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Rumelten. Philippopel, 17. Febr. Fürst Alexander kam hier heute, begleitet von dem Prinzen Franz Joseph von Battenberg und dem Minister-Praͤsidenten Karaveloff, an und wurde feierlich empfangen. Die Stadt war festlich geschmückt und Abends illuminirt. Gleich nach der Ankunft im Palast machten die Consuln dem Fürsten ihre Aufwartung.

Griechenland. Athen, 16. Febr. Es heißt, England sei bei der hiesigen Regierung nochmals für die Demobilistrung der griechischen Armee eingetreten. Seitens der anderen Maͤchte sei dieser Schritt unterstützt worden.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Vlellescht ist manchem unserer Leser von Interesse zu erfahren, daß der langjährige frühere Pfarrer von Ober Rosbach, jetziger Dekan Dr. Strack in Lang-Goͤns, am 8. März d. J. sein 50lähriges Jubt läum begehen wird.

h. Frledberg. Die am 14. Februar stattgehabte Abendunterhaltung des GesangvereinsConcordia ver dient es nach Lelstung und weten der wohlthätigen Ver wendung des Eintrittsgeldes, daß wir darüber berichten. Das schön gewaͤhlte mannichfaltige Programm bestand bekanntlich aus zwölf Concertnummern, einem Schwank und einem Lustsplel. Studtosus Hanau hatte einen ent sprechenden, sehr schoͤnen Prolog in poetischer Form ver faßt und vorgetragen. Die Conecertnummern wurden durchweg, Chore wie Quartette, Duette und Sologesänge präeis, rein, frisch und wirksam vorgetragen. Studlosus Halm aus Gießen hat mit seiner prächtigen Barkton stimme die Zuhörer hocherfreut und zu lebhaften Bei fallsäußerungen hingerissen. Hervorzuheben sind auch die Leistungen zweier Damen im Gesang. Dem Gesangs dirigenten, Taubstummenlehrer Schneider, macht die Coneertleistung alle Ehre. Die theatraltschen Leistungen erfreuten sich ebenfalls großen Beifalls der Anwesenden, man spielte natürlich, gewandt und unerschrocken. Wir wünschen dem Verein ferneres Gedethen auf der betretenen Bahn. Für den für unsere Suppenküche erhaltenen Be trag sagt man auch hier besten Dank.

r. Bad⸗Nauhelm. Saltnen-Rentmeister Nebhuth hier wird heute(Samstag) Abend im Deutschen Hofe, gelegentlich der General-Versammlung des hiesigen Spar und Vorschußvereins, einen Vortrag über die Postspar kassen halten und soll bei eventueller Annahme der von dem Referenten aufgestellten Thesen eine Resolutton zu Gunsten dieser Einrichtung an den Reichskanzler abgeschickt werden. Die Person des Vortragenden, wie der zeit gemäße Gegenstand und der gemeinnützige Zweck desselben versprechen einen interessanten Abend.

b. Bad⸗Rauheim, 18. Febr. Von dem Elsaß und der Bergstraße wird gemeldet, daß der Storch dort selbst bereits angekommen sei; ein Gleiches können wir auch von hler melden, nur kam er hier nicht allein, son dern brachte einem hlesigen Einwohner das sechs zehnte Kind mit. Ueberhaupt hört man, daß die Störche dieses Jahr ganz besonders freigebig gestimmt sein sollen.

i. Steinfurth. Am vorigen Samstag wagte sich der 12jährige Sohn einer hlesigen Wittwe trotz der ein getretenen milden Witterung auf das Eis der Wetter und brach an einer mindestens 9 10 Fuß tiefen Stelle eln. Auf das Geschrel eines anderen Knaben(des ein zigen, der in der Nähe war) eilten 2 Männer herbet, welche den Knaben vorerst vom Ufer aus herauszuziehen suchten. Als dies nicht anging, trat der eine von ihnen, der Ortsdiener Ludwig Alban, Vater von 4 Kindern, auf das schwache Eis, ergriff den Knaben, brach aber auch in demselben Augenblick ein und fiel ebenfalls in die Wetter. Außer Stande, sich und den Knaben aus dem tiefen und starkströmenden Wasser an's Ufer zu retten, weil das Els bei feder Berührung einbrach, wäre Alban mit dem Knaben sicher ertrunken, wenn er nicht von inzwischen herbelgeeilten Männern vermittelst eines kräftigen Stockes herausgezogen worden wäre. Der Knabe, der inzwischen wiederholt untergetaucht, aber auch wieder emporgekommen war, wurde nun rasch vermittelst einer Stange ebenfalls an das Ufer befördert und somit glücklich gerettet.

o. Okarben. Von welcher Bedeutung für die Landwirthschaft eine rationelle Viehzucht insbesondere eine zielbewußte Reinzucht ist, zeigte sich bei der vor einigen Tagen bei der von Frau Stoll Wittwe zu Nieder

Woͤllstadt abgehaltenen Versteigerung des landwirthschaft lichen Invenkars. Der leider zu früh verstorbene Stoll war ein tuͤchtiger, intelligenter Landwerth, besonders ein Viehzüchter, der durch fortgesetzte Relnzucht der Berner Race einen werthvollen Rindvlehstand erztelte. Dle ein zelnen Thiere wurden zu hohen Preisen ersteigert, bel sptelswelse eine Kalbin(Erstling) mit einem zehntagalten Kalbe zu der ansehnlichen Summe von 495 Mark von Pachter L. in O. erstanden, und der Käufer setzte das zehntägige Kalb sofort wieder zu dem Preise von 95 M. ab. Der erzielte Preis von 495 Mark entspricht dem gegenwärtigen Werthe von 30 Malter Weizen. Dleses Resultat ist ein sprechender und auch klingender Beleg zu den Ausführungen des Directors des landw. Bezirks- verelns Frledberg, Kreisraths Dr. Braden, auf der letzten Generalversammlung betreffs des Faselwesens. Möchten es doch die Gemeindevorstände, in deren Hände der Ankauf und die Pflege der Zuchtbullen liegt, begreifen und beherzigen, daß nur durch eine fortgesetzte, eonsequente Einführung des besten Zuchtmaterlals, welches den Be⸗ dürfnissen der betr. Viehhalter entspricht, nach und nach ein werthvoller Rindviehschlag erzeugt werden kann. Wenn bel dem Ankaufe auf 50 oder auf 100 Mark, bet dem Vertzeben des Zuchtbullen an elnen Halter auf 10 20 Mark gesehen wird, so ist das am un rechten Orte gespart, und ein solches Sparen ist Ver schwendung. Wenn in einem Orte, wo schon jahrelantz bet Ankauf und Haltung der Zuchtbullen richtig ge wirthschaftet wurde, wodurch auch ein tüchtiger Stand von Mutterthleren entstanden ist, fsedes Kalb, deren etwa 60 jährlich von einem Bullen stammen, nur 15 Mark mehr gilt wie solche an Orten mit vernachlässigter Zucht, und wenn in den letzteren Orten aus gleicher Ursache 20 bis 30 Kühe nicht trächtig bleiben, also überhaupt kelne Kälber verkauft werden können, dagegen aber ein Kuhhandel mit allem, was drum und dran hängt, nöthig wird, so ist gewiß der Beweis erbracht, daß das Sparen wollen an dliesem Platze große Verschwendung ist.

r. Ostheim. Am letzten Sonntag veranstaltete der hiesige Krlegerverein eine theatrallsche Abendunterhaltung, welche einen überaus glänzenden Verlauf nahm. Zur Aufführ ung kamDer Datterich. Der große Saal war dicht gefüllt, es mochten wohl über 300 Personen von Ostheim und aus der Umgegegend anwesend gewesen sein und fanden die zahlreichen höchst gelungenen Seenen den außer ordentlichen Beifall des Publikums. Der Musikverein von Hoch Weisel, der sich bei früheren Gelegenheiten durch seine tüchtigen Leistungen so vortheilhaft hier eingeführt hatte, trug wesentlich zum Vergnügen bet. Die Ein nahme, welche zu einem wohlthätigen Zweck verwendet wird, war eine sehr zufrledenstellende.

Büdingen, 17. Februar. Die gestrige Feier des 25jähtigen Antritts der Standesherrschaft des Fürsten Bruno zu Ysenburg und Büdingen nahm einen ebenso würdigen wie befriedigenden Verlauf. Während am Vor mittag die Beamten, das Gymnasium, der Stadtvorstand u. s. w. dem hohen Jubilar ihre Glüͤckwünsche dar brachten, hielten am Nachmittag die Vereine und Schul kinder Büdingens unter Musik ihren Einzug in das Schloß. Treue Anhänglichkeit an das fürstliche Haus und aufrichtige Verehrung für den Fürsten fand in Ge sängen und Ansprache warme Bekundung und freundliche Erwiederung in dem Hinwels auf die lange Zeit un wandelbar bestehenden, innigen und schönen Bezlehungen zwischen Büdingens Standesherrschaft und Vürtzerschaft.

Darmstadt, 14. Febr. Heute tagte im Saale des Ludwigsbahnhofs dahier eine zahlreich besuchte Ver sammlung desVereins ehemaliger Studirender, sowie eine Anzahl der angesehensten Einwohner Darmstadts, berufen zum Zweck einer Beschlußfassung über die 50lährige Jubelfeter der technischen Hochschule. Es wurde vorläufig folgendes Programm festgestellt: Am Vorabend, 1. Juli: Fackelzug; Begrüßung der Festtheilnehmer in Ritsert's Brauerei durch den Verein ehemaliger Stu dirender. Am 2. Jull: Empfang der Gäste im Festsaal der technischen Hochschule, Besichtigung der Ausstellung

graphischer Arbeiten, Modelle ze. daselbst; Gang nach dem Saalbau, woselbst ½12 Uhr Festaetus; Nachmittags 3 Uhr Festessen; Abends 8 Uhr Gartenfest mit Ball im Saalbau. Am 3. Jull: Morgens Versammlung ehe maliger Studirender, Frühschoppen mit Concert im Saalbau; Nachmittags Besichtigung von Bauarten und industriellen Anlagen Darmstadts, des Museums ne.; Abends Großer Festeommers. Am 4. Julit Ausflug in die Bergstraße.

Darmstadt. Der Darmstädter Hof auf der Zell

in Frankfurt, das Fürstenhaus, welches sich nun in ein

Geschäftshaus verwandeln wird, gehörte der hessischen Fürstenfamtlie selt dem Jahre 1627. Ein früherer Be sizer der Llegenschaft war Claus Bromm, welcher zu 9

selner Zelt(der ersten Hälfte des 16, Jahrhunderts, er starb 1587) einen Bau aufführen ließ, der in hohem Grade die Anerkennung der Kunstverständigen fand. Thelle der Claus Bromm'schen Behausung find noch vor⸗ handen; sie bilden denjenigen Theil der Hofgebäude, welche an den Russischen Hof angrenzen. Später kam die damalsSandhof undOverbeck'sches Haus ge nannte Besitzung, in mannigfachem Wechsel des Elten⸗ thümers an die Stadt, welche sie im Jahre 1826 in Tausch gegen das Klapperfeld und 4000 fl. baar an Darmstadt abtrat.

Darmstadt. Dr. med. Habicht, der den Sanktäts⸗ zug für die Bulgaren dorthin begleitete und in den dor⸗ tigen Lazaretben thatlg war, ist am 13. Februar wieder hier eingetroffen. Nach Vollendung seiner ärztlichen Thätigkeit in Sofia nahm er seinen Rückweg über Con⸗ stantinopel, Griechenland und Itallen.

Mainz, 17. Febr. Unserer Sicherheitspolizei ist es heute Morgen gelungen, einen Fang zu machen, der Vieles aufklären wird. In einer schon seit Jahren be rüchtigten Herberge auf der hinteren Bleiche, in welcher fortwährend verdächtiges Gesindel verkehrt die Mör der des Rentners Schneider in Mosbach waren auch Stammgäste dieser Herberge wurde heute Vor⸗ mittag eine Haussuchung abgehalten und dabei eine solche Fülle von Gegenständen gefunden, daß ein Wagen dazu nothwendig war, diesesten nach dem Untersuchungs Amt zu bringen. Unter den eonfiselrten Sachen befanden sich ein großer silberner Kelch, der aller Wahrscheinlichkeit nach von elnem Kirchendtebstahl herrührt, verschtedene silberne Platten und Teller, silberne Messer, Gabeln und Löffel, außerdem etwa 25 silberne und goldene

Taschenuhren, darunter einige von bedeutendem Werthe,

die übrigen eonfiselrten Gegenstände bestanden aus Kleldungsstücken, Bettwerk, Retsetaschen e. Der In haber der Herberge ist in Untersuchung gezogen worden und wird es Sache der Polizei sein, auch die Diebe zu ermitteln.

Allerlei.

Frankfurt, 17. Febr. Gestern wurde nahe der neuen Staatsbahnbrücke die Leiche eines gut gekleideten etwa 30jährigen Mannes aufgefunden. Da am Halse Spuren von Strangulation bemerkbar waren, auch mehrere Wunden am Kopfe entdeckt wurden, so llegt der Verdacht nahe, daß ein Berbrechen stattgefunden und wird deshalb elne eingehende Untersuchung statt haben.

Hanau, 17. Febr. In dem benachbarten Dörnig heim ist gestern ein schrecklicher Unglücksfall passirt. Der Forstaufseher Stier war damit beschäftigt, seinen Stall auszumtisten; als er in vollster Arbeit war, kam sein fünfjähriges Söhnchen in den Stall gelaufen, ohne daß der Vater es bemerkte, und stürzte direet in die Zinken der Gabel, welche dem armen Kinde tief in den Leib drangen, so daß es tödtlich verletzt in die Wohnung ver⸗ bracht werden mußte.

Düfseldorf, 16. Febr. Die in der Neubrückstraße wohnende Trödlerin Wittwe Peter Schoop wurde gestern Vormittag in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Nach dem Thäter wird gefahndet.

Schnadahüpfel. Im Kalender ist Mondschein, Drum brennt ka' Latern'! Und auf Erden ist's dunkel Und am Himmel ka' Stern!

Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. Septuagesimä.

Pfarramtswoche Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach. Gottes dienst in der Stadtkirche. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Dr. Welffenbach Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abends 5½½ Uhr: Herr Candidat Schönfeld.

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Am Sonntage Sexagesimä Abendmahl in der Burgklrche. f

satholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag ¾7 Uhr: Austheilung der heil. Communton. 10 Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Chrtstenlehre und Andacht.

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