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braucht. Auch der Warschauer Trinkspruch Gurko's soll nach der Versicherung genannter Correspon— denz nie gehalten worden sein.
Amerika, Chicago. Die Anarchisten erließen an die Arbeiter ein Circulär, worin sie gegen die jüngsten Hinrichtungen protestirten.
Aus Stadt und Land.
s. Friedberg den 28. Nov. Durch sein gestriges „Erstes Concert“ hat sich der hiesige Musikverein aber— mals den warmen Dank aller Zuhörer verdient. War es dies Mal auch nicht ein größeres Tonwerk im höheren Styl, was er uns vorführte, so bot der„Lieder⸗Abend“ des Reizvollen und Herzerfreuenden so viel, daß wir uns solche Abwechselung gerne gefallen lassen. Das Lled für gemischten Chor, so recht das moderne Gesellschafts— lied, ein Stimmungsbild, das von Componisten, wie von Ausführenden mehr Hingabe fordert, als die meisten Hörer denken, wird ja neuerdings von den besten Com- ponisten mit Vorliebe gepflegt, seit Mendelssohn die Bahn gebrochen hat mit seinen herrlichen Quartetten. Unter dem diesmal Dargebotenen geben wir den Preis nach Werth der Compositlon und Feinheit und Frische des Vortrags dem neckischen„Wenn Zweie“ von Moritz Hauptmann, dem chevaleresken„Ritter Frühling“ von Reinecke, und dem allerdings etwas zu sentimental ange— hauchten zweiten Chor von Arno Kleffel, dessen Namen wir übrigens stets gern begegnen. Duͤrrner's sehr frtsche und tüchtige Composition„Morgen wanderung“, Bllleter's „Waldlied“ klingen etwas zu sehr an den Männergesang an, und das neapolitanische Volkslied, diese graziöse, gelenkige Tanzweise muthete uns in dem vlerstimmigen Chorsatze fast an wle der Knabe David in Saul's schwerer Waffenrüstung, es ist ein durch nus homophon gedachtes Lied, das höchstens accentutrende Akkorde zur Begleitung verträgt, durch den vierstimmigen Chorsatz aber erdrückt wird. Aus dem anmuthenden Liederstrauße, welchen der von Seminarlehrer Schmidt wie immer mit sicherer Hand geleitete, auch dies Mal mit wohlthuender Frische und Präeision singende Chor darreichte, traten als Blüthen von besonderem Glanze die Leistungen der verehrten Gäste hervor, welche durch die Gaben ihrer Kunst den Abend in dankenswerther Weise verschönten. Fräulein Haas aus Mainz gewann die Herzen sofort durch den sympa thischen Klang ihrer wohlgeschulten, sonoren Altstimme; sie zeigte ein feines und vielseltiges Verständniß, indem sie Gesänge von so verschiedenartigem Charakter und so entgegen gesetzter Stimmung, wie die hochtraglsche, er— greifende Arle von Gluck, das gefühlsgetränkte, poesivolle „Lithauische Lied“ des polnisch französischen Romantikers Chopin und das fröhlich-neckische„Mädchenlied“ von Erik Meyer Helmund gleich würdig und stimmungsgemäß vor— trug. Das Publikum dankte durch wiederholten, be geisterten Hervorruf, dem die liebenswürdige Künstlerin durch Dreingabe eines Liedes freundlich entsprach. Ueber die Leistungen der hier längst eingebürgerten beiden Künstler aus Frankfurt und Rödelheim, die uns das D Dur Quartett von Haydn und die voesidurchhauchten, unver— gleichlichen Variationen von Schubert mit dem feinen Ver— ständniß und der klaren, durchsichtigen Widergabe der Tongedanken vorführten, wie sie die Frucht langjähriger Vertrautheit mit der elassischen Musik ist, wagen wir Be— sonderes nicht zu sagen, aber es waren für den Kenner Sabbathstunden. In der graziös gehaltenen, pointen— reichen„Concertante“ von Alard stellten die beiden Künstler ihre Beherrschung der Technik in volles Licht. Die Cla— vierbegleitung hatte Seminarlehrer Gatzert freundlichst übernommen und in disereter, geschmackvoller Weise durchgeführt.
? Friedberg. Den geehrten Lesern des Anzeigers wird der am Donnerstag Abend, 8 Uhr im großen Saale des„Hotel Trapp“ stattfindende Vortrag des Geheimen Hofraths Schäfer von Darmstadt über„die Hauptwerke der Gothik am Rhein mit einem Seitenblick auf die Stadtkirche zu Frled— berg“ nochmals in freundliche Erinnerung gebracht. Der Eintritt für die Mitglieder des Stadtkirchenbau— Vereins und deren Familienangehörigen ist fret; Karten zu reservirten Plätzen sind in den beiden hiesigen Buch handlungen à 50 Pf. für Mitglieder und Nicht-Mit glieder zu haben. Freiwillige Einlagen in aufge— stellte Teller werden mit Dank entgegengenommen.
Friedberg. Für ein neues Postgebäude dahier fordert der dem Reichstage vorliegende Reichshaushaltsplan als erste Rate 60,000 Mark, der Gesammt-Bedarf beträgt 111,500 Mark. 5
T. Friedberg. Die hiesige Ackerbau⸗Schule wird diesen Winter von elf Schülern der unteren und neun Schülern der oberen Klasse besucht. Diese Frequenz ist stärker als in den letzten 3 Wintern und übertrifft die des vorigen Kursus um dret Schüler. Wir wollen hoffen, daß sich hierin die wachsende Erkenntniß von der Noth— wendigkett einer theoretischen Ausbildung für die jungen Landwirthe ausspricht.
r. Nieder⸗Mörlen. In wenigen Tagen verläßt Pfarrverwalter Günther unsere Gemeinde, nachdem er Jahre lang hier segensreich gewirkt hat. An seine Stelle kommt Pfarrverwalter Heiermann von Bingen.
Allerlei.
Cassel. Ueber eine Blutthat im Gefängniß zu Wehlheiden berichtet die„H. Mztg.“: Der Sträfling Stein aus Frankfurt hatte Correspondenz mit Mitge fangenen unterhalten und wurde nun vor den Direktor der Anstalt, Kaldewey, geführt, um darüber vernommen zu werden. Der Oberaufseher Köhler führte Stein in
das Zimmer des Directors, und dieser dletirte nach statt— gefundener Vernehmung dem Stein drei Tage verschärften Arrest. Kaum hatte Stein die Strafe vernommen, so zog er eine bis dahin verborgen gehaltene, auf beiden Seiten scharf geschliffene Hälfte einer großen Schneider Scheere hervor, warf sich mit blitzartiger Schnelligkeit auf den Oberaufseher Köhler und versetzte ihm elnen wuchtigen Stich in den Rücken, so daß Köhler blutüber— strömt zusammenbrach. Direetor Kaldewey springt auf, um den Verbrecher zu fassen, doch kaum hat er sich er— hoben, so stürzt sich der wüthende Mordgeselle auch auf ihn und versetzt ihm zwei tlefe Stiche mit solcher Wucht in die Brust, daß auch er lebensgefährlich getroffen zu— sammenbricht. Auf das Hllfegeschrei der beiden Beamten springt im selben Moment der Aufseher Roß herbel, zleht blank und schlägt mit einem Säbelhieb über den Kopf den Mörder nieder, sodaß der Mörder und seine zwei Opfer in ihrem Blute schwimmen. Die ganze schreckliche Scene spielte sich in wenigen Sekunden ab. Beide Be— amten sind leider lebensgefährlich verletzt Director Kal dewey ist am schwersten getroffen, ein Stich hat die Lunge tief durchbohrt und der zweite Stich das Herz gestreift; bei Oberaufseher Köhler ist der Stich von hinten tief in die Lunge gedrungen. Der Mörder hat eine gefährliche Wunde am Kopfe, Bruch der Schädeldecke, davon ge tragen und liegt lebensgefährlich verletzt darnteder; er ist jedoch gefesselt, damit er nicht Hand an sich selbst legt.
Berlin, 28. Nov. Vorgestern Nacht brach auf dem „Stein“, dem Flaggschiff des Schulgeschwaders, im Hafen von Neapel Feuer in der Offiztersmesse aus. Von der Besatzung wurde Niemand beschädigt. Das Feuer wurde unter dem bereitwilligsten Beistande der italtenischen Be— hörden gelöscht.
Straßburg, 25. Novbr. Der vor ungefähr drei Wochen beerdigte Luxhofwirth Herter ist gestern exhumirt worden, weil der Verdacht besteht, daß er durch den be handelnden Arzt aus Fahrlässigkeit vergiftet worden ist. Die Seetlon fand in Gegenwart des beschuldigten prak tischen Arztes statt. Ueber das Ergebniß derselben ist noch nichts Bestimmtes bekannt.
Zweibrücken, 26. Nov. Der Mörder des Gen darmen Bar in Pirmasens, Georg Jost und der Sträf— ling Karl Pfundstein sind aus dem Gefängniß ausge— brochen und noch nicht ermittelt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 29. Nov. Fruchtpr. Watzen M. 17.25, Korn M. 13.50, Gerste M. 14.— 15.50, Hafer M. 11.75 bis 12.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 39. Novo. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00— 1.10. Eier 1 St. 8, 2 St. 17 Pf.
Grünberg, 26. Nobo. Fruchtpr. Weizen M. 16.80, Korn M. 13.00, Gerste M. 12.80, Hafer M. 10.80, Erbsen M. 14.40, Linsen M. 22.00, Lein M. 24 00, Samen M. 22.00.
Gießen, 29. Nov. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.05 1.10., Eier per St. 7-8 Pf., Käse per St. 4—7 Pf., Tauben per Paar 50— 70 Pf., Hühner per St. M. 0.80 0.90, Hahnen per St. M. 0.50 bis 0.90, Enten per St. M. 1.40— 1.70, Gänse per Pfd. 40— 52 Pf., Ochsenfleisch per Pfd. 58— 60 Pf., Kuh- und Rindfleisch 45— 50 Pf., Schweinefleisch 54 bis 60 Pf., Hammelfleisch 40— 60 Pf., Kalbfleisch 40— 48 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.00— 450, Weißkraut Stück 5—9 Pf., Zwiebeln per Ctr. M 6.90 7.00.
Frankfurt, 28. Nov. Fruchtber. Htesiges Weizen— mehl Nr. 0 M. 30.00 32.00, Nr. 1 M. 27.00— 28.00, Nr. 2 M. 24.00- 26.00, Nr. 3 M. 22.50— 24.00, Nr. 4 M. 18.00-19.00, Nr. 5 M. 14.50- 15.50, Milchbrod und Brodmehl im Verband M. 50.00— 53.00, nord— deutsches und westfälisches Weizenmehl Nr. 00 M. 23.00 bis 24.00, Roggenmehl(hies.) Nr. 0 M. 21.75— 23.00, Nr. 0/1 M. 20.00— 21.50, Nr. 1 M. 17.50— 18.50, Nr. 2 M. 14.50— 15.50, Weizen ab unserer Umgegend M. 17.50
(bis 17.75, frei Bahnhof hier M. 17.75(8.00, fremder
nach Qual. M. 17.— 19.00, Roggen hiesiger neu M. 13.75 bis 14.00, Gerste, Brauerwaare M. 15.00— 17.00, do. zu Mahlzwecken M. 11.— 12., Hafer, prima M. 18.— 13.50, mittel M. 11.50 12.50, Raps M. 23.75— 24.50, Mals La Plata M. 13.00 00.00, Erbsen M. 14 19, Linsen M. 20 bis 38., Wicken M. 2.00, Heu per Centner M. 3.25, Stroh M 250, Roggenkleie M. 4.25— 4.50, Weizenkleie M. 3.80, Malzkeime M. 3.50—3.75, Moostorfstreu prima M. 1.30, Spelzenspreu M. 1.20, Rapskuchen M. 5.75, Sesamkuchen M. 5. 5.25, Mohnkuchen M. 3.75— 4., Reismehl mit garantirt 22— 24% Fett- und Protsingehalt M. 4.50 bis 4.75, Chilisalpeter per Frühjahr 1888 M. 8.55, ab Rotter— dam oder Harburg. Sämmtliche Artikel- belt Abnahme von 200 Ctr. an. Rüböl im Detail M. 53.
Frankfurt, 28. Nov. Viehmarkt. Auf dem heu— tigen Markte waren angetrieben 424 Ochsen, 24 Bullen, 434 Kühe, Stiere und Rinder, 310 Kälber, 718 Hämmel und 157 Schweine. Die Preise stellten sich: Ochsen pro 100 Pfund Schlachtgewicht 1. Qual. M. 57.00- 59.00, 2. Qual. M. 50.—52., Bullen 1. Qual. M. 36.—38., 2. Qual. M. 32.00-34.00, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 48.—50., 2. Qlal. M. 38.—44., Kälbe pro 1 Pfund Schlachtgewicht 1. Qualität 48 50 Pf., 2. Qual. 35— 40 Pf., Hämmel 1. Qual. 48— 50 Pf., 2. Qual. 30—35 Pf., Schweine 1. Qual. 50-52 Pf., 2. Qual. 48-50 Pf.
Literarisches.
Eulen und Krebse. Forts.— Don Juan. Eine hundertjährige Oper. Von A. Büttner.— Schwarz wildagd in der Eifel. Von Kr. Mit 7 Illustr.— Für die Winterabende und den Weihnachtstisch. 1. Von
R. Koenlg.— Am Famillentisch: Aus der Nase gezauber“ von F. Sonderland, und Coer-Dame von C. N
Elne gemüthliche Belagerung.— Geographische Eigen namen.— Sie sind nicht todt, sie schlummern aur Gedicht von H. Wolff.— Aus der Zeit— für die Zeit Frauen⸗Dahelm. 0
Aus dem Kapital„Singen“ seien hiermit dle folgen den Rückert schen Worte Allen, die sie angehen, zun Nachdenken und zur Nutzanwendung empfohlen:
„Daß Menschen trauern, klagen, statt zu singen!
Und sich mit Grillen plagen, statt zu singen!
Daß sie die Stirne reiben, hinterm Ohre
Sich krau'n und Finger nagen, statt zu singen!
Im engen Zimmer, statt im Freien sitzen,
Ein Zeitungsblatt aufschlagen, statt zu singen!
Einander in Gesellschaft langeweilen
Und kahle Lügen sagen, statt zu singen!
Im Bücherstaub, statt Blüthenstaub begraben,
Ein stumm Orakel fragen, statt zu singen!
Man sollte gar in diesen schönen Tagen
Kein Wort zu sprechen wagen, statt zu singen;
Und schämen sollt' ich mich, daß ich geschrieben
Manch Lied in diesen Tagen, statt zu singen!
Bitte.
und sonstigen Gaben gebeten.
Küthchen Baur. Adele Btaden. Hilda Dieffenbach. Minna Diegel.
Johannette Klipstein. Julie Sebastiani.
Christiane Werner.
Tragödie aus Göthe's Faust Freitag den 2. Dez. Dr. Schmid.
Brodpreise vom 1. bis 16. Dezember. Nach eigener Angabe der Bäcker.
Für Friedberg, Bad-Nauhelm und Butzbach unveréndert— Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Dezember. Nach eigener Angabe der Metzger.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unveränderk— In Bad⸗Nauheim kostet ½ Kilo Kalbfleisch 50 Pf. Geld- Cours.
Frankfurt am 30. November 1887.
Geber. Nehmer—
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstüc ke 16, 1 do. in 1 n„ 18.% Englische Sovereigns„20. 34 20,29 Russische Imperiales.. 16. 74 16. 69 Bütate n ĩ?⁊ é 9. 58 „ ü mates, 9. 58 Dollars in td 4. 16
Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeter vom 3. Dezember 1887. Beginn: Freitag Abends 3 Uhr 45 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 4 Uhr 50 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 4. Dezember an Morgens 7 Uhr, Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Montag den 5. Dezember: Schale.
2 0 auptorgan der Frankfurter Journal, fasten ae Süddeutschlands, durch eigene Correspondenten und täg— lich einlaufende zahlreiche und ausführliche Depeschen über alle wichtigen Vocgänge unterrichtet. Der Bei⸗ zug geeigneter neuer Kräfte wird das Jour- nal mehr und mehr zu einem der interessan⸗ testen Blätter machen, welches allen Bedürfnissen und Anforderungen gebildeter Kreise in politischen und wirth— schaftlichen Fragen in gediegener und allgemein verständ— licher Weise zu entsprechen bemüht sein wird.
Herr Johann Maria Farina
gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln hat uns den Debit des
allein ächten Cölnischen Wassere
übertragen und empfehlen wir dasselbe
per Glas zu M. 1.50, „ 1/2 Dutzend„ e ee „Dutzend W e eee
Die Expedition des Anzeigers.
Geräncherter Nal, Kieler Sprotten
frisch eingetroffen bei 084 WI. Bernbeck.
„Rau.-
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Damit auch dieses Jahr eine Christbe scheerung für die hiesige Kleinkinderschule statt““ finden kann, wird um gütige Beisteuer an Geld“ Zum Empfange erklärt sich jede der Unterzeichneten gern berestt“
Elise Steinhäußer.
Zweite Vorlesung über die Grethchen— 1
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Vorräthig a
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