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Donnerstag den 13. Januar.
M6.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Areisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar
Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf.,
lokale Anzeigen und behördliche auswärtigen Einsendern(soweit Leglere nicht Jahresconto bei uns haben),
aus dem Kreise 11 Pf.,
Reclamen welchen der Betrag nicht beigefügt ist,
30 Pf.; ein Veleg kostet 9 Pf. Annoncen werden stets per Post nachgenommen.
von
Betreffend: Beitreibung der Communalintraden.
Amtlicher Theil.
Friedberg den 10. Januar 1887
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises
Der Einsendung der Mahn- und Pfandbefe
ehle über das 3.
und 4. Ziel Umlagen pro 1886/87,
und noch rückständigen Communalgefalle sehen wir binnen 8 Tagen entgegen.
Ludwig Brenner von Pforzheim wurde wegen Bettels auf die Dauer von
Betreffend: Das Vormundschaftswesen.
im Jahr 1886 fällig gewesenen J. V.: Dr. Wallau.
sowie über die
Jahren aus dem Großherzogthum Hessen ausgewiesen.
Friedberg den 3. Januar 1887.
Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an die Vormünder und Curatoren im Amtsgerichtsbezirke. Wir sehen der Einreichung der Rechenschaftsberichte und des Nachweises der
Einlagebüchlein, bis längstens 1. Februar l längstens bis zum 30. April l. J. einzureichen.
J. entgegen. Die für das Jahr
Nichteinhaltung dieser Fristen hat unnachsichtlich eine Ordnungsstrafe von 3
Sellheim
Zinsenbeischreibung, unter Vorlage der
1886 zu stellenden Vormundschafts rechnungen siud
4
Mark zur Folge. Weber.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Post⸗Personalnachrichten. Ver setzt ist der Postsecretär Lauer von Koln nach Offenbach. Ernannt ist der Postsekretär Kohler in Michelstadt zum Postmeister.
— Der Kammerjunker, Flügeladjutant und Hauptmann Freih. von Senarclens-Grancy wurde zum Kammerherrn ernannt, und dem Chef des Hauses P. J. Valckenberg in Worms der Cha rakter als Geh. Kommerzienrath verliehen. Der Hypothekenbewahrer Justizrath Dr. Schmitt in Mainz wurde auf Nachsuchen in den Ruhe stand versetzt. Dem Hofrath Muther wurde das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens verliehen.
— Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 1, enthält:
I. Uebersicht der Rechnung der Landes-Waisenanstalt für 188586.
II. Bekanntmachung, die Brandschäden in der Ge— meinde Eberstadt betr.
III. Ordensverleihungen.
sentaltonsrecht zu Die erste Lehrerstelle zu Weiten
Gesäß, Gehalt 900 M. Dem Grafen zu Et 5 Fürstengu steht das Präsentaltonstecht zu. Die hrerstelle zu Hering, Gehalt 900 M.
Gestorben find: 1 Schullehrer isen, Kr. Offenbach; Prästdent der gs kammer Hahn; der Schullehrer Stier
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Landgerich
and meister tsdiener
Nungässer zu Nieder Darm Pfarrer
Frohnhäuser der evang ufseber Eb
Ingelheim; der
3 zu statt;
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ter 1 det Werkmeister
Storch zu Bad Nauheim; U Portier Zerfaß; der Steueragufseher Weides zu Worms; der Schullehrer Orschied zu Ssefers heim; der Hofkapellmeister Schlösser; [der Oymnasiallebrer Ur ltber zu Darmstadt; der Schullehrer Werner zu O der Schullehrer Rein
machung, die
IV. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen
fremder Orden. V. Exequatur Ertbeilung. VI. Erhebung eines Marktfleckens zut Stadt.
VII. Dienstnachrichten. Es wurde: dem Schulver⸗ walter Holl zu Fürth eine Lehrerstelle zu Fürth, dem Schulamtsasp. Kaffenberger aus Unter Gersprenz dine
Lehrerstelle zu Gundernhausen, dem Schulamts asp. Müller aus Gießen eine Lehrerstelle und der Schulamtsasptrantin Friedrich aus Zwingenberg eine Lehrerinnenstelle zu Gießen, der Schulamtsaspirantin Rautenbusch aus Gladenbach eine Lehrerinnenstelle zu Neu Isenburg, dem Schullebrer
Michel zu Bobstadt eine Lehrerstelle zu Hausen, im Kr. Offenbach, Abertragen.
VIII. Dienstentlos ssung.
IX. Ruhestandsversetzungen. Es wurden: Der evang.
Pfarrer Frank zu Ober- Lals auf Nachsuchen, der evang. Pfarrer Eich zu Geiß Nidda auf Nachsuchen, der evang. Pfarrer Uhrig zu Egelsbach auf Nachsuchen, unter An⸗ erkennung seiner Dienste, die Schullehrer zu Bad Nauheim Auffahrt und Quehl auf Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer Dienste, der Schullehrer Storck zu Schlierbach auf
Nachsuchen, der Schullehrer Bassing zu Eichloch auf Nachsuchen, der Schullehrer Wißmann zu Darmstadt auf eingegangenen Petitionen referlrt,
Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, der Schul— lehrer Lehr zu Grebenau auf Nachsuchen, unter An— erkennung seiner Dienste, der Untversitäts diener in Gießen auf Nachsuchen, der Schullehrer Halsterbach auf Nachsuchen, der Schullehrer Nieder⸗Ingelheim auf Nachsuchen,
Hotz Nahm
selner Dienste, der Schullehrer Müller zu Heppenheim Festigkett ihrer O
auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste, der Kreisamts Gehllfe Lautenbach in Bingen, der Sprach— lehrer Knoll zu Bad Nauheim auf Nachsuchen, der Schul— lehrer Schlösser zu Nleder Saulheim auf Nachsuchen,
unter e seiner Dieuste, der Schullehrer Deines Sie diese Vorlage
zu Bersrod auf 9
X. Konkurrenzeröffnungen. Pfarrstelle zu Fürfeld. Dle zu Offen bach. von Isenburg Birstein zu.
Nachsuchen, in den Ruhestand versetzt. Erledigt find: Die evang.“ zweite evang. Pfarrstelle
Büdingen, Gehalt 900 M. und Wüdingen steht das Präsentatlonsrecht zu. Lehrerstelle zu Bersrod, Gehalt 900 M. Die
Lehrerstelle zu Nieder Wöllstadt, Dem Gemelnderath zu Nieder Wöllstadt steht das Prä
1 stehen vor dem Hause und
Ssppel vernehmlich vom Platze aus. zu die Plätze und zu selbe schildert in unter Anerkennung Armee für alle übrigen Instituttonen und besonders die
Das Präsentationsrecht steht dem Fürsten) willtgen, nur über die D Die fünfte Lehrerstelle zu Differenzen ob, dle jedoch nt cht auszugleichen seten. Wahrend Dem Fürsten zu Psenburg der Rede Ste uffenberg' stritt Fürst Bismarck in den Saal. Die Nach kurzer Geschaftsordnungsdebatte beschließt das Haus, erste die Debatte über die Paragraphen und Gehalt 900— 1000 M. Fürst Bismarck: Die
heimer zu
blatt Nr. 1 enthält: Bekannt
lichen Bestimmungen für die
Dampfstraßenb istadt Griesheim und Darm stadt⸗Eberstadt betreffen — Der Zweiten Kammer ist ein Gesetzentwurf, betr. die Besteuerung des Weines zugegangen.
Berlin, 10 Reichstag. Die heutige äußerst
schwach besuchte Sitz te kaum 15 Minuten. Es wurde nämlich ohne je Debatte die Tagesordnung
einige inere Angelegenheiten der Geschäftsordnungs Commission und der Etat des Reichs schatzamtes er ledigt und darauf die nächste Sitzung auf morgen 12 Ubr
angesetzt.— 11. Jan. Die Bewegung in und vor dem Reichstagsgebä ist nach einer Privatdepesche des Fr. J. eine kaum zu beschreibende. Seit vielen Jahren ist kein solcher Andrang erlebt worden, hunderte von Personen erwarten bekannte Abgeordnete, um durch deren Vermittelung doch Eintritt zu erlangen. Seit gestern ist aber keine Karte mehr dispontibel Der Verkehr war nahezu gehemmt, im Foyer des Reichstags standen die Abgeordneten in Gruppen und führten lebhafte Erörterungen. Das Haus selbst ist bis auf den letzten Platz gefüllt, die Tribünen sind überfüllt, man empfindet es als eine wahre Erleichterung, daß der Referent, v. Huene, sich kurz faßt, auch Buhl, welcher über die drängt seine Ausführ⸗ ungen auf ein nothwendigstes Maß zusammen, worauf [Graf Moltke das Wort ergreift. Er spricht laut und Viele Abgeordnete verlassen die Nähe des Redners. Der⸗
Worten die Bedeutung der
treten in
bewegten
rganisatton für die Vermittlerrolle Deutschlands als des Horts des Friedens. Lebhafte Zu stimmung begleitet die Ausführungen des Redners. Ihren tiefen Eindruck selbst beim Cenkrum und in der frei— sinnigen Partei machte die Bemerkung Moltke's: Wenn ablehnen, so haben wir den Krieg Warm und bewegt klang der Appell an den Patrlotismus, womit Redner schloß. v. Stauffenberg tritt für seilne Anträge ein. Die Deutsch Freisinnigen wollten Alles be
auer der Bewilllgung schwebten
zu verbinden. Wehrkraft des Reiches, wie sie
reicht nach der Ueberzeugung der verbündeten
letzt it,
1
Regierungen nicht aus, um die Sicherheit des Reiches dauernd zu verbürgen. Dies ist die Ueberzeugung aller militärischen Autoritäten mit Ausnahme des deutschen
Reichstags. Also alle militärische Autoritäten steben gegen⸗ über denjenigen der Herren Richter, Windthorst u. Grillen⸗ berger! Ich kann nur annehmen, daß die Herren noch andere Gründe bezüglich der Vorlage bei den verbündeten Regierungen voraussetzen, als 8 ärische. Indessen die Vorausseßung, als ob es uns um Gufaßen ng neuer Steuern zu thun sei, ist gerade so 3* enn wir bei der Opposition voraussetzen wollten, es! r daran, in der That die Sicherheit Deutschlands fährden Nach glücklichem Krieg und langem Frieden sei es ge⸗ boten, dem Welttheil die Segnungen des 12 auch ferner zu erhalten. Dazu dedarf es dor
starken Heeres. Unsere Beziehungen zu allen
seten die besten; auch Rußland gegenüber seien unsere guten Beziebu den über jeden Zweifel erhaben. Uns beseelt wahrlich e Rauflust, und schwerlich lä
tine solche von Nu ßland besorgen: unsererseits wird ganz sicher kein Krieg mit Rußland begonnen werden. Die⸗
selbe Presse, welche die Vorl Monaten Alles daran gesetzt, uns in Rußland zu verwickeln, indem sie von uns für Bulgarien mit Rußland in Krieg
Ich bätte mir Landesverrath vorwerfen müssen, mir nut einen Augenblick eingefallen wäre, mich diese Dummheiten einzulassen. Was ist uns Bul garten? Es ist uns völlig gleich, wer in Bul regiert. Die Freundschaft mit Rußland ist uns wicht wie die mit Bulgarien. Auch zu Frankreich ste in guten Beziehungen, nur ist deren Erhaltung sah weil sich hier noch ein langer bistorischer Prozeß
age dekaͤmpft, hat vor wenigen
einen Krieg mit
un
iger, hen wir twieriger,
zu voll⸗
ziehen hat, bevor sich alle Reste der Vergangenheit de⸗ ruhigt haben, bevor alle Zwistigkeiten versöhnt sind. Es kann keine Rede davon sein, daß wir Frankreich an
greifen, allein wir müssen doch uns auch gegen Angriffe vorsebhen. Unter keinen Umständen werden wir Frankreich
angreifen, aber wir werden stets gendthigt sein, uns so zu rüsten, daß wir einem Wiederausbruch des Krieges gewachsen sind. Dies Ziel stellt sich die Vorloge. Ich
babe sestes Vertrauen zur friedlichen Gesinnung der fran zösischen Regterung und eines Theiles des franzoͤsischen Volkes, trotz alledem lehrt uns die Vergangenheit, daß wir auf die Dauer nicht auf Frieden mit Frankreich rechnen können, daß plotzlich dort eine Regierung an's Ruder kommen kann, die uns den Krieg bringt. Damit ist zu rechnen, wenn wir nicht Vorkehrungen treffen. Wer die Moglichkeit eines unglücklichen Krieges und die Verantwortung dafür übernehmen will, moge es thun, die verbündeten Retzlerungen wollen es nicht, deßhalb legen sie Ihnen dieses Geseß vor. wollen eine dauernd genügende Zabl ausgebildeter Soldaten im Reiche haben, wir wählten die Ziffer von 7 Jahren, weil sie die Grundlage des früheren Ce romisses war, und weil sich das constituttonelle Leben ar ompromissen zusammensetzt. Der Bundesrath that das äußerste, in
Wir
dem er dleser Grenze von 7 Jahren er batte dabel nur das Interesse und die Sicherheit des Reiches, das Wohl des Vaterlandes im Auge. Wir dalten un bedingt am vollen Septennat fest und weichen kein Haar
Se unmoglich n jahre noch ke, dem er die der Schoͤpfung
breit davon ab. Vom Kaiser konnen erwarten, daß er in seinem neunzigsten Le an der Zersetzung seines Werkes mit letzten 30 Jahre seines Lebens gewidmet,
des deutschen Heeres und des deutschen Reiches. Wir werden uns auf keine Verhandlungen mehr mit Ibnen einlassen, sondern die Gefahr, in die wir das deutsche
können, wird uns
oder aber
Volk durch die zwingen, darüber
Verzoͤgerung setzen
bald Gewißheit zu haben


