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Ermächtigung Gr. Mlaistertums der Finanzen, daß die fiskalische Seewiese für dieses Jahr nochmals, jedoch zum letztenmale, zur Abhaltung des Sedanfestes unter nachfolgenden Bedingungen überkassen werden soll: 4. Die diesjährige Grummetgrasernte wird Ihnen bezw der Stadt Friedberg gegen eine aus der Stadtkasse an Gr. Rentamt Martinstag el. J. zu zahlende Vergütung von 100 M. zur Aberntung überlassen. Die Wiese muß bis zum 1. Oetober vollständig geräumt sein. 2. Das Comite und für dasselbe die Stadt hat den Gr. Fiseus für alle der Wiese durch die Abhaltung des Festes ent stehenden Nachtheile schadlos zu halten, und wird hierbel bestimmt, daß die nöthigen Herstellungen von der Ober⸗ försterei Ober Rosbach und nach deren Ermessen für Rechnung der Stadt ausgeführt, die Kosten von dem Rentamt vorgelegt und diesem binnen acht Tagen nach erfolgter Aufforderung aus der Stadtkasse ersetzt werden. Ihre, bezw. des Stadtvorstandes, event. reversorische Er klärung auf gegenwärtige Eröffnung ist bei genannter Behörde binnen acht Tagen einzureichen.“ Der Gemeinde rath bedauert, unter den vorstehenden Bedingungen auf das darin enthaltene Anerbieten nicht eingehen zu können und soll dem Comite der Sedanfeier überlassen bleiben, einen anderen geeigneten Festplatz ausfindig zu machen
k. Friedberg. Eine Beobachtung der Sonnen finsternsß war des heftigen Regens wegen bei uns und sonst allerwärts unmöglich. 5
s. Friedberg, 22. Aug. Die Feier des Gedenktages an die Schlacht von Gravelotte und zugleich das Stiftungsfest des hiesigen Veteranen- und Militär Vereins verlief gestern in schönster, würdigster Weise. Der Verein zog morgens mit florumhängtem Banner zu dem Grabe der im Felde Gefallenen. Hier hatte sich bereits die hiesige Dilettanten kapelle aufgestellt und leitete in erhebender Weise die ganze Feier ein mit dem Choral„Christus der ist mein Leben“. Darauf hielt der Präsident, H. Bindewald, eine ex— greifende Ansprache, worin er der todten Kameraden, die so Vieles für das Vaterland dahingegeben, mit dankerfülltem Herzen gedachte. Noch einmal spielte die oben genannte Kapelle, und ihr sei hier besonderer Dank gesagt dafür, daß sie die Feier wesentlich hat verschönern helfen. Der Zug bewegte sich alsdann in die Stadtkirche. Hler hörten wir von Prof. Dr. Weiffenbach eine Festpredigt, die allen Denen, welche anwesend waren, unvergeßlich bleiben wird. Am Nachmittag um 3 Uhr zog der Verein mit der be währten Militärmusik unter Leitung des Großh. Musik Direktors Krauße an der Spitze durch die Stadt, dann auf Steinhäußers Felsenkeller. Das Concert, welches die Militärkapelle trefflich gab, wurde in seinen beiden ersten Theilen von 4 Reden unterbrochen. Die erste auf Kaiser und Großherzog wurde von H. Bindewald gehalten, dann toastirte Prof. Dr. Köstlin auf den Kronprinzen, der beiden Helden Bismarck und Moltke gedachte stud. H. Schäfer, des Heeres Candidat Buchner und des alles umfaßenden Vaterlandes, würdig abschließend, Gerichts— schreiber Weber. Das Concert erfreute uns noch bis zu später Abendstunde. Der Verein darf auf den gestrigen Tag mit Freude zurückdenken; möchte diese Feier noch recht oft im Frieden so zu begehen ihm beschieden sein!
Allerlei.
Höchst. Einige hiesige Metzger haben den Preis des Rindfleisches von 56 auf 50 Pf. herabgesetzt.
Berlin, 19. Aug. Ein blutiger Straßenkrawall, an welchem sich mehr denn 300 Menschen betheiligten und in welchem zwei todt auf dem Platze blieben und zehn schwer verwundet wurden, wurde gestern Mittag zwischen 12 und 1 Uhr zwischen Mauerern und Kanali satlons⸗Erdarbeitern auf dem Nollendorfplatz ausgefochten Der Kampf wurde mit solcher Erbitterung geführt, daß es den hinzugekommenen Polizeibeamten nicht möglich war, den Frieden wieder herzustellen oder Verhaftungen vorzunehmen; erst einer später aufgebotenen Polizeimacht gelang es die Rasenden auseinander zu bringen. Zahl— reiche Verhaftungen wurden dann später vorgenommen
Biebrich, 21. Aug. Wie bereits im„Frankfurter Journal“ des Oefteren mitgetheilt, werden leider immer neue Reblausherde in hiesiger Gemarkung, wie auch am 19, d. in der Wiesbadener Flur, entdeckt. Der Landrath des Landkreises Wiesbaden hat nun in Anbetracht dessen elne Verfügung erlassen, wonach alle Besitzer und Ver— walter von Rebenpflanzungen, sowie alle diejenigen Per— sonen, welche damit in Berührung kommen, dringend ersucht werden, das Angraben von Rebstöcken und jede Untersuchung auf das Vorhandensein der Reblaus wegen der damit verbundenen Gefahr der Verschleppung durch Schuhwerk, Arbeitsgeräth ꝛc. zu unterlassen, auch diese Verrichtungen anderen als den amtlich legitimirten Sach verständigen unter keinen Umständen zu gestatten.
Straßburg, 20. Aug. Die Gesundheit des Bi— schofs Räß hat in letzter Zeit zu ernsten Befürchtungen Anlaß gegeben. Wenn auch im Augenblick das Leben des greisen Bischofs nicht in Gefahr steht, wollte derselbe doch mit den Sterbesaeramenten versehen werden.
Hachenburg, 17. Aug. Vorgestern explodirte auf der 1½ Stunde von hier entfernten Pulverfabrik bei Mudenbach, wahrscheinlich in Folge Funken gebender Rei— bung, die Trockenkammer mit einem donnergleichen, fast über den ganzen Oberwesterwald hörbaren Knall. Das Dach des nahestehenden, viel Pulver enthaltenden Lager— raumes hatte auch bereits Feuer gefangen, doch ist es, da Hilfe sehr rasch zur Stelle war, gelungen, die Flammen des Daches zu löschen und dadurch ein weiteres großes Unglück zu verhüten. Bei der Explosion wurden 5 Ar— beiter, worunter 4 Familienväter, gräßlich verstümmelt. In Folge des gewaltigen Luftdruckes sind in den um— legenden Dörfern viele Fensterscheiben zersprungen. Hier
in Hachenburg sprangen durch den Laftdruck Fenster und Thüren auf.
Warschau. Die Stadt Luknikt im Gouvernement Kowpo(halbwegs zwischen Memel und Schawlt; ist niedergebrannt. Dle Stadt war hauptsächlich von Juden bewohnt; die Noth soll außerordentlich groß sein.
Altgermanische Schiffsfunde.
Das erste derartige Boot ist im Nydamer Moor bei Düppel gefunden worden. Es hat die ansehn— liche Lange von 24 m; die Breite von 3,41 m charakterisirt dasselbe wesentlich als ein Ruder— boot, und es zeigt auch keinerlei Vorrichtungen, welche auf den Gebrauch von Segeln schließen ließen. Das Boot ist auf den Kiel gebaut und wetteifert in seiner feinen, schönen und zweck— mäßigen Form mit den besten Modellen der Neuzeit. Admiral Werner sagt darüber, es sei vom nautisch-technischen Standpunkte aus ein außerordentlich gelungener und überraschend voll— kommener Bau, und es erscheint dies um so bemerkenswerther, als der Fund auf den Anfang des 4. Jahrhunderts n. Chr. festgesetzt werden kann. Entgegen den Ruderschiffen der klassischen Völker des Alterthums, welche nur eine Fahrt— richtung hatten, ist das Nydamer Boot nach beiden Enden spitz auslaufend; es hat 15 Ruder auf jeder Seite, und die Ruderbänke sind leicht zu versetzen, so daß man gleich gut nach rück— wärts wie nach vorwärts rudern kann. Schon Tacitus schildert an den Schiffen der Suionen die charakteristische Verschiedenheit der Bauart gegen die nur beschränkt seefähigen Kriegsfahr— zeuge der Mittelmeervölker, und es scheint nach den Annahmen gelehrter Forscher auch nicht un— wahrscheinlich zu sein, daß wir es hier mit einem Schiffe skandinavischer Goten zu thun haben, welche wohl unter jene allgemeine Bezeichnung des Tacitus zu stellen wären. Ein Raubzug hatte sie zu der schleswigschen Ostküste geführt, sie sind aber erlegen, und die gesammte Kriegs— beute ist, nach dermaligem Gebrauch, durch Ver— senken in die Meeresbucht, das Rütern-Moor, von dem siegreich abwehrenden Volke des Landes den Göttern geopfert. Wer aber könnte dieses heimische Volk anders gewesen sein als die Ang— lier, Angeln, welche auch ebenso Tacitus schon kannte, nebst den Varinern— Warnow— und andere Völkerschaften, wie deren heiligen Hain auf einem Eilande des Weltmeeres, dem heutigen Fehmarn vermuthlich? Sollten die Angeln den Bau solcher für oceanische Fahrt ganz wohlge— eigneter Seefahrzeuge nicht schon früher selbst gekannt haben, so wäre es ihnen bei der nahen Beziehung zu den skandinavischen Nordvölkern auf solche Art zur Kenntniß gekommen und be— reitete sie vor zu dem weltgeschichtlich-bedeu— tungsvollen Unternehmen gegen Britannien, im Verein mit den Sachsen von dem heutigen Hol— stein und der Elbmündung, im 5. Jahrhundert. Ruderschiffe reichten allerdings nicht aus für so lange Fahrt über das freie Meer, aber der Uebergang zur Verwendung der Segelkraft war nach so kunstgemäß baulichen Anfängen nur noch ein kurzer Schritt zu folgenreicher Weiterung freilich, denn schon im 4. Jahrhundert sagt Claudian:„Auch mit ungünstigem Winde ist der Sachse— in Britannien zu fürchten.“ Sie verstanden es also, gegen den Wind zu lavieren, zu kreuzen, diese Angeln und Sachsen, eine Kunst, welche dem ganzen Alterthum und bis zu ihnen überhaupt unbekannt war. Die drei Kiele, Kerlen, mit denen Hengist und Horsa einst in Britannien landeten, werden demnach Schiffe von ähnlich geschicktem Bau wie das Nydamer Boot gewesen sein, nur entsprechend breiter gestaltet zu ausgiebiger Sicherheit für den Gebrauch von Segeln.
Erst im 8. Jahrhundert haben sich Vikinger— schiffe in England gezeigt, und König Alfred der Große spricht zuerst von den Normanen. Die Eroberer Englands hatten sich vorwiegend dem Landbau zugewendet und die nun auftreten— den Skandinavier erscheinen gewissermaßen wie die Erben der frühen nautischen Kunst der Angel— sachsen. Das Vikingerboot von Christiania möchten wir als den Typus der Schiffe der
angelsächsischen Eroberer ansehen. Es ist zien
jeder Seite können aber 16 lange Ruder einge setzt werden für nöthige Fälle. Vorn wie hinten spitz zugeführt, zeigt das Boot ebenso wie das Nydamer alle Feinheit und Wohlberechnung der Formen, wie sie die Fahrt bei hohem Wogen gange erfordert. Am Steuerbord ist ein freies Ruder angesetzt zur Steuerung des Schiffes, Der Mast trug ein großes viereckiges Segel wie ein Raasegel von Wollengewebe mit farbigen Rändern und Verzierungen. Man sieht das Bog als etwa dem 9. Jahrhundert zugehörig an.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 20. August. Buttermarkt. Butter kostet; per Pfd. M. 1.00— 1.10. Eier 1 St. 6 Pf.
Homburg, 18. August. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 10.—12., per Gescheid 15— 18 Pf., Eler pen Stück 6 und 7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20.
Gießen, 20. August. Auf dem heutigen Markt koste Butter per Pfund 0.85— 0.95, Eier 2 Stück 11 Pf., Käse per Stück 4—8 Pf., Tauben per Paar 50-60 Pf., Hühner per Stück M. 0.80 0.90, Hahnen per Stück M. 0.50— 1.10, Enten per Stück M. 1.20— 1.50, Ochsen⸗ fleisch per Pfd. 62—64 Pf., Kuh- und Risdfleisch 54 bis 56 Pf., Schweinefleisch 5460 Pf., Hammelfleisch 50-62 Pf. Kalbfleisch 40— 45 Pf., Kartoffeln pen 100 Kilo M. 8.00— 9.00, Zwiebeln per Ctr. M. 77.50,
Frankfurt, 19. Aug. Heu- und Strohmarkt. Es kosteten Heu 100 Kilo M. 5.20—7., Stroh M. 4605.40, — Engrosmarkt. Butter der Ctr. M. 100—103., Eien das Hundert M. 6—8., Erbsen 100 Kilo M. 1821.50, geschälte M. 20—30., grüne Erbsen 50 Kilo M. 1820, Linsen M. 30—50., Bohnen weiße M. 20— 24. Stangen⸗ bohnen M. 14—16., Kartoffeln 100 Kilo M. 9— 11, Zwiebeln per Ctr. M. 8—9., Einmachgurken das Hundert M. 1— 1.50., Sauerkraut M. 8.
Frankfurt, 20. Aug. Wochenmarkt. Fleischpreise unverändert. 1 Hahn M. 1—1.80., 1 Huhn M. 1.20 bis 2.50., Welsche M. 10 12., Gans das Pfd. 70 Pf, Ente M. 2—3.50., Taube 40—60 Pf., Poulardem M. 2.50— 3.50., Capaun M. 3.50- 5.,— Neue Kar⸗ toffeln per Gescheid 12— 15 Pf., Gelberüben der Pack 6 Pf., Spinat die Portion 30—50 Pf., Blumenkohl. 50—60 Pf., Kopfsalat 6—8 Pf., Endivien 10 Pf., Es karol 10—12 Pf., Gurken 3— 10 Pf., Carotten 10 bis 15 Pf., Weißeruͤben 2 Pf., neue Erbsen per Pfd. 20 bis 25 Pf., Schneidebohnen das Pfund 12— 15 Pf., Zucker schoten 15— 20 Pf., kleine Zwiebelchen per Liter 30 bis 40 Pf., Zwiebeln das Gescheid 20—24 Pf., Sellerle. 10—20 Pf., Meerrettig 20 Pf., Mauskartoffeln per Pfd. 15—18 Pf., Römischkohl per Portlon 20-30 Pf, Romalnsalat 10—12 Pf., Brockelbohnen 8—14 Pf, Wachsbohnen 12—20 Pf., Einmachgurken per 100 St, M. 1—1.50., Zuckergurken per Stück 12—20 Pf, Kohl rab 3—4 Pf., Weiskraut 20 Pf., Rothkraut 30 Pf, Wirsing 15 Pf., Butter M. 110 1.30., Eier das St, 6—9 Pf., ganze Erbsen 16—20 Pf., geschälte Erbsen 20—24 Pf., grüne Erbsen 16—22 Pf., Linsen 20 bis 30 Pf., weiße Bohnen 16—22 Pf. das Pfd.
Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Dienstag den 23.: Vorstellung zu Ehren des deutschen Radfahrerbundes: Undine. Küuhleborn: Herr Heine als Antrittsparthie. Große Preise.
Mittwoch den 24.: Gastspiel des Herrn de Grach: Lohen⸗ grin. Lohengrin: Herr de Grach. Außer Abonnement, Große Preise.
Donnerstag den 25.: Don Juan. als Gast. Große Preise.
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Octavio: Herr Paul
Prophet. Johann von Leyden: Herr Hanschmann. Außer Abonnement. Große Preise. Samstag den 27.: Hans Heiling. Große Preise. Sonntag den 28.: Figaro's Hochzeit. Große Preise.
Schauspiel haus.
Dienstag den 23: Goldfische. Große Preise
Mittwoch den 24.: Vorletztes Auftreten von Herrn und Frau Stägemann: Der Veilchenfresser. Gr. Preise.
Donnerstag den 25.: Abschtedsvorstellung von Herrn und Frau Stägemann: Feenhände; hierauf Simson und Deltla. Außer Abonnement. Große Preise.
Freitag den 26.: Geierwally. Große Preise.
Samstag den 27.: Neu einstudirt: Ein delteater Auf: trag. Hierauf Flattersucht. Lamp, Tourns und Cham pignae, Herr Schönfeldt als Antrittsrollen. Gr. Pr.
Sonntag den 28.: Zu Goethe's Geburtstag: Egmont. Ferdinand: Herr Hayer als Gast. Große Preise.
Montag den 29.: Zur Erinnerung an die erste Auffüh⸗ rung des„Don Carlos“ vor 100 Jahren: Don Carlos,
Für Klein⸗Auheim gingen welter ein: Von Domänenrath Stoltz M. 2., im Ganzen also M. 8., die wir heute an das Comité ab⸗ sandten. Die Exped. des Oberhessischen Anzelgers.
lich ebenso lang wie das Nydamer Boot, mut ist es wesentlich breiter, nämlich 5 Meter; c hat die Vorrichtungen zum Einsetzen eines Mastes 0e und ist also ausdrücklich ein Segelfahrzeug; a 14 Possan
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