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Schwurgerichte, um sich wegen der Beschuldigung, seine Ehefrau mittelst eines gefährlichen Werkzeuges verletzt und in Folge dieser Verletzung den Tod der ersteren herbeigefuͤhrt zu haben, zu verantworten. Die den Ge schworenen vorgelegte Schuldfrage wurde bejaht, jedoch dem Angeklagten mildernde Umstände bewilligt; worauf der Gerichtshof auf eine Gefängnißstrafe von sechs Mo⸗ naten erkannte. 26. Juni. Der ledige Georg Rein- hardt von Klein-Karben ist beschuldigt, in der Nacht vom 9. auf den 10. Mal d. J. die Scheuer der Phllipp Schäser Wittwe in Klein-Karben vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Der Angeklagte gibt die That zu, entschuldigt sich jedoch damit, daß er sich in jener Nacht in sehr betrunkenem Zustande befunden habe und sich deßhalb der Folgen seiner Handlungsweise nicht recht bewußt gewesen sei. In der Verhandlung wurde festge stellt, daß der Angeklagte bereits mehrfach vorbestraft ist und in keinem guten Rufe steht. Die Geschworenen be jahten die ihnen vorgelegte Schuldfrage und verneinten die auf mildernde Umstände gerichtete Nebenfrage, worauf der Gerichtshof auf eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren erkannte, auch die Aberkennung der bürgerlichen Ehren rechte auf die Dauer von 5 Jahren aussprach.

Darmstadt, 26. Juni. Bekanntlich wurde vor einigen Wochen der von hier gebürtige Kaufmann Hein rich Lepper in Frankfurt a. M., als er Abends mit 2 Bekannten rubig nach Hause ging, von einemLouis ohne alle Veranlassung erstochen. Der Thäter, ein ge wisser Philspp Scheffel aus Offenbach, wurde in gestriger Sitzung des Frankfurter Schwurgerichtshofes zu zehn Jahren Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust verur theilt. Der Staatsanwalt hatte 12 Jahre Zuchthaus beantragt.

Allerlei.

st. Frankfurt. Die zum Ensemble-Gastspiel im Opernhause erwartete Gesellschaft des Theaters an der Wien führt einen bedeutenden Ausstattungs-Apparat mit sich. Vor einigen Tagen ist berelts ein Waggon in Frankfurt angekommen, welcher lediglich die Costüme und Requisiten enthielt, welche in Wlen in den Vorstellnngen desZigeunerbaron, vesBettelstudent und derNacht in Venedig zur Verwendung zu kommen pflegen.

Coblenz. Im Jahre 1870 wurden mit einem Kostenaufwand von 600,000 Mark zwei Kanonenboote für den Rhein hergestellt, die aber unbrauchbar waren, da sie zu großen Tiefgang hatten. Im vorigen Jahre wurden sie für 14,000 Mark versteigert. Der Bieter war nicht selbst Eigenthümer, sondern hatte für eine Kölner Firma geboten. Trotzdem fuhr er mit den beiden Booten in voriger Woche nach Holland und verkaufte

dieselben dort nochmals. Gegen den Betreffenden ist nunmehrwegen Diebstals zweier Kanonenboote ein Steckbrief erlassen.

Lissabon. In Oporto sollen Cholerafälle vorge kommen sein.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 26. Juni. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.80 0.90, Eter 1 Stück 6 Pf.

Gießen, 26. Junl. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. We. 0.75 0.80, Eier 1 Stück 5 Pf, Käse per St. 59 Pf., Tauben per Paar M. 0.60 9.80, Hühner per Stück M. 1.10 1.50, Hahnen per Stück M. 1.00 1.50, Enten per Stück M. 1.50 2.00, Ochsen⸗ fleisch per Pfund 6264 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 52 56 Pf., Schweinefleisch 54 60 Pf., Hammelfleisch 5066 Pf., Kalbfleisch 4048 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.00 4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 10.00, Kirschen per Pfund 10 12 Pf.

Repertoir-Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Opernhaus.

Dlenstag den 29.: Luela von Lammermoor. Ballet,

Mittwoch den 30.: Abschledsvorstellung k. K. K. Kammer sängerin Frl. Turolla. Der Troubadour, Leonore: Frl. Turolla. Außer Abonn.

Donnerstag den 1.1: Jult. Ensemble⸗Gostspiel der Gesell⸗ schaft des K. K. privilegirten Theaters an der Wien zu Wien zum ersten Male: Der Zigeunerbaron. Rom. Oper in 3. Akten von Joh. Strauß. Außer Abonn.

Freitag den 2.: Ensemble-Gastspiel der Gesellschaft des Theaters an der Wien. Zum ersten Male wiederholt: Der Zigeunerbaron. Außer Abonn.

Samstag den 3.: Ensemble-Gastspiel der Gesellschaft an der Wien. Die Fledermaus. Außer Abonn.

Sonntag den 4.: Ensemble-Gastsplel der Gesellschaft an der Wien. Der Zigeunerbaron. Außer Abonn.

Montag den 5.: Ensemble-Gastpiel der Gesellschaft an der Wlen zu Wien. Die Fledermaus. Außer Abonn.

Literarisches.

Daheim Nr. 39 enthält: Die Bräute von Moor stätt. Fortsetz. B'hüt Gott. Fortsetzung. Dle deutsch-ostafrikanische Kolonte und ihr Begründer. Mit Porträt. Holzpapier. Von H. von Spielberg. Badegeschichten aus Baden. Von M. Allihn. Mit 91 Illustr. Am Familientisch: Blitzgefahr und Blltzab leiter. Mütterchen. Von A. Ludwig. Rechtsrath. In unserer Spielecke. Mit einer sllustr. Beilage.

Für die Hagelbeschädigten gingen welter ein, von S. mit dem Postzeichen Frankfurt 1 Zinsschein der Stadt Hanau über M. 4. Ungenannt M. 3 74 Laut Comstébeschluß soll eine Elnzel veröffentlichung, der Gaben nicht mehr stattfinden, sondern eine öffentliche Qulttung sestens des Comstés am Schlusse der Sammlung erfolgen. Die Expeditlon des Oberhessischen Anzeigers.

Geld Cours. Frankfurt am 26. Juns 1886.

Geber. Nehmer.

M. Pf. M. Pf.

20-Frankenstücke. n n do. in/ A ens Englische Sovereings i 290.28 Russische Impertales. 16. 70 16. 65 Duda; e al marco. e Mofas i Gldd?d?d

Aufforderung.

In Frankfurt und Gießen kauft man die

schönsten Kirschen zu 10 und 12 Pf. per Pfund, 1

obgleich noch hohe Trausportkosten dazu kommen. Hier in Friedberg verlangt man heute 18 Pf; Friedberger, alt und jung, bezähmt Eure Lust nach Kirschen, und wenn sie noch so schoͤn sind, nur 2 Tage und kauft kein Pfund über 10 Pf., dann werden die Hocken schon losschlagen müssen. Namentlich an Euch Schulkinder ergeht die Bitte, kauft keine Kirschen vor den Schulgebäuden, weun sie mehr als 10 Pf. kosten, bezähmt Eure Lust, Ihr bekommt die Kirschen nachher doppelt! Die Hocken sagen auf Vorhalt: Die Juden zahlen den Preis! Nun denn, Ihr jüdischen Mitbürger, zahlt den Preis einmal 2 Tage lang nicht, kauft einmal 2 Tage lang con⸗ sequent nichts, und Euer Vortheil wird es nachher um so mehr sein. Friedberg den 28. Juni 1886.

Bekanntmachung.

Der Bierbrauerelbesitzer Ernst Windecker zu Friedberg beabsichtigt auf dem Grundstücke Flur II. Nr. 83, Ge⸗ markung Friedberg, eine Dampfkesselanlage zu errichten. Pläne und Beschreibungen dieser Anlage liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieser Bekanntmachung in der Darmstädter Zeitung an gerechnet, auf unserem Büreau zur Einsicht der Interessenten offen. Binnen gleicher Frist sind etwaige Einwendungen bei Meidung des Aus schlusses uns vorzutragen.

Friedberg am 12. Juni 1886.

Großherzozliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf die Artikel 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hlerdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der Hessisch Rheinische Bergbauverein zu Gießen unterm heutigem Tage mit dem Braunkohlen-VergwerkeIrrlicht in der Gemarkung Münzenberg, Kreises Friedberg, beltehen worden ist. Etwaige Einwendungen geten diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drel Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Berg werkseigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterel Gleßen Jedem gestattet.

Darmstadt den 27. April 1886.

Großherzogliche Obere Bergbehörde. Lotheisen.

3

2553 Tecklenburg.

Anlehen der Stadt Bad Nauheim vom Jahr 1880.

Die nachstehenden Obligationen, welche heute aus geloost worden sind, werden hiermit auf den 30. Sep tember d. J. gekündigt:

J. Lit. A. Nr. 24 und 80 à M. 200, n e dog, Die Verzinsung dieser Paptere hort mit dem 30. Sep

tember d. J. auf.

Zahlstellen sind: die Gemeinde- Elnnehmerei Bad⸗ Nauheim, der Vorschuß- und Creditverein Friedberg und

dle Deutsche Genossenschaftsbank zu Frankfurt a. M. Bad⸗Nauheim den 25. Junt 1886. Großherzogliche Bürgermeisteret Bad-Nauhelim. 255⁵ Wörner.

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