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1 ereltungen, um den Abend zu einem recht genußreichen zu machen. Die Sache findet sehr große Theilnahme 1
unter den Miigliedern und es ist seitens des übrigen Publikums mit Freuden zu begrüßen, daß auch Nicht— nitzlledern die Bethelligung, bet vorheriger Anmeldung del dem Vorstande, gestattet ist.
s. Gießen. Unsere seit zwei Jahren bestehende 1 iturgisch musikalische Conferenz tagte am vorigen Mitt— vnvoch den 17. Ferruar in Friedberg. Ste darf auf diesen Tag mit dankbarer Freude zurückblicken, denn es waren icht nur überaus genuß und lehrreiche Stunden, die „ vir dort verleben durften, sondern die Conferenz darf 1 vohl mit gutem Grunde die Hoffnung hegen, durch ihn
iin gutes Stück in der Verfolgung ihrer Aufgabe ge
ordert worden zu sein. Die likurgisch musikalische Con— erenz bat sich nämlich die Aufgabe gestellt, das Interesse n dem liturzisch⸗musikalischen Ausbau unseres Gottes- ienstes zue pflegen und zur Verständigung über die dabel un Betracht kommenden Fragen, über die rechte Weise des Hemeindegesangs, die Verwendung des Chors und die zturgischen Elemente des Gottes dienstes Gelegenheit und Unregung, zunächst für die vorzugsweise betheiltgten Geistlichen und Lebrer, sodann aber auch für Treise zu heben. Blsher batte sie sich wesentlich auf heoretische Diseussion beschränkt? Der Friedberger Tag der hat uns wirkliche Thaten gebracht. Das Haupt— zerdienst dabei gebührt dem Chor des Lebrerseminars nter der Leitung des Seminarlebrers Schmidt, eines
afrigen Mitgliedes der Conferenz, der in vortrefflicher
Deise an einer Reibe von wohl eristischen Belspielen die Typen des evangellschen Chorals, Sowie seiner verschiedenen Vortragsweisen zu Gehör krachte, sowle Professor Dr. Köstlin, der in einem ein— eitenden Vortrag die nötbigen historischen und sachlichen trefflicher Knappheit und lichtvoller vollkommener Beherrschung seines
Frläuterungen in larheit und mit Stoffes gab.
am zur Darstellung das Erbe, welches der evangelische
Demesndegesang von der alten Kirche überkommen: im
De deum laudamus und Jam moesta quiesce querela,
Sroben der ältesten bekannten kirchlichen Gesänge, deren
zusammenhang mit der bellenischen Musik durch ein von
rofessor Dr. Köstlin gesungenes Lied von Pindar illustrirt! und„Allein bott in der Höh' sei Ehr'“ Beispiele der Umwandlung
v urde, in dem„Mitten wir im Leben sind“
olch altkirchlicher Gesänge in die Weise des deutschen Lolksliedes. Dieser erste Theil schloß mit dem Gesang rs 2. und 3. Verses von„Allein Gott in der Höb'“ on Seiten sämmtlicher Anwesenden ab, welche damit den dewels lieferten, wie rasch bei richtiger Führung die bemeinde auf den rhythmischen Gesang einzugehen ver— rag, selbst bei Liedern, welche sie längst unrhythmisch zu frigen gewohnt ist. Die
ehrten das originale evangelische Kirchenlied des Re sermationsjahrhunderts, wie es theils aus dem weltlichen Lolkslied erwachsen ist, theils wenigstens ächten Volks
ledton an sich trägt, vor. Die verschiedenen Vortrags veisen, die sich dafür im Laufe der Zeit gebildet, wur den dabei in der Weise zur Darstellung gebracht, daß der Chor jeden Cboral immer zuerst u einstimmig im a eglichenen Rüythmus, und zwar einmal mit Fermat
nus, sowohl einstimmig, als vierstimmig vortrug
Uxtheil über den Werth und die Angemessenheit der im (ntwurf eines neuen Melodienbuches für die evangelische iche unseres Großherzogtbums, wiel er jetzt, von der and des Seminarlehrers Link bearbeitet, zur Prüfung berliegt, vielfach angewandten ihythmischen Form des orals und über das Maß dieser Anwendung zu bilden Tiesem Urtheil soll bier nicht vorgegriffen werden. Nur
us muß gesagt werden, daß der Vortrag des mehr mmigen Satzes von einer mächtigen Wirkeng war. eradezu überwältigend wurde dieser Eindruck bei dem
besang des„Eine feste Burg“ nach dem ursprünglichen kaß des Johann Walther, der, mit stinen unseren Ohren hr fremdartig tönenden und manchmal wild und unhar—
weitere
ausgewählten charak
In den vier ersten Vrogrammnummern
übrigen Programmnummern
en, dann streng im Takt, sodann im ursprünglichen Rhyth Dadurch sullte allen dazu Berufenen ermöglicht werten sich ein!
monisch klingenden Tongängen, mit seinem machtvoll va— herschreitenden cantus ürmus, von den übrigen ihren eigenen Weg gehenden Stimmen umsplelt, so recht ein Bild des Heldenzeltalters unserer Kirche, bel nden Zu⸗ hoͤrern geradezu zündend elnschlug. Diese Walther'sche Bearbeitung ist ganz bestimmt eine der ältesten, wenn nicht die älteste, Composition für»ierstinmmigen Männer— chor und wurde erst vor elnigen Jahren aufgefunden. Allen Respeet vor dem Chor und seinem Dirigenten, die sich dieser wahrlich nicht leichten Aufgabe gewachsen ge⸗ zeigt. Man darf ja wohl hoffen, daß dle aufgewandte Mühe nicht vergebens gewesen set, daß vielmehr an diesem Tage in die Herzen der Zuhörer, und nicht minder in die der jugendlichen Sänger eine Saat ausgestreut wor— den sei, die für die Förderung unseres Kirchengesangs zute Früchte bringen und der demnächsligen Einführung des neuen Choralbuchs die Wege ebnen wird. War es doch nicht blos der gewohnte kleine Kreis, dessen Ohren heute diesem Zeugniß der Conferenz offen standen. geräumige Turnsaal des Seminars, den die
Direction
zum letzten Platz gefüllt. Außer den männlichen Zu- börern halten sich auch Damen zahlreich eingefunden, und mit Recht, da doch die kirchenmusikalische Aufgabe,
welche die Conferenz sich gestellt, zu ihrer Loͤsung der freudigen Mitarbeit der Frauen bedarf. So viel man übersehen konnte, war die Geistlichkeit und Lehrerschaft der näheren und ferneren Umgebung gut vertreten.
das Oberconsistorsum hatte eines seiner Glieder, den Superintendenten Dr. Sell, gesandt, und vom Landes
ausschuß des hessischen Kirchengesangvereins hatte sich Realgymnasiallehrer Th. Becker eingefunden. Eine Dis cussion fand nicht statt, mit Recht, da es zunächst galt, die empfangenen Eindrücke zu verarbeiten. Beim Glase Bier wurde aber nachher noch manches gute Wort ge— tauscht von einträchtigem Zusammenwirken von Kirche und Schule zur Förderung unserer Gottes dienste u. Am.,
und dem Dank Aus druck gegeben, den alle Theilnebmer
der Conferenz Friedberg schuldeten. Möchte denn Alles
weiter toͤnen in den Herzen, daß sich überall ein neues [Singen und Klingen erhebe zu Gottes Ehre!
Gießen. Liste der am 22. Februar gezogenen Ge— schworenen für das 1. Quartal 1886: 1. Lösch
born, K. III., Beigeordn. in Albach. 2. Wolf, H. 1., Landw. in Ranstadt. 3. Schlosser, A., Landw. in Elpen⸗ rod. 4. Fendt, K., Färber in Nidda. 5. Waldeck, H. II.
Fabrik. in Alsfeld. 6. Korell, H, Landw in Eudorf. 7. Wallenfels, Fabrik. in Gießen. 8. Vogt, G., Kaufm. in utzbach 9. Schomber, H., Ziegelbr. in Gießen 10 Schneider, Fr. Fruchth. in Butzbach. 11. Diehm, Kaufm in Lauterbach. 12. Hitzel, K. III., Rechner in Münzenberg. 13. Rühl, Ctzr., Kaufm. in Gießen. 14. Lung, F., Landw in Berstadt. 15. Wasser
schleben, kaufm. in Gießen. 16 Schaumann, A., Fabrik. in Gießen Bücking, R., Kaufm. in Alsfeld. 18. Mettenheimer, Dr. A., Rentner in Gleßen. 19. Geil
fus, Th, Kaufm. in Gießen. 20. Fanst, J., Landw. in
Elpenrod. 21. Ri
22. Herbst, G.
dolph, W̃
,
„ Bürgerm. in
Musikalienh.
Altenburg. 23. Quanz,
Echzell. 30. Wetter,
„ Buchhalter in Gleßen. Allerlei. Hier wird heute der 100jäbrige Jahrestag der Geburt Wilbelm Grimm's festlich begangen Mannheim Gestern verstarb dahier die bekannte Dungern
Hanau, 2
5.
22. Fer lellerin
Schrift
Julie 2 Schuhmachergeselle O. Mordes Tode
21
N verurtheilt
September v. J.
wurde heute der Zwönitz wegen selbe hatte in Geliebte
Der
seine
zum
der Nacht zum
ermordet.
Der
desselben freundlich zur Verfüzung gestellt hatte, war bis
Auch
[kleie M. 4.50—4 76,
waren 378 Ochsen,
in Gießen.
H. IV., Beigeordn. in Eschelsachsen. 24. Schlüter, K., Kaufm. in Gießen. 25. Ramspeck, G., Kaufm. in Alsfeld
26. Finger, H K., Kaufm. in Lauterbach. 27. Kämmer, H. Cbr., R er in Dauernheim. 28. Diehm, W III., Kaufm. in Lauterba 29. Höres, O. A., Landw. in
Stück 6—7 Pf., Butter per Pfd. 1.
Chemnitz, 19. Febr. Vom biesigen Schwurgericht — 1 Loos aus
Ala, 22. Febr. In Avesa, einem Villenvorfe nächst Verona, ist gestern eine Wäscherin unter allen Cholera Symptomen gestorben. Die Präfectur hat alle Vor— sichte maßregeln angeordnet. Das Munsetpium von Verona bat den Verkehr mit den Bewohnern Avesas und den Gebrauch des von dort kommenden Wassers verboten. Die Aufregung in Verona und Umgegend ist groß
New Pork. Aus Phtladelphia wird gemeldet, daß der Strike der Arbeiter in den Nohlengruben von Penn— sylvanien beendet ist; 10,000 Arbeiter haben die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem die Grubenbesitzer ihnen Zugeständnisse gemacht hatten.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 23. Febr. Fruchtber. Walzen M. 17.50, Korn M. 15.00, Gerste M. 13— 15, Hafer M. 13.50 bis 14.00. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund.
Friedberg, 24. Febr. Buttermarkt. Butter kostete der Pfd. M. 0.80- 0.90, Eier 1 St. 6 Pf.
Buß bach, 20. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 80—85 Pf., Käse per Pfd. 45— 46 Pf., Eier 1 St. 6 Pf.
Grünberg, 20. Febr. Fruchtpr. Weizen M. 16.70, Korn M. 13.80, Gerste M. 12.70, Hafer M. 13.00,
Gießen, 23. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete
Butter per Pfd. W. 0.95— 1.00, Eier 1 St. 5—6 Pf., Käse per St. 4 8 Pf., Tauben ver Paar M. 0.80 bis 1.0, Hühner per Stück M. 1.30— 1.80, Hahnen per St. M. 1.50— 2.20, Enten per Stück M. 1.80- 2.20, Ochsenfleisch per Pfund 62—64„ Kuh⸗ und Nind⸗ fleisch 54— 56 Pf., Schweinefleisch 52— 60 Pf., Hammel⸗ fleisch 50— 66 Pf. Kalbfleisch 48—50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.70— 4. Zwiebeln per Ctr. M. 7.00— 7.50.
Frankfurt, 22. Febr. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 31—32, Nr. 1 M. 2627, Nr. 2 M. 24—25, Nr. 3 M. 22— 23, Nr. 4 M. 16—17, Nr. 5 M. 15 bis 16, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 49 bis 51, nord deutsches und westfälisches Welzenmehl Nr. 00 M. 23, Roggenmehl Nr. 0(biesiges) M. 23 dis 23.50, do. Nr./ M. 21 21.50, do. Nr. 1 M. 19
bis 19.50, do. Nr. 2 M. 17, Weizen ab unserer Um⸗ gegend M. 17.25— 7.50, frei ab Bahnhof hier M. 17.75, do. fremder je nach Qual. M. 17.25— 18.50, Roggen
biesiger M. 14.75—
15, Königsberger M. 14.25, Nieolafeff M. 14— 14.25,
Bulgarischer M. 14, Gerste, Brauer⸗
„waare M. 15.50— 19, do. zu Mablzwecken M. 11.50,
Hafer stark berege mit Geruch M. 1212.50, do. mittel M. 13— 13.25, do. prima M. 1414.50, Raps M. 22.75- 23, Mais, bunter(mixed) M. 11.50, R ggen⸗
eizenkleie M. 4— 4.25 per Ctr. (bei Abnahme von 200 Ctr. an Rüböl im Detail M. 51.
Frankfurt, 22. Febr. Viehmarkt. Angetrieben 15 Bullen, 411 Kühe, Stiere und
Rinder, 223 Kälber, 92 Hämmel und 223 Schweine. Die Preise siellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 5860, 2. Qual. M. 50 bis 55, Bullen 1. Qual. M. 40— 42, 2. Qual. M. 3
2. Qual. M. 38—45, Kälber 1. Qual. pro 1 Schlachtgewicht 55—60 Pf., 2. Qual. 45—50 Pf. Hammel 1. Qual—56 Pf., 2. Qual. 40—45 Pf.,
Schweine 55— Homburg, 23
Februar. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4—4.5
„per Gescheild 9— 10 Pf., Eier per Qual. M. 0.90, 2. Qual.
M. 0.80.
Jsraelitischer Gottesdienst in Fried erg Sabbathfeier vom 2. Februar 1886. Beginn: Freitag Abends 4 Uhr 50 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Win. Sabbathausgang 6 Uhr 20 Win. Wochengottesdienst von Sonntag den 28. Februar an Morgens 6 Uhr 30 Min., Nachmiktags 4 Ubr 30 Win.
Bekauntmachung.
Die am 22. Februar d. J. im Ober-Rosbacher abgehaltene Holzversteigerung hat die
* de meindewald
Ad tenkopf. Ober Rosbach am 23. Februar 1886 Großherzogliche Bürgermelsterel Ober-Rosbach. Blecher.
1000 Mark
inen am 1. April gegen vorschriftsmäßsge Sicherheit
tus der Wickstädter Kirchenkasse ausgeltehen werden. Ilbenstadt den 22. Februar 1886.
113 Margraf, Kirchenrechner.
1 Henehmigungz nicht erhalten und wird hiermit zur noch Frankfurt a. M. sub Z. IL. 666 einsenden
wird erworben durch Uebernahme der Agentur einer
Lohnender Verdienst
guten Feuer-Versicherungs Gesellschaft. Bewerber wollen
gefälligst ihre Offerte an G. L. Daube& Co in (5986. gillgen Versteigerung Termin auf den 2. März d. J N 5 seraumt. Zum Ausgebot kommt in den Distrikten 826 In terberg und Wasserdöll: J Unentgeltlich
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zum Zeichnen der Waͤsche, wieder eingetroffen. Carl Bindernagel.


