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ficationen auf ein halbes Jahr, vom 1. Januar bis 30. Juni 1888, zu verlängern.
Danemark. Kopenhagen, 19. Oet. Im heutigen Folkething wurde das provisorische Finanzgesetz für das laufende Jahr mit 68 gegen 25 Stimmen abgelehnt. Ein offener Königs— brief vertagt daraufhin den Reichstag bis zum 5. Dezember und es wurde ein neues provisori— sches Gesetz veröffentlicht, wodurch die Regie— rung ermächtigt wird, im laufenden Finanzjahre die bestehenden Steuern weiter zu erheben und die nothwendigen Ausgaben zu bestreiten.
Schweden. Christiania, 20. Oct. Die Ministerkrise gilt für beendet; saͤmmtliche Mi— nister haben sich entschlossen, im Amte zu ver— bleiben.
Frankreich. Paris, 19 Oct. Der Kriegs- minister traf heute wieder von der Besichtigung der Befestigungen an der Ostgrenze in Paris ein, wird morgen im Ober-Kriegsratbe und am Samstag im Vertheidigungsrathe den Vorsitz ein— nehmen. Laut dem„Echo de l'Est“ werden die Besatzungen an der Ostgrenze Frankreichs ver— stärkt. Pont ⸗à Mousson, wo bis jetzt ein Husaren⸗ Regiment liegt, wird eine Cavallerie-Brigade mit einer Batterie Artillerie und einem Jäger— Bataillon erhalten.
— Caffarel erhielt den Abschied und wurde aus der Armeeliste gestrichen. Der Ehrenlegions— rath sprach sich dahin aus, daß Caffarel in den Listen der Ehrenlegion zu streichen und ihm das Recht abzusprechen sei, irgend welches Ordens— zeichen zu tragen.
Großbritannien. London, 19. Oct. Auch heute früh begannen vereinzelte Gruppen sich in der Nähe des Trafalkar-Square zu
sammeln. Die Polizei hatte große Mühe, eine Concentrierung der Gruppen zu verhinderu und dieselben in Bewegung zu halten. In Folge der Haltung der Menge hat die Polizei große Vorsichtsmaßregeln ergriffen um jede Ruhests rung zu verhindern.
Italien. Rom. Durch Decret des Königs ist das Parlament auf den 16. November ein— berufen worden.
Serbien. Belgrad, 19. Oct. Wie ver⸗ lautet, sind die Verhandlungen betreffs des Han— delsvertrages mit Rumänien dem Abschlusse nahe. Die rumänische Regierung hat heute einen Ver— tragsentwurf übersandt.
— 19. Oct. Seit gestern haben sich etwa 500 Arnanten beim Orte Mavritz an der serbi— schen Grenze zusammengeschaart. Bei Materowa erfolgte gestern ein unerwarteter Ueberfall seitens der Arnanten gegen drei serbische Grenzposten. Nach längerem Kampfe wurden die Arnauten zurückgeworfen. Die Serben hatten zwei Schwer— verwundete. Der Verlust der Arnauten ist nicht bekannt.
Rumänien. Bukarest. Wie die„Revue de l'Orient“ wissen will, soll der rumänische Ministerpräsident Bratiano demmächst eine Reise nach Wien und Berlin unternehmen, als deren äußerer Vorwand die Consultirung von Aerzten bezeichnet wird.
Türkei. Constantinopel. Die Haltung der Mächte zu der bulgarischen Frage und die Isolirung Rußlands und Frankreichs übt auf die Pforte einen sehr bemerkbaren Einfluß aus. Nach einer Meldung der„Pol. Corr.“ hat der Sultan die Audienz Nelidow's verschoben und den türkischen Botschafter in Petersburg, Schakir Pascha, angewiesen, über einige Punkte der russischen Antwort auf die letzte Note der Pforte ergänzende Aufklärungen einzuholen; hieraus, sowie aus einigen anderen Anzeichen will man auf eine Wendung der türkischen Politik schließen; eine förmliche Einstellung der Unterhandlungen mit Rußland soll jedoch nicht eintreten.
Aus Stadt und Land.
k. Ockstadt. Das Erlegen des weiblichen Hirsch— und Reh Wildes ist vom 1. September resp. 15. Oetbr. bis zum 1. Februar und 15. Dezember jeden Jahres bei uns in Hessen erlaubt. Nun ist in Folge dieser Gesetz— gebung einerseits und der starken Ausnutzung durch gar viele Jagdpächter andererseits das in den Wäldern des Taunus sich aufhaltende Hochwild schon fast mehr als
deelmtrt worden und es sind unter unseren Nimroden leider viele, die im gegebeneu Augenblick sich des„Los— drückens“ nicht erwehren können. Möchten diese Worte nicht ungelesen bleiben; es ist der Wunsch, daß ste An— klang finden möchten bei allen Jagdpächtern, wenigstens in unserer Gegend. Es ist doch gar schön, wenn man im Walde, zur Stunde der Erholung das Vergnügen hat „ein Hirschlein oder ein Reh zu sehen“, und es in der freien Natur belauschen zu können; dem Lalen kommt es dann gar nicht darauf an, einen„Gehörnten“ oder eln „Thier“ zu sehen; hat es keine Hörner, so sieht er sich die„Lauscher“ für solche an, er hat aber doch gewiß mehr Vergnügen gehabt, als wenn er gar nichts derartiges gesehen hätte. Man thut ja gar so vieles zum Schutze der Thiere, warum sollte nicht auch hler dem„Hin— morden“ Einhalt gethan werden können. Es ist ja nicht nothwendig, daß dle Pächter ihre Pacht herausschießen, man kann ja seine übrigen Schüsse auch sehr gut auf Raubzeug anbringen, so auf Füͤchse und den sich gar sehr vermehrenden Bussard, Falken und Sperber, die doch die niedere Jagd sehr schädigen. Es ist fuͤr den Jäger ein Hochgenuß einen gehörnten Hirsch oder Rehbock zu erlegen, aber sehr verheerend für den Jagdbestand, wenn man gegenwärtig die Thlere, welche fast sämmtlich aufgenom men haben, schonungslos erlegt; dann könnte man sie doch gerade so gut das ganze Jahr schießen. In Preußen, Bayern und anderen deutschen Staaten ist diese Heege besser gesetzlich geschützt; hier in Hessen bleibt jedoch dieser Schutz dem jeweiligen Jagdpächter anheimgestellt, weß— halb das hier Gesagte an eben diese Pächter mit der Bitte gerichtet sein moͤge, dem sich an der Natur und ihren Creaturen erfreuenden und sich im Walde erholenden Publlkum durch thunlichst schonendes Abschießen besagten edlen Wildes entgegen zu kommen; sie werden sich gewiß den Dank vieler Naturfreunde verdtenen.
t. Bad⸗ Nauheim, 20. Oet. Gestern Abend wurde das Kind eines hiesigen Arztes schrecklich verletzt durch den Hund eines hiesigen Villenbesitzers. Der Hund fiel das mit dem Kind des Hausbesitzers spielende Kind des Arztes an und brachte ihm entsetzliche Bißwunden an Arm und Bein bet, fiel auch zu Hülfe eilende Arbeiter an und wurde schließlich von Letzteren todt geschlagen. Hoffentlich verläuft die Sache für das unglückliche Kind ohne weitere schlimme Folgen.
Mainz, 19. Oetbr. Der Gouverneur von Mainz, Generallteutenant Graf v. Schlippenbach, ist auf Ansuchen zur Disposition gestellt worden. Er war lange Jahre Generalstabsoffizier, zeichnete sich bel Mars la- Tour an der Spitze des ersten Bataillons des 52. Infanterie Re— giments hervorragend aus, bei welcher Gelegenheit er wie
die anderen Offiziere des Batatllons schwer verwundet
wurde. Später war er Commandeur der Kriegsschule in Potsdam und demnächst seit 1881 Inspecteur aller Kriegs- schulen. Zum Gouverneur von Mainz wurde er als Nach- folger des Generals v. Woyna erst im August v. J. ernannt.
Allerlei.
m. Frankfurt. Bei der vom 4.— 7. Oetober da⸗ hier stattgefundenen ersten Maschinen- Prüfung der Con- kurrenz für Dörr-, Schäl⸗ und Schneidmaschinen der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft, die bekanntlich unter dem Protectorat des Kronprinzen steht, sind nach sorgfältigster und erschöpfendster Prüfung der beiden höchsten Auszeichnungen im Belaufe von zusammen M. 500 den Maschinenfabriken von Mayfarth& Co. dahter zuerkannt worden und hat diese Firma damit die absolut höchste und einzige derartige Auszeichnung, die von der Gesellschaft bis jetzt überhaupt ertheilt wurde, erhalten.
fk. Soden. Unter den Geschenken, welche dem Kron— prinzen zum Geburtstag zugingen, befindet sich, wie wir vernehmen, auch eine, zur Gesundheit des hohen Herrn förderliche Gabe von unserem Kurorte, wo vor Jahren (1869) auch der kronprinzliche Schwager, Großherzog Friedrich von Baden Genesung fand und zu dankbarem Andenken kostbare Zierpflanzen für den Kurpark stiftete. Es besteht nämlich obiges Geschenk aus einem eleganten Kästchen mit Sodener Mineralpastillen, von welchen der Kronprinz schon vor einiger Zeit eine Sendung empfangen hat und die ihm nun von Seiten der Frankfurter Firma, welche die Sodener Brunnenproduete vertreibt, zum Fest— tage in huͤbscher Umhüllung neuerdings dargebracht worden.
Handel und Verkehr.
Bußbach, 19. Oetbr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.05—0.00. Käse per Pfd. 44— 45 Pf., Eier 1 Stück 7 Pf.
Frankfurt, 19. Oet. Wochenmarkt. Ganze Erbsen per Pfd. 12— 20 Pf, geschälte Erbsen 14— 22 Pf., Linsen 18— 28 Pf., weiße Bohnen 18—20 Pf., Butter 50 Kil. M. 95.—98., das Pfd. M. 1.10— 1.40, Eier das Hun⸗ dert M. 5.50— 7.50, das Stück 6—8 Pf. Fleischpreise unverändert. Geflügel: Hahn M. 0.70— 1.50, Huhn M. 1.— 2.50, Welsche M. 12., Gans 60—70 Pf. das Pfd., Ente M. 1.50— 3., Taube 35— 50 Pf., Poularden M. 2.50— 3.50, Capaun M. 3.50- 5. Hase M. 2.803. Kartoffeln das Gescheld 10—15 Pf., Gelberüben 6 Pf. der Pack, Spinat 40—50 Pf., Rosenkohl 40 60 Pf. per Portlon, Blumenkohl 40- 80 Pf., Kopfsalat 10 Pf., Endivien 8— 10 Pf., Eskarol 8—10 Pf., Feldsalat 12 bis 20 Pf., Romainsalat 30 Pf., Carotten 10— 12 Pf., Feldrettige 12— 15 Pf., weiße Rüben 2 Pf., kleine Zwle— beln per Liter 30 Pf., Zwiebeln 100 Pfd. M. 7.— 8., das Gescheld 20 Pf., Sellerie 10—20 Pf., Meerrettig 15—20 Pf., Knoblauch 100 St. M. 1.80, Mäusekar⸗ toffeln das Gescheld 20— 25 Pf., Wirsing 12— 15 Pf., Weißkraut 10— 12 Pf., Rothkraut 20-30 Pf., Kastanien 30 Pf., Maronen 30 Pf., Römischkohl 20— 30 Pf., Perl⸗
zwiebeln per Pfd. 60 Pf., Elnmachgurken das Hund M. 2.— 2.50, Kohlrabl 31 Pf. 5
Frankfurt, 20. Oet. Fruchtber. Hiesiges Weszenm 27.00—28—ꝓfJ
Nr. O0 M. 30.00— 32.00, Nr. 1 M. Nr. 2 M. 24— 26, Nr. 3 M. 22.50— 24, Nr. 4 M. 18
Nr. 5 M. 14.50— 15.50, Milchbrod- und Brodmehl im Ven band M. 49— 54, norddeutsche und westfälische Welz, mehle Nr. 00 M. 22.50— 23.50, Roggenmehl(hlesigess Nr. 0 M. 21.25— 20.00, Nr. 0/1 M. 19.50— 21.00, Nr. M. 17.50— 18.50, Nr. 2 M. 14.50 15.50, Heu per Eig.
M. 2.75— 3.25, Stroh M. 2.50— 0.00, Roggenkse, e
M. 4 25— 4.50, Weizenklete M. 3.80, Malzkeime M. 30 bis 3.75, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspen M. 1.20, Rapskuchen M. 5.75, Sesawkuchen M. 55.28 Mohnkuchen M. 3.75— 4.00. Reismehl mit garant 22 bis 24% Fett. und Protéin⸗Gehalt M. 4.50— 4% (Sämmtliche Artikel bel Abnahme von 200 Cenkner an“ Rüböl im Detail M. 53.
Frankfurt, 20. Oet. Viehmarkt. Es waren an, getrieben 415 Kälber, 86 Ochsen, 54 Kühe. Källe kosteten 1. Qual. M 50.—55., 2. Qual. M. 45.—4% Ochsen 1. Qual. M. 58.—60., 2. Qual. M. 50.—51ʃ. Kühe 1. Qual. M. 52.—54., 2. Qual. M. 46. 50.
Verloosung.
Freiburger 15 Fres.⸗Loose vom Jahre 186 Ziehung am 15. October 1887. Gezogene Seren: Nr. 10 225 261 603 765 1021 1072 1285 1377 1995 25% 2582 2732 2740 2788 2792 2850 3139 3365 3424 34% 3553 3687 3717 4054 4163 4186 4323 4656 4756 477 4781 4807 4827 4967 5275 5319 5570 5599 5690 609% 6102 6315 6385 6506 6672 6818 6893 6947 699 70. 7752. Die Prämien-Ziehung findet am 15. Novenbe, dieses Jahres statt. 3
Literarisches. 4 N
Dahelm Ne. 2 enthält: Eulen und Krebse. For
— Eine unblutige Eroberungsfahrt an der oslafrikaß,“ schen Küste. Briefe von Fr. von Bülow.— Toblach das Pusterthal und das Ampezzothal. Von Warmholz⸗ Mit vier Illustr.— Zu unsern Bildern: Im Morgen grauen, und Auf der Tribüne.— Mit der Zelt. G dicht von Fr. Schanz.— Aus dem französischen Kriege — Ein merkwürdiges Grab. Von Th. Trede.— Blinde Passagtere im Suezkanal.— In unserer Spielecke.— Aus der Zeit— für die Zelt.— Frauen Daheim.
Der Lahrer Hinkende Bote für 1888 hat seine Welt⸗ reise angetreten, um seinen Einzug zu halten bel arm und reich, diesseits und jenseits des großen Wassers— zsoweit die deutsche Zunge klingt.“ Auch der vorliegende Jahrgang enthält wieder einen wahren Schatz trefflicher; Lektüre, so daß er auch diesmal wieder sich als dat bewähren wird, was selne früheren Jahrgänge aner kanntermaßen waren, als ein„Culturmittel“, als„din rechte Volkskost, urkräftig und gesund, voll! kernigen Humors und echter deutscher Ge⸗ müthlichkelt“. Neben der bekannten billigen Aus⸗ gabe erscheint seit mehreren Jahren noch eine umfang reichere und elegant ausgestattete unter dem Tltel: „Großer Volkskalender“, welche um den Prels von 1 Mark eine weitere Fülle prächtigen Lesestoffs bietet, Beide Ausgabe bringen eine willkommene Beigabe, be— stehend in zwei Blättern aus Schauenburgs malertschem Volksatlas, die Seetionen Hamburg u. Karlsruhe, welchen bei künftigen Jahrgängen weltere Blätter folgen sollen,
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 20. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer.
a Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Dr. Köstlin, Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candtdat Albert.
Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Kirchenrath Baur. Am 21. Sonntag nach Trinit. Erntefest und Abend mahl in der Burgkirche.
Katholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; ⅝7 Uhr: Austhellung der hl. Communson. 10 Uhr: Hochamt und Predigt, 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. Wegen des unerwarteten Todes des Geistlichen Rathes Keller zu Ockstadt wird die in Aussicht genommene Instal⸗ latlon des hiesigen Pfarrers bis auf Weiteres verschoben.
* Doblaeh prakt. Arzt und Geburtshelfer, I 0 0* El lach, Spezialarzt für Unterleibs-, Haut⸗ und Frauen⸗Krankh., Frankfurt a. M., Stiftsstr. 22 J.
Sprechstunden tägl. von 10—1 und 3—5 Uhr. Nach aus- wärts w. ang. briefl.(H. 64880.) 320⁵
:::.... CCC Rein wollene Lamas
für Hemden und Kleider, per Elle 60, 80, 90 und 100 Pfennig, kauft man am besten und billigsten in großer Auswahl bei Gebrüder Strauss 3562 vis-à-vis der Post.
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