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sichern, sei unmöglich, so lange dle öffentliche Meinung dort ungestüm die Rückgabe zweier Provinzen fordere. die wir fest entschlossen sind, niemals berauszugeben, (Beifall.) Das Bündniß mit Oesterreich sei wertholl, aber ein Großstaat müsse sich auf die eigene Kraft ver lassen. Die Vorlage betrifft nicht nur die Friedens-, sondern auch die Kriegspräsenz, da durch die neuen Cadres die Kriegsstärke erhöht werde. Dle finanzielle Frage sei wohl erwogen; mit Rücksicht auf die Spar; samkeit sei nur die Infanterte vermehrt. Die Vorlage fordere nicht nur das militärisch Nothwendigste, sondern auch das finanziell Erreichbare, aber wo es sich um so schwerwiegende Fragen für die Wehrkraft und die Ver theidigung des Landes handle, müsse die Finanzfrage zurücktreten. Die Forderung werde erhoben zur Fort erhaltung des mühsam behaupteten Friedens. Lehnen wir die Vorlage ab, so involvirt dies die Verantwortung für das Elend einer feindlichen Invasion. Wir haben die Einheit Deutschlands schwer genug erreicht; lassen Sie uns dieselbe erhalten und auch in dieser Frage be weisen, daß wir einig sind. Die ganze Welt weiß, daß wir keine Eroberung beabsichtigen, möge sie aber auch wissen, daß wir das, was wir haben, behalten wollen, und dazu entschlossen und gewappnet sind.(Stürmischer Beifall.) Der Reichstag überwies schließlich die Armee Vorlage an eine Commission von 28 Mitgliedern. Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 4. Die bulgarische Deputation ist noch nicht ein getroffen. Es verlautet nach dem Fr. J. sie sei in Sofia zurückgehalten worden, weil man ver hüten wollte, daß sie während des Tages der Delegationen eintreffe. Die officiellen Kreise sind kühl und reservirt. 5

4. Dez. Das Unterhaus verwarf mit 103 gegen 30 Stimmen den Börsensteuer-Gesetz entwurf Istoczy's und lehnte desgleichen ab, auf Antrag Apponyi's zu beschließen, die Re gierung anzuweisen, bezüglich der gleichzeitigen Einführung der Börsensteuer in den beiden Staaten der Monarchie mit der österreichischen Regierung Verhandlungen einzuleiten. Hingegen acceptirte das Haus den Ausschußantrag, wo nach die Börsensteuer prinzipiell als gerecht fertigt, deren Einführung aber gegenwärtig als unzeitgemäß erachtet und die Regierung daher angewiesen wird, die Frage im Auge zu be halten und seiner Zeit eine entsprechende Vor lage zu machen.

Frankreich. Paris, 4. Dez. Deputirten kammer. Freyeinet theilt mit, daß das Cabinet demissionirt habe. Er sei der Ansicht, daß die Minister deshalb an der Budgetberathung nicht Theil nehmen könnten, weil ihnen die aus reichende Autorität fehle. Ee beantrage Ver tagung, worauf sich die Kammer bis Montag vertagt. Die Demission erfolgte, weil die Kammer die beantragten Unter-Präfektenstellen strich.

Großbritannien. London. DemOb server zufolge hätte die englische Regierung der französischen eröffnet, daß sie zur Zeit nicht in der Lage sei, über einen Termin für die Räum ung Egyptens in Erörterungen einzutreten und daß sie jeden Vorschlag bezuglich einer Neutra lisirung des Suezceanals ablehnen müsse, welcher die Verbindung Englands mit Indien über Suez in irgend einer Weise zu stören geeignet sei.

Italien. Rom. Der Kriegsminister läßt die au der französischen Grenze belegenen kleinen Festungen mit Kriegsbedarf, Mundvorrath und Geschützen versehen und hat mehrere Generäle, wie die in Cuneo erscheinendeSentinella meldet, beauftragt, sich von dem Vertheidigungszustande derselben zu überzeugen.

Dez

Türkei. Constantinopel, 4. Dez. Die Pforte richtete eine Cireularnote an die Mächte, in welcher die Nothwendigkeit hervorgehoben wird, die Situation in Bulgarien zu regeln und eine Verständigung der Mächte darüber zu er zielen. Gleichzeitig wird die Candidatur des Fürsten von Mingrelien empfohlen.

Rußland. Petersburg. Der Fürst von Mingrelien erklärte nach dem Fr. J. Privaten gegenüber, keine Sympathie für den Bulgaren thron zu empfinden; wenn er angenommen habe, so sei dies nur auf Befehl des Zaren geschehen.

DieKreuzzeitung publicirt eine Zu schrift aus Wien, derzufolge Reisende, die aus Südrußland kommen, versichern, daselbst wären große militärische Rüstungen bemerkt worden.

Aus Stadt und Land.

S. Friedberg. Im Jahre 1887 haben nachfolgende Personen als Schöffen an den beigesetzten Sitzungstagen des Schöffengerichts zu Friedberg zu fungiren: Am 4., 11. und 25. Januar: Friedrich Reitz, Landwirth in Wölfersheim, und Karl Leonhard, Essigfabrikant in Fried berg; am 1., 8. und 15. Februar: Heinrich Best, Land wirth in Bruchenbrücken, und Karl Friedrich Neisel, Großh. Bürgermeister in Fauerbach; am 1, 15. und 29. März: Gustav Wilhelm Schmid, Gastwirth in Reichelsheim, und August Stein, Großh. Bürgermeister in Beienbeim; am 5., 19. und 26. April: Georg Karl Hensel, Land wirth in Södel, und Ernst Kleberger, Landwerth in Mel bach; am 10., 17. und 24. Mai: Heinrich Moscherosch, Großh. Bürgermeister in Burg-Gräfenrode, und Johann Heinrich Wagner, Großh. Bürgermetister in Bruchen brücken; am 7., 14. und 28. Juni: Ludwig Groß, Kauf mann in Friedberg, und Simon Odenwäller J., Gemeinde Einnehmer in Ober⸗Wöllstadt; am 5., 19. und 26. Juli: Heinrich Kaspar Stoffel, Gemeinde Einnehmer in Ober Florstadt, und Georg Windisch, Bäcker in Friedberg; am 9., 16. und 30. August: Johann Koob, Kappen macher in Friedberg, und Johann Christoph Trumfheller, Bäcker daselbst; am 6., 20. und 27. September: Wilhelm Karl Schaubach, Landwirth in Nieder-Florstadt, und Andreas Grix, Gastwirth in Ilbenstadt; am 11., 18. und 25. Oetober: Christoph Wißmer II., Landwirth in Kaichen, und Philipp Künstler II., Landwirth in Södel; am 8., 15. und 29. November: Peter Balser, Schmied in Nieder Wöllstadt, und Heinrich Urias Hilger, Landwirth in Weckesheim; am 6., 13. und 20. Dezember: Martin Ewald, Rentner in Ockstadt, und Moritz Pappen heimer, Kaufmann in Friedberg. Zu Hllfsschöffen wurden bestimmt: Georg Hanau, Hofuhrmacher, Johannes Bieler, Hofglaser, Philipp Windecker, Metzger, Christoph Blum, Metzger, Ludwig Weis, Buchbinder, Joh. Heinrich Flaschenträger, Kaufmann, Adolph Mayer, Hofuhrmacher, Jacob Herrmann, Samenhändler, Wilhelm Kreuter III., Hofmetzger, Friedrich Reuß, Beigeordneter, sämmtlich von Friedberg

Bad⸗Nauheim. Für das nächste Jahr haben als Hauptschöffen zu fungiren: Johannes Born III., Adam Burk IV. und Peter König XII. von Ober Mörlen; Georg Hock und Johannes Jörg von Dorheim; Christoph Hof mann, Wilhelm Philippi und Johannes Thönges IV. von Steinfurth; Kaspar Dietz III. und Heinrich Brau burger von Nieder-Mörlen; Karl Fleischhauer und Georg Jörg von Schwalheim. Als Hülfsschöffen wurden er nannt: Christoph Grünewald III., Johannes Fisch J., Christoph Grünewald II., Georg Hartmann und Phtlipp Gries II., sämmtlich von Bad-Nauheim.

Lengfeld, 3. Dez. Hier hat sich gestern Abend eine schreckliche Tragödie abgespielt. Der aus Spach brücken gebürtige, kaum 20 Jahre alte und in Lengfeld angestellte Schulvikar Schröder hatte ein Liebesverhältniß mit der Tochter des wohlhabenden Oeeonomen Walther zu Lengfeld angeknüpft, welches jedoch von den Eltern des jungen Mädchens nicht gebilligt wurde. Als das Mädchen gestern Abend mit ihrer Mutter aus Darmstadt zurückkehrte, erwartete Schröder dasselbe auf dem hlesigen Bahnhof und streckte es durch einen Revolverschuß todt nieder, worauf er sich selbst in den Hals schoß. Der junge Mann befindet sich jedoch noch am Leben und sollen seine Verletzungen nicht lebensgefährlich sein.

N

Allerlei. ee Bergen, 2. Dez. Am verflossenen Dienstag stleß der Oeconom Stil, als er auf seinem nächst der Grenze von Vilbel gelegenen Acker eln Loch graben wollte, um einen Baum daselbst anzupflanzen, in geringer Tlefe auf die fast gänzlich verweste Leiche eines Mannes. Der Vorfall erregt hler großes Aufsehen.

Wien. Von hier wird schon wieder ein gräßlicher Raubmord gemeldet. Das Opfer ist die 39jährige in Hernals wohnhaft gewesene Kohlenhändlerln Rosalle Mildner, deren Lelche man am Mittwoch Morgen mit furchtbar zerschmettertem Schädel am Dreschefelde bei Hernals fand. Als der muthmaßliche Thäter wird der 24jährige Kohlenarbeiter Joseph Palletz verfolgt, der seit der That flüchtig ist.

Brüssel, 3. Dez. Es hatte sich hier das Gerücht verbreitet, einer der Postdiebe sei in London verhaftet worden, aber weder der Londoner Polizeivorstand weiß davon etwas, noch sind Nachrichten an die hiesige Be⸗ hörde gelangt. Es liegt vielmehr die Vermuthung nahe, daß die Diebe in Amsterdam ein nach New Vork gehendes Schiff bestiegen haben.

Handel und Verkehr. 1 Friedberg, 4. Dez. Buttermarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00 1.10, Eier 1 Stück 8-9 Pf. Gießen, 4. Dez. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfd. M. 1.10- 1.15, Eier 2 St. 13 16 Pf., Kaͤse per St. 47 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.65, Hühner per St. M. 0.80 1.00, Hahnen per St. M. 6.50 bis 1.00, Enten per Stück M. 1.00 1.40, Gänse per Pfd. 4456 Pf., Ochsenfleisch per Pfv. 6264 Pf., Kuh⸗ und Rind fleisch 54 56 Pf., Schweinefleisch 56 bis 60 Pf., Hammelfleisch 5066 Pf., Kalbfleisch 46

bis 50 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.505.00., Zwiebeln per Ctr. M. 3.50 4.50. Frankfurt, 4. Dez. Wochenmarkt Butter

Großen 96- 100 M., im Detall M. 1.20140., Kar⸗ toffeln M. 55.50 das Malter, das Gescheld 10 Pf., Eler das Stück 710 Pf., das Hundert M. 5.508., Zwiebeln 50 Kg. M. 45., das Gescheid 1820 Pf, Meerrettig 20 25 Pf., Romainsalat 2030 Pf., franz. Kopfsalat 12 16 Pf., Kohlrabi 3 Pf., Gelberüben der Pack 10 Pf., Sellerte 20 Pf., Rosenkohl 3060 Pf., Weißkraut 12 20 Pf., Rothkraut 20 25 Pf., Wirsing 1012 Pf., Kastanten 12 14 Pf. das Pfd., Maronen

1518 Pf., Citronen 100 St. M. 7., Orangen 100 St.

M. 15., Huhn M. 1 1.50, Hahn M. 11.80, Ente M. 3., Gans das Pfd. 50 70 Pf, Taube 40 70 Pf., Feldhuhn M. 1 1.50, Reh 7080 Pf., Haase M. 3.50,

Poularde M. 3. Heu 70 Wagen angefahren, 100 Ko.

M. 6 7.20, Stroh M. 4.80 5.60.

Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Schauspielhaus. Dienstag den 7.: Brigitta. Mittwoch den 8.: Fledermaus. Anfang 7 Uhr. Große Preise. Donnerstag den 9.: Geschlossen. ö Freitag den 10.: Fatintitza. Große Preise. Samstag den 11.: Neu einstudirt: Der Hüttenbesitzer.

Große Preise. Große Preise.

Sonntag den 12.: Die Journalisten.

Opernhaus. Dienstag den 7.: Trompeter von Säkkingen. Große Preise.

Mittwoch den 8.: Vorstellung bei ermäßigten Preisen.

Nachm. Uhr. Prinzessin Irmia. Außer Abonnement. Donnerstag den 9.: Lohengrin. 5 Freitag den 10.: Geschlossen. Samstag den 11.: Der Maskenball.. Sonntag den 12.: Erste Vorstellung im Weber-Cyelus,

Euryanthe. 1 Bitte. 1

Zur Christbescheerung für die hiesige

Kleinkinderschule wird um gütige Beisteuer Zum Empfang erklärt sich jede der Unterzeichneten 9

an Geld und sonstigen Gaben gebeten.

gern bereit. Käthchen Baur. Adele Braden. Johannette Klipstein. Hilda Dieffenbach. Christiane Schmidt. Christiane Werner.

Minna Diegel.

Faselochsen-Versteigerung.

Freitag den 10. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Dorn-Assenheim zwei der Ge⸗ meinde gehörende Faselochsen meistbietend versteigert werden.

Dorn⸗Assenheim den 6. Dezember 1888.

Großherzogliche Bürgermeisteret Dorn Assenhelm 4583 Rack.

In der Privatklagesache der Katharina Mörschel, Ehefrau des Gottfried Mörschel von Ilbenstadt, Privatklägerin, gegen den Karl August Reinschütz von Ilbenstadt, An geklagten, wegen Beleldigung, hat das Großherzogliche Schöffen gericht zu Friedberg am 23. November 1886 für Recht erkannt: Der Angeklagte, Karl August Reinschütz von Ilbenstadt, 74 Jahre alt, Wittwer, katholisch, Schuh macher, wird wegen Beleidigung in eine Haftstrafe von

6 Wochen, sowie in die Kosten des Verfahrens und in;

die der Privatklägerin erwachsenen nothwendigen Aus lagen verurtheilt. Zugleich wird der Beleidigten die Befugniß zuerkannt den Urtheilstenor innerhalb 14 Tagen,

Kosten des Angeklagten im Oberhessischen Anzeiger öffent lich bekannt zu machen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreck barkeit des Urtheils bescheinigt.

Friedberg den 1. Dezember 1886.

Weber, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. Für die Richtigkeit der Abschrift: Win dee e

Rechtsanwalt.

4562 Ein Kapital von 3000 M. und ein solches von 5000 M. sind gegen eine Hypothek

zu Prozent auszulethen durch 4503 Verwalter Stahl zu Kloppenheim.

4561 von der Rechtskraft des Urtheils an gerechnet, einmal auf,

Am 11 Dezember er., Vormittags 11 Uhr, wird in der Klosterkaserne ein noch brauchbares Karren: fahrzeug gegen Baarzahlung versteigert. 5 Landwehr⸗Bezirks⸗Commando Friedberg.

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Ziehung 7., 8. und 9. Dezember. Haupttreffer* M. 60,000. Loose à M. 5., halbe à M. 2.50, viertel a M. 1.25 sind noch zu haben bei 0 4575

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