— Füͤrst Bismarck ist persönlich am 14. Marz. dem Geburtstage des Königs Humbert, beim italienischen Botschafter Grafen Launay erschienen, um diesen zu bitten, seinem Könige die Glück wünsche des deutschen Reichskanzlers zu über— mitteln.
Stettin, 19. Maͤrz. Gestern haben der „N. Stett. Ztg.“ zufolge wieder dreizehn Social— demokraten die Ausweisungsverfügung aus Stet tin und Umgegend erhalten.
Ausland.
Oesterreich- Ungarn. Wien, 19. Marz. Am Montag beginnt hier der große Anarchisten— prozeß. Anklage betrifft 15 Personen, welche theils der Brandlegung und des gemein— gefährlichen Gebrauchs von Sprengstoffen, theils des Betruges, des versuchten Diebstahls und des versuchten Raubes oder der Verleitung dazu beschuldigt werden.
Frankreich. Marseille, 19. März. Der hiesige Municipalrath wird wahrscheinlich auf— gelöst, da derselbe gestern anläßlich des Jahres— tages des Comuneaufstandes von 1871 unter Hinweisung auf jenes Ereigniß seine Sitzung aufhob.
Großbritannien. London, 18. März. Das Unterhaus nahm nach neunstündiger De— batte die ersten Positionen des Marinebudgets des nächsten Jahres, betreffend die Mannschafts— ziffer und die Löhnung, und hierauf die Nachtrags credite zum Marinebudget des laufenden Jahres an.
Italien. Rom. Der Pariser„Temps“ meldet von hier, daß der deutsche Botschafter v. Keudell seine Entlassung eingereicht habe. Aus Berlin liegt zwar noch keine Bestätigung dieser Nachricht vor; doch wird dieselbe in der „Köln. Ztg.“ als„nicht unbegründet“ bezeichnet, und zwar unter Hinweis darauf, daß die jetzt abgeschlossenen Verhandlungen über einen deutsch— italienischen Vertheidigungsbund nicht in Rom durch Keudell, sondern in Berlin durch den Grafen Launay vermittelt worden.
— 20. März. General Gens meldet in einer Depesche aus Massauah vom 18. ds., daß sämmtliche Mitglieder der Expedition Salim— benis, mit Ausnahme von Savoiroux, am 17. ds., in Massauah eingetroffen seien. Der General hoffte auch die ungesäumte Auslieferung Savoi— roux' zu erlangen. Das Transportschiff„Stadt Genua“ und das Packetboot„San Gottardo“ sind mit Truppen in Massauah angekommen.
Bulgarien. Sofia. Der ursprüngliche Be— schluß, Karawelow und Nikiforow gegen Caution freizulassen, wurde wegen Entdeckung neuer gra— virender Umstände abgeändert; dieselben werden jetzt vor Durchführung des Prozesses schwerlich aus der Haft entlassen werden. Bei dem In— genieur Below fand man schriftliche Beweise, daß von den Verhafteten unter Aderem geplant wurde, Sofia an vier Ecken in Brand zu stecken.
Türkei. Constantinopel. Der Capitän Nabokow, durch den im vorigen Jahre der Auf— stand in Burgas versucht worden war, hat in der Umgebung von Constantinopel eine aus etwa 100 Mann— meist Montenegriner— be— stebende Bande formirt, um mit derselben in Ostrumelien einzudringen. Die türkischen Be— hörden haben die Regierung in Sofia davon benachrichtigt und lassen sich die Ueberwachung der Bande angelegen sein.
Rußland. Petersburg. Der„Times“ wird gemeldet, daß zuerst die deutsche Polizei von den Vorbereitungen zu einem Mordanschlag auf den Zaren Kenutniß hatte und die russische Polizei benachrichtigte. Daraufhin bewog der Stadt— commandant von Petersburg, General Gresser, den Kaisex und die Kaiserin, Petersburg zu ver— lassen, obgleich die Kaiserin gern die Fastenzeit in der Hauptstadt verbracht hätte. Von dem vereitelten Anschlag erfuhr die Kaiserin erst, als der Eisenbahnzug sich in Bewegung setzte. Die Petersburger Poltzei ließ absichtlich den Ver— schwötern Zeit, um sie dann alle auf einmal zu fassen. Es sind bis jetzt 48 Verhaftungen er— folgt, neun Nihilisten trugen Bomben in Form
Die
von Büchern oder Früchten. Die Mehrzahl der Verhafteten sind Studenten, ferner sind einige Offiziere und mehrere Frauen festgenommen. — 19. März. Ein heute veröffentlichtes Gesetz bestimmt, daß die Zahl der jüngeren Offiziere saͤmmtlicher Infanterie-Regimenter bis zu der im Etat vorgesehenen Norm ergänzt werde.
Aus Stadt und Land.
m. Friedberg. Am 15. März wurde die Suppen— Anstalt geschlossen. Vom 1. bis 15. März wurden 1127 Liter unentgeltlich, 34 gegen Zahlung, zusammen 1161, im Durchschnitt täglich 77,40 Liter, und seit dem 27. Dezember 1886 wurden im Ganzen 5934, im Durchschnitt täglich 75,1 Liter ausgegeben. Am letzten Tage gab unser Mitbürger Karl Schäfer in freundlichen Worten dem herzlichsten Dank für die genossene Wohl— that seitens der Suppenempfaͤnger Ausdruck. Insbe sondere gedachte er der Damen und Herren, welche in der Anstalt thatig gewesen sind, sowie aller edlen Men— schen, welche Beiträge zur Bestreitung der Ausgaben ge— spendet haben und hob namentlich die humane Gesin— nung der wackeren„Vaterlandsfreunde“ hervor, welche noch an dem letzten Tage eine reichliche Brotaustheilung möglich gemacht haben. Auf dem Tische des Versamm— lungszimmers war ein bübscher Kranz niedergelegt wor— den, welcher die Widmung enthielt:„Den gütigen Gebern herzlicher Dank mit der Bitte, unser auch ferner— hin gedenken zu wollen„M. H“. Noch set erwähnt, daß die in den letzten Tagen von Freunden des Vater landes und des Friedens gelteferten 4 Malter Brod (12 Leib) von den Bäckern mit besonderer Sorgfalt bereitet worden waren. In dem Danke der Armen fin— den die vielen Wohlthäter, welche das ganze Unter— nehmen nun schon im Sten Jahre möglich gemacht haben, gewiß ihren schönsten Lohn und die mächtigste Aufforde rung, weiterhin mit herzlicher Liebe und Sorgfalt an der Ueberwindung mannigfacher Nothstände, wie sie in unserer Mitte aufgetreten sind, mitzuarbeiten.
h Butzbach. Am 18. und 19. Junt wird der Hessische Feuerwehrtag hier tagen und erwartet man zahlreiche
Vertreter der freiwilligen Feuerwehren des Großher— zogthums. Gießen, 17. März. Schwurgericht. Verhandlung
gegen den der Brandstiftung angeklagten 21 Jahre alten Heiarlch Bender von Fetedberg. Der Angeklagte hat die Verübung der That beim Betreten sofort eingestanden. Der Vertreter der Staotsanwaltschaft beantragte gegen denselben eine Zuchthausstrafe von 3½ Jahren; der Ge— richtshof erkannte jedoch auf eine solche von 4½ Jahren unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren und Zulässigkeit von Pollzeiauf— sicht. Die letzte Sitzung des Schwurgerichts findet Mon— tag den 21. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, statt gegen Eduard Roth von Ruhlkirchen, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Elfolg. Staatsanwalt: Gerichtsassessor Theobald; Vertheidiger: Dr. Reatz— 18. März. Der umherziehende Korbmacher Adam Klein von der Kröge bei Battenberg, 41 Jahre alt, Wittwer, schon häufig wegen Beleidigung und Körperverletzung bestraft, hat sich heute wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg zu verantworten. Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage und wurde Klein in eine Gefängnißstrafe don 3 Jahren verurtheilt.
Groß⸗Gerau, 19. März. Auf dem Bahnhof Groß Gerau Dornberg ereignete sich heute Morgen beim Frühzug ein schreckliches Unglück. Dem Bahnarbeiter Casp Vollhard aus Dornberg, der verheirathet ist und 4 Kinder hat, wurde von der Rangirmaschine ein Bein gänzlich abgerissen.
Mainz, 19. März. Die großh. Regierung hat nun mehr die Ausführung der festen Kostheimer Brücke den Bauunternehmern Holzmann Comp. in Frankfurt en bloe übertragen. Die Brückenbau Aetiengeseuschaft Nürnberg (Filiale Gustavsburg) ist nur insoweit betheiligt, als sie die Eisenconstruction für oben genannte Firma llefert.
Allerlei.
Osnabrück, 16. März. In der Nachbargemeinde Westercappeln ist ein gräßlicher Mord verübt worden. Der Landwirth Ooerste- Hollenberg ließ am Montag Nachmittag durch seine erst 18 Jahre alte Dienstmagd dem auf dem Acker beschäftigten Knechte das Vesperbrot bringen. Das Mädchen kam nicht zurück, man fand die Unglückliche Nachts gegen drei Uhr mit abgeschnittenem Kopf und Schnittwunden an den Händen auf fretem Felde, an eine Erderhöhung gelehnt. Der Knecht war verschwunden, aber er wurde wenige Stunden später auf gegriffen und als des Mordes dringend verdächtig verhaftet.
Genf, 19. März. Der polnische Schriftsteller und Revolutlonär v. Kraszewskt ist hier gestorben.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 19. März. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.75 0.85. Eier 1 St. 5 Pf.
Gießen, 19. März. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 0.85— 0.00, Eler per Stück 4—5 Pf., Käse per St. 48 Pf., Tauben per Paar M. 0.70 0.90, Hühner per St. M. 0.85— 1.00, Hahnen per St. M. 0.85 bis 1.40, Enten per Stück M. 1.30 1.70, Ochsen⸗ fleisch per Pfd. 62— 64 fef., Kuh⸗ und Rind fleisch 54 bis 56 Pf., Schweinefleisch 56 60 Pf., Hamme fleisch 50 64 Pf., Kalbfleisch 44—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo Ne. 4.00— 5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 7.00— 7.50.
Frankfurt, 19. März. Wochenmarkt. Butler im
Ctr. M. 75—80, im Detall 90 Pf. bis M. 1.20, Eier
das Hundert M. 4.40— 6.50, das Stück 5—7
„
Weißkraut der Cir M. 4— 4.50, das Stück 12— 15 N Rothkraut 20— 30 Pf., Sauerkraut der Ctr. M. 8., R mainsalat 18— 20 Pf., Borage 10— 12 Pf., Kopfsal
Heu der Ctr. M. 3.20 3.60, Stroh M. 2.603. Litergrisches.
Da beim Nr zum neunzigsten Geburtstage. — Nach dem Sturme— mayu. Von A. Leue. Forts. Erderschütterungen Von Dr. Klein.— Am Familientisch.(Miscellen.)— Katser Wilhelm an seinem historischen Schreibtisch. Ge— malt 1885 von Bülow.— Faksimilenachbildung der Nummer der Vossischen Zeitung vom 23. März 1797 mit der Anzeige von der Geburt des Kaisers Wilhelm.— Im Frühling.
Daheim.
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Mittwoch den 23.: Der Hofnarr. Große Preise.
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Freitag den 25: Der Hofnarr.
Samstag den 26.: Abschiedsvorstellung des k. k. Hof— schauspielers Adolf Sonnenthal. Der Probepfeil, Baron Egge: Herr Sonnenthal. Außer Abonnemen Erhöhte Preise..—
Sonntag den 27.: Zopf und Schwert. Große Prelse.
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