Straßburg. Gegen franzssische Ueber— raschungen ist Elsaß-Lothringen sicher gestellt. Seit Errichtung der neuen Regimenter stehen im Reichsland 59 Bataillone Infanterie, 44 Schwadronen Cavalerie, 21 Batterien Feld— artillerie, 7 Bataillone und 1 Compagnie Fuß— artillerie, 2 Bataillone Pioniere und 1 Train⸗ Bataillon, zusammen nahezu 2 Armee-Corps.
— 4. April. Der Statthalter Fürst Hohen⸗ lohe ist gestern hier wieder eingetroffen.— Das Gesetzblatt für Elsaß-Lothringen veröffentlicht zwei gleichlautende kaiserliche Verordnungen vom 12. März, durch welche die Verstaͤrkung der Fortslinien in den Festungen Straßburg und Metz nach Maßgabe der unterm 27. Januar d. IJ. gebilligten Vorschläge der Landesverthei— digungs-Commission als im öffentlichen Nutzen und als dringend erklärt und demgemäß die mit der Ausführung der Arbeiten betrauten Militär— behörden ermächtigt werden, die für diese Be— festigungsarbeiten erforderlichen Bodenparzellen im Wege der Zwangsenteignung zu erwerben.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. April. Stoiloff, welcher noch hier weilt, wurde gestern in längerer Audienz vom Grafen Kalnoky em— pfangen. Man hört darüber, der letztere habe neuerlich der bulgarischen Regierung ein ver— tragstreues Verhalten empfohlen und als seine persönliche Ueberzeugung ausgesprochen, daß Füͤrst Alexander von Battenberg eine eventuelle Wieder—
wahl nicht annehmen werde.
Großbritannien. London. Der in Dublin geführte Prozeß gegen Dillon, O'Brien, Crilly und andere irische Abgeordnete wegen Förderung des irischen„Feldzugsplanes“ ist von der Re— gierung niedergeschlagen worden.— Die wegen Betheiligung an der Ermordung des Gerichts— vollziehers Murphy in Killarney verhafteten sieben Personen mußten wegen Mangels an Beweisen aus der Haft entlassen werden.
Italien. Rom, 4. April. Die Bildung des Cabinets ist in nachstehender Weise erfolgt: Depretis: Präsidium und Aeußeres, Crispi: Inneres, Zanardelli: Justiz, Bertole Viale:
Krieg, Brin: Marine, Magliani: Finanzen, Saracco: öffentliche Arbeiten, Grimaldi: Acker- bau, Coppino: Unterricht.
— Nach einer Meldung aus Massauah ließ General Gens die auf der Reise nach Abessinien in Massauah eingetroffenen Oberen des abessini- schen Instituts von Jerusalem anhalten und an Bord des„Garibaldi“ bringen. f
weisung verschiedener Rechnungen.
Aus Stadt und Land.
r. Frledberg. Seit einigen Tagen werden in unserer Stadt über den von der Armen Verwaltung ins Werk, gesetzten Neubau eines Versorgungsbauses an Stelle des baugebrechlichen und für den Bedarf nicht mehr genügen— den alten Hauses Geruͤchte verbreitet, die geeignet sind, den wahren Sachverhalt in falschem Lichte darzustellen, und dürfte es vielleicht Mancher zu Dank wissen, wenn hierüber einige Aufkärung gegeben wird. Von den Ver⸗ breitern der in Umlauf gesetzten Gerede wird auf dle bei dem Abbruch des alten Hauses sich ergeben habenden einige Dutzend eichene Balken und Pfosten hingewlesen und gesagt, das alte Haus hätte nach dem Zustand dieses Holzes noch Jahrhunderte stehen können— das wäre schon wahr, wenn es bel dem„stehen können“ nur auf die Festigkeit einzelner Hölzer, nicht aber auch und noch mehr auf die Construetlon und den Verband derselben ankäme; aber— wenn in einem solchen Ge— bäude durch wiederholten inneren Umbau, wie dies na— mentlich bel Errichtung der ehemaligen Pachterwohnung zum Versorgungshaus geschehen, der ganze innere Ver⸗ band und Zusammenhang unterbrochen und in seinem Halt gestört wird, wenn das damals reparirte Fundament und Kellerwerk nur als nothdürftiges Flickwerk erscheint, wovon sich gegenwärtig Jedermann durch Augenscheln überzeugen kann, so wird ein solches Bauwerk, trotz einzelner gesunder und starker Hölzer auf die Dauer nicht bestehen können, wie das zunehmende sich Senken im Innern des alten Versorgungsbauses auch zur Ge⸗ nüge gezeigt hat. Bei diesem erwlesenen baufälligen Zustand des alten Hauses würde es als thöricht haben bezeichnet werden müssen, wenn man an ein solches wiederholt zurecht geflicktes Bauwerk nochmals große Kosten hätte verwenden wollen, um dasselbe vielleicht auf kurze Zeit, aber keinesfalls auf die Dauer, zu er⸗ halten, zumal dasselbe in einzelnen Theilen von dem Erbfeind aller Bauwerke, dem Mauerschwamm ergriffen war, ein Uebel, dem abzuhefen nur selten gelingt, das aber von Jahr zu Jahr immer wiederkehrend Unter— haltungskosten verursacht hat.
C. T. Friedberg. Gemeinderathssitzung vom 4. April. Die Deckung des städtischen Bedarfes an Petroleum, Maschinenöl u. s. w. für 1887/88 wurde auf Grund der vorliegenden Angebote an die Kaufleute Baumeister und Windecker vergeben; die Butterwaage wurde, wie seither, an Gg. Sellin verpachtet. Von den Mittheilungen des Vorsitzenden über das vorläufige Er— trägniß des städtischen Gas- und Wasserwerks während des mit dem 1. April abgelaufenen Betriebsjahres nahm der Gemelnderath Kenntniß. Sodann wurde der zum Bau der Homburg— Friedberger Bahn noth— wendige Gelände-Erwerb in städtischer Gemarkung be— schlossen; wegen des betr. in der Fauerbacher Gemarkung liegenden Geländes wurde die Erwartung ausgesprochen, daß die an dem Bau mit'interessirte Nachbargemeinde Fauerbach wohl zu einer entsprechenden Leistung zu ver— anlassen sei und nur für den Nothfall ein Zuschuß in's Auge gefaßt. Ueber die Behandlung einer von dem Ortsarmenverband Hanau hierher gelangten Klage gegen den Ortsarmenverband Friedberg wurde die Beschluß— fassung vertagt. Schließlich erfolgte Auszahlungs-An— Auf eine Eingabe des Stadtvorstandes an das Königl. Preußische Kreegs— ministerium in Berlin um Verlegung einer Garnison nach Friedberg, wurde ein Schreiben des Militär-Oeko— nomie-Departements des Kriegsministeriums bekannt ge— geben, worin ausgesprochen ist, daß militärische Rück— sichten es nicht gestattet haben, der erbetenen Verlegung elnes Truppentheils hierher zu entsprechen.
Allerlei.
st. Frankfurt. Die Schauhäuser unsexes 9 gartens bergen zur Zeit wahre Schätze 1 i Pflanzen und hat die diesjährige Frühlings A 0 1 wohl letzt ihren Höhepunkt erreicht, denn lumitten d Camellten und Azaleen hat die Königin der Flora, Rose, ihren vollen Flor entwickelt und in Tausenden ve,
Exemplaren zeigen sich wohl hier alle Varletäten diesc großartigen Sortiments. Es ist den Cultsvateuren ge lungen, die Rosen in seltener Schönheit, Größe unh Farbenpracht, wle die Belaubung tadellos und intenssh grün zur jetzigen Jahreszeit durch die Kunst des Gärtnen hervorzuzaubern und dichtgedrängt durchwandern dz Besucher diese herrlichen Gärten unter dem schützendes Glasdache. Das Palmenhaus selbst ist großartig schö und hat reichen Zuwachs zu verzeichnen, da ganze Son timente von Palmen von Liebhabern als Geschenke üben wiesen wurden.
Handel und Verkehr. 1 Friedberg, 5. April. Fruchtpr. Waizen M. 776 bis 18.00, Korn M. 14.00, Gerste M. 14.00, Hag M. 11.00— 11.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 K = 200 Zollpfd. 1 Friedberg, 6. April. Buttermarkt. Butter kosteg per Pfd. M. 0.90 1.00. Eier 1 St. 6, 2 St. 11 5, Grünberg, 2. April. Fruchtpr. Weizen M. 18.00, Korn M. 14.00, Gerste M. 12.60, Hafer M. 11.60 Erbsen M. 14.10, Linsen M. 25.50, Kartoffeln M. 4.20. Gießen, 5. April. Auf dem heutigen Markt koste Butter per Pfd. Ne. 0.90— 1.00, Eier 1 St. 5—6 Pf. Käse per St. 4—8 Pf., Tauben per Paar M. 0.50— 0.90% C Hühner per St. M. 0.85— 1.00, Hahnen per St. M. 1.70. bis 2.00, Enten per Stück M. 1.70— 2.20, Ochsen fleisch per Pfd. 62— 64 Pf., Kuh⸗ und Rind fleisch 50 bis 56 Pf., Schweinefleisch 56—60 Pf., Hammelslessgh 50 64 Pf., Kalbfleisch 44—50 Pf., Kartoffeln per 100 K M. 4.50— 5.00, Zwiebeln per Ctr. M. 6.00. Homburg, 5. April. Marktpreise. Kartoff per Malter M. 4.50—5, per Gescheid 9— 10 Pf., G per St. 6—7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.0 2. Qual. M. 1.00. 0 Es cursiren gegenwärtig wieder viele österreichlsch. 1 Guldenstücke im öffentlichen Verkehr, welche leicht all Zweimarkstücke, denen sie ziemlich ähnlich sehen, passiren Es ist daher Vorsicht beim Geldeinnehmen geboten, d. diese Guldenstücke einen Minderwerth von 30— 35 N. gegen Zweimarkstücke haben. 1
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbath- und Pesachfeier vom 9. April 1887. ö Erster Festtag. Freitag Abends 6 Uhr 10 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr.
Sonntag den 10. April 1887: Zweiter Festtag.
Samstag Abends 7 Uhr 30 Min.(Omergebet).
Sonntag Morgens 8 Uhr.
Sonntag Nachmittags 4 Uhr.
Sonntag Ausgang 7 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienst von Montag den 11. April en Morgens 6 Uhr 15 Min., Abends 7 Uhr 20 Min. Omergebet.
Von Montag den 11. April an findet an den Wochen tagen bis auf Widerruf Abendgottes dienst statt.
Beginn:
Freitag den 15. April: 7. Pesachfest.
Glaäͤubiger-Aufforderung.
Forderungen und Ansprüche jeder Art an den Nach— laß der Johannes Berdel II. Eheleute von Ober-Mörlen sind binnen 8 Tagen bei unterzeichnetem Gerichte anzu— melden, wenn sie bei Regultrung der Nachlaßverhältnisse berücksichtigt werden sollen.
Bad-⸗Nauheim den 2. April 1887.
Großherzogliches Amtsgericht Bad⸗Nauheim. 389 Bauer.
138
— U 2
Holzversteigerung.
Dienstag den 12. April kommen im Ober-Ros bacher Domanialwald Mainzerhecke und Westerfeld'scher Wald: 8 Eichen⸗Stämme mit 2,21 fw Inhalt; 25 rm Eichen⸗ Scheiter und 47,6 rm dergl. Knüppel; 350 Buchen- und 9339 Eichen- resp. Birken-Schlagwellen, sowie in Malnzer⸗ hecke, Schlag III: 2802 gemischte Aus jätungs-Wellen, darunter 225 Wellen Besen Reisig, zur Verstelgerung.
Zusammenkunft Morgens der dicken Eiche.
Ober-Rosbach, 4. April 1887.
Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach.
1402 Strack.
Bekanntmachung.
Die Holzabfuhr im Gemeindewald Nieder-Ros bach aus den Versteigerungen vom 7. und 25. März l. J. kann vom 9. April an erfolgen.
Nleder⸗Rosbach am 5. April 1887.
Großherzogliche Bürgermeisteret Nieder-Rosbach.
1406 Groh. Frische Napskuchen, rische Napskuchen,
Engros-Lager zu Mühlenpreisen, bei
969 Wilhelm Fertsch.
0 9 5 Holzversteigerung. Freitag den 15. April d. J. werden in den Domantial— walddistrikten Mittler- Köppel und Thierberg: 2 Nadel— holzstämme— 2,00 Kubikmeter und 7650 Buchen-Durch— forstungswellen verstelgert. Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr in Bodenrod. Butzbach den 5. April 1887. Großherzogliche Oberförsterei Hoch-Weisel.
1405 Weigand.
3 5ol———— Holzversteigerung. Dienstag den 12. d. Mts., Vormittags 9½, Uhr
anfangend, kommen in hiesigem Gemeindewald, Schlag
Nr. I, jenseits der Kaisergrube, zur Versteigerung: 1600 Eichenwellen 2. Sorte,
5841 Weichlaub⸗Durchforstungs wellen, 320 Dornwellen. Die Zusammenkunft ist auf dem Forsthaus Winter— stein, die Versteigerung an Ort und Stelle. Nieder⸗Mörlen am 6. April 1887. Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder-Mörlen. Kremer.
Grassamen⸗Mischungen
für trockene und nasse Wiesen, Zierrasen und Böschungen, unter Angabe der Bodenverhältnisse Garantie für guten Ertrag, empfiehlt billigst
P. Theis,
Samenhandlung.
1405
Ein auch zwei Realschüler finden in einer besseren Familie kräftige Verköstigung und gesunde Wohnung.
Näheres bei der Exped, d. Anz. 1398
Feinste ital. Macaroni,
zechte Hausmacher-Gemüs-Nudela, Beste Eier-Band-Nudeln,
Türkische Zwetschen,
Bosnische Zwetschen,
Amerikanische Apfelschnitzen empfiehlt billigst in bester Qualität 0 1 a Ir gHilbrecht Witine.
1
* * 1 1 N 1 4
Dehnbares Original- 12
Hesundheils⸗Corsell
nach Prof. Dr. Bock, besonders magenleidenden und älteren Damen empfehlen, billigst bei
Heinr. Diehl, usagasse.
1 6%
Klersamen,
deutschen u. Luzerner, in bester seidefretier Qua 1
Feinste Eier⸗Gemüs⸗Nudelf, Aechte ital. Macaroni, Türkische Zwetschen, Amerikan. Apfelschnitzen
1364 empfiehlt W. Bernbeck. 5


