Als solche Moßregeln führen wir an:
infeetlon), die Befreiung bezw. Freihaltung
Untergrundes von Verunreintgungen, welche die geeignetste Brutstätte für die Weiterentwicklung von Krankbeitskeimen abgeben, endlich die möglichste Rein⸗
haltung der Luft und des Wassers, was mit zusammenhängt.
erprobt ist, der Bevölkerung irgend welche Opfer anzusinnen. Für diejenigen Maß⸗ regeln jedoch, deren Wirksamkeit gar nicht mehr bezweifelt werden darf, wenn die⸗ selbe auch nicht in dem beschränkten Beobachtungskreise jedes Einzelnen sofort an die Erscheinung tritt, müssen und werden sie sich verpflichtet halten, das jentge Maaß correkter Durchführung zu erzwingen, welches auf die Dauer einen Erfolg verbürgt. die Isolirung der an an⸗ steckenden Krankheiten Leldenden, die sorgfältigste Aufsuchung und Zerstörung der von Kranken ausgehenden Krankheitskelme(Des⸗
In diesem Sinne sind im Berichtsjahre 3 Peltzei⸗ Reglements er⸗ lassen worden, eine die Errichtung der Privat⸗Schlachthäuser betreffende für den
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des Erdbodens und so äußerst gering sind. es wird und muß gewahrt
der des Bodens vielfach[der Bevölkerung.
ganzen Kreis und zwei für einzelne Orte von umfass haben sämmtlich eine leider nur widerwillige und unvollständige Befe Man will, um nur bet der Schlachthäuserverordnung zu bleiben, schlechterdings nicht einsehen, was doch so unendlich nohellegt, daß eine Oertlichkeit, wo regelmäßlg alle 2 bts 3 Tage auch nur ein einziges Viertelliter Blut vergossen wird, um in den Erdboden oder in den nächsten Kanal zu gelangen, um sich dort mit dem Schlamm zu mischen, mit der Zeit eine Bodenvergiftung bedingen muß, und daß der öffentliche Vorthel dagegen gewahrt werden muß, zumal die geforderten Opfer
* N enderer Bedeut lesels
Das öffentliche Gesundheitsinterssse ist aber ein ungemein hochwertiges, und
werden— hoffentlich mit Zustimmung und Unterstützung
Großherzogliches Kreis-Gesundheitsamt Friedberg. Dr. Lorenz.
Dentsches Reich.
Darmstadt. Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 10, enthält: 0
1. Bekanntmachung, die Aufbringung des Bedürfnssses der Landes ⸗Brandversicherungs Anstalt für 1885 betr.
II., Ill. und IV. Uebersicht der für 1886/87 in den israel. Rellgions gemeinden des Kr. Offenbach, in den politischen Gemeinden des Kr. Bingen und in den israel. Religionsgemeinden des Kr. Friedberg genehmigten Umlagen.
V. Ordensverleihungen.
vi. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
VII. Namens veränderungen.
VIII. Zulassung zur Kechtsanwaltschaft.
IX. Dienstnachrichten.
X. Ruhestandsversetzungen.
XI. Konkurrenzeröffnung. Erledigt ist: Die Lehrer⸗ stelle zu Ober-Moos, Geh. 900 M.
— Der Zusammentritt der zweiten Kammer ist neuerdings auf den 18. Mai festgesetzt.
Berlin, 5. Mai. Abgeordnetenhaus. Das Haus lehnte es ab, die Kirchenvorlage einer Commission zu überweisen. Für die Ueberweis— ung stimmten nur die Nationalliberalen und ein Theil der Freisinnigen. Die zweite Lesung findet demnach im Plenum statt.
— Die vom Centralverband deutscher In— dustrieller veranstaltete Enquete über unsere Währungsverhältnisse hat eine totale Niederlage der Bimetallisten ergeben.
Karlsruhe, 5. Mai. Der Erbgroßherzog hat heute zum ersten Male seit seiner schweren Erkrankung das Bett verlassen und sich einige Zeit auf der Chaiselongue aufgehalten.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der Ab— bruch der Verhandlungen zwischen Oesterreich— Ungarn und Rumänien ist wahrscheinlich, da, nach der„National-Zeitung“, die Regelung der Meistbegünstigungs- und Viehseuchenfrage auf große Schwierigkeiten stößt.
Belgien. Brüssel, 4. Mai. Der Finanz⸗ minister und Conseilspräsident Bernaert deponirte heute in der Kammer den Gesetzentwurf bezüg— lich Ratification der zwischen Belgien und dem Norddeutschen Lloyd geschlossenen Convention.— 5. Mai. Deputirten-Kammer. Der Finanz— minister gab ein ausführliches Epposé der Finanz⸗ lage, nach welchem das Deficit 700,000 Fres. nicht überschreiten werde, und erklärte, die Re— gierung beabsichtige, eine Anleihevorlage über 43 Million Francs für öffentliche Arbeiten pro 1886 einzubringen, um so zahlreichen Arbeitern Beschäftigung zu geben.
Charleroi, 5. Mai. Der Streik der Stein— brucharbeiter in der Umgegend von Felny, den man schon beendet glaubte, ist gestern von neuem ausgebrochen.
Dänemark. Kopenhagen. Das Finanz⸗ ministerium hat die hiesige Landmandsbank in den Stand gesetzt, bis zu 5 Million Kronen in Beträgen von 200 bis 8000 Kronen als Be— triebsanleihe an Ackerbauer auszuleihen. Die Verzinsung ist eine 5procentige, die Darlehens— empfänger treten als Selbstschuldner ein und müssen die Schuld bis zum October 1887 tilgen.
Rumelien. Philippopel, 4. Mai. Heute traf Fürst Alexander in Begleitung Karaveloffs auf seiner Nundreise zu Pferde hier ein. In allen bisher von ihm besuchten Orten war der Empfang des Fürsten ein äußerst enthusiastischer. Alle Versuche, feindselige Kundgebungen in Scene zu setzen, wurden von der Bevölkerung auf der Stelle unterdrückt, und brauchte die letztere in einigen Fällen sogar Gewalt, um die Oppo—
Großbritannien. London, 5. Mai. Das Unterhaus nahm ohne Abstimmung in zweiter Lesung die Bill an, durch welche die irischen Municipalwahlen ähnlich wie die englischen ein— gerichtet werden sollen. Wie die„Daily News“ erfahren, gab Chamberlain dem Cabinet zu ver— stehen, er werde bei der zweiten Lesung die Homerule-Bill unterstützen, falls die Regierung die Vertretung Irlands im Reichsparlament im Prinzipe zugestehe. Morgen findet behufs Er— örterung dieser Frage ein Cabinetsrath statt. Es verlautet, daß der Oberst-Kämmerer Lord Kenmare demissionirte.
— 5. Mai. Die Situation in Birma ver⸗ schlimmert sich für die Engländer immer mehr. Die Dakoits haben auf's Neue die Stadt Man— dalay in Brand gesteckt, 4000 Häuser, darunter die chinesischen und siamesischen Bazars sind ein Raub der Flammen geworden. Falls die Ver— stärkungen der englischen Truppen nicht recht— zeitig eintreffen, wird eine Katastrophe befürchtet, da die Truppen den vermehrten Rebellenhaufen kaum gewachsen sein durften.
Griechenland. Athen, 6. Mai. Die Vertreter der fünf Großmächte überreichten Delyannis eine Note, in welcher weitere Er— klärungen gefordert werden. Delyannis berief sofort den Ministerrath zusammen—
Rußland. Petersburg, 4. Mai. Es geht hier das Gerücht, daß der Zar in einigen Tagen nach Petersburg zurückkehren, also seinen Aufent— valt in Livadia bedeutend abkürzen würde. Die Motive dieser unerwartet schnellen Rückkehr des Zaren sind unbekannt. Zunächst soll der Zar nach Moskau gehen.
Egypten. Kairo. Der Khedive empfing aus Korosko ein Telegramm, wonach der Stell⸗ vertreter des Mahdi in Berber sämmtliche von Khartum kommenden Mannschaften eiligst nach Dongola dirigire und selbst mit den letzten Truppen dorthin abgehen werde.
— 6. Mai. Die Aufständischen besetzten Akasheh und zerstörten auf einer Strecke von einer Meile die Eisenbahn zwischen Akasheh und Ambigol.
Amerika. Chicago, 5. Mai. Die Strei— kenden griffen gestern Nachmittag die Polizei mit Steinwürfen und Gewehrschüssen an; ein Polizeibeamter wurde getödtet, ein anderer tödt— lich verwundet. Mehrere der Ruhestörer wur— den niedergeschossen, verschiedene andere ver— haftet. Das Arsenal wird von der Miliz be— wacht, um einem Angriff der Ruhestörer zu be— gegnen. Gestern Abend kam es hier zu einem weiteren erbitterten Kampfe der Polizei mit den Socialisten. Letztere waren versammelt in der Stärke von etwa 15,000 Mann. Nach Mil— waukee sind Verstärkungen der Polizeimann— schaften abgegangen. Auch heute fanden hier Nuhestörungen statt. Eine Menge von 8000 Per— sonen griff Mittags mehrere Läden an und plünderte dieselben. Die Polizei zerstreute die Unruhestifter. 25 im Büreau der„Arbeiter— zeitung“ beschaftigte Buchdrucker wurden unter der Anschuldigung böswilliger Beschädigung ver— haftet, auch wurden zwei hervorragende Anar— chisten verhaftet. Die Polizei fand in den Büreaus der„Arbeiterzeitung“ und an anderen von Anarchisten besuchten Orten gegen 40 Dy— namitbomben. Die am 4. Mai unter die Po— lizei geworfenen Dynamitbomben soll ein Führer der Anarchisten Namens Michael Schwab ge— worfen haben. Nachmittags wurde die Polizei
sition zum Schweigen zu bringen.
abermals von einer größeren Menge angegriffen;
dieselbe schoß mit Revolvern und trieb die Meuterer dadurch auseinander. Es geht das Gerücht von der Existenz eines Complots zur Anzündung der Holzlagerplätze.— In Mil— waukee kam es wiederum zu einem Zusammen⸗ stoß der bewaffneten Macht mit den Socialisten, wobei die Miliz und die Polizei schossen; mehrere Socialisten wurden verwundet und getödtet. Die Menge, worunter viele Polen waren, griff eine Brauerei an und plünderte dieselbe. Schließ— lich gelang es der Polizei, die Meuterer zu zerstreuen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Die diesjährigen Manöver der Groß herzoglich Hessischen(25.) Division werden in den Kreisen Friedberg und Büdingen abgehalten werden.
Friedberg. Binnen wenigen Tagen wird der Goldregen(Cytisus laburuum) seine gelben Blüthen⸗ trauben entfalten und dürfte es daher am Plaz sein, auf diesen Baum, der ein ungemein scharfes, tödtliches Gift enthält, aufmerksam zu machen. Nach Ch. Cornevin, welcher vor Kurzem der Pariser Akademie eingehende Untersuchungen über die Wirksamkeit des Goldregen⸗ giftes unterbreitete, ist dasselbe in allen Theilen der Pflanze enthalten, doch sind die Rinde, besonders die der Wurzel, die Blüthen und Samen am ziftigsten. Aus den Blättern und Hülsen verschwindet das Gift mit der Zeit, um sich mit der Entwickelung der Samen in diesen anzubäufen. Im Mai enthalten die Blätter 6mal mehr von dem Gift als im Juli und 10mal mehr als im October. Dle junge gruͤne Hülse ist äußerst giftig, in Herbst aber, wo sie schwarz und hart wird, enthält sie nur noch Spuren des Giftstoffes. Durch Austrocknung eines Pflanzentheiles wird seine Giftigkeit nicht vermindert. Der Mensch und alle Hausthlere sind gegen die Wirkung dieses Stoffes äußerst empfindlich. Das Gift wirft sich auf das Centralnervensystem. Der Tod tritt ein durch Stillstand der Athmung und des Herzens. Die Aufgabe des Arztes bei Vergiftungsfällen ist, das Erbrechen und die Thätigkeit der Nieren zu befördern.
Alsfeld, 3. Mai. Der Großherzog, der sich schon zweimal vergeblich hierher zur Auerhahnbalz begeben hatte, schoß gestern früh im Grebenauer Wald ein Prachk⸗ (xemplar von einem Auerhahn.
Darmstadt. Für die Dampfstraßenbahn Darm⸗ stadt-Eberstadt und Darmstadt-Grieshelm ist die Con⸗ cesston erthellt worden. Das Consortium besteht aus der Bank für Handel und Industrie und Hermann Bachstein in Berlin.
Allerlei.
München. Cabinetsseeretär Schneider befindet sich eben hier zu Conferenzen mit dem Ministerium. Man hofft, daß die Schwierigkeiten auf dem Privatweg zu heben seien, da die Schulden nur 13½ Million be⸗ tragen, wovon die 7½ Million Bankschulden planmäßig verzinst und getilgt werden, 6 Million wären noch abzu⸗ zahlen, was der Cabinetskasse ohne Anleihe durch raten⸗ weise Zahlung der Gläubiger möglich ist. Die Kronrente beträgt 4½ Millton.
Berlin. Der Unterrichtsmintster beabsichtigt, an allen preußischen Universitäten zahnärztliche Instltute, ähnlich wie in Berlin, einzurichten. Nächstens soll ein solches in Breslau in's Leben treten.
Portsmouth, 4. Mal. Als das neue Panzerschiff „Collingwood“ heute zum ersten Mal den Hafen verließ, um seine Kanonen und Maschinen zu erproben, sprengte ein Hinterladergeschütz von 43 Tons den Thurm, worauf sich dasselbe befand, in die Luft. Der Schaden ist be⸗ deutend, jedoch Niemand verlegt.
Handel und Verkehr.
Bußbach, 5. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90— 0.95, Käse per Pfd. 45— 46 Pf., Eier 1 Stück 5 Pf.
Frankfurt, 5. Mal. Der Centner Spargzel kostet 50 M, das Pfd. 50—70 Pf., franz. Bohnen das Pfd. M. 1.20, franz. Kopfsalat das Stück 12 Pf., Blumen⸗ kohl 100 Stück 30—40 M., im Stuck 30— 70 Pf.“ Zwiebeln der Centner M. 5.—6.50, das Gescheid 30 Pf., Kartoffeln das Malter M. 4.—6., das Gescheid 8 10 Pf., Maltheser 50 Kilo M. 15. Spinat die Portion 30—80 Pf., Orangen das Hundert M. 6., Blutorangen M. 12.—15. das Hundert, Radieschen der Pack 8—5 Pf., Meerrettig das Hundert M. 12.— 15., das Stück 20 Pf., Lattig 30 Pf.— Eler das Hundert deutsche M. 4.50—5., ital. M. 6.50.— Fleischpreise: Ochsenflelsch das/ Kilo 65 Pf., Kuh- und Rindfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 55 Pf., Hammel⸗
ng. lgung gefunden.


