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Bienstag den 11. October.
2 120.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf. Anzeige ehördli 5 a f paltige Petitzeile 15 Pf., lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11 Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von
uswärtigen Einsender ee een e ee. l auswe tigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Betreffend: Den T
Amtlicher Theil.
er min Finse 1 N 1 ermin zur Einsendung der Gemeinderechnungen und Voranschläge—
Friedberg den 6. October 1887.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die Erledigung unserer Verfügung vom 30. Juni l. J.— Ihnen, welche noch damit rückständig, in Erinnerung.
28 Oberhessischer Anzeiger Nr.
Betreffend: Die Fortbildungsschule im Winter 1887/88.
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Die Großherzogliche Kreis
77— bringen wir andurch für diejenigen von Dr. Braden.
Friedberg den 8. October 1887.
⸗Schulcommission Friedberg an die Schulvorstände des Kreises.
Diejenige 0 G olche. N 1 N N ff S n F Ihnen, welche mit der allgemein vorgeschriebenen Vorlage in der betreffenden Sache(Einsendung der Verzeichnisse, Aufste ung neuer ee da wo wesentliche Veränderungen eintreten u. s. w.) noch im Rückstande sich befinden, werden hiermit, unter 1 je vorlte nde Be nage 8 sere 0 0 1 18 F 5 6 Hinweis auf die vorliegenden Bestimmungen und unsere Ausschreiben in den vorderen Jahren, an Erledigung derselben bis spätestens zum 15. d. Mts.
erinnert.
Sie wollen sich dabei zugleich über den
Beginn des Unterrichts äußern.
5 5 i 5 Landesbaugewerkschule zu Darmstadt. Beginn des neuen Unterrichts-Cursus am 15. November 1887, Dauer desselben bis zum 15. März 1888.
Dr. Braden.
Anmeldungen, schriftlich
9 N 8 5 16% 8 a 8 5 5 l g 3 2
n haben bei dem Bureau der Großherzoglichen Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein— Neckarstraße Nr. 3 3 1 3 9 38 5* 4 94 5 7 77— 1 8 8. 3592
in Darmstadt und zwar läugstens bis zum 31. October zu geschehen. Die Zulassung von Schülern erfolgt nach Maßgabe der Plätze,
welche die vorhandenen Unterrichtslocalitäten bieten
Deutsches Reich.
Darmstadt, 7. Oct. Der Kreis-Assistenz— arzt Medicinalrath Dr. von Hesse in Darmstadt wurde zum Kreisarzt in Bingen ernannt. Der Forstinspektor Dr. Prätorius in Langen wurde auf Nachsuchen, unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand und der Oberförster Klump in Romrod, in gleicher Diensteigenschaft nach Langen versetzt, sowie der Revisor 2. Kl. bei der Main— Neckar⸗Eisenbahn Baumgard aus Darmstadt zum Revisor 1. Kl., der Revident bei genannter Bahn Rullmann von Darmstadt zum Revisor 2. Kl. und der Finanzaspirant Weber aus Mainz zum Revident bei der Main⸗Neckar Eisenbahn ernannt.
Berlin, 6. Oct. Die aus Baden-Baden vorliegenden Nachrichten über das Befinden des Kaisers lauten durchweg sehr günstig. Der Kron— prinz hat sich heute mit seiner Familie von Venedig nach Mailand begeben, wo dieselben am Nach mittag eintrafen und im Hotel Milano abstiegen. Von hier begab sich die kronprinzliche Familie nach Baveno am Lago Maggiore.
— 6. Oct. Nachdem bis jetzt jede officielle Bestätigung der Nachricht, daß der Kalser den Prinzen Ludwig von Bayern durch die Stellung à la suite des Seebataillons ausgezeichnet habe, auf sich warten ließ, wird dieselbe nunmehr von maßgebender Stelle als zutreffend erklärt.
— 7. Oct. Die Bischofswahl in Fulda findet am nächsten Montag statt. Fürstbischof Kopp trifft am 18. October zur Eidesleistung in Ber— lin und am 20. in Breslau ein.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ vertheidigt die Verordnung des Berliner Polizeipräsidiums gegen den mißbräuchlichen Vertrieb von Eptrablättern. Sie bezieht sich auf die Verordnung des Staats— ministeriums vom 27. September d. J.
— Seitens einer Kameruner Faktorei sind dem„Hamburger Correspondenten“ Nachrichten über eine militärische Expedition zugegangen, die gegen zwei Häuptlinge gerichtet war. Die⸗ selben hatten sich verschiedene Unxechtmäßigkeiten zu Schulden kommen lassen. Der Expedition, aus 60 Mann vom„Habicht“ und vom Cy clob“ bestehend, gelang les nicht, die Strafsumme einzuziehen, zu der die Häuptlinge verurtheilt waren, deshalb wurden zwei Dörfer zerstört. Nachträglich sollen die Häuptlinge sich zur Ab⸗ zahlung der Strafsumme erboten und bereits eine Anzahlung geleistet haben. i
Fulda, 6. Oct. Hier ist gestern das bis⸗
her unter staatlicher Verwaltung stehende Ver— mögen des Benedictiner-Klosters an den bischöf— lichen Commissar, Geistlichen Rath Engel, über— wiesen worden. Dresden. Der ordentliche Laudtag wurde auf den 9. November einberufen. Karlsruhe. Das Gesammtergebniß der Wahlen ist ein glänzender Sieg des Liberalismus. Straßburg. In Elsaß-Lothringen ist seit Beginn dieses Wintersemesters ein neuer Normallehrplan für den deutschen Unterricht in den Schulen des französischen Sprachgebietes in Kraft gesetzt worden, der die unter allen Um ständen zu erreichenden Minimalforderungen auf—
stellt. Derselbe verlangt bereits in den beiden ersten Schuljahren durch Sprechübungen eine
derartige Fertigkeit im Deutschen, daß der Unter— richt im Rechnen und Gesang ausschließlich in dieser Sprache ertheilt werden kann.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Zum Jubi— läum des Papstes hat Kaiserin Elisabeth von Oesterreich dem Pabste als Jubiläumsgeschenk eine Tiara übersendet, deren Werth man auf 40,000 fl. schätzt; dieselbe ist über und über mit kostbaren Edelsteinen geschmückt.
Schweiz. St. Gallen, 6. Oet. Die Mit— theilungen, welche über die jüngste Zusammen— kunft der deutschen Socialisten dahier in die Oeffentlichkeit dringen, sind äußerst spärlich. So— viel verlautet jedoch, daß die radikale Partei äber die gemäßigtere die Oberhand gewonnen und der„Opportunismus“, der sich angeblich besonders bei den socialdemokratischen Vertretern im deutschen Reichstag zeigen soll, entschiedene Mißbilligung erfahren hat.
Belgien. Brüssel, 8. Oet. Das Schwur— gericht Brabant verurtheilte den Socialisten Moreau zu zweijährigem Gefängniß.
Frankreich. Paris, 8. Oetbr. General Caffarel wurde gestern Abend verhaftet und in das Militargefäugniß abgeführt. Er soll vor ein Untersuchungsgericht gestellt werden, da sich Verdachtsgründe, daß er mit Zusagen von Ordensauszeichnungen gehandelt habe, erheblich gemehrt haben. Es wurden Caffarel auch In— discretionen bei den Mobilmachungsplänen zu— geschrieben. Als Mitschuldige und Vermittler werden von den Blättern der General d'Andlau
Caffarel soll einen Handel mit Ehrenlegtons— kreuzen“ betrieben haben, die er zu 25,000 bis 50,000 Franken verkaufte.
— 8. Oct. Eine Mittheilung des Marine— ministeriums bestätigt die Nachricht, daß das Panzerschiff„Courbet“ und der Kreuzer„Dest— rees“ den Befehl erhielten, nach Marokko abzugehen.
— Der Kriegsminister Ferron läßt das Ge— rücht dementiren, welches ihm die Absicht zu— schreibt, demnächst die Ostgrenze zu inspiziten.
— Der deutsche Botschafter Graf Muͤnster überreichte Flourens gleichzeitig mit der deut— schen Note einen Betrag von 50,000 M. Wie aus der deutschen Note hervorgeht, ist die deutsche Auffassung folgende: Ein erneuter Ausdruck des Bedauernus wird für unnöthig gehalten, da ein deutsches Bedauern bereits unmittelbar nach dem Vorfalle in aller Form ausgesprochen wurde. Was die Entschädigung anbelangt, so hält die deutsche Regierung daran fest, daß bei dem Vor— falle kein böser Wille, sondern nur ein bedauer— licher Irrthum vorliegt; da aber das Unglück in Folge deutscher Diensteinrichtungen geschehen und dadurch franzoͤsische Untherthauen geschaͤdigt wurden, so halte die Regierung es fur ihre Pflicht, soweit thunlich, eine Entschädigung zu gewähren, die sie mit 50,000 M. angemessen veranschlagt halte. Bezüglich etwaiger Bestra— fung des Soldaten Kaufmann müsse alles den Gerichten überlassen bleiben, die nach Recht er— kennen würden. Flourens sprach dem Grafen Müuster seinen Dank für das der Bllligkeit ent— sprechende Entgegenkommen Deutschlands aus, wodurch der Fall endgültig erledigt ist.
— 8. Oct. Im heutigen Ministerrathe er— stattete Flourens Bericht über die Erledigung des Grenzfalles und fügte hinzu, er habe vom franzoͤsischen Geschaftsträger in Berlin eine Depesche mit dem Auftrage erhalten, dem ver— wundeten Wangen und seiner Familie das Be— dauern der deutschen Regierung wegen des be— klagenswerthen Unfalles auszusprechen.
Großbritannien. London, 6. Oct. Die Nationalliga beantwortete die Proklamation be— treffs ihrer Unterdrückung mit erneuten Aus— schreitungen.
Dublin. Der Prozeß gegen O'Brien wurde bis nach der Entscheidung über die Appellation des Staatsprokurators im Prozesse Sullivan vertagt.
Spanien. Madrid, 9. Oct. Der Minister
kund der Senator Dame aus Limonsin genannt. des Auswärtigen, Moret, hatte gestern eine


