in Innerasien unternehmen, während er jede unmittelbare Action in Bulgarien aufgebe.
— Gegenwärtig werden unmittelbar an der deutschen Grenze viele Kasernen gebaut. Die Bauunternehmer sind Russen, welche nur russische Zimmerer unter Aussicht höherer Militärs be— schäftigen dürfen.
Allerlei. London, 29. Oetbr. Der Dampfer„Cheviot“ ist auf der Fahrt zwischen Melbourne und Sidney gescheitert. 34 Personen ertranken, der Rest sst in Melbourne gelandet.
Aus dem Verwaltungsbericht des Bürger meisters zu der Rechnung der Stadt Friedberg für das Jahr 1886/87.
Erläuterungen der Abweichungen von den im Voranschlag vorgesehenen Beträgen.
a. Einnahme.
ad 1. Der Kassenvorrath der vorigen Wchnung bete M. fad 65, die liquidirten Ausstände. M. 468. 19, mithin Rest aus vorderen Jahren.. M. 34717. 84.
ad 2. Von Gebäuden beträgt die Einnahme M. 2332. 63 gegen den Voranschlag mit M. 1945 6. Die Mehreinnahme datirt hauptsächlich aus der bedeutenden Güͤterversteige— rung des Conr. Reuß II., bei welchem allein M. 308. 44 Abgabe an die Stadtkasse eingegangen.
ad 4. Aus Gras und anderen Naturalien(Voran— schlag M. 4500.) sind, obgleich der Grasnutzes einen geringeren Ertrag als im Vorjahr geliefert M. 11082. 93 eingegangen. Diese Mehreinnabme kommt hauptsächlich durch die reiche Obsterndte, welche sich auf M. 8486. 90 belief.
ad 5. Durch die Neuverpachtung der Jagd wurde eine Mehreinnahme von M. 159. erzielt.
ad 6. Die Einnahme aus Schäferei- und Weidegeldern hat nur M. 1218. 20 gegen M. 1500. im Voranschlag ertragen, was hauptsächlich seinen Grund in der Ent— werthung der Pferche durch die billigeren künstlichen Düngemittel hat.
ad 19. Der Mehrertrag der städtischen Brückenwaage ist hauptsächlich der guten Obsterndte zuzuschreiben.
ad 22. Die Schulbesoldungs Kapitallen des kath. Kirchenfonds bezw. deren Erträgnisse sind noch nicht ver— einnabhmt, da der Streitfall erst in letzter Instanz bei dem Reichsgericht zur Entscheidung steht.
ad 24. Die Mehreinnahme erklärt sich dadurch, daß anstatt einem, 2 Faselochsen in diesem Jahr zum Ver— kauf gekommen.
ad 28. Für Hülfsbedürftige ist ein geringerer Be— trag als im Voranschlag vereinnahmt, hingegen ist auch eine geringere Summe verausgabt. Diese Rubrik läßt sich auch nie genau abschließen, da gar oft Beträge Jahre hindurch offen stehen, bis Ersatz dafür geleistet wird.
ad 33. Die Einquartierungsgelder, welche den Vor anschlag M. 7412. übersteigen, kommen auch wieder in Ausgabe vor.
b. Zu den Ausgaben ad 66. Unterhaltung der gemeinheitlichen Gebäude waren vorgesehen M. 2545., verausgabt M. 2080. 62.
Obgleich die Herstellungs arbeiten im Ratbhaus nur mit M. 820, vorgesehen und bei der Ausführung auf M. 1042.
gekommen, sind die Ausgaben deßhalb unter dem Vor— anschlag geblieben, weil die Bellage 11 theils nicht zur Ausführung gekommen und theils in Rubrik 92, Kosten der Gasanstalt, zur Verrechnung gekommen.
ad 67. Unterhaltung und Kosten der Güter: Vor— anschlag M. 650., verausgabt M. 1726. 12. Die Mehr⸗ ausgabe fällt hauptsächlich auf die Anpflanzung von 81 Stück junger Obstbäume und die Einerndtung der bedeutenden Apfelerndte.
ad 70. Fur Schäfereien sind nur M. 134. 75 ver⸗ ausgabt gegen M. 350. Voranschlag; mit der geringeren Einnahme für das Grummetgras und durch die Steuer für die Schäferel dürfte der Ansatz im Voranschlag doch ge— rechtfertigt erscheinen.
ad 75. Kosten der Schulhäuser und Schulen: Vor⸗ anschlag M. 12773., verausgabt M. 13122. 82, mithin mehr M. 349. 22. Diese Mehrausgaben sind hauptsäch— lich durch Verwendung auf Reparatur von Gebäuden und Geräthen zurückzuführen. Es ist aber als eine fest— stebende Thatsache zu betrachten, daß die Ausgaben in dieser Rubrik mit jedem Jahre zunehmen.
ad 77. Unterhaltung der Straßen, Brücken und Wege M. 8478. Voranschlag. In dieser Rubrik sind nur M. 6252. verausgabt. Wegen Mangel an Pflaster⸗ steinen konnte die linke Seite der Kaiserstraße nicht zur Ausführung kommen und wird nun dadurch diese Rubrik im nächsten Jahre eine bedeutende Ueberschreitung erfahren.
ad 80. Für Straßenbeleuchtung: Voranschlag M. 2575., verausgabt M. 3015. Die Mehrausgabe kommt haupt⸗ sächlich durch die Gasrohrlegung in der Bismarckstraße.
ad 82. Bäche und Entwässerungen war der Voran— schlag mit M. 50. viel zu gering.
ad 88. Unterhaltung und Anschaffung des Faselviehes: Voranschlag M. 2386., verausgabt sind M. 1283. 95, zieht man die Einnahme M. 752 70 hiervon ab, so bleibt nur. Es kommt diese geringe Ausgabe daher, daß 2 Fasel zum Verkauf und nur 1 Fasel zur Anschaffung kam, während im vorhergehenden Jahre M. 2447. verausgabt und die Einnahme m 10 hetruß also im Ganzen. M. 1740. die Kosten für das Faselvieh betrugen. Durch die Verminderung des Rindviehstandes sind nur 2 Ochsen nothwendig und dürfte eine geringere Summe für die Folge vorzusehen sein.
ad 94. Erläuterung in Rubrik 28.
ad 98. Die Beiträge zur Kreiskasse sind abermals nach dem Voranschlag um M. 813, 70 gestiegen.
ad 101. Für Festlichkelten war Nichts vorgesehen und wurde die Ausgabe von M. 164. 37 von dem Gemeinde— rath wie jedes Jahr besonders genehmigt.
ad 102. Besoldungen: Voranschlag M. 34099, Mehr: ausgabe M. 1448. 69. Die Mehrausgabe kommt durch Dienstalterszulage eines Lehrers und definitive Anstellung von 2 Lehrern, durch den nicht eingestellten Wassergeld— erhebergehalt und verschiedene bewilligte Remuneratlonen.
ad 112. Uneinbringliche Posten und Nachlässe. Die erlassenen Umlagen sind bereits genehmigt und die Steuer— nachlässe durch eingelegte Reelamationen von der betr. Commission gutgeheißen.
ad 115 u. 117. Zurückbezahlte Kapitallen M. 7571. 43, vermehrt durch die Rückzahlung der Obligation von Johs. Gerster mit M. 851. 14 und vermindert durch die zwei Grundstücke am Pfaffenbrunnen, haben demnach eine Mehrabtragung von M. 256. gehabt, da die drei ab—
es leicht kommen, daß selbst bei der allerbesten Verwal—
getragenen Schuldscheine sovsel mehr betrugen als bh von der Gasanstalt vorgesehenen M. 3400.
ad 127. Es find zu dleser Rubrik, eigentlich gehzre
unter Vorlagen, M. 184. 60 für Gerichtskosten und Au, lagen für ein Gutachten über die 2 der Firma C. Alt
0 1 1 zur Verfügung gestellten Kessel entstanden, welche wohl lues gedeckt werden können, wenn, wie anzunehmen ist, Sestengg e der Concursmasse eine weitere Forderung an dle Stab! Zane nicht gebildet wird und die Kessel zu Gunsten der Stadl Tant kasse verwerthet werden können. 1 0
Ueber die Einnahmen und Ausgaben für das Gas Lala und Wasserwerk sind besondere Speeialrechnungen auß 10 Ing ve gestellt und sind die ordentlichen Einnahmen in Lettern, e, von M. 17292. 77 auß M 8 gestiegen, während die ordentl Ausgaben M. 16352.— 33 betragen. Die außerordentl. Einnahmen,. welche hauptsächlich in Materialen be nt stehen, welche in's laufende Jahr über— b 400 den gegangen sind, betragen M. 2352. 80 f 50 die außerordentlichen Ausgaben betragen M. 2077. 20 es blieb mithin ein Ueberschuß von M. 2636. 5,% 6 Bedenkt man aber, daß die zum Erneuerungsfonds be- K stimmten M. 1200, welche in dem Ueberschuß enthalten f 1 sind, schon ihre Verwendung für die Anschaffung eines zwesten Röhrendampfkessels gefunden und noch mehr als I einem zwei solcher Zuwendungen stattfinden müssen, um dis 5 9 1 erforderliche Summe zu decken, erwägt man welter, daß 10 0 m. bis zum Jahre 1892, wo die Amortisation des Bau⸗ Ahnen und kapitals beginnen soll, ein Erneuerungsfonds für die nerst. Maschinen ganz bestimmt vorhanden sein muß, so daf Dol 0 man sich kelne Illusionen machen über einen Reingewinz, 2 welchen das Wasserwerk einbringt. ein!
Die Einnahmen beim Gaswerk be— e tragen zusommnmnn; M. 36993. 78, ben 5 und zwar sind darin enthalten die außer— 0 einjab ordentlichen, welche aus dem Vorrath an 1 3 Bullet Material in's neue Jahr übergegangen 1 J güb⸗ s ind?ĩ ˙qObx Nun die ordentl. Ausgaben dagegen betragen M. 29860. 30 Zämmkliche und die außerordentl. Ausgaben betragen M. 2274. I n an. Die der Ueberschuß, welcher hier verbleibt nit M. 4858. 7c, ihantheren; darf nun auch keine allzu großen Erwartungen für die, Gr Zukunft erwecken, da noch viele im Voranschlag vorge- Medet⸗ Gr sehene Posten für dieses Jahr zur Ausführung gekommen. n
und die sehr verwahrlosten Fabrikgebäude, sowie auch die inneren Einrichtungen viele nothwendigen Venrbesse— rungen erfordern werden. Außerdem bleibt aber der Ver brauch in der Zuckerfabrik bedeutend gegen die Vorjahr! zurück, und wenn unsere größeren Geschäftshäuser se fortfahren in ihrer allzu großen Sparsamkeit im Gas! verbrauch, so daß sogar solche, welche schon auf Repräsen⸗ tation ihres Hauses durch eine glänzendere Beleuchkung sehen müßten, zu der Petroleumlampe greifen, dann kann
tung ein unrentabler Geschäftsabschluß kommen kann.
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Bei nach verzeichneten, von den dabei bemerkten im Grundbuch eingetragenen Besitzern, beziehungsweise von den Rechtsnachfolgern derselben veräußerten Liegenschaften ist der Elgenthumserwerb und beziehungsweise die Be— zahlung des Kaufschillings nicht dargethan und sind darum Eigentbums⸗ oder sonstige dinglsche Ansprüche an diese Liegenschaften um so gewisser binnen 14 Tagen dahier geltend zu machen, als sonst die auf den Liegen— schaften haftenden Beschränkungen gelöscht, die Ver— äußerungen bestätigt und die Einträge auf die Namen der neuen Erwerber im Mutattonsverzeichniß vollzogen werden. 5
1) Gemarkung Schwalheim.
Christian Meyer und Ehefrau, Christine, geb. Jehner, von da: XI/118.(nämlich Flur XI Nr. 118.), 19/14, X/48, und X/157.
2) Gemarkung Nieder-⸗Mörlen.
Werner Gondolf und Ehefrau, geb. Witzel, von da: 1/1179, V/38, VI/692, MI,, 52 und 1/253. 3) Gemarkung Dorheim.
Heinrich Mörschel und Ehefrau, geb. Sünner, von da: III/I, XI/164, XVII 120, XVI/ 130 und X/.
4 Gemarkung Ober Mörlen. a. Caspar Berdel von da: XV 428; b. Jacob Berdel(I.) von da: 1/598 und X/958. 5) Gemarkung Wisselsheim. 8 Seng II. von Wisselsheim: 1/8, ½3 und 726. Bad Nauheim den 16. October 1887. Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim Bauer. 5
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Konkurs⸗Verfahren.
Das Konkursverfahren über das Vermögen des Alfred Schimmelbusch vom Schwalheimer Brunnen bei Schwal— heim wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben.
Bad-Nauheim den 20. Oetober 1887. Großherzogliches Amtsgericht Bad Nauheim. Bauer.
3671 Schütz. Ausführung von Erdarbeiten.
Die Erdaufwürfe der alten Schießstände auf der Sauwelde sollen im Monat November d. J. eingeebnet werden.
Nähere Auskunft auf dem Büreau des Bezirks— Kommandos Vormittags von 9—12 Uhr.
Friedberg den 17. October 1887.
3604 Garnison Verwaltung.
8. rb—.—— Ofenarbeiten. Die Lieferung und Aufstellung von 17 Oefen und einem Herde für den Kreisamts Neubau in Friedberg soll vergeben werden. Die Verdingsunterlagen können bei unterfertigter
Stelle eingesehen werden, wohin auch die schriftlichen Angebote bis zum 27. d. Mts., Vormittags 11 Uhr ein—
zureichen sind.
Friedberg den 20. October 1887. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg. 3637 Kranz.
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Gemeinde Fauerbach b. Fr. vom Jahre 1835 ist zur Rückzahlung auf den 1. Januar k. J. bestimmt worden. Das Kapital kann alsdann bei dem Gemeinde-Elnnehmer Heidt zu Friedberg in Empfang genommen werden und hört die Verzinsung mit dem 1. Januar 1888 auf.
3678 Neisel.
Faselochs, der Gemeinde Fauerbach b. Fr. gehörend, soll Donnerstag den 27. October, Vormittags 10 Uhr, auf hiesigem Rathhause öffentlich meistbletend versteigert
werden. Fauerbach b. Fr. am 24. October 1887. V. d Der Großherzogliche Beigeordnete 3679 Schmidt.
eine entsprechende Wohnung gesucht. fortiger Anfrage durch unterzeichnete Bürgermeisteref zu erfahren.
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