Ausgabe 
9.6.1887
 
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Donnerstag den 9. Zuni.

J 67.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Annoncen: die einspaltige Petitzeile 15 Pf.,

lokale Anzeigen und behördliche aus dem Kreise 11

auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht be

Pf., Reclamen 30 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf,

Annoncen von igefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

i Amtlicher Theil. betreffend: Den Termin zur Einsendung der Gemeinderechnungen und Voranschläge, hier Liquidation der 1 Ausstände zu den Gemeinderechnungen für 1885,86.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen 1 Die Erledigung unserer Verfügung vom 30. April 1887, Kreisblatt Nr. 52, bringen och damit rückständig sind, in Erinnerung.

Petreffend: Die Ausführung der Bestimmungen der Gewerbeordnung über die Arbeitsbücher, Arbeits karten 1 und Beschäftigung von Arbeiterinnen sowie jugendlichen Arbeitern in den Fabriken.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen

id erwarten Bericht innerbalb 8 Tagen.

Friedberg den 4. Juni 1887. Bürgermeistereien des Kreises.

wir andurch für diejenigen von Ihnen, welche Dr. Braden.

Friedberg den 4. Juni 1887. Bürgermeistereien des Kreises.

Wir erinnern die Säumigen an die Erledigung unserer Verfügung obigen Betreffs vom 15. April 1887 Kreisblatt Nr. 46

Dr. Braden.

sochwah e 3 Deutsches Reich. Darmstadt. Dem Buͤrgermeister zu Mainz Oechsner wurde der Charakter als Ober E uͤrgermeister und dem zweiten Beigeordneten 1 00 Mainz Reinach der Charakter als Commer 1 Earath, dem Beigeordneten zu Mainz Dr. Gaßner, end dem Bauunternehmer Usinger zu Mainz das Aderhül 25 1. Kl. des Philspps-Ordens, dem Jaurath Kreißig zu Mainz die goldene Verdienst gedaille für Wissenschaft, Kunst ꝛc. und dem sidtischen Bauführer Högy zu Mainz das silberne

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t Halstuch

keuz des Philipps Ordens verliehen, der prov.

fealgymnastallehrer Geiger zu Gießen zum defi

even Lehrer ernannt, der Hauptsteueramtsdiener

Darnmstadt Frank, auf Nachsuchen, unter Au

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lte eunung seiner Dienste in den Ruhestand ver⸗

f bt, der Kanzleidienergehilfe Goͤbel aus Rheinheim

2 um Hauptsteueramtsdiener in Darmstadt er

1 Eunt, und der Pfandmeister bei dem Rentamt

denhütt Neßen Grünewald an das Rentamt zu Lampert⸗

Im versetzt. Der Gerichtsassessor Eberwein

m Gießen wurde zur Rechtsanwaltschaft bei dem itsgericht Nidda zugelassen.

1 Mainz, 6. Juni. Die Feier der Hafen

eabung verlief in Gegenwart der Großher

Aczlichen Familie und deren Gäste in gelungenster

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Jeise. Im großen Festzuge waren 36 Vereine d 5 Militärkapellen vertreten. Nachdem der ig an dem Lagerhause angekommen und drei Istredner gesprochen, überreichte Bürgermeister Ischsner dem Großherzog die Schlüssel zum herhause, worauf der Großherzog von der Ittribüne zum Thor des Lagerhaufcs schritt, folgt von seinen Angehörigen und der Fest Hellschaft und das Thor öffnete. Darauf fand Rundgang durch das schon gut gefüllte Lager huis statt, worauf eine Fahrt zu Schiffe zur sichtigung der gesammten Anlage stattfand. Jese Festfahrt nahm einen glänzenden Verlauf mogen an derselben ca. 10,000 Menschen 34 Dampfern theilgenommen haben. Das Jeinufer war in Mainz und in sämmtlichen Mrorten bis Walluf mit Menschen dicht be

shrten Musikbanden mit sich, alle waren reich pflaggt und herlich mit Grün geschmückt. Die De ßherzogliche Familie, die ersten Würdenträger in die Ehrendamen von Mainz nahmen auf SchiffeNiederwald ein Gabelfrühstück

Auf allen Schiffen wurden die Theilnehmer

, Fahrt bewirthet, indem treffliche Weine und

, o besetzte Buffets unentgeltlich zur Verfügung i Gaͤste standen. Das darauf folgende Fest

essen in der Stadthalle vereinigte annähernd 1000 Personen. Oberbürgermeister Oechsner brachte das Hoch auf den Großherzog aus, der

Abends fand Concert vor der Stadthalle und Feuerwerk auf dem Rhein statt.

Berlin, 5. Juni. folge hat sich der Kaiser auf der Reise in Kiel eine Erkältung zugezogen, welche zwar durch aus keinen ernsten Charakter trägt, aber doch das Aufgeben der projectirten Reise nach Liegnitz nothwendig machte. Das bereits nach Liegnitz abgegangene Gefolge des Kaisers reiste heute von dort wieder zurück. Der Kronprinz kam heute Vormittag von Potsdam hier an und be suchte die Großherzogin von Baden. Wie jetzt verlautet, soll der Kronprinz mit Familie am Sonntag Abend nach England abreisen.

Dem Bundesrathe ist der Entwurf eines Gesetzes, betr. die Anwendung der abgeänderten Reichsgesetze auf die landesgesetzlichen Augelegen heiten Elsaß Lothringens zugegangen, dessen ein ziger Artikel folgendermaßen lautet: Durch kai serliche Verordnung kann mit Zustimmung des Bundesraths angeordnet werden, daß eine durch Reichsgesetz erfolgte Abänderung reichsgesetzlicher Vorschriften, welche in Elsaß-Lothringen als Landesrecht gelten, für Elsaß-Lothringen landes rechtliche Anwendung finden soll. In der Ver ordnung ist zugleich der Zeitpunkt festzusetzen, von dem ab die Abänderung in Wirksamkeit tritt.

7. Juni. Der Reichstag genehmigte in zweiter Lesung den Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung des Gesetzes über den Verkehr mit Nahrungs- und Genußmitteln, sowie in dritter Lesung die Unfallversicherung für Bauarbeiter.

6. Juni. Die Zuckersteuer-Commission begann heute ihre Arbeiten; von einer General discussion wurde auf Vorschlag des Vorsitzenden abgesehen. Die Discussion und Abstimmung über, den F. 1 wurde ausgesetzt und sofort die§§. 2, 3 und 6, betr. die Erhebung der Zuckersteuer und die Steuervergütung, discutirt. Staats- secretär Jacobi vertheidigt die Regierungsvor lage, indem er die Bedeutung der Conservirung des gegenwärtigen Steuersystems hervorhebt, durch Aenderung desselben würde die Basis der bestehenden Zuckerfabriken in bedenklicher Weise verschoben werden. Der Staatssecretär bekämpf die Anträge Stolberg und Kardosff, betr. die Erhöhung der Steuervergütungen bezw. die Er höhung der Verbrauchsabgaben.

7. Juni. Die Branntweinsteuer-Com mission des Reichstags genehmigte heute ein stimmig den Bericht des Referenten Abg. Gamp. Bezüglich der zur Vorlage eingegangenen Peti tionen beantragt der Bericht, sie durch die ge faßten Beschlüsse als erledigt zu erklären. Morgen

Großherzog erwiederte mit einem Hoch auf Mainz.

Hiesigen Blättern zu- absichtigt man in

findet voraussichtlich die letzte Sitzung statt. Da selbst steht die Nachsteuer und der Termin für das Inkrafttreten des Gesetzes zur Frage, ebenso die Abstimmung über die ganze Vorlage.

Die BerlinerPost vom 26. v. Mts. enthält folgendes: Dem Vernehmen nach be Chile die Versuche, Aus wanderer aus Deutschland heranzuziehen, weiter fortzusetzen. Nach dem Ergebnisse der bisherigen Versuche können jedoch Auswanderungslustige vor überspaunten Erwartungen nur gewarnt werden. Zahlreiche deutsche Auswanderer, welche seiner Zeit von den chilenischen Agenten ange worben waren und sich im südlichen Chile nieder gelassen hatten, haben dort ihr Fortkommen als Landwirthe nicht finden können und sich nach den größeren Städten gewandt, wo sie bei dem Mangel an Arbeitsgelegenheit die öffentliche Mildthätigkeit in Auspruch nehmen. Kolonisten, welche nicht hinreichende Mittel zur Auschaffung des Inventars besaßen, sind ganzlich verarmt, haben ihre Stellen aufgeben müssen und suchen nunmehr in den Städten ihr Dasein zu fristen. Es kann daher gegenüber Anerbieten chilenischer Agenten nur zur Vorsicht gerathen werden. Königstein, 6. Juni. Die Herzogin von Nassau traf heute in unserem Städtchen wieder ein. Die Bevölkerung hatte zu Ehren der hohen Frau ihre Häuser mit Flaggeuschmuck versehen.

Ausland.

Belgien. Brüssel. Belgien schloß mit Krupp eine Lieferung von Stahlkanonen in der Höhe von 16 Million ab.

Großbritannien. London, 7. Juni. Das Unterhaus nahm die zweite Lesung der Einnahme budgetbill und der Staatsschuldbill an.

Aus Stadt und Land.

h. Friedberg. Professor Dr. Köstlin hat bekannt lich ein Büchlein zu Gunsten der Herberge zur Heimat dahier her usgegeben, zwei Vorträge von ihm enthaltend, die er im Winter 1885 zur Unterstützung der Verwun⸗ deten auf dem bulgarisch serbischen Kriegsschauplatz ge halten hat, unter dem TitelIm Felde, Bilder und Er innerungen aus dem Jahre 1870,71, auf das wir hier nochmals mit allem Nachdruck aufmerksam machen wollen Was das Büchlein in hohem Grade empfehlenswerth macht, das ist, was die Form anlangt, die anziehende Sprache, in der es verfaßt ist, und was den Inhalt an langt, die populäte Darstellung der Geschichte des Krieges in 1870/1, die Veranschaulichung des Kriegslebens, insbesondere die hohe Bedeutung eines tüchtigen Militär standes, vor dem es Respekt und Achtung erzeugt, Er weckung von Vaterlandsliebe und Liebe zum Katser und den Führern im Krieg, und Würdigung des Werthes der Religion und relfglösen Zuspruchs in den Nöthen und Leiden des Krieges. Doch lassen wir einige Beur teller des Werkchens in Zeitungen und Briefen zum Wort kommen: Der Schwäblsche Merkur:Niemand wird diese, die Erelgnisse vom Ausmarsch bis zur Katser parade bei Villiers umfassenden, aus echt schwäbischer Gemüthstlefe redenden und vom frischen Hauch der Un mittelbarkelt durchwehten Tagebuchblatter aus der Hand