vor der Anstellung im öffentlichen Dienst verbrachten Zeit als pensionsfähige Dienstzeit weist großh. Regierung als unannehmbar zurück. Einstimmig wird, entsprechend der Regierungsvorlage die Bildung eines Unterstützungs“ fonds für die Straßenwärter und deren Wittwen und Walsen, sowie die bei dem Brückendienst verwendeten Tagloͤhner, beschlossen. Der Gelände Austausch zwischen dem Staat und der Stadt Naubeim zum Zweck der Anlage eines Weges nach dem Nauheimer Hochwald wird genebmigt. Zum Antrag Schaum, die Bepflanzung der Staatsstraßen mit Obstbäumen und Berufung eines Obstbaulelters zu deren Ausführung betr., wünschen die Abgg Schade und Schaum, daß diese Faage gesetzlich geregelt werde, und wird im Sinne des Ausschußantrages beschlossen, dem Antrag bezüglich der Pos. 1 keine Folge zu geben, großh. Regierung jedoch zu ersuchen a. wegen Vermehrung der Obstbaumanlagen auf denjenigen Strecken der Staatsstraßen, welche hlerzu für geeignet befunden werden; b. wegen Bestellung eines Landesinspeetors für den Obstbau im nächsten Staatsbudget Vorsorge zu treffen.
— Der Gerichtsschreiber-Aspirant Weller zu Gießen wurde zum Hilfsgerichtsschreiber in Mainz bestellt.
Berlin, 30. April. Der Kaiser hat das kirchenpolitische Gesetz gestern vollzogen, welches der„Staatsanzeiger“ bereits heute publicirt.
Berlin. Die Kaiserin Augusta wird dieses Jahr am 14. Mai in Baden zur gewohnten Frühjahrskur eintreffen und in der Messmer'schen Villa Quartier nehmen.
— Dem Bundesrath ist noch ein kleiner Nachtrag zum Etat zugegangen, in welchem 111,300 Mark für einen Umbau auf dem Grund— stücke der kaiserlichen Botschaft in Paris ge— fordert werden.
— 30. April. Es wird deutscherseits zu— gegeben, daß Schnebele auf Grund einer Auf— forderung eines deutschen Beamten zu einer amtlichen Rücksprache sich an die deutsche Grenze begeben hat und daß er berechtigt war, an— zunehmen, daß er, so lange er dieser Auf— forderung folge, an der deutschen Grenze freies Geleit besitze. Das werde auch nicht dadurch geändert, daß andere Beamte als der einladende die Verhaftung vollzogen haben. Nachdem auch das Reichsgericht und der Untersuchungsrichter desselben, Landgerichtsrath Leoni, nach dem Aus— fall der Untersuchung zur gleichen Rechtsüber— zeugung gelangt sind, ist alsbald die Freilassung Schnebele's verfügt worden. Schnebele ist dem— entsprechend gestern Abend um 9 Uhr auf Ver— fügung des Untersuchungsrichters in Freiheit gesetzt worden. Als ihm die Mittheilung seiner Eutlassung gemacht wurde, lag er schon zu Bett. Um Mitternacht reiste er mit dem Zuge über Ars und Novéant nach Pagny.
— 28. April. Der deutsche Botschafter am russischen Hofe, General v. Schweinitz, hat gestern mit seiner Familie Berlin verlassen, um sich wieder nach Petersburg zu begeben.
— Die Zuckersteuer soll nach dem Fr. J. eine Herabsetzung der Rübensteuer auf 1 Mark, ein Rendement von 1 zu 10 und eine Consum⸗ steuer von 10 M. für den Doppel- Centner in Aussicht nehmen.
— Der französische Botschafter Herbette reist morgen nach Paris. Er hat, wie die „Nordd. Ztg.“ meldet, einen vierzehntägigen Urlaub erhalten, um seine auf einige Zeit nach Frankreich reisende Familie zu geleiten.
— Der dem Abgeordnetenhause heute zu⸗ gegangene Nachtrags⸗ Etat beziffert sich 12,775,689 M., wovon 11,296,829 M. zur Erhöhung des Matrikularbeitrags an das Reich erforderlich sind, während der Rest durch den erfolgten Ankauf von Privatbahnen herbeige— führt wurde.
Danzig, 29. April. Die„Danziger Ztg.“ meldet: Der Staatsanwalt erhob gegen 26 hiesige Socialisten wegen Thellnahme an ge⸗ heimen Verbindungen, gegen 11 derselben auch wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten und gegen 11 andere wegen Verbreitung verbotener Schriften Anklage.
München. Der päpstliche Nuntius Pietro in München geht nach Madrid. Derselbe ist dort besonders angenehm, da er für Gegner der Karlisten gilt.
Straßburg, 29. April. Heute verlautete, nach einer Depesche des Fr. J., in Berlin, die
auf
einen
Verhängung des Kriegszustandes über Elsaß— Lothringen sei zu gewärtigen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 29. April. Die Herrenhaus-Commission zur Berathung des Antrags Schmerling wegen des Sprachenerlasses nahm den von der Mlttelpartei gestellten An— trag an, welcher besagt, die Gesetzwidrigkeit des Sprachenerlasses könne aus den bestehenden Verordnungen nicht abgeleitet werden, die Re— gierung werde jedoch aufgefordert, den von ihr selbst anerkannten bisherigen Bestand der deut— schen Sprache als den des inneren Dienstes bei den Behörden und den Gerichten aufrecht zu erhalten.
Holland. Haag, 29. April. Die zweite Kammer nahm mit 40 gegen 19 Stimmen den Gesetzentwurf, betreffend die einjährige Verlänge— rung der Dienstzeit der Milizen, an.
Italien. Rom, 30. April. Das Königs— paar ist, von Crispi und Brins begleitet, heute in Venedig eingetroffen und wurde enthusiastisch empfangen. Morgen findet dortselbst die Ent— hüllung des Victor-Emanuel-Denkmals statt.
— Nach Meldungen aus Massaua rückten die Italiener, um Keren einzunehmen, vor und stießen dabei auf eine starke abessynische Streit— macht. Ein Treffen enstand, dessen Ausgang zweifelhaft ist. Nach andern Meldungen er— litten die Italiener eine Niederlage.
Türkei. Constantinopel, 28. April. In Wien wurde heute eine türkische Circularnote angekündigt, welche Vorschläge zur Anbahnung der Lösung der bulgarischen Frage enthalten soll. Die Pforte will den Rücktritt der Re— gentschaft veranlassen und sodann einen tüͤrkischen Commissär, welchem das gegenwärtige bulgarische Ministerium zur Seite bliebe, bis zur Fürsten— wahl durch die Sobranje mit der Regierung Bulgariens betrauen. In gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß Rußland den Vorschlag der Pforte acceptirt.
Griechenland. Athen, 30. April. Nach hier eingegangenen Nachrichten ist es zwischen den Christen und Muselmanen in Canea(Kreta) zu thätlichen Zusammenstößen gekommen. Die Consuln der Mächte, welche bei dem Ausbruche der Ruhestörungen abwesend waren, sind sofort nach Canea zurückgekehrt; die französische Fre— gatte„Victoriens“ ist nach Kreta abgegangen.
Rußland. Petersburg. Aus den Unter— suchungen über den letzten nihilistischen Atten— tatsversuch geht hervor, daß das Hauptquartier der Verschwörung in Wilna war. Auch das Geld zur Bestreitung der Kosten wurde von Wilna, aus nach St. Petersburg gesendet, im Ganzen 250 Rubel. Durch den Anklageact wird constatirt, daß die russische Polizei auf— fallend schlecht unterrichtet gewesen ist, und daß es nur einem Zufalle zu danken ist, daß der Zar drei Tage vor der Verhaftung eines Theiles der Verschwörer dem Tode entging. Es ist kaum zu erklären, wieso die Polizei trotz ihrer Geheimagenten ohne Zahl, trotz Dworniki u. s. w. weder auf das Gehen und Kommen der Studenten, noch auf ihre Reisen zwischen St. Petersburg und Wilna und ihren Transport großer Körbe mit Chemikalien, Glasretorten, Kolben u.„ w. aufmerksam wurde, obschon ja die Studenten— schaft unter besonderer Ueberwachung steht.
— Der„Pol. Corr.“ zufolge wird das russische Kaiserpaar, das gegenwärtig in Gat— schina weilt, doch die Reise nach dem Don-Gebiete in einigen Wochen antreten. Der Großfürst— Thronfolger wird die Reise mitmachen.
Asien. Bombay, 29. April.„Reuter's Bureau“ erfährt, selbst wenn der Emir von Afghanistan gestürzt werden sollte, würden zwischen England und Rußland keine Compli— cationen entstehen; beide würden sich über einen neuen genehmen Herrscher verständigen.
Aus Stadt und Land. Friedberg. Am 1. Mai waren es 50 Jahre, daß
Seminarlehrer Wahl in unsere Stadt kam und gingen
dem um das öffentliche Wohl so vielfach verdienten
1 Manne aus diesem Anlaß von vielen hlesigen Selten Gratulationen zu. N Ober⸗Mörlen. berichteten seit einem halben Jahre in einem starrkran artigen Zustande bewußtlos darnsederliegt, soll nunmel in die Klinik nach Gießen verbracht werden. Manz, 27. April. Gestern ist daher ein Fassch⸗ münzerpaar verhaftet worden, und zwar wurde zunächs, eine Frau bei Verausgabung von falschem Gelde ange. halten, worauf dann deren Ehemann ermittelt wu idt, der sich als ein bereits wegen Falschmünzerel vorbestraste Mensch entpuppte. In demselben hat man es mlt essen eifrigen Anhänger der Soetaldemokratie zu thun und war derselbe s. Z. Vorsitzender des polizellich aufgelö ien Metallarbeiter-Fachvereins.
Allerlei. Würzburg. In ber Verhandlung gegen die we zen Verschuldung des Eisenbahn-Unglücks am Faulenb it bei Würzburg angeklagten Etsenbahnbeamten wurden Zig führer Dürr zu 15, Lokomotivführer Weidner zu 9 160 Oberstationsmeister Oberlechner zu 6 Monaten Gefäg, niß verurtheilt; die Uebrigen wurden frelgesprochen. Wernkgerode, 25. April. Gestern früh hat hier ln gewaltiges Feuer stattgefunden, welches die Hinterhäufe eines ganzen Straßenviertels zwischen Nikolatplatz, Bree, straße und Ringstraße gänzlich, und die Vorderhäuser thal, wetse in Asche legte. Bei den Löscharbeiten wurden mehrt Feuerwehrleute verletzt. Einer blieb sofort todt, ein zwe en 0 erlag seinen Verletzungen am andern Morgeu. 19 Melbourne, 28. April. Ein Telegramm aus Perth Western(Australien) meldet, ein großer Orkan habe an 22. d. Mts. die Nordostküste heimgesucht und namentlich die Schiffe der Perlenfischer schwer betroffen. Gegn 40 Schiffe werden vermißt. Die Mehrzahl derselben i gescheitert, die übrigen ins offene Meer hinausgetriebn sein. Die Zahl der umgekommenen Menschen wird af mehrere Hunderte geschätzt.
Repertoir⸗Entwurf der bereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus. Dienstag den 3. Mai: Freischütz. Mittel-Preise. Mittwoch den 4.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen, Das Nachtlager in Granada. Hierauf: Laurette⸗ Ermäßigte Preise. a Donnerstag den 5.: Der Prophet. Mittel-Pr. Freitag den 6. Vorstellung bet ermäß. Pr.: Der Hofnarr
Samstag den 7.: Gastspiel des Herrn Heine vom Hof
theater in Cöln: Lohengrin. Telramund. Herr Hein, Mittel-Pr.
Sonntag den 8.: Gastspiel des Herrn Heine. Tell: Herr
Heine. Mittel-Pr. Schauspielhaus. Dienstag den 2. Mai: Hamlet. Gr. Pr. Mittwoch den 4.: Die beiden Klingsberg. ersten Male wiederholt: Die Donnerstag den 5. geschlossen. Freitag den 6.: Cyprtenne. Samstag den 7 theater in Stuttgart: Fedora. Ipanow: Herr Schön feld. Gr. Pr. Sonntag den 8.: Gastspiel des Herrn Schönfeld. Vie Lärm um Nichts. Benedikt: Herr Schönfeld. Gr. Pi,
Einführung von Fleisch nach Frank⸗ furt a. M. betreffend.
Zaubergeige. Gr. Nn,
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß vom 1. Mai l. J. an bezüglich der Einbringung von frlschem
Fleisch in den hiesigen Gemeindebezirk die Bestimmungem des Regulatives betr. die Einführung ze. von frischem
Fleisch vom 18. Juli 1886 und der Bekanntmachung
hierzu vom 11. Februar 1887 in Kraft treten. Abdrücke des Regulatives und der Bekanntmachung, sowie das
vorgeschrtebene Bestellschein-Formulor können, soweit den
Vorrath reicht, bei dem Pförtner des städtischen Schlacht
hofes und auf dem Büreau in der Markthalle zum
Preise von zusammen 10 Pfennig entnommen werden. Frankfurt a. M. den 20. April 1887.
1686 Städtisches Polizei- und Verkehrs⸗Amt.
Jagd ⸗Verpacht
Jagd Verpachtung. Die dem Freiherrn von Ritter gehörige Waldfagd,
Gemarkung Hof Haselheck, Oberförsterel Ober- Rosbach,
61,32 ha haltend, begrenzt von dem Nieder-Mörler Ge
meindewald, Friedberger Burgwald und dem Frelherrlich
von Franckenstein'schen Walde in Gemarkung Ockstadt, sol
Mittwoch den A. Mat l. J., Morgens 11 Uhr, in dem Hlötel Trapp zu Friedberg auf 12 Jahre unter den alsdann bekannt zu machenden Bedingungen ver— pachtet werden, wozu einladet Friedberg den 20. April 1887. In Auftrag der Fretherrlich von Ritter'schen Guts⸗ verwaltung zu Rüdesheim: Heldt. Bekannt Bekanntmachung.
Das am 8. und 14. März l. J. im Gemeindewald Ober⸗Rosbach versteigerte Holz im Distrikt Unterberg muß bis zum 7. Mai d. J. abgefahren sein.
Ober⸗Rosbach am 30. April 1887.
Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Rosbach,
1704 Blecher.
Die biesige Frau, welche wie u f
Vorher zun
Vorher: Mein neuer Hug ö . Gastspiel des Herrn Schönfeld vom Hos
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