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In der Kreisstraße von Staatsstraße Altenstadt— Ilbenstadt bis zur Krelsstraße Altenstadt— Landesgrenze bei Eichen kann die Neubau- Strecke von Engelthal
Bekanntmachung.
ab bis zu letzterer Kreisstraße wegen Chaussirungs-Arbeiten bis auf Weiteres nicht benutzt werden.
Frledberg am 17. Juni 1886.
N
Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Großherzog, sowie die Prinzen Heinrich und Wilhelm werden sich zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nach München be— geben Gerüchtweise verlautet in der„Bad. Landesztg.“, daß der Commandeur der Hessischen Division, Prinz Heinrich von Hessen, zum Com- mandeur des zweiten Armeecorps(Stettin) er— nannt worden sei, an seine Stelle als Comman— deur der Gr. Hess.(25.) Division würde Graf Heseler treten.
— Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 17, enthält:
I. Bekanntmachung über die Ergebnisse der Ver— waltung der Civildiener Witwenkasse von 1883/84 und 1884/85.
J. und 111. Uebersicht der für 1886/87 genebmigten Umlagen in den Gemeinden der Kreise Mainz und Oppenheim.
V. Namens veränderungen.
V. Konkurrenz- Eröffnungen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle zu Altenstadt, Gehalt 900 M. Eine Lehrer— stelle zu Habitzheim, Gehalt 1000 M. Dem Fürsten zu Löwenstein⸗Werthelm-Rosenberg steht das Präsentatsons⸗
recht zu. Eine Lehrerstelle zu Walldorf, Gehalt 9900 M. Die 1. Lehrerstelle zu Urberach, Gehalt 100) bis 14300 M. Dem kath. Pfarrer und dem Ortsvorstand
zu Urberach steht das Präsentationsrecht zu. Eine Lehrerstelle zu Groß-Zimmern, Gehalt 1000-1500 M. Eine Lehrerstelle zu Heubach, Gehalt 900 M. Zwei Lehrerstellen zu Kostheim, Gehalt 1000-1300, bezw. 1600 M.
Darmstadt. Der Revisor 2. Kl. bei der Main⸗Neckar Eisenbahn, Schmidt, wurde bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhe— stand versetzt
— Militärdieustnachrichten. Müller, Sec-Lt. vom 3. Gr. Juf.⸗Regt. Nr. 117, wurde in das 4. Thür. Juf.⸗Regt. Nr. 72 versetzt; v. Bothmer J., Prem.⸗Lt. vom J. Gr. Inf.⸗Regt. Nr. 115, à la suite des Regiments gestellt.
Mainz, 16. Juni. Die Ernennung des neuen Bischofs von Mainz, Dr. Haffner, ist gestern bei dem Domcapitel eingelaufen; Dr. Haffner wird als Bischof den Namen Paulus Leopoldus führen.
ui gestern hier eingetroffen.
— 17. Imi. Prinz und Prinzessin Wilhelm begaben sich heute, nach dem Fr. I, zum Kur— gebrauch nach Reichenhall. Der Reichskanzler begibt sich zunächst für einige Tage nach Schön— hausen, dann gegen Ende des Monats nach Kissingen. Die Ankunft des Kaisers zu dem diesjährigen Kurgebrauche in Ems erfolgt sicherer Nachricht zufolge Samstag den 19. Juni.
— Der Reichskanzler hat dem Bundesrath eine Vorlage zugehen lassen betr. die Subvention der deutschen Ausstellung in Berlin im Jahre 1888 mit drei Million Mark. Dem Bundesrath wird anheim gegeben, Beschluß darüber zu fassen, ob diese Summe zu dem genannten Zweck zu be— willigen ist. In der Erläuterung wird bemerkt, daß sich Mittel- und Klein-Industrie energisch für die Ausstellung erklärt haben, während sich die Groß Industrie mehr ablehnend verhält.— Gibt das Reich die 3 Million, so gibt Berlin 2 Million.
— Der Kronprinz von Japan, welcher seit einigen Tagen in Wien weilt, wird am 16. d. zum Besuch der kaiserlichen Familie in Berlin eintreffen. Der japanische Thronfolger, der den Namen Juschimi führt und im 28. Lebens— jahre steht, befindet sich gegenwärtig auf einer Rundreise durch Europa und beabsichtigt sämmt— liche Höfe zu besuchen. Der Prinz, welcher in der japauischen Armee den Raug eines Obersten einnimmt, hat europässche Bildung genossen und in seiner Jugend zum Studium längere Zeit in Berlin und Paris sich aufgehalten. Der französischen Sprache ist derselbe vollkommen mächtig. Im Spätherbst wird derselbe über Amerika die Rückreise nach Japan antreten.
München, 16. Juni. Das Fr. J. meldet: Seit 8 Uhr Morgens ist die schwarzbehangene Hofcapelle, in welcher die Leiche des Königs auf hoher Estrade unter schwarzsammtenem
Fürst Bismarck ist
Baldachin aufgebahrt steht, dem Publikum ge— öffnet. Die Estrade ist mit Palmen und Blumen geschmückt, sie umgibt reichster Lichterglanz. Der König trägt die Uniform des Großmeisters des Hubertusordens, spanisches Costüm Zu seinen Füßen der Hermelinmantel und die Insignien der Königswürde. Auf seiner Brust das von der Kaiserin von Oesterreich gesandte Bouquet. Die Ehrenwache halten je zwei Generaladjutanten und Hartschiere. Der Andrang ist enorm. Dr. Gudden ist im Leichenhause des öͤstlichen Friedhofs aufgebahrt, er wird heute Nachmittag beerdigt. Das Begräbniß des Königs findet am Samstag statt. Die Beisetzung erfolgt vorerst in der Michaelskirche, da die Königs— gruft in der Theatinerkirche überfüllt ist. Der Flügel-Adjutant Graf Dürkheim-Montmartin wurde in das Militärbezirksgerichts-Gefängniß abgeliefert. Eine Nachricht des„Bayer. Kur.“, daß der Graf heute Abend auf freien Fuß gesetzt werde, dürfte sich schwerlich bestätigen. Nachdem die Wiener„Presse“ ein angebliches Gutachten des Leibarztes des Königs Ludwig, Dr. Schleiß Löwenfeld, veröffentlicht, worin be— hauptet wurde, der König sei nicht irrsinnig, und gleichzeitig mitgetheilt war, die„Allgem. Ztg.“ hätte das Gutachten nicht aufnehmen wollen, bestreitet die„Allgem. Ztg.“ auf das Entschiedenste, ein solches Gutachten erhalten zu haben. Der„Bayerische Kurier“ ist von Geheimrath Dr. Schleiß ermächtigt, zu erklären, er wisse gar nichts von einem solchen Gutachten, es liege eine grobe Mystification vor. In einer neueren Erklärung des Leibarztes des Königs, Geheimrath Dr. v. Gietl, heißt es nach dem Fr. J.: Nach den erfolgten Beobachtungen sehe ich mich zu der Erklärung gezwungen, daß ich durch Jahre bereits den Geisteszustand des Königs als getrüb tund gestört erkannte, und erklärte, die Katastrophe werde eintreten. Es war immer mein Grundsatz, nach keiner Seite hin Er— klärungen über den Geisteszustand des Königs abzugeben. Nur mit Medizinalrath Brattler, welcher sieben Jahre den Prinzen Otto ärztlich zu überwachen und zu behandeln hatte, sprach ich öfters über den Geisteszust and des Königs; wir waren beide einig, daß die Geistesstörung des Königs eine tiefe und ähnlich jener des Prinzen(nunmehrigen Königs) Otto sei. Ueber die Krankheit des verunglückten Königs, welche in dem offiziellen Bericht als„Verrücktheit“ (Paranoia) bezeichnet ist, spricht sich ferner einer der bedeutendsten lebenden Psychslogen, Dr. Hecker, in einem Vortrage folgendermaßen aus:„Der ganze Krankheitsprozeß bewegt sich lediglich auf dem Gebiete der Vorstellungs-, Verstandes— thätigkeit und äußert sich durch das Beherrscht— sein von Wahnvorstellungen, sog.„fixen Ideen“. Die Krankheitsform kommt keineswegs so häufig vor, als die Laien gewöhnlich glauben. Viele Fälle, bei denen sich scheinbar ganz isolirt stehende Wahnideen finden, lassen sich als abgelaufene Geistesstörungen erkennen, die mit Defekt geheilt sind, und bei denen der vorausgegangene Verlauf, sowie der nachweisbare Schwachsinn die Diagnose sicherstellt. Die„Verrücktheit“ bezeichnet hier nur einen Symptomencomplex. Die Krankheitsform der Verrücktheit hat kein melancholisches und kein tobsüchtiges Anfangsstadium, ebenso aber geht sie auch nicht in Blödsinn über. Wenn schon der in der Regel immer weitere Gebiete sich erobernde systematisirte Kreis von Wahnideen den Patienten schließlich für das Zusammenleben mit Gesunden völlig unbrauchbaß macht, so sind doch seine geistigen Fahigkeiten keineswegs in toto geschwächt. Ich habe beispielsweise augen— blicklicheinen„Verrückten“(mit Verfolgungswahn) in Beobachtung, der mit großem Erfolg dem Studium der slavischen Sprachen, die ihm vorher vollständig fremd waren, obliegt.“ Die bei der Section der Leiche des Königs vorgefundene chro— nische Entzündung der Gehirnhäute begründe die
Dr. Braden. ber! 1
Goh.
Abnormitäten(Verrücktheit) während des Lebens fündtg! des Königs. Die zeitweise klare Urtheilskraft aach erkläre sich durch die normale Beschaffenheit 1 des kleinen Gehirns. 5 90 dem — 16. Juni. In der heutigen Sitzung der Kun Vorstände beider Fractionen des Abzeordneten- fun 7 dl hauses wurde beschlossen, die Regentschaftsvorlage 12 0 ir an eine 28gliedrige Commission zu verweisen. 0 Na Gleichzeitig wurde über die Personen der Aus- baten f schußmitglieder eine Einigung erzielt. In der 8 Sitzung der liberalen Partei wurde beschlossen, 400 auf öffentliche Verhandlung im Pleuum zun—
dringen, wegen der großen Erregung der Be.
völkerung. Die pfälzischen Abgeordneten melden 7—
ebenfalls von einer zunehmenden Aufregung in ortoffl der Pfalz.— 17. Juni. Abgeordnetenkammer. das Ge Anwesend am Regierungstische sämmtliche Mi-. 0 nister, im Saale 156 Abgeordnete. Prä— N sident v. Ow richtete eine längere Ansprache 230
an die Kammer, worin er auf die schweren, verhängnißvollen Ereignisse der jüngsten Zeit, 3 namentlich auf den Tod des Königs hinweist. von
Dem Verstorbenen sei es vorbehalten gewesen, g begeistert und begeisternd in die Geschicke und die Geschichte des Deutschen Reiches entscheidend. einzugreifen. Gott habe durch diese Schicksals- schläge Bayern schwer getroffen, aber Volk und 1 0 Dynastie im gemeinsamen tiefsten Schmerz vereint gefunden. Hierauf verliest Minister v. Lutz die bekannte Proclamation und theilt mit, daß der Regent das Ministerium beauftragt habe, der Kammer das Material im vollsten Umfange zu 1 unterbreiten, und im Falle eines von der Kammer.
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geäußerten Wunsches thunlichst noch weiter zu vervollständigen. Der Minister empfiehlt die Berathung im Ausschuß, dessen Verhandlungen die übrigen Abgeordneten unter Diseretion bei— wohnen können, geheim zu führen. Auf Vor— 4 schlag Ruppert's wird ein Achtundzwanziger⸗ Ausschuß durch einfachen Bestätigungszuruf ge- wählt. Der Ausschuß wird sich sofort nach Schluß der Sitzung constituiren. Der Tag
der nächsten Sitzung ist noch unbestimmt. Ausland. Belgien. Brüssel. Es wird das Wieder⸗ aufleben der Strelkbewegung gemeldet. Die Zahl Lesell der Streikenden im Kohlenbecken von Charleroi ö und Mous beträgt schon an 5000. Es liegt 1 die Gefahr nahe, daß die Scenen des März l sich wiederholen. 10 f Großbritannien. London, 17. Juni. bon e Den aus Shirauagar eingegangenen Nachrichten 2 zufolge ist Oberst Lockhart und die Escorte, 10* welche jüngst von Chitral via Badakshan au- aus gebrochen war, um zu der afghauischen Grenz— 1 Ni commission zu stoßen, umzingelt und kann weder N: vorwärts noch rückwärts; es fehle an Lebens- Ei mitteln, und das an Lockhart abgesandte Geld sei demselben nicht zugegangen. 1*
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Am 17. Juni Abends hielt der Festdirigent des am 27. d. M. in Darmstadt stattfinden⸗ den Malnthalsängerfestes, Hofmusiker Reitz, Gesangs⸗ Probe mit dem hlesigen Gesangverein Liederkranz. Es bedurfte der Arbeit nicht lange, um zu konstattren, daß die Chöre gut eingeübt waren und die Gesangsleltung seinen Wünschen entsprach. Nur gutes Wetter und das
Fest wird gelingen und seinen guten Einfluß haben fur 1 8 weiteres Streben in der Vervollkommnung deutschen 1 5 Männergesanges und in der Belebung des Gemeinsinnes EI. und der daraus entspringenden echt deutschen Tugenden 0 für's Ganze, für's Vaterland! bi
es
Allerlei.
München, 16. Juni. Heute wurde Dr. Gudden beerdigt. Als Vertreter des Königs erschlenen, nach dem Fr. J., General von Prankh und Frhr. von Redwitz. Theil nahmen alle Minister, außer Rledel, sämmtllche Universitäts-Professoren in Talaren, viele Studenten in Couleur, Veteranen mit Musik. Die Königin-Mutter sandte einen prachtvollen Kranz. Von der medleinschen Fakultät sprachen Deean Rodtmund und Prof. Kerschen⸗ steiner. Die Hauptrede hielt Pfarrer und Abgeordneter Knoll. Alle Spitzen der Behörden und eine enorme Menschenmenge schlossen sich an. Dr. Bernhard v. Gudden, Direktor der oberbayerlschen Kreisirrenanstalt in München,


