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mittelten Steuerzahler der unteren Klassen durch Aufhebung der Schanksteuer, verlangte die Oppo sition eine vorherige Berathung des Budgets, was die Majorität und die Regierung ablehnten.

Nach langer lebhafter Debatte, worin der Finanz minister wiederholt eingriff, wurde das Gesetz,

im Prinzip mit großer Majorität angenommen. Neun Führer der Opposition traten hierauf aus. Die übrigen radicalen Mitglieder blieben, nahmen an der Spezialdebatte Theil und stimmten mit der Majorität für das Gesetz, welches somit an genommen erscheint.

Bulgarien. Sofia, 10. Nov. Die So branje wählte heute den Prinzen Waldemar von Dänemark, nachdem Stambulow und Stojanow die Wahl befürwortet hatten, auch wenn Rußland dieselbe nicht anerkenne. Stambulow erklärte, wenn Prinz Waldemar die Wahl ablehne, werde die Regierung demissioniren.

11. Nov. In Wien verlautet, der Voss. Ztg zufolge, Graf Kalnoky habe dem englischen Gesandten Paget die Versicherung ge geben, Oesterreich würde die russische Occupation Bulgariens als Kriegsfall betrachten. Rußland soll aber in den letzten Tagen noch versichert haben, es denke an keine Besetzung. Der LondonerStandard erfährt, Deutschland ver folge die österreich-englische Annäherung nicht nur mit der größten Befriedigung als bestes Mittel, den Fortschritt Rußlands zu hemmen, sondern es wolle Alles, was nur möglich sei, thun, um zu beweisen, daß es nicht für Ruß land Partei nehmen werde. Es sollen Schritte geschehen, um auch Italien zu bewegen, der österreichisch-englischen Annäherung beizutreten. Es wird behauptet, beim ersten unzweideutigen Schritt Rußlands gegen die bulgarische Selbst ständigkeit, werde ein englisch⸗österreichisch-ita lienisches Panzergeschwader in das schwarze Meer einlaufen. Der russische Vertreter in Wien soll dem Grafen Kalnoky mitgetheilt haben, daß Fürst Nikolaus von Mingrelien der Candidat Rußlands sei. Fürst Nikolaus Dawidowitsch Dadian von Mingrelien ist jetzt ein Maun von etwa 36 Jahren und hat sich den Ruf eines

durch Zuschlag und Entlastung der wenig be 0 ö Lebemenschen erworben. Er ist der directe Nach

unbedeutenden, leichtfertigen, aber gutmüthigen

komme des letzten von Rußland mediatisirten regierenden Fürsten von Mingrelien und würde unter anderen Umständen augenblicklich selbst re gierender Fürst sein. Vermählt ist er mit der viel älteren Tochter des früheren Hausministers Alexander II., des Grafen Adlerberg.

Aus Stadt und Land.

r. Friedberg. Die Solisten, welche dem Vorstande des Musikvereins ihre Mitwirkung bet dem Eltas-Concert (28. November) zugesagt haben, rechtfertigen in hohem Grade die Erwartung auf eine gelungene Aufführung. Zu den Namen, welche hier in bester Erinnerung sind, Frl. E. Nachtigall(Sopran), königl. Hofopernsängerin in Wiesbaden, Frl. Anna Göring(Alt), Concertsängerin in Darmstadt, Adolf Müller(Bariton), Lehrer am Raff Conservatortum in Frankfurt, wird sich derjenige des Tenoristen Krauß von Darmstadt gesellen, welcher, den Lehrerberuf demnächst verlassend, als Mitglied dem Hof theater in Wiesbaden angehören wird. Fr. Link, unsere bewährte hetmische Kraft, bürgt uns dafür, daß sich bei ihm die Begleitung des Oratoriums in den besten Hän den befinden wird.

w. Friedberg. Wenn auch etwas verspätet, so glaubt Einsender dieses doch einem vielseltigen Wunsche zu entsprechen, wenn er auf das am 7. November statt gehabte Concert bezw. die Abendunterhaltung des Dilet tanten⸗Vereins zurück zu kommen sich erlaubt. Trotzdem die Leistungen genannten Vereins schon von früher be kannt, ist das erwähnte Concert als ein ganz vorzüg liches zu nennen und kann dies als Beweis gelten, daß sich die Leitung des Vereins in guten und tüchtigen Händen besindet; die Solo-Vorträge des Dirigenten F. Reinhardt von Bad⸗Nauheim bekundeten die Meister schaft desselben auf seinem Instrumente. Das von C. Berg jun. komponirte LiedMir träumt ich ruhte wieder wurde recht schön vorgetragen, wie denn über haupt alle Coneertstücke mit richtigem Verständniß und guter Präziston ausgeführt wurden. Möge der Beifall des Publikums, der reich gezollt wurde, dem Verein ein Sporn zu neuem, freudigen Schaffen sein. Ein Tänzchen bildete den Schluß des Abends und wäre zu wünschen, daß der Verein seine Coneerte öfter wiederholte.

s. Kaichen. Die Delegirtenversammlung der Vereine des Nidderthal-Sängerbundes pro 1886/87 findet Sonntag den 14. November, Nachmittags 2 Uhr, in Kaichen statt.

r. Bad Nauheim. Dle Zahl unserer Badeärzte, welche bereits acht beträgt, hat sich wieder um einen vermehrt. Dr. Saulmann nämlich, seither in Berlin, hat sich ebenfalls hier als Badearzt niedergelassen. Dieser Tage ist der letzte frühere kurhessische Salinenbeamte, Werkmeister Storch, unter zahlreicher Begleitung der letzten Ruhestätte übergeben worden. Er war ein sehr pflichttreuer Beamter und erfreute sich

in Folge seines humanen Auftretens der besonderen Llebe selner Untergebenen.

Mainz. Einkge Ballen Tuch wurden kürzlich auf dem Mainzer Güterbahnhof gestohlen. Eine Haussuchung, die bei verschiedenen Bahnbedlensteten hier und in be nachbarten Stationen abgehalten wurde, hatte zur Folge, daß zwei Bremser verhaftet wurden, in deren Wohnung man Gegenstände vorfand, die aus vielfachen in früherer Zeit verübten Dlebstählen herrühren. Nachträglich wur den noch zwei Bremser verhaftet. Man glaubt die Bande entdeckt zu haben, die schon seit vielen Jabren die Bahn diebstähle gewerbsmäßig betrieb. Denselben wird das Handwerk jetzt wohl auf die Dauer gelegt werden.

Allerlei.

Kirdorf, 11. Nov. Heute Nachmittag wurde nach dem Hb. Krzt. der etwa 18jährige Taglöhner Georg Wehrheim aus Kirdorf, von Köppern aus, geschlossen dem Amtsgefängnisse in Homburg zugeführt. Man ver muthet in W. den Schreiber von in Kirdorf gefundenen anonymen Brandbriefen.

Homburg. Am 8. November ist der erste Schnee auf dem Feldberg gefallen, auf der Straße vom Feldberg nach Homburg etwa zwei Zoll hoch.

Rödelheim. Von hier berichtet derBockenh. Anz., daß dort am Sonntag Abend der geachtete 75jährige Chausseeaufseher Kraft von einem rohen Feldarbeiter durch zwei Messerstiche in den Kopf gefährlich verwundet wurde. Der Sohn Kraft's, welcher seinem Vater zu Hülfe kom⸗ men wollte, wurde in den Hals und in den Arm ge⸗ stochen. Der Thäter flüchtete sich in einen Oeconomlehof, wo man ihn, in einer Hundehütte versteckt, fand. Nach Ueberwälligung seines hartnäckigen Widerstandes wurde er verhaftet, aber erst gründlich durchgebläut, unseres Erachtens die einzig richtige Strafe für derartige Gesellen.

Rirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 21. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Dr. Diegel. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9½,ʒ Uhr: Herr Candidat A. Loos. Abends 5 Uhr: Herr Wissionär Thum m.

atholische Gemeinde. Samstag Nachmittag von 4 Uhr an Beicht. Sonntag Morgen 6 Uhr: Beicht; /7 Uhr: Austheilung der heil. Communion. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Christenlehre und Andacht. 7 Uhr: Jubiläums- Andacht.

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Gleßen am 11. November 1886. Im Namen der trauernden Familien: Sophie Trapp, geb. Fertsch. Die Beerdigung findet Samstag den 13. Nov., Vormittags 11 Uhr, vom Friedhof aus statt. 4245

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