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1886. Jamstag den 20. februar.
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Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, und Freitag Abend ausgegeben.
Donnerstag und Samstag.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bei k uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Amtlicher Theil.
Oroßberzogliches Ministersum des Innern und der Justiz hat dem Ortsvorstande zu Allendorf an der Lumda die Erlaubniß ertheilt, in Verbindung mit dem im Frühjahr d. J. daselbst stattfindenden Markte eine Verloosung von Vieh und landwirthschaftlichen Gegenständen zu veranstalten. Es dürfen dabei höchstens 5000 Loose A 1 M. zur Ausgabe gelangen und muͤssen mindestens 70% des Bruttoerlöses aus den Loosen zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden. Der Vertrieb der Loose im Großherzogthum ist gestattet.
b Friedberg den 17. Februar 1886. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme auf die in der Versammlung vom 6. l. Mts. stattgehabten Verhandlungen laden wir Sie nunmehr ein, dem Gemeinderath zu eröffnen, daß für den Kreis Friedberg die Errichtung von drei Naturalverpflegungsstationen projectirt ist und sich derselbe dahin zu äußern hat, ob er im Prinzip der projectirten Kreisinstitution zustimmt oder nicht. Die in dieser Hiusicht ergehenden Beschlüsse sind bis zum 15. März l. J anher einzusenden. Dr. Braden.
Betreffend: Ueberwachung der gegen Entgelt in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Friedberg den 19. Februar 1886.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 6. Januar, Kreisblatt Nr. 4, und vom 12. Februar, Kreisblatt Nr. 20, noch nicht nachgekommen sind, wiederholt an umgehende Erledigung derselben bei Meidung von Strafe. J. V.: Dr. Wallau.
Betreffend: Maßregeln gegen das Vagantenthum, hier die Errichtung von Naturalverpflegungsstattonen.
Betreffend: Das Militärersatzzeschäft pro 1886. Friedberg den 19. Februar 1885.
Der Civilvorsitzende der Großh. Ersatz-Commission Friedberg an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Einige von Ihnen stehen noch mit Einsendung der Stammrollen im Rüͤckstande. Sind dieselben nicht bis zum 22. J. Mts. ein⸗ gelangt, so werden dieselben durch Wartboten abgeholt. Dr. Braden. Edictalladung.
Nachdem wider den im Bezirk der 49. Infanterie Brigade austzehobenen Rekruten Conrad Heinrich Wagner, geboren am 26. März 1863 zu Ober ⸗Ros bach, Kreis Friedberg, der förmliche Desertionsprozeß eröffnet worden ist, wird derselbe biermit aufgefordert sich sofort bet seinem Truppentheil zu gestellen, spätestens aber in dem auf Dienstag den 1. Juni 1886, Vormittags 9 Uhr, anberaumten Termin vor dem unterzeichneten Gericht zu erscheinen, wid rigenfalls die wider ihn ein⸗ geleitete Untersuchung geschlossen und er in eine Geldbuße von 150 bis 3000 M. verurtheilt werden wird.
Darmstadt den 16. Februar 1886. Großberzogliches Mericht der Großherzoglich Hessischen(25.) Division.
Deutsches Reich. Pest. Ein
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erbebe. Ueber noch rechtsanhängige Sachen, wie den Vor⸗
5 ministerteller Erlaß untersagt fall auf dem Frankfurter Friedhofe, müsse er jede Er- 5 8
legen welche man ohne Beweis schwere Beschuldigungen
Darmstadt. Dem Ministerialrath Muller wurde die Genehmigung zur Uebernahme der kommissarischen Funktionen des Reichsbevoll— mächtigten für Zoͤlle und Steuern zu Hannover ertheilt und demselben der Titel Geh. Ober— finanzrath verliehen, der vortragende Rath für Steuerwesen, Geh. Obersteuerrath Baur zum Ministerialrath und zum Vorsitzenden der Ab— theilung für Steuerwesen, der Obersteuerinspektor Engisch in Gießen zum vortragenden Rath im Ministerium mit dem Amtstitel Obersteuerrath und der Hauptsteueramtsassistent 1. Kl. Irle in Mainz zum Steuerkontroleur ernannt. Berlin. Dem Bundesrath ist eine seit langer Zeit allseitig gewünschte Vorlage, be— treffend die Handhabung einer schaͤrferen Con— trole im Verkehr mit Kunstbutter, zugegangen.
— 18. Febr. Der Bundes rath hat in seiner heutigen Plenarsitzung dem Gesetzentwurf über das Branntweinmonopol zugestimmt. Bei der Abstimmung haben sich die süddeutschen Staaten
derselben enthalten. Hamburg und Bremen stimmten gegen das Monopol. — 17. Febr. Reichstag. Der Antrag des Grafen
5. Moltke, betreffend die Abänderung des Militärpensions— zesetzes, wurde wegen Erkrankung des Antragstellers von der Tages ordnung abgesetzt. Abg. Hasenelever begründet „lerauf seinen Diätenantrag. Abg. v. Kardorff wendet ich gegen den Antrag und hält es für unnöthig, so er— olglose Anträge immer zu wiederholen. Abg. Meyer Halle) ist prinziplell für den Antrag, aber gegen dle zussichtslose stete Wiederholung desselben. Das Haus ritt sefort in die zweite Lesung ein und nimmt denselben mit Stimmenmehrheit debattenlos an. 18. Febr. Der Reichstag berleth in seiner heutigen Sitzung zu— vächst die Denkschrift über den kleinen Belagerungs zustand. Abg. Vlereck behauptet, der Belagerungszustand labe sich als nutzlos und überflüssig erwiesen; das Socialistengesez habe nur anarchtstische Tendenzen ge— züchtet; baß letztere nicht welter um sich gegriffen, danke nan nur der Soelaldemokratie. Abg. Frohme wendet ich gegen die Handhabung des Soelallstengesetzes durch ie Polizel. Minister v. Puttkamer lehnt jede Ver⸗ entwortung für Aus schreitungen der Polizei ab und tritt Henso energisch für die Pflichtreue der Beamten ein,
London, 17. Febr.
klärung ablehnen. Werbungen und Sammlungen zu Gunsten einer — 18. Febr. Die Reichstags Commisston ung iche, Legion* Nn zur Vorberathung der Anträge, für eine Reihe egen von 9 9 3 en von Handwerken die Forderung des Befähigungs⸗ bee 1 die 5 1 mi itärisch nachweises aufzustellen, nahm heute die Para- 0 die Besi der 2 r aufgeregt graphen 14e und 14h an. Der erstere bestimmt, dagen 157 eee 12* 1 Gua daß der vorgeschriebene Befähigungsnachweis de 224 he sich weigern, eine Loßnerdetene d auch durch das Zeugniß einer staatlich aner⸗ 3 t kannten gewerblichen Unterrichtsanstalt nach den n Bestimmungen der Landesregierung ersetzt wer— den kann. bedingung für die Zulassung zur Meisterprüfung eine dreijährige Lehrlingszeit, eine dreijährige Gesellenzeit und das zurückgelegte 24. Lebensjahr. Kiel. Auf der Heimreise befindet sich das aus den Kreuzer-Fregatten„Stein“ und„Moltke“, den Kreuzer⸗Corvetten„Adriadne“ und„Sophie“ zusammengesetzte Schulgeschwader, welches im October v. J. Wilhelmshaven verließ, um sich über Plymouth, Madeira, Porto Grande nach Barbados und den Antillen zu begeben. Nach— dem das Geschwader längere Zeit in den west— indischen Gewaͤssern gekreuzt und die deutsche Flagge in verschiedenen Häfen gezeigt hatte, steuerte dasselbe wieder nach dem Atlantic, um von dort den Cours nach der Heimath zu nehmen.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 16. Februar. Abgeordnetenhaus. Bei Berathung der Regier— ungsvorlage betreffend die Uebernahme der Prag-Duxer Eisenbahn seitens des Staates brachte Abg. Steinwender eine Reihe von Be— schuldigungen gegen den Handelsminister Baron Pino vor. Dieser wies die Behauptungen Steinwender's zurück, bezeichnete dieselben als Verdächtigungen und Verläumdungen und er— klärte, er werde seine Handlungsweise vor jedem Richter vertreten. — Die Pferde-Ausfuhr aus Bosnien und der Herzegowina nach dem Auslande ist verboten.
Daily News“ erfährt: Nach Ankunft der zur
* Paragraph 147 fordert als Vor. Verstärtung der britischen Flotte in der Suda—
Bai beorderten zwei Kriegsschiffe werden sofort die Operationen beginnen, um die griechische
Flotte kampfunfähig zu machen.
— 17. Febr. Die Socialistenführer Burns, Hyndman, Champion und Williams erschienen heute vor dem Polizeigerichtshof unter der An— schuldigung, am 8. d. auf dem Trafalgar-Square aufrührerische Reden gehalten zu haben, durch welche eine Menschenmenge zum Aufruhr und Straßenraub aufgereizt wurde. Der Staats- anwalt beantragte, die Angeschuldigten vor die Assisen zu verweisen.
Italien. Rom. Von hier wird dem „Reuter'schen Bureau“ gemeldet, daß die Mehr— heit der Rathgeber des Papstes die Zugestaͤnd— nisse, die Fürst Bismarck in dem von ihm dem Papste unterbreiteten Kirchenplaue gemacht hat, als unzureichend erachte.
Türkei. Konstantinopel, 18. Febr. Es heißt, Rußland habe nunmehr dem türkisch-bul— garischen Abkommen, ausgenommen dem mili— tärischen Arrangement, zugestimmt
Rumänien. Bukarest, 15. Febr. In der heutigen Sitzung der Friedensconferenz wurde der Artikel 2 des Friedensvertrages, betreffend die Feststellung der Grenze, angenommen.
18. Febr. Der Fuͤrst von Bulgarien erneuerte in dringendster Weise, hinsichtlich des morgigen Ablaufs der Kündigungsfrist des Waffen— stillstandes, sein Verlangen betreffs Sicherstellung gegen militärische Ueberraschungen.


