dringenden Wunsch, auch in diesem Jahre Gastein zu besuchen, und es steht zu hoffen, daß sich auch dieser Wunsch erfüllen wird.
— 18. Mai. Der Reichstag überwies die Petition des Verbandes der Thierschutzvereine im Deutschen Reich, betreffend den Erlaß reichs— gesetzlicher Vorschriften über das Schlachten von Schlachtthieren, dem Commissionsantrage gemäß der Regierung zur Erwägung. Bei Berathung der Petition des Vorstandes deutscher Schlosser— Innungen(Verkauf von Schlüsseln, Oeffnen von Thüren ze.) stellte sich die Beschlußunfähigkeit des Hauses heraus.
— 18. Mai. Die an der Kuste von Kamerun gelegene Ambasbai(Victoria) wurde seitens Englands an Deutschland abgetreten.
— 18. Mai. Die Branntweinsteuer-Com— mission nahm heute in fortgesetzter Berathung die Absätze 3 und 4 des§ 2 mit einem vom Finanzminister gebilligten Amendement der Abgg. v. Helldorff und v. Huene an, wonach bei der Neubemessung der Jahresmenge des Branntweins die Vertheilung derselben nach Maßgabe der in den letzten drei Jahren durchschnittlich zum nie— drigen Steuersatz hergestellten Jahresmenge er— folgen soll. Inzwischen neu entstandene Bren— nereien sollen dabei außer nach dem Umfang der Betriebsanlagen auch mit Rücksicht auf die wirthschaftlichen Verhältuisse nach einer Begut— achtung durch Sachverständige berüͤcksichtigt wer— den; ihre Betheiligung an dem zum niedrigen Satz herzustellenden Branntwein soll nach Maß gabe des Verhältnisses erfolgen, nach welchem bisher entstandene Brennereien an dem zum nie— drigen Abgabesatz herzustellenden Quantum im Verhältniß zur Maischsteuer betheiligt waren. Der ganze§ 2 wurde darauf mit 20 gegen 2(freisinnige) Stimmen angenommen. Die Commission nahm ferner den§ 3(Eintritt der Abgabepflicht und der Personenpflichten) mit einem Amendement des Abg. v. Mirbach an, wonach die Abgabe gegen Sicherheit gestundet wird, für eine dreimonatliche Frist aber auch ohne Sicherheit gestundet werden kann, falls kein Grund vorhanden ist, den Eingang der Abgabe als gefährdet anzusehen.— Die Unfall— gesetz-Commission hat in ihrer heute Vormittag stattgehabten Sitzung den von dem Abg. Struck— mann erstatteten Bericht über die Verhandlungen bezüglich des Gesetzentwurfs betr. die Unfall— versicherung der bei Bauten beschäftigten Per— sonen angenommen.
Ausland.
Belgien. Brüssel, 18. Mai. Im Bassin des Centrums(Mons) nimmt die Streikbeweg— ung erheblich zu. In Maurage, Braquegnies, La Louvière, Boisduluc, Sarlongchamps, Boussu, Haine⸗Saint⸗Pierre und Choment wurde die Ar— beit größtentheils eingestellt. In Franco-Belge feiern drei Viertel von den Arbeitern, in Marie— mont wird die Arbeit fortgesetzt. Die streiken— den Arbeiter verübten gestern mehrere Dynamit— Attentate; unterhalb einer Eisenbahnbrücke wur— den 9 Dynamitpatronen gefunden. Gestern Nacht ging das Brüsseler Guiden-Regiment nach Char— leroi ab.
Frankreich. Paris, 18. Mai. Das Mi⸗— nisterium ist durch eine Coalition der Rechten (164 Stimmen), der Opportunisten(86 Stim- men) und der äußersten Linken(25 Stimmen) gestürzt worden. Die Minorität von 257 Stim— men wies lauter Republikaner der verschiedenen
Fractionen auf. Der größte Theil der Radi— kalen hat trotz Clemenceau für das Cabinet ge— stimmt. Allgemein wird erklärt, die Coalition habe hauptsächlich bezweckt, den General Bou— langer zu beseitigen. Die chauvinistische Presse beginnt bereits den Feldzug für das Verbleiben Boulanger's. Außer Freyeinet wird für das neue Cabinet auch Devds in Aussicht genommen; dann könnte auch Flourens Minister des Aeußeren bleiben. Als Kriegsminister wird General Saus— sier oder General Thomassin genannt. Vielfach wird angenommen, das Cabinet Freycinet sei bereits fertig und nur pro forma würden noch, Unterhandlungen gepflogen. Großbritannien. London, 18. Mai. Das Unterhaus verwarf mit 242 gegen 180 Stim— men nach sechsstündiger Debatte Harcourt's Unter- antrag zum ersten Artikel der irischen Straf— rechtsbill, welcher bedingt, daß keine Vorunter— suchung stattfinde in Angelegenheiten, die auf öffentliche Versammlungen, Vermiethung oder! Bewohnung des Bodens oder das Handeln mit Personen oder das Miethen von Personen im Geschäftsverkehr Bezug haben. Balfour bekämpfte den Unterantrag, welcher die Ausschließung des Boycotting vom Gesetze bezwecke und das Ge- setz werthlos machen werde. Das Unterhaus nahm schließlich mit 171 gegen 79 Stimmen den ersten Artikel der Strafrechtsbill an. ö Spanien. Madrid, 18. Mai. Die„Amt— liche Ztg.“ veröffentlicht eine Mittheilung, nach welcher die Königin-Regentin an einem Kehlkopf— und Luftröhrenkatarrh leicht erkrankt sei. g Rußland. Petersburg, 18. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin mit den Großfürsten sind in Nowo Tscherkask angekommen. Nowo-Tscherkask, 18. Mai. Anläßlich der Anwesenheit des Kaisers und der kaiserlichen Familie ist die Stadt auf das Festlichste ge- schmückt; auf dem Boulevard sind zwei 1 0
Triumphbogen errichtet. Am Abend des An— kunftstages fand eine Illumination der Stadt und ein Feuerwerk auf dem Don statt. Die Versammlung der Kosaken, in welcher der Groß- fürst⸗Thronfolger als deren oberster Hetman, eingesetzt wurde, verlief äußerst glänzend; sämmt- liche Regalien, Fahnen, Kleinodien und kaiser lichen Gnadenbriefe des Kosakenheeres waren bei der Versammlung ausgestellt. Hierauf nahm der Kaiser die Truppenschau ab, an welcher außer einem Kosakenregiment und einer Kosaken— Reserve-Batterie noch die Zöglinge der Militär— austalten, ein Regiment noch uneingereihter Ko— saken und zwei Regimenter Kosakenknaben theil— nahmen. Zum Schluß producirten Kalmüken ihre Reiterkünste, nach deren Beendigung sie dem Thronfolger ein schönes crémefarbenes Pferd darbrachten.
Aus Oberhessen.(Eingesandt.)
Nachdem mehrere Abhandlungen über den Werth der Thomasschlacke seitens der Herren Professoren Dr. Märcker, Dr. Wagner und Dr. Stutzer in verschiedenen Zeitungen u. a. auch im Oberhessischen Anzesger die Runde gemacht haben, findet man sich veranlaßt, nachträglich in der Zeitschrift für die landwirthschaftlichen Vereine des Groß— herzogthums Hessen diese Angelegenheit zu berühren— zu welchem Zwecke bleibt dahingestellt. Auf diesen Artikel, benannt:„Wissenschaftliche Verketzerung der Thomas— schlacken“, diene Folgendes zur Erwiederung:
1) Die Verdienste des Herrn Professors Dr. Wagner, insbesondere seine wissenschaftlichen Untersuchungen über Thomasschlacke werden hier voll und ganz gewürdigt, Niemand wird leugnen, daß diese Verdienste bei seinen Fachgenossen ihm zu hohem Ansehen verholfen haben.
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Herr Professor Pr. Wagner wird jedoch dem Verfasse für seine Redensarten, wie„vom Knaben Paul, de Märcker anfängt fürchterlich zu werden“, wohl wen, Dank wissen. 9
2) Der Werth der Thomasschlacke ist von Marte in dessen ersten Aufsatz in der„Magdeburgischen Zeltung!“ rückhaltslos anerkannt, er wendet sich auf Grund de Wagner'schen Versuche nur gegen die Kölner Vereinbg rung der Thomasschlacke Fabrikanten, die Garantie a 670%ä Feinmehl herabzusetzen, sowie besonders gegen di jeder hatsächlichen Grundlage entbehrende Entschädigungs methode bei Mindergehalt an Feinmehl. Bleibt es verdenken, wenn man, die Interessen der banden wahrend, durch Veröffentlichung des Märcker'schen Artlkel! Stellung gegen ein derartiges Ueberelnkommen nimm Im zweiten Theile seines Aufsatzes in der land wirlh, schaftlichen Zeitschrift hebt der Verfasser selbst ausdrücklich hervor, daß Wagner und Stutzer an einem Feinheit gehalt von 800 o festhalten, mit Recht mußte Märch⸗ dem gegenüber auf den Umstand hinweisen, daß auf dez Kölner Versammlung von Seiten Wagner's und Stutzerg nicht energisch Protest gegen den Beschluß der Fabrikanten erhoben wurde.
In der That ist auch die Erwiederung Märckers auf die Abwehren der genannten Herren— bis jetzt wenigstens — unbeantwoctet geblieben, statt dessen findet sich den Verfasser in der landwirthschaftlichen Zeitung bemüß igt diese somit als abgeschlossen betrachtete Angelegenhel nochmals aufzurühren, ohne wie man hätte erwarken sollen, etwas Neues zur Sprache zu bringen. Er han seine Hauptaufgabe darin zu erblicken geglaubt, dem betr. Interessenten aus Oberhessen, der sich durch Ver— öffentlichung des Märcker'schen Artikels mit vollem Recht gegen ein so minderwerthiges Düngemittel wie Thomas⸗ schlacke von 670% Feinheitsgehalt verwahrte, der Un— wissenheit zu zeihen. Der Vorwurf der Unwissen heit trifft aber nur den Verfasser in der landwirthschaftlichen Zeitschrift, so viel Findigkett hätte man ihm wohl zu⸗ trauen müssen, daß die Veröffentlichung des Märcker'schen Artikels nicht zur Disereditirung der Thomasschlach als Düngemittel selbst hatte dienen sollen, sondern zun, den Landwirthen Gelegenheit zu geben, sich über die weittragende Bedeutung des Kölner Beschlusses gehörig Klarheit zu verschaffen.— Im Uebrigen wäre es ih teressant zu erfahren, wie der famose Aufsatz in Nr. 2 der landwirihschaftlichen Zeitschrift, der„wissenschaftlich⸗ Verketzerungen der Thomasschlacken“ betitelt ist, auch i wissenschaftlichen Kreisen aufgenommen wird.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Exaudi. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Köstlin. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½ Uhr: Herr Candidat Römheld. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Prüfung der Confirmanden(Knaben). Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Diegel.
atholische Gemeinde.
Samstag Nachmittag 5 Uhr Beicht.
Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 7 Uhr: Austhellung der heil. Communion.
10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
7 Uhr Abends: Maiandacht und Predigt durch Herrn Kaplan Günther von Nieder- Mörlen.
Israelitische Gemeinde. Dienstag den 24. Mat 1887: Neumond Siban. Montag Abends 8 Uhr 35 Min. Omergebet— Dienstag Morgens 6 Uhr. Dienstag Nachmittags 5 Uhr(Minch a). Abends 8 Uhr 35 Min.(Omergebet).
Jur gefl. Beachtung.
Schriftliche Anfragen wegen Auskunftsertheilung über Inserate ꝛc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für die Rückantwort belgelezt ist. Ueber Inserate, bezüglich deren Offerten einzureichen sind, ist die Expedition zu keinerlei Auskunftserthellungen befugt. Offertenbriese sind, soweit keine bestimmten gegentheiligen Abmachungen getroffen wurden, in der Expedition abzuholen.
Die Expedition des Oberhess. Anzeigers
1 i Corsellen,— Schürzen, farbige und schwarze Handschuhe in allen Qualttäten, Krausen, Kragen, Halsbinden, Manschetten, baumwollene Strümpfe in größter Auswahl billigst bei 1853 Heinr. Diehl. Usagasse. 2 Dehnbares Gesundh.⸗Corsett in allen Wetten. 8
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Fuchsien, Betonsen, Heliotrop, Verbenen ꝛc. 77)..,
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Georg Stroh.
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