Samstag den 5. Februar l.
Versammlung des landwirtbschaftlichen Bezirksvereins
J., Vormittags 10 Uhr,
Bekanntmachung, findet in dem Friedberg statt, wozu
eingeladen werden. Gegenstaͤnde der Tagesordnung sind:
1. Rechnung, 2. Voranschlag, 3. die deutsche lan
Friedberg den 24. Januar 1887.
Bei der Kreiskasse sind 2000 bis 2500 Mark auszuleihen.— Gemeinden,
Friedberg den 31. Januar 1887.
In Gemäßheit des Art. 8 der Landgemeinde-Ordn
Ortsvorstandes zu Münster, des Innern und der Justiz vom Münster erlassen.
Friedberg den 27. Januar 1887.
4.
gaben für die Schafhirten,
herzoglichen Bürgermeister eine Commission bilden. *
Im Ganzen soll in der Gemarkung Münster eine Heerde gehalten§. 9. werden und ist jeder Grundbesitzer berechtigt die bei ihm überwinterten Schafe zur
Gemeindeschäferei zuzutreiben.
§ 4 Der Gemeinderath miethet den Schafhirt und bestimmt dessen Gehalt. §. 5. Der aus dem Großherzoglichen Bürgermeister und zweien Ortsvor— 1) zu bestimmen, zu welcher
standsmitgliedern gebildeten Commission liegt es ob: Zeit der Austrieb der Heerden zu der schlimmen Witterung wegen bei
3) die Schafhirten streng zu beaufsichtigen und zu überwachen; 5) genaue Verzeichnisse über den Be⸗ stand der Heerde zu führen und diese monatlich mit der wirklich vorhandenen Zahl Beschwerden der Schafhalter und Schäfer entgegen—
oder Entlassung vom Dienste zu beantragen;
der Schafe zu vergleichen; 6)
zunehmen, diese zu prüfen, ihnen abzubelfen, oder in Fällen, thunlich ist, durch Vermittlung der Großherzoglichen Bürgermeisterei dem Kreisamte unter geeigneter Antragstellung zur Entscheidung zu unterbreiten; 7) für Anschaffung, s. w. Sorge zu tragen; 8) die Statuten
Reparatur der Hürden, Schäferhütten u streng zu handbaben,
zuzeigen; 9) den Schäfern Listen über den jedem einzelnen Grundbesitzer gestatteten
Beitrieb zuzustellen.
6. Die Stückzahl der Schafe, welche zur Sommerweide getrieben werden Januar des Jahres, in welchem die Weide⸗ angeschafft und bei Großherzoglicher Bürger— meisterei oder einem Mitgliede der Commission angemeldet sein.
Bürgermeister und den zwei Gemeinde— rathsmitgliedern bestehenden Commission steht das Recht zu, sich von der Richtigkeit der Anmeldungen zu überzeugen; jeder Weideberechtigte hat der Commission die in
sollen, muß spätestens bis zum 1. berechtigung ausgeübt werden soll,
7. Der aus dem Großherzoglichen
dieser Hinsicht nothwendigen Aufschlüsse zu geben.
Die Schäferei wird durch die Gemeinde ausgeübt. Sämmtliche Aus- den Pferch, dessen Zubehör u. s. w. werden aus der Gemeindekasse bestritten, dagegen fließen auch die Erlöse aus dem Pferch in dieselbe.
§. 2. Die Schäferei steht unter der Aufsicht des Ortsvorstandes, aber des Großherzoglichen Bürgermeisters und zweier aus der raths auf je 3 Jahre zu wählenden Ortsvorstandsmitglieder,
erfolgen hat; 2) anzuordnen, Winterseintritt in die Ställe zu bringen sind;
Verfehlungen dagegen zum Zwecke der herzoglichem Kreisamte durch Vermittlung der Großherzoglichen Bürgermeisterei an⸗
Rathhaussaale zu rg die verehrlichen Mitglieder des Bezirksvereins hier
dwirthschaftliche Ausstellung zu Fraukfurt
eine General- urch ergebenst
a. M. 1887.
Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg.
Bekanntmachung.
Bekanntmachung.
§. 8. Glaubt sich
insbesondere Mitte des Gemeinde—
welche mit dem Groß— Schäferet
mitglieder pünktlich Folge wann die Schafe J Thiere gehörlg
4) deren Bestrafung
dafür zu sorgen, daß der
in denen es nicht
Bestimmungen werden mit Bestrafung bei Groß— Gemeindekasse zu erkennen
11. Wird die
nehmigung des Kreisamts
Beschwerde bel der bestehenden Commisston vorzubringen, ledigung zu versuchen und im Falle des Mißlingens binnen 3 Tagen durch Ver⸗ mittlung der Großherzoglichen Bürgermeisterei Großh. liche Vorlage zu machen hat, und das Beitrlebsrecht Gerichts(conf.§ 10) zusteht.
Die Schäfer sind der Diselplinarstrafgewalt des Großherzoglichen Kreisamts unterworfen und können von demselben nach Anhörung des Ortsvor⸗ standes jeder Zeit entlassen werden. Großherzoglichen Bürgermeisters und der demselben beigegebenen
besitzer sich eines Uebertriebs schuldig macht, resp. dieses nicht zu dulden; zu beaufsichtigen und den Eigenthümern von Eckrankungsfällen Kennt niß zu geben; 4) alle Weidefrevel, 5) die Hürden, Tröge und sonstige Geräthschaften sorgfältig zu behandeln, vor Schaden zu bewahren und Anzeige zu machen, wenn neue Anschaffungen oder Re⸗ paraturen nöthig sind; Großherzogliche
Theil und erst alsdann ganz ausbezahlt wird, wenn es feststeht, keiner Frevel schuldig gemacht haben. §. 10. Zuwiderhandlungen zegen die in den vorstehenden§§. getroffenen
Großherzoglichen Kreisamts von den ord
Dr. Braden.
welche Kapitalien aufnehmen, werden hierauf aufmerksam gemacht. 1
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
ung und Art. V. 2 der Kreis- und Provinzial⸗Ordnung wird hiermit auf Antrag des mit Zustimmung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums 28. Dezember 1885 zu Nr. M. J. 29025 das nachstehende
Statut über Ausübung der Gemeindeschäferei zu
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Jemand in seinem Beitrlebsrecht beschränkt, so ist seine
welche eine gütliche Er⸗
Kreisamte ausführliche bericht⸗ da dieser Behörde die endliche Entscheldung aller die betreffenden Streit-Fragen mit Ausschluß des
Dieselben haben: 1) allen Anordnungen des Gemelnderaths: zu leisten; 2) diesen Anzeige zu machen, wenn ein Schaf⸗ 3) die für welche sie persönlich haften, zu vermeiden;
Bürgermeisterel hat mit Rücksicht auf pos. 4 Gehalt der Schäfer vor Ablauf des Contracts nur zum daß dieselben sich
Geldstrafen von 1 M. bis zu 10 M., welche auf Antrag entlichen Gerichten zu Gunsten der sind, geahndet; unbeschadet des der Gemeinde bei wider⸗
rechtlicher Weidebenutzung zustehenden eivilrechtlichen Schadenersatzanspruchs.
Anzahl der überwinterten Schafe durch Krankheit oder andere unvorhergesehene Zufälle so stark vermindert, daß dieselbe in keinem Ver⸗ hältniß zur gebotenen Weidegelegenheit steht,
so kann der Ortsvorstand mit Ge— beschließen, daß jeder berechtigte Grundbesitzer eine ve⸗
stimmte Stückzahl nicht überwinterter Schafe zur Sommerwelde treiben darf. Friedberg den 6.
Januar 1887. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 1. Febr. Prinz Heinrich von Preußen ist mit seinem militärischen Be— gleiter, Flügeladjutanten des Kaisers Corvetten— Capitän v. Seckendorff, gestern Nachmittag nach Kiel zurückgereist. Der Prinz wurde von dem Erbgroßherzog zur Bahn geleitet.
Berlin. Die„Post“ bringt einen Artikel „Auf Messers Schneide“, welcher besagt, Ge⸗ neral Boulanger sei maͤchtiger als Thiers und Gambetta es gewesen seien; er herrsche durch den kriegerischen Impuls, den er gegeben habe und müsse darin fortfahren, wenn er sich halten wolle; er selbst könne das französsische Volk in die Bahn des Friedens nicht zurücklenken und müsse auf der betretenen Bahn fortschreiten. — Sicheren Nachrichten zufolge hat Boulanger die Belegung des Barackenlagers bei Corcieux (bei St. Dis, also an der französisch-deutschen Grenze) zum 20. Februar mit einem Cavallerie— und einem Infanterie-Regiment angeordnet.
— Sowohl zwei- als dreirädrige Velocipede gelangen zur Einführung in der deutschen Ar— mee. Der Kriegsminister hat zur Einführung derselben angeordnet, daß Festungen, namentlich mit weit abliegenden Außenforts, wie Spandau, Thorn, Posen, Königsberg, Küstrin, Köln, Straßburg, Metz ꝛc., den Ordonnanzen- und Depeschendienst, soweit er nicht durch Telegrapen besorgt wird, durch Radfahrer vermitteln sollen.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Die Ein— berufung der Delegationen ist bevorstehend wegen Bewilligung außerordentlicher Militär—
wurde; doch ist der Zusammentritt derselben erst für den Monat März in Aussicht genom— men, sofern die Lage sich bis dahin nicht ge— bessert haben sollte. Kalnoky erklärte, daß die Beziehungen zu Rußland sich fortdauernd bessern, daß dagegen die Spannung zwischen Deutschland und Frankreich zunehme und daß daher Vor— sicht geboten sei.
Frankreich. Paris. Der„Morning Post“ wird von hier gemeldet: Nach dem Em— pfang von Herbette's Bericht über die friedlichen Auslassungen des Kaisers beim letzten Hofconcert richtete der Minister des Auswärtigen, Flourens, eine Depesche an Herbette, worin er ihm ein— schärfte, bei jeder Veranlassung der deutschen Regierung vorzustellen, die französische Nation wünsche aufrichtig, in Freundschaft mit Deutsch— land zu leben und im französischen Cabinet herrsche eine vollkommene Uebereinstimmung betreffs der Räthlichkeit, jedwede Handlung zu vermeiden, welche einer falschen Auslegung fähig sei.
Großbritannien. Belfast, 31. Jan. Am Samstag Abend und gestern Abend kam es hier zu ernsten Ruhestörungen. Eine größere Volksmenge warf Steine und feuerte Revolver auf die Polizei ab; letztere feuerte und nahm 50 Verhaftungen vor. Mehrere Verwundungen kamen vor.
Bulgarien. Sofia.„Nes. Bolg.“ er— fährt, daß die in Bukarest befindlichen bul— garischen Flüchtlinge sich mit den Emigranten in Constantinopel in Verbindung setzten, um gemeinsam in Ost-Rumelien einen Aufstand an— zuzetteln.
Rußland. Petersburg. Den Redactionen wurde neuerdings verboten, Privatnachrichten
Credite und unterrichtete Kreise bestätigen, daß über Truppenbewegungen und Rüstungen auf die Einberufung der Delegationen beschlossen zunehmen.
Aus Stadt und Land.
2 Friedberg. In Folge von plötzlicher Einberuf⸗ ung verschiedener Mitwirkenden zu militärischen Uebungen muß die für den 13. Februar angekündigt gewesene Wohlthätigkeits⸗-Aufführung des hiesitzen Gustav Adolf Frauenvereins leider Monat März verschoben werden. Nähere Mittheilung wird seiner Zeit gemacht werden.
Vilbel. Dr. Fresenlus in Wiesbaden, eine Au— torität in seinem Fache, hat das Vilbeler Wasser unter⸗ sucht und Typhus⸗Vacillen in demselben nicht gefunden. Das Vilbeler Wasser kann also ganz wie in früherer Weise ohne Bedenken genossen werden. Es stebt jetzt so gut wie fest, daß der Typhus durch ein in das hiesige Gemeindehospital aufgenommenes Individuum einge— schleppt worden ist, wodurch die Krankenschwestern ange: steckt wurden. Die Uebertreibungen in verschiedenen Zeitungen haben unserem Städtchen einen bedeutenden Schaden zugefügt
Goddelan, 31. Jan. Heute Vormittag fuhr der unseren Frledberger Lesern wohlbekannte Oberstlieutenant Schimpff von Darmstadt hierher, um seigen Bruder, der hier Pfarrer ist, zu besuchen Während der Fahrt wurde derselbe von einem Schlaganfall betroffen. Dr. Jochem, welcher in der Statlon Griesheim zufällig anwesend war, eonstatirte den bereits eingetretenen Tod. Die Leiche wurde auf hiesiger Station aus dem Zuge gebracht. 1
Allerlei. 5 Schwetzingen, 31. Jan. Wie das„Schw. Tagl.“ hört, sollen die Quartlermeister Herz und Lund plößlich verhaftet und nach Karlsruhe transportirt worden sein. Bremen. Die Rettungsstation Prerow telegraphirt: Am 29. Januar von dem deutschen Dampfer„Franelska“, Capitän Kruetzfeld, gestrandet bei Darsser-Ort, 9 Per⸗ sonen gerettet durch das Rettungsbot„Graf Behr-Negen⸗ dank“ der Statlon Prerow. Sturm WSW.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 1. Febr. Fruchtpr. Waizen M. 18.00, Korn M. 14.00—00., Gerste M. 14.00 15., Hafer M. 11.50— 12. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo — 200 Zollpfd. f
Friedberg, 1. Febr.
Buttermarkt. Butter kostete f per Pfd. M. 0.75—0.85, Eier 2 St. 15 Pf.
bis zm


