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1886.
Jamstag den 30. Januar.
2 13.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch
und Freitag Abend ausgegeben. 0
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.;
Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit L
ein Beleg kostet 9 Pf.
Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Großherzogliches Ministerium des
Innern
Amtlicher Theil.
und der Justiz hat dem Stadtvorstande zu
Lauterbach die Erlaubniß ertheilt, mit dem am
20. Mai d. J. daselbst abzuhaltenden Prämien-Viehmarkte eine Verloosung von Vieh, landwirthschaftlichen und Hausgeräthen zu veranstalten.
Es dürfen dabei hoͤchstens 8000 Loose à 60 Pf. ausgegeben werden und sind mindestens 65
von Gewinngegenständen zu verwenden.
Samstag den 6. Februar l. J., Nachmittags 2 Uhr, General⸗Versammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg statt, Gegenstände der Tagesordnung sind:
ergebenst eingeladen werden.
Bekanntmachung.
1. Rechnung, 2. Voranschlag, 3. Wasenmeistereien, 4. Faselwesen. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Friedberg.
Friedberg den 28. Januar 1886.
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/o des Bruttoerlöses aus denselben zum Ankauf
Der Verkauf der Loose in der Provinz Oberhessen ist gestattet.
findet in dem Nathhaussaale zu Friedberg eine wozu die verehrlichen Mitglieder des Bezirksvereins hierdurch
Dr. Braden.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Referent der akademischen Administrations⸗Commission Geh. Regierungsrath Dr. Haberkorn zu Gießen wurde auf Nachsuchen unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhe— stand versetzt und demselben die Krone zum Ritter— kreuz 1. Kl. des Philippsordens verliehen.
— Das Regierungsblatt Nr. 2 enthält: Be— kanntmachung, eine Abänderung der Postordnung vom 8. März 1879 betr.
— Der Abg. Theobald erstattete Namens
des ersten(Finanz-) Ausschusses der Kammer Bericht über den Antrag des Abg. Ellenberger,
—
„die Großh. Regierung zu ersuchen, die ärmeren,
mit Kommunallasten allzustark belasteten Ge— meinden bei Aufbringung der Mittel z. B. für Schulhaus bauten, Lehrerbesoldungen ꝛc. noch
mehr, als das bisher geschehen, zu unterstützen und im nächsten Budget dem entsprechende Vor— kehrung zu treffen.“ Der Ausschuß hielt eben falls vorerst eine reiflichere Erwägung aller ein schlägigen Verhältnisse erforderlich und beantragt deßhalb: 1) Großh. Regierung zu ersuchen, bei
Erwägung zu ziehen, ob es thunlich erscheint, ärmeren Gemeinden noch reichlichere Unter— stützungen in der in dem Antrag angedeuteten Richtung als seither aus Staatsmitteln zu ge währen und event. die dazu nöthige Vorkehrung im nächsten Staatsbudget zu treffen; 2) den Antrag des Abg. Ellenberger für erledigt zu erklären.— Den Bericht des ersten Ausschusses zweiter Kammer über die Mittheilung der ersten Kammer bezüglich des Antrags des Fürsten zu
Vorlage eines Gesetzentwurfs wegen Ueber— weisung eines Theiles der auf das Großherzog
thum entfallenden Reineinnahme aus indirekten
Reichssteuern(Zöllen) an die Gemeinden zur Bestreitung ihrer Lasten, insbesondere Schul lasten, erstattete der Abg. Möllinger. Der
Ausschuß beantragt: 1) Den Antrag abzulehnen; Stimmen den Antrag ab.— 28. Jan. — 9 Noi 11 gelle itte? ge- heutige Sitzung weist, nach der Berichterstattung und dem Reichskanzler vorgelegt hätte;
2) dem aus Veranlassung dieses Antrags
Isenburg⸗Birstein und des Frhrn. Riedesel auf
genossenschaften behufs allgemeiner Forderung
des landw. Genossenschaftswesens Staats zuschüsse von 3000 M. bezw. 1500 M. zu gewähren,“ hat Abg. Theobald Namens des ersten Aus schusses Bericht erstattet. Der Ausschuß be— antragt:„Die Kammer wolle dem Großh. Mi— nisterium für den Rest der laufenden Finanz— periode den Betrag von 5000 M. zur Ver⸗
fügung stellen, um mit demselben die Bildung,
Organisation und technische Unterweisung neuer Darlehenskassen oder Konsumvereine, jedoch aus— drücklich unter Ausschluß von Beihilfen an einzelne derartige Vereine zur Bestreitung von
Kosten in deren Sonderinteressen, darunter namentlich von Kosten der Revision der Ge schaͤfts⸗ und Kasseführung der Vereine, zu
unterstützen.“
Berlin, Jan. Die Ausschüsse des Bundes raths haben den Antrag Bayerns, be— treffend die Ausschließung der Eisenbahnwaggons und Locomotiven von der Pfändung, angenommen.
97 —
— 27. Jan. Der Reichstag genehmigte, die Etats⸗
berathung fortsetzend, die für Erhohung der Feuersicher⸗
Aufstellung des nächsten Staatsbudgets in nähere
heit des Reichskanzleigebäudes geforderten 11,000 Mk. sowie entsprechend dem Commissionsantrag 20,000 Mk. zur Unterstützung des deutschen Fischereivereins. Die im Marineetat geforderte Rate für den Bau eines Avisos wird, dem Comissionsantrag entsprechend, mit 105 gegen 100 Stimmen abgelehnt; der Rest des Marineetats, so— wie die Etats des allgemeinen Pensionsfonds und des Reichsinvalldenfonds werden debattelos genehmigt.—
Jan. Abg. Junggreen begründet den Antrag auf Gleichstellung der däntschen Sprache vor den Schles wiger Die Abgzg. Hartmann und Franke
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Gerichten. sind gegen denselben, die Abgg. Guerber und Greve sind dafür. Bei weiterer Berathung beantragt Abg. Richter die Vertagung und bezweifelt die schlußfähigkeft des Hauses. Die Auszaͤhlung ergibt nur 179 Anwesende.
— 27. Jan. Abgeordnetenhaus. Berathung des Antrages Uhlendorff, betreffend Einführung der geheimen Abstimmung bei den Abgeordneten— und Comunalwahlen. Das Haus lehnte bei namentlicher Abstimmung mit 241 gegen 148
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der
8 Die
gegen eine totale Verdrängung des deutschen Ele— ments durch die flavische Hochfluth. Das Volk werde nie zugeben, daß unsere östlichen Provinzen dem Polenthum ausgeliefett werden(stürmischer Beifall) und die Majorität wolle Zeugniß hier— für ablegen.(Lebhafter Beifall.) Fürst Bismarck ergreift nun das Wort und schildert die fortge— setzte Agitation des polnischen Adels, die nie u r habe, trotz aller Concessionen. Ein⸗ polnische
gehend behandelt der Reichskanzler die
Revolution von 1863, die bekannte Convention mit Rußland, den Versuch Frankreichs, England
mit gegen Preußen zu engagiren, die Zumuth— ung Englands, Preußen möge die Convention nicht ausführen, und verliest die Verhandlungen im Abgeordnetenhause von damals, insbesondere eine Rede Virchow's, welche die Schmach dar— thue, daß der damalige französische Minister be— sonderen Werth darauf gelegt, daß das Abge— ordnetenhaus ihn in den Plänen gegen Preußen unterstützte. Weiter bemerkt der Reichskanzler: Die Polen schlügen jeden Augenblick los, wenn sie nur könnten. Auf Proteste bei den Polen wendet sich der Kanzler an diese und ruft ihnen zu, ob Jemand unter ihnen ihm sein Ehrenwort geben wolle, daß dem nicht so sei.(Sensation. Die Polen schweigen.) Wer nicht am Schutze des Staates mitarbeiten wolle, der habe selbst keinen Anspruch auf Schutz des Staates, der gehöre in Bann und Acht. Sodann wendet sich der Kanzler gegen die Reichstagsmajorität, die die Sicherheit des Reichs gefaͤhrde; er werde überlegen müssen, ob es nicht seine Pflicht sei, [Wandel zu schaffen, damit Deutschland nicht ein zweites Mal in die Lage komme, seine Selbstständigkeit und seinen Bestand gegen aus— waͤrtige Coalitionen mit seinem Blute zu ver— theidigen.(Minutenlanger Beifall, in welchen die Tribünen einstimmen.) Dann nimmt Windt—
horst das Wort: Derselbe erzaͤhlte, daß Ober⸗ bürgermeister Miquel den Entwurf An⸗ trags zur Ausweisungs angelegenheit ausgearbeitet
nach
faßten Beschluß der Ersten Kammer, dahin-im Fr. Journ., überfüllte Tribünen und ein über⸗[dessen Genehmigung sei der Entwurf an die
gehend:„Der Großh. Regierung zur Erwägung volles Haus auf.
Zahlreiche Mitglieder des
nationalliberale Fraction gelangt und habe dann
anheim zugeben, inwiefern der auf das Groß- Hauses begrüßen den Reichskanzler bei seinem bei den Verhandlungen mit den Conservatiden
herzogthum Hessen entfallende Autheil der in
Eintritt durch Erheben von den Sitzen. Abg.
eine mildere Form gefunden. direkten Neichssteuern(Zölle), nachdem der von v. Rauchhaupt erörtert als erster Redner der sentirt dem Hause Miquel's Entwurf
Windthorst prä Der
dem Großherzogthum an das Reich zu zahlende Majorität die Grunde, welche zu der bekannten Eindruck der Rede des Reichskanzler war ein 8 zu 3 J„ 3 5 Matrikularbeitrag in Abzug gebracht worden, vereinigten conservativ⸗nationalliberalen Resolu mächtiger; als der Kanzler das Haus verließ,
den Kreisen zur Bestreitung ihrer Lasten, ins
tion geführt haben.
Die
taalsregterung müsse Vorsorge treffen
—
Redner thut dar, wie die. e am! besondere der Schullasten zu überweisen,“ nicht Polen offen und unverfroren die Losreißung der gange statt, die den Kanzler mit stürmischen beizutreten.— Ueber den Antrag des Abg. Schade:(östlichen Provinzen von Preußen proclamiren, Hochs begrüßte. „Großh. Regierung zu ersuchen, den Verbänden und da erkläre die Majorität des Reichstages, der Hessischen landwirthschaftlichen Consumvereine, es läge kein nationales Juteresse vor?!
Pfarrer(Probst) Dinder von Koͤnigsberg sowie der Hessischen landwirthschaftlichen Kredit-“ preußische S
fand eine Kundgebung der Volksmenge am Ein
meldet aus Rom,
— Die„Koln. Volksztg.“ sel zum Erzbischof von Posen ernannt worden.


