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Betreffend: Polizeireglement über Reinigung der Straßen und Ortsdurchfahrten.
Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgerm
Indem wir Sie auf vorstehende Bekanntmachung aufmerksam machen,
Bekanntmachung.
Friedberg den 19. Juli 1887.
eistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt, beauftragen wir Sie, solche in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen,
J. V., t Wali
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach§. 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provinzialausschuß
während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. b e Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind die Ferien ohn
zur Verhandlung gelangen. Gießen am 15. Juli 1887.
Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen e Einfluß. a f
Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen.
Dr.
Bekanntmachung.
Betreffend: Unfallversicherung, hier die Südwestdeutsche Holzberufsgenossenschaft.. l a Herr Ingenieur Gustav Keim zu Frankenthal ist zum Beauftragten der rubricirten Berufsgenossenschaft für das Großherzogthum Hessen
ernannt worden. Friedberg den 18. Juli 1887.
Boekmann, Provinzialdirector.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Professor Dr. Kittler wurde für die Zeit vom 1. September 1887 bis dahin 1888 zum Direktor der technischen Hochschnle ernannt.
Berlin, 18. Juli. Der Kasser ist gestern Abend neun Uhr wohlbehalten in Innsbruck eingetroffen; er wurde am Bahnhofe von dem Statthalter Wittmann empfangen und nach dem „Tyroler Hof“ geleitet. Die Bevölkerung be— grüßte den Kaiser mit sympathischen Zurufen. Einen officiellen Empfang lehnte der Kaiser ab. Die Abfahrt von Bregenz war um ½5 Uhr erfolgt; von Mainau bis Bregenz gaben auch das badische erbgroßherzogliche Paar dem Kaiser das Geleit. Auf dem Verdecke des Schiffes „Kaiser Wilhelm“, auf welchem die Begegnung des Kaisers mit dem Prinz-Regenten Luitpold stattfand, hatten der Kaiser, der Prinz-Regent und die badischen Herrschaften den Thee einge— nommen.— 19. Juli. Der Kaiser begab sich heute Morgen vom Tyroler Hof in Innsbruck zum Bahnhof, auf dem Wege von einer dicht— gedrängten Menge ehrerbietigst begrüßt. Auf dem Bahnhofe sprach der Kaiser dem Statt— halter seinen Dank aus für den Empfang, be— stieg darauf, auf dem Bahnhofe die Anwesenden huldvoll grüßend, den Salonwagen. Die Ab— fahrt erfolgte um 9 Uhr. Der österreichische Kaiser hat den Wunsch ausgesprochen, den Kaiser Wilhelm wie alljährlich zu begrüßen, indem er ihm Zeit und Ort anheimstellte. Die Antwort dürfte von der Gasteiner Kur abhängen.
— Die„Nordd. Allg. Zeitung“ bestätigt die Nachricht, Fürst Bismarck wolle das Handels— ministerium an Staatssecretär von Bötticher ab— geben. Richtiger gesagt wäre, wie das Blatt andeutet, das„Reichshandelsministerium“.
— Die Verhaftung des socialistischen Central— Comité's in Berlin, aus 8 Personen bestehend, hat große Bestürzung unter den hiesigen Social— demokraten hervorgerufen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Der Prinz von Coburg bleibt, wie man dem Fr. J., meldet, vorläufig in Ebenthal und geht später in ein Seebad.
Frankreich. Paris, 18. Juli. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer wurde, nachdem der Entwurf über die directen Steuern mit 475 gegen 7 Stimmen angenommen war, zur Berathung der Mobilmachungsvorlage über— gegangen. Cavaignac bekämpfte den Versuch als unnütz, da eine solche Mobilmachung nicht unter denselben Bedingungen vor sich gehen könne, wie eine allgemeine. Kriegsminister Ferron legte die Bedingungen dar, unter denen sich die Mobil— machung vollziehen werde; es werde zwar eine geringe Arbeitsstörung in der Gegend, wo die Uebung stattfinde, eintreten; aber übertrieben sei, wenn man das mit dem Kriegszustande vergleiche; nur 20,000 Mann und 10,000 Pferde würden eingestellt; der Eisenbahndienst werde nicht voll— ständig gehemmt. Der Minister bat, den Ent— wurf anzunehmen. Baron Reille sprach gegen die Annahme. Für die Berathung wurde mit
394 gegen 131 Stimmen die Dringlichkeit er⸗ klärt. Bis Artikel 8 wurde darauf der Ent— wurf genehmigt. Artikel 9, der bestimmt, daß der Zahlungs- und Lieferungstermin in der be— treffenden Gegend um einen Monat verlängert werden soll, wurde vom Handelsminister bekämpft und in Folge dessen abgelehnt. Der ganze Entwurf wurde mit 329 gegen 118 Stimmen angenommen.
Großbritannien. London, 19. Juli. Das Unterhaus nahm in der ersten Lesung die Regierungsvorlage zwecks Gewährung kleiner Pachtgüter an Bauern an.
Bulgarien. Tirnowa, 18. Juli. Stoilow erklärte den Abgeordneten: Unsere Action ist be— endet, jetzt beginnt diejenige der europäischen Mächte, von deren Macht und Willen die Lösung der bulgarischen Frage abhängt. Er erwartet Approbation der Fürstenwahl durch die Mächte.
— Sofia. Es verlautet, der Prinz von Co— burg habe nach Petersburg die Anfrage gerichtet, ob der Zar ihm einen Empfang gewähre. Die Antwort steht noch aus.
Rumänien. Bukarest. Der rumänische Kriegsminister hat dem Grusonwerk Aufträge für Kanonen, Mörser und anderes Kriegsmate— rial im Betrage von 7 Million Mark gegeben; die Lieferung muß nach der„Kreuzzeitung“ spätestens nächstes Frühjahr erfolgen.
Rußland. Petersburg. Die Blätter wollen wissen, es ständen seitens der Regierung Maß— regeln bevor, wodurch die Aufnahme von Stu⸗ denten an russischen Universitäten gewissen Be— schränkungen unterworfen werden soll. Die be— treffende, für die Petersburger Universität bereits ergangene Verordnung verlange von den neu zu immatrikulirenden Studenten die Garantie ihrer politischen Zuverlässigkeit und setze als Norm für die Aufnahme jüdischer Studenten 3 pCt. der Hörer fest und erhöhe die Universitäts⸗ gebühren, exelusive der Collegiengelder, von 5 auf 25 Rubel für das Semester.
Aus Stadt und Land.
[O Bad Nauheim. Die Gesammtfrequenz von Kurfremden hat bereits das vierte Tausend überschritten, über 600 Personen mehr, als zur entsprechenden Zeit des Vorjahres. In der letzten Zeit sind in den größeren Frankfurter Blättern, sowie in dem weltverbreiteten Ber— liner Tageblatt höchst anerkennende Artikel über die vor— zügliche Heilkraft der hiesigen Thermen erschienen; die von Jahr zu Jahr steigende Frequenz ist vornehmlich auf Rech— nung des vermehrten Besuchs von Herzleidenden zu stellen.
[ Bad⸗Nauheim. Zu den beliebtesten Ausflugs⸗ orten des Kurpublikums gehört der Johannisberg. Die Besucher wurden am letzten Sonntag durch Gesangspro— duktionen des Ober-Mörler Gesangvereins erfreut, der unter der trefflichen Leitung des Lehrers Blank es zu einem hohen Grade von Virtuosität gebracht hat. In Massen war das Publikum herbeigeströmt, um die vor— züglichen Leistungen des Sängerchors mit wohlverdlentem Beifall zu überschütten. Ein zahlreiches und elegantes Publikum findet sich täglich in dem reizend gelegenen Wirthschaftsetablissement ein.
Leid hecken. Am letzten Mittwoch verschled plötzlich unser allverehrter Bürgermeister Selzam. Der Ver— storbene hat es verstanden in der kurzen Zeit seines Vorsteheramtes sich die Liebe, Achtung und Verehrung der ganzen Gemeinde zu erwerben. Es wird lange Zeit dauern, bis man aufhört, ihn zu vermissen; die Ein— wohner Leldheckens werden ihn stets in liebendem An— denken bewahren,
Allerlei. st. Frankfurt. Nächsten Montag den 25. Juli findet dse erste Vorstellung nach den Schausplelferlen im Schauspielhause statt, dagegen nimmt die Opernsalsog erst am 7. August ihren Anfang. Die Intendanz war
auch in der abgelaufenen Saison bemüht, dem theater
besuchenden Publikum eine möglichst große Abwechslung
im Repertoir der beiden Theater zu bieten, indem sik“
nicht nur eine ganze Reihe ernster Werke vorführte, sondern auch der heiteren Muse einen Platz im Repertoir ein⸗ räumte. Wie im vergangenen, so auch in diesem Jahr hat es die Intendanz ermöglicht, dem größeren Publikum den Besuch der Theater durch Vorstellungen zu billigen Preisen zu erleichtern und besonders durch Aufführungen klassischer Werke zu ermäßigten Preisen(während der Schulferien) auch der Jugend Gelegenheit geboten, unser hervorragenden Dichter und Componisten auf der Bühne kennen zu lernen. So wurde im verflossenen Jahre im Opernhause ein Cyelus Schiller'scher Dramen und in diesem Jahre ein Göthe- und Weber-Cyelus in einen besonders billigen Abonnement und bei ermäßigten Preisen neu inseenirt und in glänzender Ausstattung zur Auf— führung gebracht. Auch an interessanten Gastspielen ließ es die Intendanz nicht fehlen, so gastirte R. D' Oylh Cartés englische Opern-Gesellschaft(„Mikado“) und das Ensemble des k. k. priv. Theaters an der Wien an mehreren Abenden, ferner Frau Marcella Sembrlch, Sonnenthal vom Burgtheater in Wien, Schweighofer u. s. w. Für die Theaterbesucher dürfte es von Interesse sein, die Thätigkeit der beiden Theater näher kennen zu lernen. Im Schauspielhause gelangten 50 Novitäten zut Darstellung, wovon 24 in Frankfurt zum Erstenmalz und 26 neu einstudirt im Repertolr erschtenen. Im Opern hause kamen 12 Werke zum Erstenmale und 17 neu ein studirt auf das Repertoir. Also im Opern- und Schau spielhause zusammen 79 Novitäten und zwar 36 zug Erstenmale und 43 neu einstudirt, gegen 63 Novitäten im Vorjahre, welche sich auf 33 zum Erstenmale gegebene Werke und 30 Neueinstudtrungen vertheilen. Im Ganzen wurden im Schauspielhause 105 verschiedene Stücke ge— geben, währen im Opernhause 93 verschiedene Werke zur Aufführung gebracht wurden,
Frankfurt. Der Finanzausschuß des 9. deutschen Bundesschießens hat einen Ueberschuß von ea. 120,000 M. zu verzeichnen. Die Einnahmen an Schleßgeldern belaufen sich auf 240,000 M. Ueber den Consum auf dem Fest— platze während des Schützenfestes lassen wir einige Zahlen folgen, welche ein annäherndes Bild von dem immensen Umsatz während der Tage des Schützenfestes geben. Ein der besuchtesten Restaurationen verkaufte in der Festwocht 14,750 Schinkenbrödchen, 5733„Schützenwürste 23,014 Portionen Fleischwaaren 3 1 M. Der Wirth der Ober— baierischen Gebirgsschenke lieferte an den Cenkralausschuß dle Summe von 31,182 M. 28 Pf. als Abgabe von Consum des Bieres des Bürgerlichen Bräuhauses in
München ab. Außerdem betrug der Hausverbrauch für
die Bediensteten ꝛc. nicht weniger als 83 Hektoliter. Der Besitzer eines Caroussels vereinnahmte in wenigen Tagen über 2800 M. An den Bankets nahmen im Ganzen etwa 20,000 Menschen Theil.
Pirmasens, 15. Juli. Gestern Nachmittag begab sich der Thierbändiger Schäpfer der Böhme'schen Meng gerie in den großen Löwenkäfig, um mit den Thleren die tägliche Dressur vorzunehmen. Das eine derselben ge— bärdete sich unbändig und schlug ihn mit der Tatze nleder, Nun begannen auch die anderen über den Darnleder— liegenden herzufallen, und ihn in der gräßlichsten Welse zu zerfleischen. Nur der Geistesgegenwart der Frau Böhme ist es zu verdanken, daß Schäpfer noch lebend aus dem Zwinger gezogen wurde. Sie warf nämlich Flelsch in den Käfig, mit Schlägen wurden die Löwen vertrieben und mit Hilfe herbeigeeilter Männer wurde der Aermstz fast nackt aus dem Zwinger gezogen. Schäpfer wurde in einem nahen Privathause verbunden, verstarb jede heute an den über 100 Kratz- und Bißwunden im Spltale.
München. Ein Ehegatte, welcher sich in Geldver— legenheit befand, bestellte bel einem Conditor für den Geburtstag seiner Frau eine mit lauter neuen Zwanzig' Pfennigstücken belegte Torte, welchem Auftrage auch pünkt⸗ lich entsprochen wurde. Es ging eine ziemliche Portlon darauf. Dem Manne war geholfen, der Conditor warket aber heute noch auf Bezahlung.
Bern. Hier eingegangenen Nachrichten zufolge sollen
bei der Besteigung der Jungfrau sechs Touristen ver,
e alle übrigen n 1887 gez Acht aufgeführten Ain von 255 M. 1—
90 Friedberg, 20 Fon M. 14-15 ö). Alle Prei lid. Itledberg,! I fd. M. 0.80 grünberg, In M. 15.00, Aileen M. 14.00, leßen, 19 Hale per Pfd.
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