Der Civil-Vorsitzende der 0 Wee
die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises und das Großherzogliche dt. f
vit bor hende Beide eg uhu öden Sie alsbald in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise veröffentlichen, die Milltärpflichtige
welche gestellungspflichtig sind, speziell darnach bedeuten und sich selbst darnach beme l Ich mache zur genauen Befolgung wiederholt darauf aufmerksam, Kreise nur diejenigen Militärpflichtigen zu laden sind, welche im hiesigen Kreise ihren ständigen Aufenthalt haben.— Die Geburtslisten zu den Stammrollen der drei letzten Jahre(1888, 1886 und 1887) sind zum Ersatzgeschäft A e
pünktlich zur Ausführung kommen.
Um Auskunft über den dermaligen Aufenthallsort des Korbmachers Balthaß
Friedberg den 22. Maͤrz 1887.
Ausschreiben.
Großherzoglichen Ersatz-Commission Friedberg
ssen, auch dafür sorgen,
er Schmidt von Fauerbach v. d. H. wird ersucht.
Polizei-Commissariat Wickstadt.
daß die gegebenen Bestimmungen daß zum Ersatzgeschaͤft im diesseitigen
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r. Braden.
Der Großherzogliche Amtsanwalt. ö v. Biegeleben.*
Deutsches Reich.
Darmstadt, 22. Maͤrz. Die Darmst. Zeitung befindet sich in der erfreulichen Lage, mittheilen zu können, daß die Verlobung der Prinzessin Irene mit dem Prinzen Heinrich von Preußen am Geburtstag des Kaisers proklamirt worden ist. Der Großherzog, die Prinzessin Irene, der Erbgroßberzog und Prinz Heinrich haben sich nach Berlin begeben. Der Gesund— heitszustand des Fürsten Alexander ist glück— licher Weise so weit vorgeschritten, daß nach sorgfältiger Vornahme der gebotenen Desin— fektionsmaßregeln auf das Gutachten der be— handelnden Aerzte hin die bestandene Sperre aufgehoben ist.
— Der prov. Gymnasiallehrer Dr. Strack in Gießen wurde zum Gymnasial-Lehrer zu Worms, der Hoftheater- und Hofmusik- Sekretär Winter wurde zum Rath, der Realgymnasial lehrer Dr. Kost in Gießen zum Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, und der Gefangen— wärter Bingel in Marienschloß zum Gefangen— aufseher ernannt.
Berlin. Laut Cabinetsordre ist die Stellen— besetzung für die am 1. April eintretenden mili— tärischen Neuformationen erfolgt. Mit der Füh— rung der neu errichteten Division soll General— Lieutenant Derenthall beauftragt sein.
— 21. März. Der Reichstag genehmigte in zweiter Lesung den Marine-Etat nach den Commissionsanträgen, bis auf die für den Bau eines Minendampfers geforderten 275,000 M., wovon 175,000 M. abgesetzt wurden.
Straßburg. Behufs Neuregelung des Verhältnisses von Elsaß-Lothringen wird das Reichsamt des Innern einen besonderen Gesetz— entwurf ausarbeiten. Fürst Hohenlohe verbleibt auf dem Statthalterposten.
Ausland.
Oesterreich⸗-Ungarn. Pest, 21. März. Abgeordnetenhaus. Bei der Berathung des Mili— tärkredits erklärt Tisza, die Hoffnung auf Er— haltung des Friedens sei gestärkt. Von den Friedensbestrebungen der Regierung sei aber nur dann ein Erfolg zu erwarten, wenn die Monarchie ihre vitalen Interessen nöthigenfalls energisch vertheidigen könne. Die Erhaltung des Friedens bei Wahrung der Interessen sei die Grundlage der Politik der Regierung allen Mächten gegenüber.
Schweiz. Bern. Das Volk im Canton Waadt beschloß mit 23,000 gegen 7000 Stim— men die verlangte Subventsonirung einer Bahn über den Simplon(vier Million). Das Volk in Wallis faßte denselben Beschluß mit 14,000 gegen 2000 Stimmen leine Million).
Italien. Rom. Der Kronprinz Victor Emauuel soll sich mit der Erzherzogin Margerethe von Oesterreich verloben.
Türkei. Constantinopel. Wie die„Agence Havas“ mittheilt, hat die Pforte nunmehr von Montenegro Erklärungen über die fortgesetzten Rüstungen des Fürstenthums gefordert. Die von Montenegro auf diese Aufforderung hin ab— gegebenen Erklärungen erscheinen der Pforte nicht genügend. Man befuͤrchtet, daß Montenegro einen Conflict mit den Albanesen provociren wird.
Bulgarien. Sofia. Eine in Philippopel abgehaltene Versammlung von Delegirten der rumelischen Provinzen beschloß, die Unabhängig— keit des geeinten Bulgariens unter allen Um—
ständen zu vertheidigen. Ferner patriotische Verbindung errichtet, zwecks ener— gischer Bekämpfung innerer und äußerer Feinde.
— Riza Bey verlangte allgemeine Amnestie für die Theilnehmer an den letzten Empörungen. Die Regierung lehnte dies im Hinblick auf die herrschende Stimmung ab, namentlich da es militärische Kreise waren, die sich auch Kara— welow's Freilassung widersetzten.
Rußland. Petersburg. Ein Communiqus des„Regierungs-Anzeigers“ weist energisch die Gerüchte russischer Blätter über angeblich un— günstige Beziehungen seitens Deutschlands und Rußlands als unbegründet zurück.
— Dem„B. Tgbl.“ zufolge machte ein Polizeioffizier, gegen den schwer gravirende Mo— mente den Verdacht aufkommen ließen, daß er
nicht nur Nibilist, sondern auch am letzten Attentatsversuch betheiligt sei, einen Selbst— mordversuch, als er verhaftet werden sollte.
Der Betreffende ist lebensgefährlich verwundet und hat, wie aus guter Quelle verlautet, wich— tige Gestaͤndnisse bezüglich der jüngsten Ver— schwörung gegen den Zaren abgelegt. Nach dem„N. W. Tgbl.“ befindet sich unter den Verhafteten auch der bekannte Nihilistenführer Leo Hartmann aus London. Hartmann kam vor sechs Wochen über Belgien und Oesterreich nach Rußland und leitete hier die Vorberei— tungen zum Attentat.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 23. März. Die gestrige Festfeier an Kaisers Geburtstag verlief in unserer Stadi überaus schön und würdig. Ausführlicher Festbericht folgt mit nächster Nummer des Anzelgers.
Friedberg. Vielfach herrscht im Publikum noch Unklarheit darüber, was mit gefundenen Sachen zu be— ginnen ist. Wir bemerken zu dieser Frage, daß der Finder verpflichtet ist, binnen 3 Tagen, bei Verlust der Belohnung, welcher abgesehen von der Strafe der Fund— unterschlagung eintritt, den Fund der Poltzet anzuzeigen unter bestimmter Angabe, wo und wle er in den Besitz
der gefundenen Sache gelangt ist. Die Fundunterschlagung kostet hat. Von den auf See gewesenen Fischern werden
wird nach dem Strafgesetzbuch mit Gefängniß bis zu 5 Jahren, bezw. mit Geldstrafe bis zu 900 M. bestraft. Die näheren Anordnungen, welche dazu dienen, den Verlterer in den Besitz seines Eigenthums zu setzen, werden von der Polizeibehörde erlossen und zwar erfolgt eine Bekanntmachung durch die Localblätter, sobald der Werth eines Fundes 3 M. übersteigt, andernfalls wird der Verllerer durch eine an einem öffentlichen Orte aus— zuhängenden Bekanntmachung zur Geltendmachung seiner Rechte aufgefordert. Wir unkerlassen deßhalb nicht, noch— mals darauf aufmerksam zu machen, jede gefundene Sache auf dem Poltzeibureau anzumelden und sich eben⸗ daselbst nach den verlorenen Sachen zu erkundigen.
i. Ober⸗Wöllstadt, 22. März. Verflossenen Sonn⸗ tag fand dahter die General-Versammlung des Wetterauer Sängerbundes statt. Mit Ausnahme eines Vereins waren sämmtliche Vereine durch Delegirte vertreten. Nach Be— grüß ung der Versammlung Seitens des Vorsitzeuden und nach Verlesung der letzten Protokolle und des Festberichts ging man zur Besprechung der Tagesordnung über. Punkt 1 derselben betraf die Auswahl des Chorliedes zum Bundesfeste in Okarben pro 1887. Als Chorlied wurde bestimmt„Festgesang von Lachner“ und ist Lehrer Schmidt von Ober Wöllstadt beauftragt, dasselbe an die einzelnen Vereine zu versenden; Festdirigent ist der Leiter des Fest⸗ vereins„Frohsinn“ zu Okarben, Musiker Schütz. Bet der hierauf vorgenommenen Vorstandswahl für die sechs folgenden Jahre wurden in das geschäftsführende Prä— sidtum berufen: Landtagsabgeordneter Weith von Nieder— Wöllstadt und Lehrer Will von Rendel als Vorsitzende, Lehrer Volk von Bönstadt als Schriftführer und Lehrer Walther dahler als Rechner. Nachdem noch einige min⸗ der wichtige Gegenstände ihre Erledigung gefunden, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf den Sängerbund. Nach Erschöpfung der Tagesordnung gedachte man noch in Gesang und Rede des Geburts- tages unseres deutschen Katsers. Der von Lehrer Will
von Rendel auf den Kaiser ausgebrachte Toast fand freu: Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr 15 Min,
wurde eine] digen Widerhall. Gegen Abend verließen die Deleglrten
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unseren Ort, gewiß mit dem Gedanken, heute recht ge nußreiche und anregende Stunden verlebt zu haben. De nächste General-Versammlung findet im Herbst dlesey
Jahres im Saale des Bürgermeisters Hensel zu Dortil 1 weill statt, das diesjährige Vundesfest, wie schon oben
angedeutet, in Okarben
Gleßen, 19. März. Schwurgericht. Der 36 Jahr alte Maurer Georg Schanz von Hoingründau ist an. geklagt, am 27. Februar d. J. sesne Nichte Elisabethe Triebert von Calbach mit einem Stock am Kopf derart
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1. 6.
vorsätzlich verletzt zu haben, daß dadurch der Tod den Verletzten verursacht wurde. Die Geschworenen verneint die Schuldfrage und erfolgte deßhalb Freisprechung von Strafe und Kosten.— 21. März. Die letzte Ver.
handlung hatte die Anklage gegen den Wirth Eduard Roll“ 10080
von Ruhlkirchen, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, zum Gegenstand. Die Geschworenen bejahten dit Schuldfrage, worauf Verurthetlung des Angeklagten in eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren 4 Monaten erfolgte.
Worms, 21. März. Heute Nacht gegen 11 Ul
wurde in einer Wirthschaft in der Judengasse ein schric, 9
liches Verbrechen verübt, indem zwei Arbeiter, welt Fremde sind und nur vorübergehend hier beschäftist waren, erstochen wurden. Dem einen wurde die Gurg förmlich abgestochen, während der andere einen Sit in die Brust erhielt; der erstere war sofort todt, wãh. der andere noch eine halbe Stunde lebte ohne win zum Bewußtsein gekommen zu sein. Die Thäter wurdn von der Schutzmannschaft noch heute Nacht verhaftt und sind es zweit Bruͤder Hendrich und noch ein An verwandter, ebenfalls Hendrich mit Namen; zwei del Thäter wurden in ihrer Wohnung hier und der ander! in seiner Wohnung in Venhausen verhaftet. f
uflerlel. Wetzlar, 21. März. Auf elner Fabrik am hlesigen
Bahnhofe explodirte gestern Nachmittag eine Anzahl den für Kaisers Geburtstag bestimmten Feuerwerkskörper, Durch den hierbei entstehenden Luftdruck wurde eine massive Wand umgeworfen, welche einem Arbeiter, Kaspar Schäfer aus Niedergirmes, die Brust eindrückte. Den Unglückliche, welcher sofort todt blieb, hinterläßt eine Wittwe mit mehreren Kindern.
Augsburg. Vorigen Samstag Nachts brachen Diebe bei einem Uhrmacher ein, raubten 225 Mark Baargeld und 312 Uhren im Werthe von 10,800 Mark. Autz fehlen Geschäftsbücher. Die Diebe nahmen nur neus Uhren. Von den Thätern ist noch keine Spur entdeckl.
Greifswald. Von hier wird gemeldet, daß ein Nordoststurm am 13. März mehrere Menschenleben ge
bis jetzt schon 10 vermißt und es ist nscht unmöglich, daß ihrer noch mehr umgekommen sind.
Brüssel. In der Kohlengrube„Montmartre“ zu St. Ettenne, welche dem Schauplatz der letzten Kale strophe dortselbst, der Grube„Chatelus“, benachbart is, fand in der Nacht vom 19. zum 20. ds. eine Exploston von Grubengasen statt, wodurch 7 Arbeiter verwundet wurden, darunter 2 schwer. Das Unglück wurde durch die Unvorsichtigkeit eines Arbeiters herbeigeführt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 22. März. Fruchtpr. Walzen M. 17.70, sorn M. 14.00, Gerste M. 14.00, Hafer M. 11.5012, Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd.
Friedberg, 23. März. Buttermarkt. Butter kostett per Pfd. M. 0.80- 0.90. Eier 2 St. 11 Pf. ö
Butz bach, 19. März. Wochenmarkt. Butter kostete pa: Pfd. 80— 85 Pf. Käse per Pfd. 45—46 Pf. Eier 1 St. 5 Pf,
Gießen, 22. März. Auf dem heutigen Markt kostet! Butter per Pfd. M. 0.85— 0.90, Eier 2 Stück 9 Pf, Käse per St. 4—7 Pf., Tauben per Paar M. 0.700. 90 Hühner per St. M. 0.85 1.00, Hahnen per St. M. 0 bis 1.40, Enten per Stück M. 1.30 1.70, Ochsen“ flelsch per Pfd. 62—64 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 5. bis 56 Pf., Schweinefleisch 5660 Pf., Hammelflessch 5064 Pf., Kalbfleisch 4450 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00 5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 7.00— 7.50.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg, Sabbath- und Neumondsfeier vom 26. März. P. Hachodesch und Neumond Nissan. Beginn: Freitag Abends 5 Uhr 45 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Sabbathausgang 7 Uhr 5 Min.
Wochengottesdienst von Sonntag den 27. März a
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