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bess. Volksbl.“ die erste Kammer zu einer zwel— igigen Session zusammen. Der erste Präsident,
Mitglied des Hauses, Rechtsanwalt Dornseiff, iin ehrenden Nachruf und erhoben sich die Mit⸗
die Maßregel bezüglich
sodann einstimmig die Branntweinsteuervorlage
Beilage.
erhessischer Anzeiger.
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* Deutsches Reich. Darmstadt. Der Gerichtsassessor Bill— lardt in Mainz wurde zum Notar zu Oppen— leim, der Kanzleigehllfe Haak von Darmstadt zum Ministerialkanzlisten ernannt.
— 25. Juni. Heute trat nach den„Neuen
Prinz Alexander, widmete dem verstorbenen
lieder von den Sitzen. In die Tagesordnung sintretend, erledigte die Kammer in der ge pohnten raschen Weise eine ganze Reihe von Vorlagen, Gesuchen und Beschwerden, die kein weiteres Interesse boten, im Sinne der Be⸗ schlüsse zweiter Kammer. Nur bei der Berathung über das Gesuch der akademisch gebildeten Lehrer wegen Neuregelung der Gehaltsverhältnisse be— schloß das Haus, dem Beschluß der zweiten kammer, wonach das Vorrücken in höhere Ge baltsklassen nicht von der Verwendung in höheren Schulklassen, sondern hauptsächlich, bei tadel— osem Verhalten, von dem Dienstalter abhängig sein soll, nicht beizutreten. Der berichtende Ausschuß ging hierbei von der Ansicht aus, daß es der Regierung anheimgegeben werden müsse, besonders hervorragende Lehrkräfte auch besonders zu belohnen und rascher in die höheren Ge haltsklassen vorrücken zu lassen.
Mainz. Die Inthronisation des Bischofs Dr. Haffner wird am 25. Juli, dem Tage des hl. Apostel Jacobus, stattfinden, natürlich unter der Voraussetzung, daß bis zu diesem Tage die noch zu erledigenden Formalitäten ihren Abschluß gefunden haben.
Berlin, 25. Juni. Im Reichstag widmete vor dem Eintritt in die Tagesordnung der Präsident von Wedell-Piesdorf dem Könige Ludwig von Bayern einen Nachruf. Darauf trat der Reichstag in die Tagesordnung ein, und wurde die Literarconvention mit Großbritannien in erster und zweiter Lesung genehmigt. Die
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Vorlage wegen Errichtung eines Seminars für orientalische Sprache wurde debattelos der Budget⸗Commission überwiesen.— 26. Juni
Der Reichstag nahm definitiv die Literarcon— vention mit Großbritannien an. Bei dem Rechen— schaftsbericht über die Anordnungen auf Grund des Socialisteugesetzes rechtfertigte Staatssecretär v. Bötticher gegenüber dem Abgeordneten Singer Sprembergs mit der Darlegung, daß die dortigen Ausschreitungen zweiffellos der Ausfluß von Umsturzbestrebungen seien. Auch die Ausweisungen aus Berlin seien gerechtfertigt, da bei der Lohnbewegung die
social-demokratischen Bestrebungen eine große Rolle gespielt hatten. Der Reichstag lehnte
ledenen Parteien
ab, nachdem die Redner der versch Der
ihre ablehnende Haltung begründet hatten. Finanzminister hatte die Hoffnung auf ein späteres Zustandekommen der Branntweinsteuervorlage ausgesprochen. Staatssecretär v. Bötticher ver— liest hierauf die kaiserliche Botschaft, durch welche die Reichstagssession geschlossen wird.
— Der preußische Finanzminister kündigt die Prioritäten der Breslau- Freiburger, der
definitiv angenommen wurde. Der Gesetzent— wurf betr. die Abänderung der Synodalordnung wurde in zweiter Lesung genehmigt.
— 26. Juni. Fürst Bismarck ist von Varzin zurückgekehrt.
Ems, 25. Juni. Der König von Däne— mark und der Kronprinz von Dänemark trafen heute zum Besuche des Kaisers hier ein.
— 26. Juni. Prinz Nicolas von Nassau traf heute, von Wiesbaden kommend, zum Be— such des Kaisers hier ein. f
2 München, 26. Juni. In der heutigen öffentlichen Plenarsitzung der Abgeordnetenkammer sind sämmtliche Minister anwesend. Abg. Bonn referirt Namens des Speclalausschusses über die Regentschaft. Der Ausschuß beantragte, dieselbe zu genehmigen; derselbe habe die mündliche Berichterstattung nur beschlossen, um Aufklärung und Beruhigung über das Geschick König Ludwigs zu gewähren. Die Regieruugsunfähigkeit König Olto's sei zweifellos. Der Referent zählt das Untersuchungsmaterial des Ausschusses auf, und legt den Entwickelungsgang König Ludwigs dar, betont dessen frühe Anlage zur Geisteskrank— heit und ihr allmäliges Emporwuchern, rühmt die deutsche Politik des Königs, erörtert die seit 1876 scharf hervortretende Einsamkeitsliebe Ludwig's und daß seit 1883 der König nicht mehr mit Gebildeten, sondern nur mit Dienern verkehrte. Der Referent erwähnt eingehend die bereits bekannten Krankeitserscheinungen; neu waren die Mittheilungen, daß der König den Befehl gegeben hatte, den deutschen Kronprinzen in Meutone gefangen zu nehmen, einzusperren und zu martern, daß ein junger Bediensteter an den ihm vom König zugefügten Mißhand—
lungen gestorben ist und daß die Diener in der neuerbauten Huntinghütte altdeutschen Cultus
treiben mußten. Der Ministerpräsident v. Lutz verlas die auf die Ordnung der Verhältnisse der Cabinetscasse bezüglichen Actenstücke, unter Anderem die Maßnahmen des Finanzministers im Jahre 1884, ferner sein eigenes Schreiben an den Verwalter der Cabinetscasse, Hofrath Klug, und die Eingabe des Gesammtministeriums vom 5. Mai 1886 an den König. Hierauf trat eine einstündige Pause ein.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 25. Juni. Der Fürst von Moteuegro ist mit seinen beiden ältesten Töchtern gestern hier angekommen(an— geblich zu einer ärztlichen Consultation) und hat heute Kalnoky einen Besuch gemacht. Gleich zeitig traf von Temesvar die Fürstin Sarah Karageorgievic mit ihrem 22 jährigen Sohne Alexis ein. Die Nachricht von einer Zusammen— kunft des Kaisers mit dem Zaren wird officiös dementirt.
Pest, 26. Juni. Die Parlamentssession wurde mittelst eines k. k. Reskriptes geschlossen. Die nächste Session wird auf den 18. Sept.
einberufen.
Frankreich. Paris. Der Graf von Paris erließ ein Manifest, worin er im Namen des Rechts gegen die an ihm verübte Gewaltthätigkeit pro— testirt und auf seine Liebe zum Vaterlande hin— weist, dessen Gesetze er nie verletzt habe. Frank
Oberschlesischen, der Oels-Gueseuer, der Thürin— gischen, der Berlin-Anhalter, der Münster⸗Euschede und der Köln-Mindener Eisenbahn und wird deren Umtauschfrist ebenfalls bis zum 31. Juli verlängert.
— Die des Socialistengesetzes und des kleinen Belagei ungszustandes dauern fort. Außer dem in diesen Tagen von den Blättern genannten Restau— rateur W. ist jetzt dem Vernehmen nach auch ein Tischler mit einem polnischen Namen von hier ausgewiesen.
— 25. Juni.
ledigte die Weichsel-Noth
Ausweisungen aus Berlin auf Grund r⸗
standsvorlage welche
Das Abgeordnetenhaus er⸗
reich werde sich weder über die Ursache, noch über die Urheber der Schäden täuschen, unter welchen es leide; es werde die traditionelle Monarchie anerkennen; denn diese allein könne durch ihr modernes Princip und ihre Institutionen Hilfe gewaͤhren, nur sie vermöge die politische und die religiöse Freiheit zu sichern, die öffentliche Wohlfahrt herzustellen und der demokratischen Gesellschaft eine starke, Allen zugängliche, über allen Parteien stehende Regierung zu bieten,
deren Beständigkeit für Europa die Bürgschaft eines dauerhaften Friedens sein werde.
— 26. Juni. Die Kammer lehnte es mit
Radikalen Beauquier auf Abschaffung der Adels— titel in Erwägung zu ziehen. Großbritaunken. London, 26. Juni. Gestern wurde das englische Parlament durch eine förmliche Thronrede der Königin geschlossen, welche als die Ursache der Auflösung des Unter⸗ hauses die Nothwendigkeit anführt, die Meinung des Volkes über die Errichtung einer Legislatur in Irland für die Leitung der irischen Angelegen— heiten kennen zu lernen. Bulgarien. Sofia, 25. Juni. Die So⸗ brauje spricht sich in ihrer Adresse an den Fürsten dahin aus, daß derseble die Union in der gegenwärtig faktisch bestehenden Gestalt auf— recht erhalten möge. Rumänien. Bukarest, 26. Juni. Der heute provisorisch abgeschlossene Handelsvertrag zwischen Frankreich und Rumänien tritt am 1. Juli in Kraft.
Rußland. Petersburg. Rußland scheiut sich trotz der Verhandlungen in der Sobraaje
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in die bulgarische Angelegenheit mischen zu wollen. Der russische Botschaftsrath in Kon—
stantinopel, Onou, theilte nämlich der Pforte mit, daß ihm aus Petersburg eine Note zu— gegangen sei, worin die Aufmerksamkeit der Pforte auf verschiedene durch den Fürsten Alexander hervorgerufene Verletzungen des or— ganischen Statuts gelenkt werde. — 26. Juni. Der Finanzminister Bunge ist heute in's Ausland abgereist. Egypten. Kairo.„Reuter's Bureau“ meldet: Die Commission für Untersuchung der Unterschleife in der Daira-Verwaltung hat ihre Arbeit beendet und wird den Bericht hierüber, worin die Absetzung des egyptischen General— Directors und mehrerer Beamten auf Grund der vorgekommenen Unregelmäßigkeiten em— pfohlen wird, dem Khedive unterbreiten. Amerika. Chicago, 26. Juni. Die Weichen— steller der Eisenbahn von Lakeshore stellten die Arbeit ein. Der Güterzugverkehr ist vollständig gehemmt. Mittelpunkt Streiks ist die Stadt Lake, wo die Polizei zu schwach ist. Alle anderen Eisenbahngesellschaften, welche in Lake Depots haben, nahmen eine Resolution an, dahin gehend, die Direktoren der Lakeshore—
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Bahn im Confliete mit den Arbeitern zu unterstützen. Aus Stadt und Lond. b. Bad⸗Nauheim, N. Juni. Bei dem herrlichsten
Wetter kamen gestern Nachmittag um 4.41 Uhr der Erb großherzog und die Erbgroßherzogin von Baden nebst Gefolge hier an und wurden am Bahnhofe von dem Bade⸗Commissär, welcher der Erbgroßherzogin ein Bouquet überreichte und von einer großen Menschen menge mit Enthusiasmus empfangen. In der Villa angekommen, wurde der Erbgroßherzogin von dem Hausbesitzer wiederum ein Bouquet überreicht, welche Aufmerksamkelt sie sehr erfreute und für welche sie ihren herzlichsten Dank aussprach. Abends gegen 3/48 Uhr wurde den hohen Herrschaften von der Kurkapelle unter Leitung des Kapellmeisters Machts und von den Gesang— Vereinen Concordia, Frohsinn und Verein unter Leitung der Dirigenten derselben, L. Marguth und Lehrer Görlach, eine Serenade gebracht, nach deren Beendigung die drel Dirigenten zu dem Erbgroßherzoge beschieden wurden, um dessen besten Dank in Empfang zu neh
Gießen, Juni. Schwurgericht Des brechens wider die Sittlichkeit im Sinne des 5
Turn
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des R. St. G. B. angeklagt ist heute der ledige Joh Loth von Rüddingshausen. Die näheren Umstände des Falles entztehen sich der öffentlichen Besprechung; bemerkt sei nur, daß der Angeklagte seine Handlungsweise als eine Züchtigung darzustellen versuchte, welche er im
Zorn über die ihm Seitens der Verletzten widerfahrene Abweisung seiner Heirathsanträge, der Verletzten ertheilt habe. Die Geschworenen pflichteten dieser Darstellung nicht bei, denn sie bejahten die gestellte Schuldfrage und wurde deßhalb der Angeklagte in eine Gefängnißstrafe von 8 Monaten verurthetlt.— 24. Juni. Verhandlung gegen die ledige Marie Buß von Watzenborn, welche be schuldigt war, ihr unehelich geborenes Kind in oder gleich nach der Geburt getoͤdtet zu haben. Oie Geschworenen
verneinten die Schuldfrage und der Gerichtshof mußte — 1 1 4 Ee Die sonach auf Freisprechung der Angeklagten erkennen. Die
Rosten des Verfahrens, sowte die der Vertheidigung wur
den dem Staate auferlegt.— 25. Juni. Heute steht
242 gegen 216 Stimmen ab, den Antrag des
der Wagner Friedrich Hedderich von Wallenrod vor dem


