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mitzuwirken, oder was ist Seitens Großh. Regierung zur Verwirklichung jenes Projeets geschehen?
— Der Bülletdrucker bei der Main Neckar Bahn Hen; sing wurde unter Anerkennung seiner Dienste und unter Verleihung des Charakters als Billetverwalter in den Ruhestand versetzt, der Gefangenwärter Muller in Alzey zum Kreisdiener in Schotten, der Hilfsbremser bei den Oberh. Eisenbahnen Doll zum Bremser ernannt, und der Gerichtsvollzieher Theis zu Schotten entlassen.
Berlin, 25. Nov. Der Kronprinz machte gestern Nachmittag in San Remo in Begleitung seiner Familie einen Spaziergang.
— 26. Nov. Der Kronprinz unternahm mit der Kronprinzessin und den Prinzessinnen heute Vormittag eine Spazierfahrt. Außerhalb der Stadt verließ der Kronprinz den Wagen und machte einen längeren Spaziergang.
— Durch die Beschlüsse des Bundesraths ist der dem Reichstag vorgelegte Entwurf zum Reichshaushalts-Etat für 1888/89 in der To— talsumme auf 921,689,140 Mark reducirt worden. Davon sind 212,670,009 Mark durch die Ma— trikularbeiträge zu begleichen, welche somit den vorjährigen Betrag um 25,732,694 Mark über— steigen. Von der Totalsumme beanspruchen die fortdauernden Ausgaben 771,961,697 Mark, die einmaligen 149,727,443 M. Die Ueberwei— sungen an die Einzelstaaten beziffern sich nach wie vor auf 266,355,000 M., das sind 117,588,000 M. mehr als im Etat des laufenden Jahres vorge— sehen sind.
— 25. November. Reichstag. Präsident v. Wedell— Piesdorf eröffnet die Sitzung mit folgenden Worten: „Ich habe dem Reichstag ein Telegramm vom Kron prinzen mitzutheilen(die Mitglieder erheben sich), das— selbe lautet:„Ich danke dem Reichstage aufrichtig für den Ausdruck seiner Theilnahme an meiner Erkrankung, welcher, gleich so zahlreichen, aus allen Schichten der Be völkerung und aus allen Theilen des Reiches an mich gelangten Kundgebungen wahrer Anhänglichkeit, meinem Herzen ungemein wohl getban hat. Mit Gottes Hilfe hoffe ich, daß die durch den Aufenthalt in der südlichen Luft bereits wieder fühlbar werdende guünstige Wendung in meinem Befinden mir gestatte, meine Pflichten gegen das Vaterland wieder in vollem Maße aufzunehmen.“ Bei der hierauf vorgenommenen Wahl des Präsidiums wurde das bisherige wiedergewählt und zwar: v. Wedell⸗ Plesdorf zum Präsidenten, Dr. Buhl zum ersten und v. Unruhe-Bomst zum zweiten Vicepräsidenten.
— Dem Kaiser von Rußland hatte man ge— fälschte Documente schon seit längerer Zeit vor— gelegt, um denselben gegen Deutschland aufzu— hetzen. Dies kam gelegentlich des Berliner Auf— enthaltes zu Tage und die„Köln. Ztg.“ schreibt darüber:„Daß eine gewisse Diplomatie unserer Tage ganz andere Mittel anwendet, als die der Gradheit und Offenheit, mit denen Bismarck so große Erfolge erzielt hat und die neulich Crispi als die einzigen nicht veralteten feierte, hat ge— rade Fürst Bismarck gelegentlich der Anwesen— heit des Czaren in Berlin erfahren müssen. Im vorliegenden Falle ist es der Gradheit des Fürsten Bismarck und der Offenheit des Czaren zu danken, daß die Fälschungen ans Licht kamen. Man mag sich das Erstaunen des Fürsten Bismarck denken, als der Czar ihm auf Grund von Noten, die er— Bismarck— an deutsche Botschafter und Gesandten geschickt haben sollte, seine russenfeind— liche Politik beweisen wollte, und die Verwun— derung des Czaren, als Bismarck ihm ruhig er— wiederte:„Majestät, wenn man Ihnen solche Noten als von mir herrührend vorgelegt hat, so hat man Sie einfach betrogen; ich habe dergleichen nie geschrieben und ähnliches hat mir auch mein Botschafter nie berichtet.“ Diese Fälschungen scheinen zum Zweck gehabt zu haben, den Czaren zu überzeugen, daß Bis— marck Rußland im Orient verrathe und aus allem Einfluß verdrängen wolle. Wenn sich die thätige Mitwirkung deutscher Angestellten bei den beispiellos frechen Betrügereien erweisen sollte, so wird man dieselben nicht einfach entfernen, sondern jedenfalls dem Strafrichter überweisen. — Der„Pester Lloyd“ bemerkt zu den Nachrichten über die Unterredung des Kaisers von Rußland mit Bismarck: Kaiser Alexander hatte nach den ihm vom Reichskanzler gegebenen Aufklärungen in sehr bestimmter Weise versichert, daß er überhaupt die Erhaltung des Friedens wünsche und jetzt sehr gern die Versicherung wiederhole, daß ihm weder ein Angriff gegen
Deutschland, noch die Theilnahme an einer gegen Deutschland gerichteten Coalition in den Sinn komme. Darauf nahm Fuͤrst Bismarck Veran— lassung, den Kaiser zu bitten, daß er auch der von Deuschland abgeschlossenen Allianzen ge— denken möge. Kaiser Alexander bemerkte hier— auf, er ergänze seine frühere Versicherung, gegen Deutschland keinen Angriff und keine Theil— nahme an dem Angriff von anderer Seite zu planen, bereitwillig dahin, daß ganz dasselbe auch mit Bezug auf Oesterreich-Ungarn seine Geltung habe unter der selbstverständlichen Vor— aussetzung, daß von dieser Seite keinerlei Pro— vocationen gegen Rußland erfolgen, eine Vor— aussetzung, die er, der Zar, übrigens als außer Frage stehend betrachten zu dürfen glaube. Bezüglich der Affaire mit den falschen Docu— menten bemerkt der Pester Lloyd:„Die Schul— digen mögen sich hüten; auch wenn sie hoch stehen, wird sie der Arm des eisernen Kanzlers treffen. Er hat sie großmüthig gewarnt; nützt dies nichts, so wird er sie erbarmungslos un— schädlich machen.“
— 26. Nov. Die Getreidezollvorlage ist im Reichstag eingegangen. Vorgeschlagen wird die Verdoppelung des Zolles für Weizen, Roggen und Hafer; für Gerste soll der Zoll auf 2¼ M. erhöht werden. Das Gesetz tritt mit dem heutigen Tage in Kraft, das heißt, es werden alle Ein— führmengen angeschrieben, um, nach der Annahme des Gesetzes, den erhöhten Zoll nachzuerheben.
Straßburg. Das Reichsgericht in Leipzig hat in dem Landesverrathsprozeß gegen den Kanz— listen Cabannes Termin zur Verhandlung auf den 12. Dez. d. J. angesetzt. Einige hiesige Beamte und Bürger sind in der Angelegenheit als Zeugen geladen worden. Der Angeschuldigte wird demnächst nach Leipzig übergeführt werden.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. Nov. Von hier kommen zwei hochwichtige Nachrichten: Die Mittheilung, daß Fürst Bismarck eine Collectivnote bei den Mächten anregte, durch welche der Coburger zum Verlassen Bulgariens aufgefordert werden soll, wird heute anderweitig bestätigt. Der Zar würde als Entgelt die dem— nächstige Entlassung Wyschnegradsky's und den Rücktritt Tolstoi's verfügen, sowie die Zusammen— ziehung russischer Truppen in Polen rückgängig machen.— Es verlautet, daß die bevorstehende Reise des Botschafters Prinz Reuß nach Fried— richsruh damit in Zusammenhang stehe, daß die zwischen Wien und London gepflogenen Unter— handlungen zu einer Vereinbarung betreffs An— näherung Englands an den Dreibund geführt haben. England soll von der Nothwendigkeit überzeugt sein, auf der Balkanhalbinsel mit Oester— reich ein gemeinsames Verhalten zu beobachten.
Frankreich. Paris, 25. Novbr. Grevy theilte Ribot mit, er verzichte darauf, ein neues Cabinet bilden zu lassen. Das Cabinet Rouvier wird daher den Kammern die Botschaft über die Demission des Präsidenten mittheilen.
— 27. Nov. Wie verlautet, hätte Rouvier, welcher gestern Abend eine längere Besprechung mit Grevy hatte, es abgelehnt, die Botschaft des Präsidenten in den Kammern zu verlesen, weil dieselbe Sätze enthalte, mit denen er nicht einverstanden sei.
— 25. Nov. Der Senat genehmigte den Gesetzentwurf, betr. die dreimonatliche Verlänge— rung der Zuschlagtaze auf Alkohol.
Großbritannien. London. In Liver— pool ist in den letzten Wochen eine ganze An— zahl von Personen unter falschen Namen von Amerika eingetroffen, in deren Gepäck Spreng— stoffe vorgefunden wurden. Im Ministertum des Innern, im Schatzamt und hauptstädtischen Polizeipräsidium herrscht große Thätigkeit um den weiteren Fäden der Verschwörung auf die Spur zu kommen. Die Geheimpolizisten in Liverpool überwachen auf's Strengste alle von Amerika ankommenden und nach den Ver. Staaten abreisenden Passagiere. Die irischen Verschwörer
Callan und Harkins landeten in Glasgow. Sie
hatten erst Billets nach Liverpool genommen,
fürchteten jedoch, daß die Polizei über ihre Reise unterrichtet sei. Die Detectives erhielten Wind von der Aenderung des Reiseplanes und verhaf— teten Beide in Glasgow kurz nach ihrer Ankunst,
Spanien. Madrid. Die spanische Flagge, die vor Kurzem auf der Insel Peregil gehißt ward, ist von den Marokkanern weggenommen worden.
Italien. Rom. Das italienische Schiff „Marconio Colonna“ kaperte bei Obok ein fran— zösisches Schiff mit 150 für Abessynien bestimmten Soldaten.
— 26. Nov. Wie von hier gemeldet wird, sind in dem gestrigen Consistorium Prälat Wey land als Bischof von Fulda und Domkapitular Feiten als Weihbischof von Trier präconisirt worden.
— 27. Nov. Die Deputirtenkammer be— rieth den Antrag des Finanzministers, die Er— höhung des Einfuhrzolles auf Zucker, Essig u. s. w. sofort in Anwendung zu bringen. Der Antrag wurde mit 142 gegen 60 Stimmen an⸗ genommen. Sodann wurde eine Adresse an den König beschlossen.
Bulgarien. Sofia, 25. Nov. Der Exarch von Bulgarien befahl dem Metropoliten Clement, vom Amte zurückzutreten und beauftragte den Bischof Cyrillus mit der Wahrnehmung der Amtshandlungen in der Diöcese Sofia.
— Wie aus Wien gemeldet wird, wird von Seiten des Prinzen Ferdinand von Coburg eine Erklärung vorbereitet, des Inhalts, daß unter den von der„Köln. Ztg.“ der Fälschung be— schuldigten Orleanisten nicht er und seine Familie gemeint sein könnten.
Nußland. Petersburg. Die beabsichtigten gerichtlichen, polizeilichen und kirchlichen Reformen in den Ostseeprovinzen sind, wie bestimmt ver— lautet, bis auf Weiteres aufgeschoben worden.
— 25. Nov. Das Kaiserpaar kam heute zum ersten Male nach der Rückkehr aus Kopen— hagen hierher und wurde von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Die Stadt war festlich geschmückt.
— Der russisch-officiöse„Nord“ constatirt, der Besuch des Zaren in Berlin habe ein be— friedigendes politisches Resultat herbeigeführt.
Persien. Teheran. Der Schah von Perstien hat die beabsichtigte Reise nach Europa wieder aufgegeben.
Aus Stadt und Land.
2 Friedberg. Wir bringen den geehrten Lesern des Oberh. Anzeigers die am Dienstag, den 29. Novbr, Abends 8 Uhr, im hiesigen Rathhaussaale stattfindende General-Versammlung des hiesigen evang. Stadt⸗ kirchenbau-Vereins nochmals in freundliche Exinne⸗ rung und laden zu recht zahlreichem Besuche derselben ein.
Allerlei.
Berlin, 24. Novbr. Der Kreuzzeitung zufolge ist gestern im Laboratortum der Klinik des Charitekranken⸗ hauses durch Dr. Scheuerlen ein Bacillus des Krebses, dessen Vorhandensein längst als die Ursache der Krebs— krankheit vermuthet wurde, aufgefunden worden.
Liegnktz, 23. Nov. Heute früh 7½ Uhr fand im hiesigen Gerichtshofe die Hinrichtung des Raubmörders Reichelt, genannt Scholz, statt, welcher in Gemeinschaft mit dem Tischler-⸗Meister Mielchen in der Nacht zum 10. Januar die Kunstgärtner Schützeschen Eheleute auf Schubertshof ermordet hatte. Das Schwurgericht hatte Beide zum Tode verurtheilt, Mielchen wurde jedoch in der Folge zu lebens länglicher Zuchthausstrafe begnadigt.
München, 23. Nov. Das Kapuziner-Kloster sammt Kirche in Laufen(Oberbayern) ist gestern gänzlich nleder⸗ gebrannt; nur wenig wurde gerettet. Die Entstehungs⸗ ursache ist bis jetzt unbekannt.
Athen, 25. Novbr. Aus mehreren Landesthellen werden abermals heftige Erderschütterungen gemeldet. Ein Schaden ist nicht vorgekommen.
Warschau. In einem Dorfe des russtschen Kreises Wjalka(Bezirk Mohilew) brannte die Schule ab, in welcher viele auswärts wohnende Kinder übernachteten. Das Feuer kam aus, als die Kleinen im ersten Schlafe lagen, und griff sehr schnell um sich. Entsetzliche Ver⸗ zweiflungsseenen spielten sich ab. Es gelang, eine große Zahl von Kindern zu retten, doch kamen 16 Mädchen im Alter von 8—11 Jahren in den Flammen um.
Der Verkehr ist vielfach gesperrt.
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New⸗Nork. In den Wäldern längs des Ufers des unteren Mississippt u ist ein verheerender Brand ausge? brochen, der auch zahlreiche Eisenbahnbrücken zerstört hat,
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