierpflanzen und Blumen, sei es unter freiem Himmel, in Gewächshäusern oder Stuben sich handelt, wird entweder die Bespritzung in der vorgedachten Weise angewendet, oder das Naphthalin wird in eine der nachstehenden Pulverformen gebracht, um mittels Blasebälgen gleich Wanzenpulver ꝛc. in Staubform über die Pflanzen und Blumen, wie über die Erde, in der sie sitzen, verbreitet zu werden. Lycopodium, oder feingepulverte wilde Kamillen, Artemisiablüthen, oder die Blüthen eines wildwachsenden Pyrethrum, kurz, eines oder mehrere der vorgenannten(und anderer) Blüthenpulver, welche am leichtesten zugänglich sind, werden mit Naphthalin(das im Handel vorkommende nicht sublimirte Naphthalin wirkt womöglich noch kräftiger als das sublimirte) im Verhältniß von 1: 10 recht innig gemengt (fein gerieben), da Alles auf feinste Vertheilung der Naphthalinblättchen in dem verwendeten Vehikel ankommt und darauf mit weiteren 90 Theilen des Blüthenpulvers wohl gemischt und in dieser Form in den Gebläseapparat gebracht. Um die Wirkung des Naphthalins

auf die den Pflanzen und Blüthen schädliche

treffend!

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