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Am 21. September d. J. wurden zu Holzhausen folgende Gegenstände entwendet: 1. eines derselben oben welß, unten blau angesersckt, ein anderes mit den Buchstaben H. F. gezeichnet. Ich ersuche um Auskunft über den Aufenthaltsort: 1. des Valentin Kreutzer von Porth,

Herzogthum Anhalt, früher in Okarben. Erledigung.

Gendarm Rüffes in Offenbach erledigt zurück, Friedberg den 26. September 1887.

Meine unterm 27. April, 23. Mai und 31.

drei blau gestrelfte Hemden, 2. fünf Paar Strümpfe von blauer Wolle, Ich ersuche um Recherchen nach den Ablaten und dem Thäter. Kreis Lauterbach, früher in Okarben, 2. des Johann Pfeil aus Kothen,

August d. J. erfolgten Ausschreiben gegen Ludwig Maus von Burg⸗Gemünden nehme ich als durch

Der Großherzogliche Amtsanwalt. Kolb.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Landgerlchtssekretär Dr. Mayer zu Darmstadt wurde zum Sekretär des Vereins zur Unterstützung und Besserung der aus den Strafanstalten Entlassenen, der Amtsrichter Weller in Darmstadt zum Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starken⸗ burg, der Amtsrichter Dr. Berchelmann in Offenbach zum Amtsrichter in Darmstadt, der Amtsrichter Dr. Werle in Groß Gerau zum Amtsrichter in Offenbach, der Amts⸗ richter Weidig in Schotten zum Amtsrichter in Vilbel, der Gerichtsassessor Gottwerth aus Darmstadt zum Amts- richter in Groß Gerau und der Gerichtsassessor Tasché aus Gießen zum Amtsrichter in Herbstein ernannt, ferner wurde der Finanzaspirant Kesting aus Darmstadt zum Kalkulator bei den Oberhessischen Eisenbahnen ernannt.

Berlin, 27. Sept. Der Bundesrath hat in heutiger Sitzung die Vorlagen den zuständigen Ausschüssen überwiesen, den Belagerungszustand in Berlin und Hamburg auf ein Jahr verlängert und die vorläufigen Ausführungsbestimmungen zur Branntweinsteuer nach den Anträgen der Ausschüsse festgestellt.

Posen. Laut Kabinetsordre wird, wie die Kreuzzeitung meldet, mit 1. October in allen Volksschulen der Provinz Posen der polnische Sprachunterricht in allen Stufen bedingungslos aufgehoben.

Baden⸗Baden, 26. Sept. Der Kaiser ist heute Vormittag im besten Wohlsein hier eingetroffen und wurde am Bahnhofe vom Kaiser von Brasilien und den Spitzen der Behörden unter den Klängen der National-Hymne em pfangen. Der Kaiser begab sich unter begeisterten Zurufen durch die Spalier bildenden Schulen und Vereine nach dem Meßmerschen Hause.

München, 26. Sept. Der Reichsrath hat die Branntweinsteuer einstimmig angenommen.

Straßburg, 26 September. Einer Depesche des Generalprokurators in Nancy zu folge ist an der Grenze bei Vexincourt ein fran zösischer Bürger getödtet und ein anderer ver wundet worden. Deutscherseits ist eine genaue Untersuchung angeordüet, Es berlautet, ein auf der Jagd unmittelbar an der Grenze befindlicher Franzose sei von den jenseitigen Grenzförstern für einen Wilddieb gehalten worden. Der Jäger wurde am Bein verwundet und ein Piqueur ge tödtet. Der Pariser officiellen Version des Vorfalles bei Raon-sur⸗Pleine zufolge hätten deutsche Forst beamten die Schüsse auf den Offizier und den Piqueur abgegeben im Glauben, es seien Wild diebe, welche von dem deutschen Gebiete flüch teten. Die Depeschen der hiesigen Blätter be haupten, die Schüsse seien abgegeben von einem Soldaten des Röbeinischen Jäger-Bataillons in Zabern, Namens Kaufmann, der Patrouillen Dienst an der Grenze hatte. Der verwundete Offizier heißt von Wangen und ist aus Nancy gebürtig; der erschossene Piqueur ist ein Brauer knecht Namens Brignon. Der Vorfall wird deutscherseits amtlich folgendermaßen dargestellt: Oberförster Sachs von Schirmeck hatte am Samstag vom rheinischen Jäger-Bataillon in Zabern eine Streifwache zum Schutz gegen die arge Wilddieberei in den Vogesenhängen nach St. Dié zu verlangt. Zwei Jäger, gelernte Förster, wurden hierzu commandirt, und nach dem Hochrein(deutsches Gebiet) entsendet, wo, wie ihnen bekannt gegeben wurde, rechtswidrig gejagt werde. Ueber die Erlebnisse der Streifwache meldet man derStr. P. aus Schirmeck auf Grund von Ermittelungen der dortigen Forstbehörde: Es eilten zwei Mann, Kaufmann und Linhoff, um die Wilderer zu vertreiben, an die Grenze auf den Hochrein, Kaufmann gedeckt postirt, mit dem Ueberblick auf das deutsche Gebiet, Linhoff auf Umwegen gegen die Grenze, um den Wil derern den Rückweg abzuschneiden. Etwa zwölf Bewaffaete überschritten jagend die Grenze im Anschlage gegen Kaufmann auf 150 Meter. Als sie die Grenze überschritten, rief sie Kaufmann dreimal mitHalt an. Die Anderen drangen jagend auf deutschem Gebiete vor, Kaufmann

gab 3 Schüsse aus dem Magazingewehr ab und verwundete auf deutschem Gebiete, ungefähr 40 Meter von der Grenze, den Taglöhner Brignon schwer, den Cavallerie-Offizier v. Wangen mit zwei Kugeln leicht. Sämmtliche Jagenden flüchteten auf französisches Gebiet. Brignon ist einige Stunden später in Raon-les-Lean(Frankreich) gestorben. Der Jäger Linhoff war zur Umgehung aus dem deutschen Walde auf die Waldblöße getreten. Als Zeuge des Vorfalls, sieht er die Jagenden auf das deutsche Gebiet im Anschlage vordringen und nach den Schüssen seitwärts über die Grenze zurücklaufen. Er enthält sich des Schießens, weil die Fran zosen nunmehr nach Frankreich zurücklaufen, be merkt jedoch keine Verwundung. Am Thatorte überzeugt er sich, daß der Jaͤger Kaufmann un gefähr 120 Meter von der Grenze entfernt nur auf deutschem Gebiete postirt sein konnte, daß diese Kugeln nur deutsches Gebiet bestreichen konnten, und die Verwundungen nur auf deut schem Gebiet vorgefallen sein können. Die erste Blutspur zeigt sich vier Meter von der Grenze auf französischem Gebiete, wo Brignon nach erhaltenem Schusse sich niedergelegt und jeden falls den Schuß im Unterleib untersucht hat.

Die amtliche Landeszeitung dementirt die Gerüchte vom beabsichtigten Rücktritt Hohenlohe's ausdrücklich als jeder thatsächlichen Unterlage ent behrend.

Ausland.

Belgien. Brüssel, 26. Sept. Der König Leopold von Belgien reist heute zur Begrüßung des deutschen Kaiserpaares nach Baden-Baden.

Frankreich. Paris, 27. Sept. DasPetit Journal, derMatin und derGaulois schreiben, daß der deutsche Botschafter Graf Münster in einer Unterredung mit Minister Flourens diesem gegenüber sein persönliches Be dauern über den Vorfall an der Grenze aus gedrückt und hinzugefügt habe, daß Deutschland unbedingt und unverzüglich Genugthuung geben werde, sobald durch die Untersuchung die Schuld seiner Angestellten festgestellt worden.

Großbritannien. Mitchelstown, 26. Sept. Nach seiner Freilassung reiste O'Brien nach Limerick ab, wo er die Nacht über verblieb, um gestern früh auf Umwegen, um nicht in die Hände der Polizei zu fallen, nach Mitchelstown zurückzu kehren. Dann hielt O'Brien eine Rede auf dem von der Polizei verbotenen, aber doch bei Mit chelstown im Hause eines Pächters, das gegen die Polizisten verbarrikadirt war, abgehaltenen Meeting, worin er sagte, die Versammlung sei einberufen, um die Unmöglichkeit zu beweisen, die Liga zu unterdrücken, ohne die irische Nation einzukerkern. Er tadelte die Richter und die Polizei, und forderte zur Mäßigung auf, um der Polizei keine Gelegenheit zum Angreifen zu geben. O'Brien drückte sein Vertrauen zu Glad stone und dem englischen Volke aus, welches ihm während der Haft große Beweise seines guten Willens gab. Nichts könne der steigenden Fluth der englischen Sympathie für Irland widerstehen. O'Brien schloß mit der Aufforderung, Meetings abzuhalten, trotz Militär und Polizei.

Rumänien. Bukarest, 25. Septbr. Der König und der Erzherzog Albrecht von Oester reich, welche heute Mittag von Sinaja hier ein getroffen waren, machten eine Spazierfahrt durch die Stadt, um verschiedene Monumente in Augen schein zu nehmen, und wurden überall von der zahlreichen Volksmenge mit sympathischen Zu rufen begrüßt. Der Erzherzog tritt heute Abend die Rückreise an.

Aus Stadt und Land.

m. Friedberg. Es ist sehr erfreulich, daß die Herbergssache in unserer Stadt einen so frischen Fort gang nimmt, und besonders muß es mit aufrichtiger Dankbarkeit anerkannt werden, daß sie durch Großher zogliches Kreisamt dahier, welches ja alle humanen Be strebungen zu fördern bereit ist, neuerdings eine so kräf⸗

tige Unterstützung gefunden hat. Als dle Herberge 1

vor zwel Jahren in Angriff genommen wurde, geschah es nscht ohne das ernste Bedenken, ob überhaupt eln solche Anstalt in einer kleineren Stadt gedethlich durch⸗ geführt werden könne. Trotzdem wurde aber ihre Grün⸗ dung auf Vorschlag des Decanats-Ausschusses von der Synode beschlossen, weil man von der Nothwendlgkest, den jüngeren Wanderern die schützende Hand zu reschen, damit sie vor den Versuchungen der alten und verkom⸗ menen Stromer einen kräftigen Schutz finden könnten, zu sehr überzeugt war. Wir wären aber sicherlich noch nicht so weit mit diesem Bestreben vorwärts gekommen, wenn damals nicht unser Mitbürger S. Ruppel seine Wohnung zu dlesem Zwecke bereitwilligst miethweise ab⸗ getreten hätte. Sehr gerne würden wir uns auch noch länger mit diesem durchaus gesunden, gutgelegenen Hause weiter behelfen, wenn es fur unsere Bedürfnisse nicht zu klein und zu enge wäre. mit jedem Tage fremde Gaͤste einkehren, wo oft 15 bis 20 junge Leute über Nacht bleiben sollen, bedarf, um in gutem Stand und im Besitze stets frischer Luft für so viele Menschen zu bleiben, nothwendig größerer Schlaf zimmer und eines weiteren Hofraumes, als uns in dem Ruppel'schen Hause geboten wird. Wir sind darum über⸗ zeugt, daß das Bestreben, den Söhnen unseres höͤchst achtbaren deutschen Handwerkerstandes in unserer Stadt eine Herberge zu schaffen, wo sie möglichst freundlich auf genommen werden und möglichst gut, wie es für ihre Gesundheit nothwendig ist, übernachten können, bel den Bewohnern unserer Stadt und unseres ganzen Kreises eine kräftige Unterstützung finden wird.

Gießen, 24. Sept. Schwurgericht. Die letzte Ver⸗ handlung dieser Session gegen Heinrich Rieb von Rüd⸗ dingshausen endigte mit Freisprechung des Angeklagten. Derselbe stand unter der Anklage des Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Die Geschworenen verneinten jedoch die Schuldfrage und erfolgte deßhalb Freisprechung.

Allerlei.

Frankfurt, 26. Sept. Die hier tagende General versammlung des Buchhändlerbörsenvereins nahm mit 361 gegen 27 Stimmen die beantragte Statutenänderung an, wonach Schleuderbuchhändler aus dem Verein aus geschlossen werden sollen, und mehr als fünf Proeent Rabatt an das Publikum zu geben untersagt ist Die Berliner Vertreter stimmten nicht dafür, versicherten aber, an der Ausführung der Beschlüsse kräftig theilnehmen zu wollen

Frankfurt. Der von hier flüchtig gegangene In haber des Raten- und Rentengeschäftes F. W. Schuh macher u. Comp., bei welchem trotz aller Warnungen vor Ratengeschäften doch viele Leute aus der Wetterau hinein⸗ fielen und welcher wegen betrügerischen Bankerotts steck⸗ brieflich verfolgt wird, ist in Belgien verhaftet worden. Geld ist natürlich keines mehr da

Danzig, 26. Sept. Bei Koppalin(Hal binsel Hela) ist gestern bei schwerem Sturm die deutsche BarkHelene aus Stettin, nach Memel bestimmt, gestrandet und total zerschlagen worden. Von den Mannschaften wurden sieben Personen gerettet, eine ist ertrunken.

New Vork, 20. Sept. Ein von heftigem Regen be⸗ gleiteter Orkan hat über Brownsville in Texas und Ma⸗ tamoras in Mexico gehaust. Der Rio Grande stieg zu einer solchen Höhe, daß er aus seinem Bette trat und die Umgegend überschwemmte, wodurch Felder verwüstet und Häuser arg beschädigt wurden. Der Orkan legte im ganzen Bezirke nicht weniger als 500 Häuser um.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 27. Sept. Fruchtpr. Waizen M. 16.50, Korn M. 13.00, Gerste M. 14.00- 15.50, Hafer M. 12. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd.

Friedberg, 28. Sept. per Pfd. M. 1.15 1.20. Eier 1 St. 7-8 Pf.

Grünberg, 14. Sept. Fruchtpr. Welzen M. 16.70, Korn M. 14.40, Gerste M. 13.60, Hafer M. 11.10, Samen M. 21.60.

Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde.

In Folge eines Versehens hieß es in der letztenklrch⸗ lichen Anzeige: an den drei nächsten Sonntagen falle der Vormittags Gottesdienst in der Stadtkirche aus. Es muß statt dessen heißen: an den zwei nächsten Sonn: tagen; denn am 14. Oktober l. J. gehen die Fer ken der Candidaten zu Ende, und am 15. ejusd. findet die Eröffnungsfeler für das Winter-Semester stakt.

Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg, Sabbathfeier vom 1. Oetober 1887. Beginn:

Freitag Abends 5 Uhr 10 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Sabbathausgang 6 Uhr 25 Min. Wochengottesdlenst von Sonntag den 2. Oet, an Morgens 6 Uhr 15 Min. Montag den 3. und Dlenstag den 4. October: Laubhüttenfest.

Eine Anstalt, in welcher

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