Hienstag den 22. November.
4 138.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Monta„Mittw und Freitag Abend ausgegeben. 5
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
tnnoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf., lok . auswärtigen Einsendern( f., lokale
0 ö Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11„ Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. D Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der e we b üg ide e
eigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Betreffend: Herberge zur Heimath in Friedberg.
Co, Um Mittheilung luswa
Ausschreiben.
Friedberg den 17. November 1887.
Das Großherzogliche Kreisamt
Diejenigen von Ihnen, welche uns fü S 8 f unserer Verfugung vom 23. September l. J. werden wiederholt an baldige Erledigung erinnert. 8: 5
Friedberg den 17. November 1887.
Amtlicher Theil.
Bekann tm ach ung. 4
Friedberg den 18. November 1887.
Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. — Kreisblatt Nr. 114— noch nicht entsprochen haben,
Dr. Braden.
des Aufenthaltes des Peter Baumann aus Nauborn wird gebeten.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Um Auskunft über den dermaligen Aufenthaltsort des Heinrich Schmidt von Quirnheim, welcher als Zeuge vernommen werden soll, wird ersucht.
Der Großherzogliche Amtsanwalt. Wagner.
Deutsches Reich. Darmstadt. Dem Schullehrer Staab zu Malnz and dem Schullehrer Weiffenbach zu Pfaffen-Schwaben— eim wurde das silberne Kreuz des Philipps-Orden erltehen, der Pfandmeister Stellwag in Groß Gerau nach [Darmstadt, der Pfandmetster Brauns zu Schotten nach 12 versetzt, der Steueraufseher Küster zu Offenbach
7
U Dr!
m Pfandmeister in Nidda ernannt, der Distrikts Einnehmer empf in Gedern in den Ruhestand, der Distrikts Ein— ehmer Flz in Reichelsheim nach Gedern und der Steuer— ufseber Gimbel in Mainz in den Ruhestand versetzt. Berlin, 18. Nov. Der Kaiser und die Kalserin on Rußland sind heute morgen 10 Uhr eingetroffen. er Kaiser fuhr mit dem Prinzen Wilhelm in rus— cher Uniform im offenen vierspäunigen Wagen, de Kaiserin mit der Prinzessin Wilhelm in ge— en blossenem Wagen. Der Kaiser Alexauder und Prinz Wilhelm stiegen vor dem russischen Bot— syaftshotel aus und schritten die Front der Ehren Compagnie ab. Die Kaiserin und Prin— ssin Wilhelm verblieben im Wagen. Der sissische Kaiser trat alsdann in die Botschaft
N
1
uin, woselbst Kaiser Wilhelm denselben herzlichst
2„ egrüßte. Die Prinzen Albrecht, Leopold und r ch de am Bahnhof gewesenen Prinzen und Prin— andes ke* Issinnen begaben sich sämmtlich nach der russi— ben Botschaft. Nach Ablieferung der 3 Fahnen
s Alexander⸗ Regiments im Botschaftspalais, folgte der Vorbeimarsch der Ehrencompagnie, kährend beide Kaiser am Fenster standen. Kaiser Bilhelm fuhr sodann nach dreiviertelstündigem Lerweilen nach seinem Palais zurück unter leb— ten Acclamationen des massenhaften Publi— Kaiser Wilhelm und die Prinzen trugen
schen Auffassung. Das Galadiner beim Kaiser bestand aus 98 Couverts. An demselben nahmen außer den sonstigen Gästen neben dem Reichs— kanzler auch die Fürstin Bismarck und Graf Herbert Bismarck Theil. Bei der Galatafel wurde sebr bemerkt, daß der Zar gegen Ende sein Glas erhob und dem Reichskanzler, der etwas entfernt saß und welchen er besonders darauf aufmerksam machen ließ, in aller Stille zutrank. Die Galaoper fiel aus; die Abreise der russischen Gaͤste erfolgte bereits 9½ Uhr Abends.
1
Nov. Im Gegensatz zu den bis— herigen Nachrichten über die vorgestrige Ent— lecrung des Geschwürs im Halse des Kronprinzen meldet der Correspondent des„Berl. Tagbl.“ aus San Remo, es habe sich gestern nach genauerer Untersuchung des Auswurfs sowohl, wie nach allen sonstigen Erscheinungen in und unter dem Kehlkopfe herausgestellt, daß die Sachlage mate— riell verändert sei. Die Prognose habe sich dadurch bedeutend verschlimmert, indem jetzt zweifellos Krebserweichung vorliege. Die aus— geworfenen Theile seien nämlich Krebszellen schlimmer Natur und ließen auf den Charakter der anderen sichere Schlüsse ziehen. Es stehe also auch schon die specielle Gattung der vor— liegenden Krebsnatur fest, es handle sich um den sogenannten weichen Krebs. Alle unteren Gewebe, welche in der vorigen Woche entzündet oder angeschwollen erschienen, seien angegriffen und voll Krebszellen. Professor Virchow hat den vorgestern zum Vorschein gekommenen Aus—
4 f ms. il* ssische Uniformen und Orden. Um 11½ Uhr
ghachte der russische Kaiser dem Kaiser Wilhelm wurf aus der Kehlkopfentzündung des Kron— men Gegenbesuch, begleitet von General Werder. prinzen zur Untersuchung bereits heute erhalten. Das Aussehen Alexanders ist ganz vorzüglich.— 20. Nov. Die Nachrichten, welche in den . er russische Kaiser kehrte nach halbstündigem letzten Tagen aus San Remo hier einliefen, Lerweilen aus dem Palais des Kaisers Wilhelm lassen leider einen Schluß auf eine günstige 0 rück. Später machte der russische Kaiser den Wendung im Verlauf der Krankheit unseres Kron⸗ n wesenden Prinzen einen Besuch. Kurz vor prinzen nicht zu. Noch gestern wurde der„Voss.
Uhr machte die russische Kaiserin mit ihren Ztg.“ aus San Remo telegraphirt, daß man
if Kindern dem Kaiser Wilhelm einen längeren Fbesuch. Fürst Bismarck begab sich sodann um ½% Uhr zum Kaiser von Rußland in das Bot⸗ Lkaftshotel; derselbe hatte im Laufe des Nach— Mitags den General-Adjutanten des russischen ö elsers, Tscherewin, empfangen. Die wichtigste
age, ob die Zusammenkunft einen polltischen Narakter hat, dürfte wohl dadurch entschieden I daß Fürst Bismarck in einer eine Stunde Aigen Audienz beim Czaren verweilte. Ein bloser ü flichkeltsbesuch war das sicher nicht. In hiesigen
en mit dem Kanzler dahin auf,
de; die Mehrheit neigt zu einer optimisti—
eischen Kreisen faßt man die Unterredung des daß auf ö den Fall Klarheit in die Situation kommen vom Kaiser verabschiedet.
glaube, die Nothwendigkeit einer Operation könne bald und plötzlich eintreten. Gestern ist Dr. Bra— mann dort eingetroffen. Um so bewunderns— werther ist der Muth, mit welchem der hohe Patient sein Leiden erträgt.
— Dem Vernehmen nach staͤnde die Er— nennung des Prinzen Wilhem zum Generalmajor in naher Aussicht. Prinz Wilhelm ist definitiv mit der Vertretung des Kaisers bei besonderen Gelegenheiten, in denen der Kronprinz bisher den Kaiser vertreten hat, betraut worden. Prinz Heinrich reist morgen früh über Darmstadt nach San Remo ab; er hat sich bereits heute Abend
Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, welche, einer Einladung des Kaisers folgend, sich heute hierher begeben, reisen von hier übermorgen nach Cannes. Der Großherzog von Sachsen-Weimar ist heute mit zwei Adjutanten hier eingetroffen.
— Die Mitglieder der deutschen wissenschaft— lichen Forschungsstation im Kamerungebiet sind, wie die„N. A. Z.“ meldet, am 5. v. Mts. in Groß-Batanga gelandet. Lieutenant Wißmann hat sich nach Madeira zurüͤckbegeben müssen, da seine durch die langjährigen afrikanischen Stra— pazen angegriffene Gesundheit ihm einen längeren Aufenthalt in der Reichshauptstadt unmöglich macht.
— Die Nachsteuer für Branntwein hat nicht 18, sondern sogar 24 Million erbracht, was einem Quantum von 800,000 Hektoliter entspricht.
— Der socialdemokratische Führer Bebel ist, der„M. Z.“ zufolge, mit englischen Socialisten— führern über einen zum März nach London ein— zuberufenden internationalen Socialistencongreß übereingekommen.
Breslau, 17. Nov. In dem Socialisten— prozesse wurden durch das heute publicirte Urtheil 8 Angeklagte freigesprochen, 29 zu Gefängniß— strafen von vier Wochen bis zu einem Jahre verurtheilt. Bezüglich von 5 Angeklagten wur— den die erkannten Strafen als durch die Unter— suchungshaft verbüßt erachtet. Der Gerichtshof beschloß, sämmtliche Angeklagte, bis auf drei, aus der Haft zu entlassen.
Hamburg, 17. Nov. Die Polizei ver— haftete 60 Socialisten in ihrem Schlupfwinkel im Vororte Barmbek. Eine Schriftenkiste wurde beschlagnahmt.
Kiel. S. M. Kreuzercorvette„Louise“, Commandant Corvetten-Capitän Claußen von Fink, ist am 17. Nov. er. in Madeira einge— troffen und beabsichtigt am 19. desselben Monats wieder in See zu gehen.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 17. Nov. Die österreichische Delegation genehmigte die Budgets des Aeußeren, des Kriegs und der Marine, ferner die des Finanzministeriums und des obersten Rechnungshofes, sowie den Ansatz der Zollgefälle unverandert.
— 19. Nov. Die österreichische Delegation genehmigte das Ordinarium des Heeresbudgets. — Hiesigen Meldungen zufolge werden die mehrfachen neulichen Meldungen über russische Truppenverstärkungen an der deutschen und österreichischen Grenze authentisch bestätigt, mit dem Beifügen, daß dieselben eigenmächtig vom
— 18. Nov. Der Großherzog und die
Kriegsminister Wannowski angeordnet wurden,
Annoncen von
3


