1 9
Betreffend: Die Herbstübungen der Großherzoglichen(25.) Division in 1887.
ze. Das Großherzogliche Ministerium
erscheinender Weise den Quartiergebern aussprechen zu wollen. das Entgegenkommen verbindlichst zu
für die Bereitwilligkeit und directionen, Kreisämter und Buͤrgermeistereien di
bittet
Darmstadt am 23. September 1887. 12
die Division sehr ergebenst, den wärmsten Dank für die freundliche Aufnahme, welche Offiziere und Mannschaften während der diesjährigen Herbstübungen in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen gefunden haben, in geeignet Die Division ergreift diese Gelegenheit, um dem Großherzoglichen Ministerium danken, durch welche Hochdasselbe sowie die Großherzoglichen Provinzial
e Vorbereitung und Durchführung der Manöver unterstützt haben.
gez. von Wißmann.
Das Großherzogliche Amtsgericht Friedberg an sämmtliche Bürgermeistereien des Amtsgerichtsbezirks Friedberg. 1 1
Wir erinnern Sie daran, daß die Urlisten der Schöffen und Geschwornen für das Jahr 1888 mit dem vorgeschriebenen Begleitungz⸗ 1
berichte bis längstens am 15. October e
Erledigung. Meine unterm 25. August und 20. September d. J. erfolgten Ausschreiben gege
Gendarmen Hofmann in Bad Nauheim erledigt, zurück. Ich ersuche um Auskunft über den dermaligen Friedberg den 29. September 1887.
Meidung einer Ordnungsstrafe von 5 bis 100 Sellheim.
Aufentshalt des Konrad Fey von Deckenbach.
Mark an uns einzusenden sind. Weber.
n den Christlan Dörr von Flensungen nehme ich, als durch den
Der Großherzogliche Amtsanwalt. Kolb.
Deutsches Reich. ö
Darmstadt. Der Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Gießen Dr. Bekker wurde zum Lehrer an der Viktoriaschule zu Darmstadt, der Hilfsgerichtsschreiber Prinz zu Offenbach zum Gehilfen der Staatsauwaltschaft bei dem Land— gericht der Provinz Oberhessen ernannt.
Berlin. Das Fr. Journal schreibt: Die Gerüchte über eine Zusammenkunft des deutschen Kaisers mit dem Zaren wollen nicht verstummen. Neuerdings verlautet, daß dieselbe um die Mitte des nächsten Monats in Danzig stattfinden solle. Einer Moskauer Nachricht zufolge empfingen die russischen Blätter die Weisung, von Angriffen auf Deutschland und den Fürsten Bismarck ab— zustehen. Diese Thatsache wird als eine Be⸗ stätigung des Gerüchts betrachtet, demzufolge eine Begegnung zwischen dem Zaren und dem deutschen Kaiser noch immer wahrscheinlich wäre. Der„Polit. Corr.“ dagegen wird aus Peters— burg gemeldet, daß von einer Begegnung des Zaren mit dem Kaiser Wilhelm für Mitte October keine Rede sei,„indem sich an den Gründen gegen die Opportunität dieser Begegnung in der Zwischenzeit nichts geändert habe“. Die letzte Bemerkung will offenbar andeuten, daß politische Gegensätze den Besuch verhindern.
— 28. Sept. Der Kronprinz ist mit Ge— folge in Venedig eingetroffen und im Hotel de l'Europe abgestiegen.
— 28. Sept. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bringt den vorläufigen Bericht des Oberstaats— anwalts in Colmar über den Zwischenfall an der Grenze zur Veröffentlichung. Daraus ist Folgendes hervorzuheben: Am Samstag Mittag! wurden zwei zur Verstärkung des Forstschutzes commandirte Jäger, Kauffmann und Linhoff, benachrichtigt, daß an der Grenze in der Gegend des deutschen Distrikts Hohe Rain gejagt wurde. Beide verfügten sich dorthin und vernahmen Jagdgeräusch. Während Linhoff den Waldab— hang umging, erblickte Kaufmann in einer Ent⸗ fernung von 120 bis 150 Meter in der Fichten⸗ kultur auf deutschem Gebiete 8 bis 12 bewaffnete Personen, welche theils hinter-, theils nebenein— ander quer nach der einige Schritte entfernten Grenze sich bewegten. Da sein dreimaliges Halt— rufen erfolglos blieb, die Betreffenden sich viel— mehr näherten und hinter Gebüsch und Bäumen in der Nähe Deckung fanden, schoß Kaufmann dreimal und zog sich sodann, da alsbald auch hinter den Bäumen auf französischem Gebiet auf ihn angeschlagen wurde, was auch Linhoff ge— sehen hat, zurück. Etwa 4 bis 5 Meter von der Grenze entfernt sind zwei größere Blut— spuren auf dem Moose wahrnehmbar, welche offenbar daher rühren, daß Brignon nach dem Schusse sich an die gedachte Stelle schleppte und dort einige Zeit liegen blieb. Blutige oder an— dere Spuren waren im dichten hohen Haide— farrenkraut auf deutschem Gebiete nicht wahr⸗ nehmbar. Von dem Standorte Kaufmann's beim Schießen kann an den Ort, wo die Blutspuren auf französischem Gebiete sich befinden, wegen des dazwischen liegenden Gebüsches und der dicken Bäume nicht gesehen und nicht geschossen wer— den. Hiernach ist anzunehmen, daß die Schüsse auf deutschem Gebiete gegen anscheinende Wil⸗ derer abgegeben, auf deutschem Gebiet zwei der—
selben getroffen haben. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ schließt sich dem allgemeinen Bedauern über die traurige Wendung des Vorfalls an. Es sei ab⸗ zuwarten, ob die gerichtliche Untersuchung ein Verschulden oder eine Uebereilung der deutschen Beamten ergeben werde.
— 29. Sept. Die Krenzzeitung bringt die Nachricht über den Erfolg der russischen Anleihe— verhandlungen in Paris, welche von dem Zu— standekommen einer russischen Zwei⸗Milliarden— Anleihe zu reden weiß, die schon im November stückweise herauskommen soll.
Leipzig. Laut Aushang im Dienstgebäude des Reichsgerichts beginnt der Prozeß wegen Hochverraths wider Johann Christoph Neve am 3. October. Neve ist am 12. April 1844 in Uelvesbull, Kreis Eiderstedt in Schleswig geboren.
Aachen, 27. Sept. Nach hier umlaufen— den Gerüchten soll gestern in unserer Stadt der eigentliche Mörder des Polizeiraths Rumpff von Fraukfurt a. M., der Genosse des wegen Theil— nahme an diesem Verbrechen bereits verurtheilten Lieske, verhaftet worden sein.
Baden-Baden, 29. Septbr. Gestern trafen zum Besuch des Kaiserpaares hier ein der Großherzog von Baden mit Familie, welche Abends den Thee bei der Kaiserin nahmen, und der König der Belgier, sowie der Großherzog von Weimar, heute Prinz Heinrich von Preußen, das erbgroßherzogliche Paar und Prinz Ludwig Wilhelm von Baden.
Metz, 29. Sept. Schnebele der Jüngere ist heute zu 3 Wochen Gefängniß, unter Anrech— nung der Untersuchungshaft, und zu 20 Mark Geldstrafe verurtheilt worden.
Ausland.
Oestereich-Ungarn. Pest, 29. Sept. Der Reichstag wurde heute durch den Kaiser eröffnet. Die Thronrede betont die Sparsam⸗ keit im Staatshaushalte und die Hebung der Einkünfte ohne Ueberbürdung der Nation, und stellt ferner die Vervollkommnung des Rechts⸗ schutzes, die Ablösung der Regalien, die Erneue— rung des Finanzausgleichs mit Croatien, sowie des ablaufenden Wehrgesetzes in Aussicht. Mit sämmtlichen auswärtigen Mächten bestehen freund— schaftliche und gute Beziehungen; die Weltlage erfordere aber die Vervollkommnung der Wehr— macht. Die Regierung sei eifrig bestrebt, den Frieden zu erhalten, und sei gegründete Hoff— nung vorhanden, daß derselbe auch weiterhin sich als gesichert erweise.
Linz, 29. Sept. Der von etwa 2000 Theil— nehmern besuchte Katholikentag wurde in An— wesenheit des Statthalters, mehrerer Landtags— und Reichsrathsabgeordneten von dem Landes— Hauptmann eröffnet. Eine von dem Bischof Müller beantragte Resolution, betreffend die Wiederherstellung der weltlichen Herrschaft des Papstes, sowie eine Resolution mit Glückwünschen für den Papst zu seinem Priesterjubiläum wur— den angenommen.
Frankreich. Paris. Der französische Ge— schäftsträger in Berlin meldet telegraphisch, Graf Herbert Bismarck habe die Absicht geäußert, den Zwischenfall möglichst bald zu beendigen, um die Erregung zu beseitigen. Nach der Beilegung
desselben gedenkt die französische Regierung mit
der deutschen Uaterhandlungen behufs Erzielung eines modus viçendi für den Grenzverkehr in den Vogesen anzuknüpfen; dabei soll namentlich auch der Forstschutz berücksichtigt werden.
Aus Stadt und Land.
r. Bad⸗Nauheim. Die Zahl der hies. Badeärzte wird sich demnächst um einen vermehren. Dr. Friedländer, ein geborener Berliner, wird sich nämlich als Bade⸗Arzt dahter niederlassen.
r. Ostheim. Zur Feier der am 1. Oktober zu er⸗ öffnenden Haltestelle der Maln⸗Weser-Bahn dahier hat die hiesige Gemeinde umfassende Festlichkeiten in Aussicht genommen.
Allerlei.
Gumbinnen.
goni(Gouvernement Wilna) die sibirische Pest ausge
brochen sei, ist nach hier eingegangenen authentischen Nach
richten unbegründet.
Brodpreise vom 1. bis 16. October. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach unverändert, Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. October. Nach eigener Angabe der Metzger.
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unveränderk In Bad⸗Nauheim kostet 12 Kilo Hammelfleisch 50 Pf..
Bei S. Löb 45 Pf.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 17. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Stadtkirche.
Die vor einigen Tagen von aus; wärtigen Blättern gebrachte Mittheilung, daß in Smor⸗
neut erischt! Bulgare A ehle in große
000
das Neu
iu großer 2
Gebr.
ud vis-
n scwerem Hor in Kummetriem
Nachmittags 1½ Uhr: Herr Geh. Kirchenrath Dr. Diegel. f
Gottesdienst in der Burgkirche.
Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Katholische Gemeinde.
Samstag Nachmittag von 5 Uhr an Beicht.
2 Heinr.
Jabrik in
Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; 3/7 Uhr: Austheilung
der hl. Communion. 10 Uhr: Hochamt und Predigh 2 Uhr: Christenlehre und Andacht.
Israelitische Gemeinde. Montag den 3. und Dienstag den 4. Oetober 1887. Laubhüttenfest. Erster Festtag. Sonntag Abends 5 Uhr 10 Min. Montag Morgens 8 Uhr. Montag Nachmittags 3 Uhr 45 Min, Zweiter Festtag. Montag Abends 6 Uhr 20 Min. Dlenstag Morgens 8 Uhr. Dienstag Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Festes⸗-Ausgang 6 Uhr 15 Min. Wochengottesdienst von Mittwoch den 5. October all Morgens 6 Uhr 15 Min., Nachmittags 5 Uhr.
Allen Bühnenkünstlern, seien sie als Sänger ode? Schauspieler thätig, können nicht dringend genug die Dleselben bilden ein angenehm zu nehmendes, leicht lösliches Hell⸗ mittel, das nahezu absolute Sicherheit gegen die dung 9
Sodener Mineral-Pastillen empfohlen werden.
Erkältungen der Respiratlons⸗Organe hervorgerufenen leidigen Berufsstörungen gewährt.
Vielfache Zuschrlfteng 1 darunter auch eine der gefelerten Diva Marcella Sembrieu bestätigen den Werth der Sodener Mineral⸗Pastillen“ Frau Sembrich schreibt:„Ich kann nicht umhin, Ss von der vorzüglichen Wirkung der Sodener Mineral-
Pastillen bet stimmlicher Indtsposttion zu benachrichker Die Wirkung ist überhaupt auf den gesammten Organiss mus eine ganz vorzügliche, sodaß ich dieselben jetzt ständiß benutze und meinen Collegen auf's Wärmste empfehlen
kann. gez. Mareella Sembrich-Stengel—
85 prakt. Arzt und Geburtshelfer, Dr. Overlach, Spezialarzt für Unterleibs⸗, Haul und Frauen⸗Krankh., Frankfurt a. M., Stlftsstr. 22 J. Sprechstunden tägl. von 10—1 und 3—5 Uhr. Nach au wärts w. ang. briefl. 320
(H. 64880.)


