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Ausland.
Danemark. Kopenhagen, 27. Jan. Das Folkething lehnte mit 65 gegen 22 Stimmen die Regierungsvorlage, betreffend den Schutz des inländischen Rübenzuckers, und die Auflegung eines Einfubrzolls auf Getreide ab.
— 28. Jan. Anläßlich des königlichen Er— lasses vom 25. d. M., wodurch die Regierung
ermächtigt wird, die fortlaufenden Staatsaus-
gaben zu leisten, brachte die Linke im Folkething heute einen Antrag ein, in welchem gegen den Erlaß als angeblicher Verfassungsbruch prote— stirt wird. 8
Frankreich. Aveyron, 27. Jau. Die Grubenarbeiter von Decazeville stellten die Ar- beit ein; die Zahl der Streikenden beläuft sich auf zweitausend. Director Watrain wurde aus dem Fenster geworfen und durch Fußtritte ge— tödtet. Zur Herstellung der Ordnung sind 700 Mann Militär nach Decazeville abgegangen.
Großbritannien. London, 27. Jan. In der fortgesetzten Adreß-Debatte nahm das Unterhaus mit 329 gegen 25 Stimmen das Amendement Colling's zu Gunsten der Ver— leihung kleiner Grundstücke an Bauern an. Die Regierung wurde mithin geschlagen.
— 27. Jan. In dem heute Nachmittag abgehaltenen Cabinetsrath beschloß das Mini— sterium zu demissioniren. Es wurde sofort ein besonderer Courier mit dem Beschluß an die Königin nach Osborne abgesandt. Nach dem Cabinetsrathe besuchte Salisbury den Grafen Hatzfeldt. Die Bildung eines Ministeriums Gladstone ist gesichert. Dasselbe dürfte schon in den nächsten Tagen ins Amt treten.
Spanien. Madrid. Der Herzog von Sevilla, der in den Vorzimmern der Königin bekanntlich aufrührerische Reden hielt, wurde durch Beschluß des Kriegsraths in der Armee— Rangliste gestrichen.
Serbien. Belgrad, 27. Januar. Der ser⸗
bische Delegirte fur die Friedensunterhandlungen in Bukarest, Staatsrath Mijatovic, hat nunmehr seine Vollmacht und Instructionen erhalten.
Griechenland. Athen, 27. Jan. Der Großvezier hatte gestern mit dem griechischen Gesandten in Constantinopel, Conduriotis, eine sehr ernste Unterredung und stellte demselben die Absendung eines Ultimatums an Griechen— land in Aussicht, im Falle sich die Gerüchte über den Ausbruch einer Revolution in Kreta bestätigen sollten, zu welcher die Absendung dreier griechischer Panzerschiffe nach Kreta doch nur beitragen könne. Ministerpräsident Delyannis beauftragte den Gesandten, zu erwiedern, daß der griechischen Regirung von einer Revolution auf Kreta nichts bekannt sei. In Kreta herrscht in der That Ruhe. Das Auslaufen der grie— chischen Kriegsschiffe dürfte nach der„Nordd. Allgem. Zeitung“ nur den Zweck haben, einer eventuellen Blokade zu entgehen.
— 28. Jan. Das Ministerium soll gestern Abend erklärt haben, es werde sich dem Willen Europas fügen.
Aus Stadt und Land. k. Friedberg.
der am 22. d. Mts. von Amtsrichter Herzberger über ⸗Altdeutsches Gerichts wesen“ gehaltene umsomehr ein all⸗ seitiges Interesse voraussetzen, als seit der mit 1. Okt. 1879 ins Leben getretenen neuen Gerichtsverfassung allen Deutschen eine größere Theilnahme an der Rechtsprechung eingeräumt wurde, als dies vorher der Fall war. Redner hat es prächtig verstanden in packender Sprache uns ein lebensvolles Bild der Rechtsanschauungen unserer Vor⸗ fahren vor Augen zu führen, indem er sowohl die tief— ernste Seite des praktisch gewordenen Grundsatzes„Selbst ist der Mann“ und insbesondere des wechselseitigen Ver— trauens auf Mannes wort in gehöriger Weise hervorhob, dann aber auch naive Rechtsbegriffe in humoristischer Art trefflich darzustellen, oder Rechtsüberschreitungen, die frei⸗ lich meist erst einer späteren Zeit angehörten, zu brand marken wußte. Das Gesagte möge genügen, eine, wenn auch nur aphoristische Wiedergabe der Hauptzüge des hochinteressanten Vortrags, welch' ersterer begreiflicher⸗ weise der Reiz der Unmittelbarkeit abgehen muß, zu recht⸗ fertigen.— Bei allen Völkern gab es ursprünglich nur Selbsthülfe. Diese war in hervorragender Weise bel den alten Deutschen in Folge ihres kriegerischen Charak—
Unter den vom hiesigen Volks blld⸗ ungsverein in diesem Winter veranlaßten Vorträgen konnte
ters und ihrer Sucht nach schrankenloser Freiheit aus⸗
gebildet. Ein Abweichen von diesem Prinzip gab es nur innechalb einer Sippe(d. h. Blutsverwandten), da die Bande des Bluts als geheiligt angesehen wurden. Hler trat ein Familienrath, der eine Buße für Vergehen festsetzte, schlichtend ein. Als sich späterhin der Ge—⸗ schlechtkerstaat(eine Vereinigung von Familien) ent⸗ wickelte, mußte naturgemäß auf dlesen jenes Aus nahme⸗ prinzip übertragen werden, und es wurde, da ein Fami⸗ lienrath nicht mehr ausreichte, ein förmliches gerichtliches Verfahren Bedürfniß. Es blieb übrigens, in Form des Faustrechts, die Selbsthülfe bis ins Mittelalter bestehen. Die Gerichte wurden im Freien abgehalten, da Opfer bel denselben vorgeschrieben waren, welche unter freiem Himmel in geheillgten Hainen gebracht werden mußten. Schöffen(freie Männer) urtheilen, während der Vorsitzende(Graf, von gravio- grau) nur die Verhand— lung leitet und dann das Urtheil vollstrecken läßt, nicht aber selbst urtheilt. Den Stab, das Zeichen richter— licher Würde, in der Hand sitzt der Vorsitzende, je nach seinem Range geschmückt, auf einem Stuhle, während die Beisitzer kreisförmig auf einer Bank sich um ihn grup⸗ piren. Bei Beginn des Gerichts wird die„Bank ge— spannt“, der„Gerichtsfrieden gebannt“, das Gericht wird „gehegt“, am Schlusse wird die Bank„gestürzt“. Als mit steigendem Verkehre sich das Bedürfniß rechtskundiger Männer herausbildete, wurden Richter dauernd bestellt, die an einem sogen. Oberhofe oder Oberstuhle Recht sprachen. Bet der Strafgerichtsbarkeit, welche in ungleich höherem Ansehen stand als die Civilgerichtsbarkeit, galt ursprünglich die Blutrache; allein später kam das sog. Compositionssystem in Anwendung, d. h. man legte seitens des Gerichts dem Uebelthäter je nach dem Range ein Wehrgeld als Buße auf, denn die Todesstrafe konnte Anfangs an Freien, da man das Leben und die Freiheit als etwas Geheiligtes, als unantastbares Gut ansah, nur in den seltensten Fallen zur Ausführung kommen. So führte man symbolische Strafen ein; z. B. Edle müssen Hunde tragen als Zeichen, daß sie verdient hätten, wie ein Hund erschlagen zu werden; man stellte sie an den Pranger; auch der Esels ritt, besonders in Darm; stadt und Umgegend gegen Frauen, die ihren Mann ge— schlagen, angewendet, gehört bierher. An Stelle dieser symbolischen Strafen traten jedoch bald Strafen an Leib und Leben, wie sie qualvoller kaum gedacht werden konnten, z. B. das Vierteilen, Rädern, Fleischschneiden, Pfählen, Lebendigbegrabenwerden u. s. w. Das Institut der Nachrichter oder Scharfrichter kam erst spät zur Ein: führung; es mußten die Insassen eines Gerichts bezirks selbst die Vollstreckung der Strafen übernehmen. Bei der Civilgerichtsbarkeit galt die deutsche Treue und deutsche Redlichkeit alles. Nicht Zeugen oder Urkunden wurden vorgefordert, sondern s. g. Eides helfer, die ibre moralische Ueberzeugung vor Gericht eidlich erhärteten, daß die Behauptungen des Beklagten richtig sesen. Man traute dem Genossen zu, daß er nur die Wahrheit vor Gericht sage und nahm keinen Anstand sich hierfür zu verbürgen; es galt„ein Mann, ein Wort“. Abweichend von unserer Praxis mußte nicht der Kläger, sondern der Beklagte beweisen und eventuell den Reinsgungseid lelsten. Als die Deutschen in nähere Berührung mit den Römern kamen, büßte der Grundsatz„ein Mann, ein Wort“ all mählich immer mehr an Werth ein, galt nicht mehr als untrüglich. Viele Meineide von Eideshelfern und Be— klagten waren die Folge dieser Bekanntschaft, und die Richter, seither an die Einfachheit des Bewelsverfahrens gewöhnt, kamen in Verlegenheit. Um sich aus dieser zu helfen, überließen sie schlleßlich die Feststellung der Wahr— heit der Gottheit selbst; es entstanden die Gottes⸗ urtheile. Wlewohl dieselben gerave in der christlichen Zeit in Blüthe standen, so ist doch der Ausgangspunkt für dieselben bei dem heidnischen Priesterthume zu suchen. Man dachte, die Gottheit lebe und wirke im Elemente und nehme nichts Unreines in sich auf; so wandte man zunächst die Wasser⸗ und Feuerprobe an. Hierzu kam später die Probe des geweihten Bissens, die Abend— mahlsprobe, Rasenprobe, Loosprobe und schließlich, wieder echt germanisch, um auch dem persönlichen Können Gelt— ung zu verschaffen, das Kampfurtheil. Diese Proben galten insgesammt nur als gerichtliche Beweismittel, und wurde dann auf Grund ihres Ausganges das Urtheil erlassen. Als eine Fortsetzung dieser Kampfurtheile be— steht heute noch bei bestimmten Gesellschaftsklassen der außergerichtliche Zwelkampf.— Redner schloß seinen mit lebhaftem Beifalle aufgenommenen Vortrag, indem er dem Wunsche beredten Aus druck verlieh, daß es unserem erhabenen Kaiser und seinem Kanzler noch vergönnt sein möge, die Einführung des deutschen Civil⸗ gesetzbuches zu erleben, das hoffentlich in Bälde den unter ihrer Leitung geeinten deutschen Stämmen auch Ein Recht gewährt.
T. Friedberg. Ein Marsch von Bockenheim hierher und zurück über Homburg nach dem Ausgangspunkt ist — besonders in dieser Jahreszeit— gewiß ein seltenes Vorkommniß. Acht Bockenheimer Turner führten den Marsch am Sonntag den 24. Januar aus; ehe sie den Heimweg antraten, zeigten sie durch Uebungen an ver— schtedenen Geräthen in der Vereinsturnhalle, daß sie auch hierin Ausgezeichnetes leisten.
x. Bad⸗Nauheim. An Stelle des Kaufmanns Andreas wurde Badewärter Pfeffer in der letzten Ver 5 0 des hiesigen Turnvereins zum Präsidenten ge— wählt.
s. Ober⸗Ingelheim. Ein wunderlicher Gesang⸗ verein muß der„Sängerkranz“ in Elsheim sein, denn er gibt, laut dem hiesigen Beobachter, ein Concert, in welchem der„mustkalische“ Theil von einem be⸗ rühmten Streichsextett ausgeführt wird. Welchen Theil führen denn die Herrn„Sänger“ aus?
Allerlei.
Anz.“ zufolge hier eine Eisenbahn Comsteésitzung statt und wurde beschlossen, für die Linle Homburg Friedrichsdorf Wehrheim Usingen nach dem Weilthal-Weilmünster mit der Endstatlon Weilburg eine Petition an den Mlinister abgehen zu lassen. Diese Petition wird hauptsächlich den Rückgang des Amtes Usingen in den letzten 5— 10 Jahren sowohl hinsichtlich der Bevölkerung, wle auch in wirth⸗ schaftlicher Hinsicht betonen, wie namentlich der Werth der Ländereien und der Häuser in den letzten 10 Jahren gefallen. Der Grund dieser Entwerthung sei in den Verkehrsverhältnissen zu suchen. Die Gegend sei für Landtransport zu welt entfernt von Frankfurt, um ihre Bodenerzeugnisse daselbst verwerthen zu können. Würde das Amt Usingen nicht bald durch eine Bahn vem großen Verkehr aufgeschlossen, so müsse Nothstand eintreten, denn schon jetzt sei es unmöglich, Ländereien zu verkaufen. Hinsichtiich des Amtes Weilburg, von Weilmünster an, ist die Rentablität ganz bestimmt nachgewlesen, indem nicht nur die Grubenbesitzer, sondern auch der Staat selbst den größten Vortheil hat, seine Erze durch eine Bahn befördern zu lassen.(Dieselben Vortheile, dle sich Usingen von dieser Bahnlinie verspricht, wird es in erhoͤhtem Maaße haben, wenn das andre Projekt Homburg Fried⸗ berg und Friedberg-Usingen-Weilburg zur Ausführung kommt. Letzteres dürfte auch die größere Wahrscheinlich⸗ keit der Ausführung haben. Die Red.).
Biebrich, 27. Jan. Der muthmaßliche Mörder des Privatiers Schneider in Mosbach wurde gestern durch den Kästeler Polizeleommissär Old und zwei Schutz leute in einem Steinbruche versteckt aufgefunden und der Behörde in Wiesbaden eingeliefert. Wie wir weiter er⸗ fahren, sollen sich bet dem Verhafteten Kleidungsstücke gefunden haben, die bei dem Ermordeten entwendet wur⸗ den.— Ebenso ist es der Darmstädter Schutz mannschaft gelungen, einen der muthmaßlichen Thäter zu verhaften. Außerdem wurde in Darmstadt eine zweite Persönlichkeit festgenommen, die wahrscheinlich mit diesem Verbrechen in Verbindung steht.
Coblenz. Die Eifel ist in diesem Jahre von noch höhern Schneemassen bedeckt als im vorigen Winter. Von Weihnachten bis jetzt fiel fast täglich Schnee, so⸗ daß der Verkehr im Gebirge beinahe vollständig gehemmt ist. In einzelnen Ortschaften liegt der durch den starken Wind in den Straßen und Gassen zusammengewehte Schnee so hoch wie die Häuser selbst, sodaß die Be⸗ wohner mit vieler Mühe untereinander im Verkehr bleiben und oft nur auf Umwegen zum Nachbarhause gelangen können.
Erefeld. Wie die Cref. Ztg. erfährt, sind die Mörder des Landbriefträgers Kannegießer verhaftet. Es andere von Rötgen. Die Verhaftung erfolgte Samstag nach beendigter Schlicht.
Klausenburg, 26. Jan. In Radna sind nahezu 90, in Lippa 200 Häuser überschwemmt; es stehen mehrere Joch Felder unter Wasser. In Lippa stürzten ca. 50 Gebäude ein. Die Cisstockung in den Gassen bedroht die Stadt mit wetteren Katastrophen. Die Rettungsarbeiten sind sehr schwierig, da die Einwohner sich weigern, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Delogir⸗ ungen erfolgen theilweise durch Gendarmen.
Handel und Verkehr.
Butzbach, 7. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 75— 80 Pf., Käse per Pfd. 45—46 Pf., Eier 1 St. 7 Pf.
Frankfurt, 28. Januar. Fruchtbericht. 9 Weizenmehl Nr. 0 M. 31—32, Nr. 1 M. 26- 27, Nr. 2 M. 24— 25, Nr. 3 M. 22— 23, Nr. 4 M. 16—17, Nr. 5 M. 15-16, Milchbrod- und Brodmehl im Ver- band M. 49—51, Roggenmehl 0/1 ab Berlin M. 18.50 bis 19.50, Null M. 1.50 darüber, schwarze Sorten nur genannt, Noggenkleie M. 4.50, Weizenkleie M. 4.(Die
Nüböl im Detail M. 51.
2. Qual. M. 0.80.
Amerikanischen Packetfahrtactiengesellschaft.„Holsatta“, von Westindien kommend, 19. Jan. in Hamburg einge—
Vork;„Lessing“ 21. Jan. von New⸗Nork nach Hamburg;
„Teutonia“ 3. Jan. von St. Thomas, 25. Jan. in
27. Jan. in New Vork angekommen.
in Schwalheim
quittirt folgende Gaben: Von der 2. und 3. Klasse des Lehrerseminars 11 Mark. Walz, Pfarrer in Bad Nauheim. Winter, Lehrer in Schwalheim.
Brodpreise vom 1. bis 16. Februar. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Febrnar. Nach eigener Angabe der Metzger.
unverändert.
Preise versteben sich bei Abnahme von mindestens 200 Ctr.)
troffen;„Suevia“ 20. Jan. von Hamburg nach New⸗
Hamburg angekommen;„Moravia“ 27. Jan. von Ham burg nach New Vork;„Rhaetia,“ 13. Jan. von Hamburg,
usingen. Am verflossenen Samstag fand dem„uf.
sind zwei Zechenarbeiter, der eine von Hastenrath, der 4 am
Hiesiges
Homburg, 28. Januar. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 44.50, per Gescheid 9— 10 Pf., Eier per Stück 6—7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 0.90,
Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg ⸗ N
„Silesia“ 23. Jan. von St. Thomas nach Hamburtz;
zür die Wittwe des verunglückten H. Kreuter
gingen ferner ein und werden mit herzlichem Danke
Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
1 Pfat 1 Nachmitte
Formitte⸗ 1 Abends 0
Sunsag Sonntag b 80 ub 2 lb
2
Kalstt⸗
fun, 98.
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dur 1 meine J a Dampf,
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