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an einer Halsentzündung, welche in ihren äußeren
Erscheinungen, einem geringen Husten und einer intensiven Heiserkeit, durch die bisher in ähn-
lichen Fallen bei Sr. kaiserlichen Hoheit mit Erfolg angewendeten Mittel sich nicht beseitigen ließ. Auch eine mehrwöchentliche Kur in Ems, welche im Uebrigen auf das Allgemeinbefinden Sr. kaiserlichen Hoheit von bester Wirkung war, vermochte doch das örtliche Leiden nicht zu heben, so daß die im Laufe der Erkrankung neben dem behandelnden Leibarzt zugezogenen ärztlichen Autoritäten sich einverstanden damit erklärten, daß ein englischer Specialist für Hals— krankheiten, Dr. Morell Mackenzie aus London, mit seinem Urtheil gehört werde. Derselbe ist vor einigen Tagen hier eingetroffen und hat nach wiederholter Untersuchung Sr. kaiserlichen Hoheit den Zustand höchstdesselben nicht so Be. sorgniß erregend gefunden, daß er nicht hoffte, durch eine zweckentsprechende Behandlung das Uebel in nicht zu langer Zeit beseitigen zu können.
— Der dem Bundesrathe zugegangene Ge— setzentwurf betr. die Einführung der Gewerbe— ordnung in Elsaß Lothringen, umfaßt 7 Para— graphen.
— Wie das Fr. J. von hier hört, hat sich beim Reichskanzler wieder das alte Leiden ein— gestellt. Seit einigen Tagen wird Fürst Bis— marck von rheumatischen Muskelaffectionen heim— gesucht, in Folge deren ihm jede Bewegung heftige Schmerzen verursacht.
Karlsruhe. Der Landtag ist auf den 7. Juni einberufen.
Ausland.
Oestereich-Ungarn. Pest, 26. Mai. Die Thronrede des Kaisers bei Schluß des Reichstags betont, die Opferwilligkeit des Landes, sowie die freundschaftliche Lösung der mit Oester— reich zu regeln gewesenen Fragen gewähre der Regierung eine mächtige Stütze, um in den Be ziehungen, in denen sie heute zu allen Mächten stehe, mit Erfolg uud zunehmender Hoffnung ihre Wirksamkeit dafür fortzusetzen, daß unter vollständiger Wahrung der Lebensinteressen der Monarchie der Friede auch ferner aufrechter halten werden könne.
Schweiz. Bern. Die Bundesversammlung ist auf den 6. Juni einberufen.
Belgien. Brüssel, 25. Mai. Der„Etoile belge“ meldet, die Behörden hätten Kenntniß von einem geplanten Handstreich der Streikenden auf die Stadt Charleroi erlangt.
— 25. Mai. Der Streik wächst. Sehr schlimme Nachrichten kommen aus Seraing. Der Gouverneur von Lüttich verlangt dringend militärische Hilfe.
Frankreich. Paris, 25 Mai. Floquet setzte die Besprechungen mit den Opportunisten fort, welche darauf bestanden, daß Boulanger dem Cabinet nicht angehöre; namentlich lehnte Rou— vier für diesen Fall die Uebernahme des Finanz— ministeriums ab. Nachdem Floquet sich mit den Opportunisten nicht einigen konnte, theilte er Grevy mit, daß er die Cabinetsbildung ab— lehnen müsse.— 26. Mai. Freycinet hat die
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Bildung des neuen Cabinets nunmehr doch übernommen. Türkei. Constantinopel. Die„Polit.
Corr.“ meldet aus Canea, die Pforte habe die Forderungen der christlichen Abgeordneten, die Zolleinkünfte betreffend, abgelehnt. Bulgarien. Sofia. Die bulgarische Re— gentschaft hat beschlossen, weder die große noch die ordentliche Sobranje einzuberufen. Nach den Municipahlwahlen in Bulgarien wird die Sobranje aufgelöst, da die dreijährige Dauer, für welche sie gewählt worden, verstrichen ist. Die Neuwahlen finden Anfangs Juli statt, wo— rauf die neue Kammer für ihre ordentliche Session im Oktober einberufen wird. Rußland. Petersburg. Das kaiserliche Paar geht zur Feier des Krönungstages am 6. Juni nach Moskau. Es werden dort große Festvorkehrungen zu seinem Empfang und für die Zeit seiner dortigen Auwesenheit getroffen.
Die Blätter melden gerüchtweise, das griechische
Königspaar und der Fürst von Mentenegro träfen demnächst in der Krim ein.
Amerlka. Rio de Janeiro. Die hier erscheinende„Rio Post“ veröffentlicht folgende Warnung vor Auswanderung nach der Provinz S. Paulo in Brasilien: Die Regierung hat mit dem bekannten spekulativen Konselheiro Antonio Petro da Costa Pinto einen Kontrakt behufs Einführung von 5000 Einwanderern aus Nord— europa abgeschlossen. Da es sich diesmal haupt— sächlich um Verleitung Veutscher zur Auswande— rung als Arbeiter für Pflanzungen nach S. Paulo handelt, so machen wir sämmtliche deutschen, österreichischen und schweizerischen Behörden auf den Fall aufmerksam und lassen hier im Wort— laut den officiösen Bericht aus dem„Journal do Commercio“ in Uebersetzung folgen. Der— selbe lautet:„Der Kontrahent(Pinto) erhält von der Regierung 60 M. für jeden mehr als 12jährigen Einwanderer, 30 M. für jeden Ein— wanderer im Alter von 8— 12 Jahren und 15 M. für jeden von 3—8 Jahren, unter der Bedingung, daß er von den Einwanderern nicht mehr als eine gleiche Summe für ihren Trans— port bis zu einem der Häfen Rio de Janeiro oder Santos in der Provinz S. Paulo verlangt. Führt er Einwanderer ein, ohne diese nach Alter und Nationalität abgemessene Bedingung einzuhalten, so ist er verpflichtet, dieselben auf ihren Wunsch wieder in ihr Geburtsland zurück zuführen. Sodann hat der Kontrahent sich ver pflichtet, für den Preis von 120 M. für jede Person über 12 Jahre, 60 M. für jede solche von 8—12 Jahren und 30 M. für solche von 3—8 Jahren diejenigen Einwanderer einzu— führen, denen die Regierung Freipassage ge währt, in welchem Falle der Kontrahent von den Einwanderern keine Zahlung annehmen darf. Der Kontrakt kann mit Zustimmung der Regierung an irgendeine Transport-Gesellschaft übertragen werden. Uebertretungen der Klauseln werden mit Strafen von 1—3 Contos belegt, die im Wiederholungsfalle verdoppelt werden.“ Hierzu bemerkt die„Rio Post“ folgendes:„Die Strafen sind für den vorliegenden Fall voll— kommen bedeutungslos. Den Einwanderern mit theilweiser Freipassage wird im Rio- und San— tos⸗Hinterlande kein Kleingrundbesitz gewährt, weil dort noch keine Kolonieen nach deutschen Begriffen existiren. Volle Freipassage wird nur denen gewährt, welche Arbeitskontrakte eingehen. Letztere einzugehen muß eutschieden widerrathen werden, theilweise Passagierermäßigung kaun unter gewissen Vorsichtsmaßregeln von Personen, die bereits wissen, wie sie in Brasilien ihre Zukunft finden, angenommen werden, jedoch von Land— wirthen, die nach den drei Sudprovinzen wollen, nur bis zum Hafen Rio, weil nur von ihm aus eine Weiterbeförderung der Einwanderer nach Rio Grande do Sul, Santa Katharina oder Parana hinreichend gesichert ist. Zum Schluß machen wir darauf aufmerksam, daß die brasi— lianische Regierung bereits einen Agenten nach den deutschredenden Gebieten Europas abgesandt hat, der in deutschen Zeitungen für die Aus— wanderung nach der Provinz S. Paulo Pro— paganda machen soll.“
Aus Stadt und Vand.
Friedberg, 27. Mai. Gestern Abend wurde unter großem Auflauf der Bevölkerung, begleitet von einem Poltzeicommissär und Schutzleuten von Hanau, eine größere Truppe Zigeuner hier eingebracht. Die Wagen, die nicht zum Wohnen eingerichtet sind, wurden polizeilich verschlossen, die Weiber und Kinder mußten in den Wohnwagen, den sie nicht verlassen durften, die Pferde wurden, als vor— läufig gepfändet, bei Gastwirth Zimmermann eingestellt und die 6 Männer fanden„in der Heck“ wohlwollende Aufnahme. Die Bande hatte vor Kurzem in Großen— Linden einen bedeutenden Dlebstahl verübt und war dann, die große Heerstraße vermeldend, nach Hanau gezogen. Da die Polizei nach allen Richtungen hin avisirt war, so wurde die Bande bei ihrem Eintreffen von der Hanauer Schutzmannschaft liebevoll empfangen und zunächst hier— her begleitet. Heute Morgen wurde sie unter Gendar— meriebegleitung von hier weiter nach Gießen transportlrt.
Gießen. Liste der Geschworenen für das 11. Quart. 1887: 1) Kisselbach, L., Butzbach. 2) Möller, Fr., Eichel sachsen. 3) Bensel, H., Maar. 4) Klingelhoͤffer, L., Büdingen. 5) Schudt, Fr., Bönstadt. 6) Schneider, J. J, Ostheim. 7) Vogt, E., Butzbach. 8) Alter, J J.,
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Verstadt. 9) Bender, H., Griedel.
10) Scho
Pohl-Göns. 11) Lamp, W., Vilbel. 12) Kor Schwabenrod. 13) Gonder, J. M., Feledberg, 14) G K., Lollar. 15) Gläser, K. M., Büdingen. 16) G 0
H. K., Setbertenrod. 17) Emilius, K., Laub 18) Reble, H., Eckartshausen. 19) Fletscher, J. K. v Ulfa. 20) Koch, G., Villingen. 21) Schneider, H. Alsfeld. 22) Schlunk, T., Gambach. 23) Weber, I,
Bingenheim. 24) Frank, H., Großen-Buseck. 25) Leo hard, Chr., Okarben. 26) Heun, K., Melbach. 27) Römer J. III., Heuchelheim. 28) Meldes, G. Fr. K., Oberaa
29) Lung, H. IV., Wohnbach. 30) Schmidt, H vin, len Romrod. unt 5—,% Allerlei.%
Augsburg, 26. Mal. In der Buntweberel von 5 Pfersee protestirten die deutschen Arbeiter gegen die Au, nahme böhmischer Acbeiter. Bei dem hlerbet entstan. denen Tumult kam es zu Thätlichkeiten; ein Czech“(Ege wurde mißhandelt. Die Gendarmerie schritt ein ung verhaftete 6 Rädelsführer.
Parts, 25. Mai. In der Opera comique brach während der Vorstellung heute Abend Feuer aus. Das Alle 8 Feuer entstand nach den angestellten Ermittelungen In den Soffitengardinen des hinteren Bühnen raumes. 6 verlautet bis jetzt von einigen 60 Verwundeten und 0 19 Todten. Genauere Detalls können aber noch nich!“ e festgestellt werden. Die Rettungsarbeiten dauern fort Das Gebäude der Oper ist vollständig zerstört.
Paris, 25. Mat. In Bergerac suchte die Bevölke⸗ age Aus wa rung einen Cireus anzuzünden, weil darin deutsche l Musiker angestellt waren. 1
a 75 161 f Verlousungen. 4 alice
Ansbach-Gunzenhausener Elsen bahn 7 fl. ahr 0 M. Loose von 1856. Serienziehung am 16. Mal 1887 aach, joe S. 39 278 410 552 709 739 809 983 1290 1399 153 dhe sud fe 1571 1700 1794 1807 1981 2026 2036 2104 2158 en wer 2353 2391 2458 2658 2846 2981 3252 3294 34% 6% 3574 3689 3700 4056 4146 4203 4352 4460 4603 1 pal
4682 4691 4774 4872. Die Gewinnziehung findet am 15. Juni 1887 statt. 0
Brüsseler 100 Fr.⸗Loose von 1886. Serlen⸗ und Gewinnziehung vom 14. Mai 1887. Heimzahlung am 5. Januar 1888. Serien: Nr. 3061 4243 8360. 9366 11588 13213 15556 16831 21895 23782 27668
daß mein
29381 386 31936 39001 107 41374 43097 47779. 30413 50750 53776 54572 58527 59833 67449 66221 Th 79377 79585 81055 82107 88507 89959 90162 93410
624 787 96894 98378 100181 108970 113364 891 ed 115151. Gewinne: S. 113894 Nr. 1 100,000 Fres.
S. 118891 Nr. 3 2500 Fres. S. 47773 Nr. 17 1000 Fes Aren, P S. 50413 Nr. 8, S. 59833 Nr. 25 3 500 Fre. l f
S. 4143 Nr. 11, S. 11588 Nr. 21, S. 13213 Nr. 7 8 24, S. 29336 Nr. 8 15, S. 39001 Nr. 9, S. 504 Nr. 13, S. 5715 Nr. 13, S. 58725 Nr. 25, S. 67449 Nr. 3 9, S. 79377 Nr. 18, S. 81055 Nr. 18, S. 8850 Nr. 4, S. 89959 Nr. 13, S. 93894 Nr. 19, S. 9887 er. 1, S. 108970 Nr. 8 à 150 Fres. Auf alle übrigen in vorstehnden Serien enthaltenen und hier nicht au führten Nrn entfällt der geringste Gewinn von 110 F.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. Pfingstfest. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Pfingstsonntag. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½%ʒq Uhr: Herr Candidat Schaich. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffenbach— Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Kirchenrath Baur. Pfingstmontag. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Confirmation der Knaben und Abendmahl. Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlön.
Mittwoch den 1. Juni. Stadtkirche, Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer 5 hf Dr. Weiffenbach. eee Prüfung der Confirmanden(Mädchen),
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statholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht. An beiden Feiertagen Morgens 6 Uhr: Beicht; 3/47 Uhr: Austhellung der heil. Communton. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Vesper; nach derselben Gelegenheit zur Beicht. 7 Uhr: Rosenkranz.
Jsraelitischer Gottesdienst.
ö Sonntag den 29. und Montag den 30. Mak:% Lors Schebnoth⸗ oder Wochenfest. 1 Erster Festtag. N 8 Samstag Abends 8 Uhr 50 Min. N Sonntag Morgens 8 Uhr. 5 Sonntag Nachmittags 4 Uhr. n gun d Zweiter Festtag. N Sonntag Abends 8 Uhr 45 Min. A005. Montag Morgens 8 Uhr. f 1 Montag Nachmittags 4 Uhr. 1 Festes-Ausgang 8 Uhr 50 Min. 0 Wochengottesdienst von Dienstag den 31. Mai an Asen Morgens 6 Uhr, Abends 8 Uhr 40 Min. e 10 a


