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Heinrich Raab aus Juhaiden soll auf Kosten der Kreiskasse Friedberg bei einem

Reflectanten wollen sich unter Mittheilung ihrer

Bekanntmachung.

Landwirth in Kost und Pflege vergeben werden.

Ansprüche bei unterzeichneter Stelle melden, und wird bemerkt, daß Rubrikat zu allen leichteren

landwirthschaftlichen Arbeiten Verwendung finden kann.

Friedberg den 3. Mal 1886.

Donnerstag den

Jungvieh auf dem Selzerbrunnen stattfinden. Selbstgezogene Thiere, zulässig und müssen spaͤtestens Morgens 8 ½ Uhr aufgestellt sein.

Kloppenheim den 5. Mai 1886.

13. d. Mts. soll seitens des landw. Bezirksvereins Friedberg

Einladung.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. J. V.: Dr. Wallau.

in der landw. Section Vilbel eine Prämiirung von sowohl Rinder wie Farren, von ½ bis Jahre alt, sind zur Prämflrüng Zu recht zahlreicher Betheiligung wird hiermit höflichst eingeladen.

Stahl.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Die zweite Kammer tritt am 11. Mai wieder zusammen.

Mainz. Die feierliche Consecration und Inthronisation des neu gewählten Bischofs Dr. Haffner wird voraussichtlich, wenn sich sonst keine weiteren Hindernisse ergeben, am 29. Juni, am Tage Peter und Paul, statt⸗ finden. Die Einweihung eines Bischofs kann nur an dem Gedaͤchtnißtage eines Apostels oder an einem Sonntage staktfinden. Daß dieser Tag nicht allein in Mainz, sondern in der ganzen Diöcese in festlicher und großartiger Weise begangen werden wird, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung.

Dem Reichstag ging ein Gesetzentwurf, betreffend das Verbot der Zulassung von jugend⸗ lichen Personen in Bleifarben- und Bleizucker⸗ fabriken zu.

Die zwischen Deutschland und England getroffene Vereinbarung über den Besitz in der Südsee besteht aus einer Erklärung, betreffend die Abgrenzung der deutschen und englischen Machtsphäre im westlichen Stillen Ocean, und einer Erklärung, betr. die gegenseitige Handels⸗ und Verkehrsfreiheit in den deutschen und eng lischen Besitzungen und den Schutzgebieten im westlichen Stillen Ocean. Das Actenstück ist am 10. April in Berlin vom Grafen Herbert Bismarck und dem englischen Botschafter Malet unterzeichnet.

4. Mai. Im Abgeordnetenhause begann die erste Lesung der Kirchenvorlage. Professor Gneist(nat. ⸗lib.) spricht sich gegen die Vorlage aus. Windthorst erklärt Namens seiner Fraction, sie würden die Vorlage einfach annehmen, wie sie aus dem Herrenhaus gekommen und sich aller Anträge und Aenderungen enthalten. Namens der Conservativen erklärt v. Rauchhaupt, sie würden geschlossen für die Vorlage und gegen die Ueberweisung an die Commission stimmen. Prof. Dr. v. Cuny erklärt Namens der National liberalen, sie würden geschlossen gegen die Vor lage stimmen. Reichskanzler Fürst v. Bismarck erwiedert: Die letzte Note Jacobini's enthalte zwar nicht die erwartete Erklärung, aber ge⸗ wissermaßen eine Abschlagszahlung auf die frühere Zusage betreffs der Anzeigepflicht. Die Curie habe mit ihrem jetzigen Entgegenkommen wohl auf eine möglichste Einstimmigkeit des Hauses hinwirken wollen. Sie habe damit jedenfalls das Vertrauen ausgesprochen, welches auch er (Bismarck) zum jetzigen Papste im vollsten Umfange habe. Daß die Vorlage irgendwie die Position der Regierung erschüttere oder von den Rechten des Staates etwas vergebe, könne er nicht zugeben.

Freiburg. Von guter Seite wird dem Pfälz. Kur. mitgetheilt, daß die badische Re gierung mit dem Coadjutor Dr. Stumpf in Straßburg in Unterhandlung stehe behufs Ueber

der Besetzung der Behörden im Nationalrath. Ein Conservativer und ein Liberaler wurden gewählt. Das neue Impfgesetz, welches den Impfzwantz anordnet, wurde mit 28,606 gegen 26,215 Stimmen abgelehnt. Im Canton Neuen burg wurden gestern 80 Freisinnige und 24 Con servative in den Großen Rath gewählt.

Frankreich. Paris, 3. Mai. An der gestrigen Deputirtenwahl an Stelle Rochefort's nahmen von 567,000 Wahlberechtigten 268,000 Theil, gewahlt wurde Gaulier(radical) mit 145,000 Stimmen. Der anarchistische Candidat Koche erhielt hunderttausend Stimmen.

Großbritannien. London, 1. Mai.

Die deutsche Kronprinzessin ist hierselbst ein getroffen, bei der Ankunft vom Prinzen von Wales empfangen worden und nach Windsor weitergereist. Türkei. Konstantinopel. Madjld Pascha und Abro-⸗Effendi sind von der Pforte zu Comissarien fuͤr die Revision des ostrumelischen Statuts bestimmt worden.

Rußland. Petersburg, 2. Mai. Groß⸗ fürst Nikolaus der Aeltere ist gestern nach dem Gebiet der Donkosaken abgereist.

Jalta, 2. Mai. Angelescu ist heute wieder abgereist. Er selbst und sein Gefolge wurden decorirt.

Griechenland. Athen, 3. Mai. Griechen land erließ heute die Ordre bezüglich der Ab

rüstung.

Aus Stadt und Land.

U Darmstadt. Der am 1. Mai dahler abge haltene Commers früherer Corpsstudenten hat den glän⸗ zendsten Verlauf genommen. Es hatten sich dazu weit über 200 Theilnehmer aus den 3 Provinzen des Groß herzogthums eingefunden, vom ergrauten Staatswürden⸗ träger bis herunter zu jugendlichen Füͤchsen. Auch die Prinzen Heinrich und Wilhelm, sowie Fürst Bsenburg⸗ Büdingen beehrten das Fest mit ihrer Gegenwart. Das Präsidium führte Geheimerath Küchler von Mainz, welcher den Commers mit einem Salamander auf Kasser und Großherzog eröffnete. Oberlandesgerichtsrath». Rieou von Darmstadt lies einen Salamander auf die alten Herren, Oberamtsrichter Bauer von Bad⸗Nauheim einen solchen auf die Aetiven reiben, stud. Kullmann, Senior der Hassia, des dermalen präsidtrenden Corps zu Gießen, erwiederte dankend. Der Landesvater an den 6 Tafeln ging recht flott. Die Stimmung war eine durchaus animirte; die Theilnehmer waren alle in Farben er⸗ schienen. Der Saal war auf das Prachtvollste mit studentischen Emblemen, Fahnen und Wappen geschmückt. Der Damenkranz rings um die Galerien war nicht der schlechteste Schmuck. Erst lange nach Tagesgrauen ver⸗ ließen die letzten Gäste das Festlokal. Ein nicht minder gemüthlicher Früschoppen im Darmstädter Hof schloß am zweiten Tag das schöne Fest.

Allerlei.

Brin dist, 2. Mai. Von gestern Mittag bis heute Mittag sind hier an der Cholera 3 Personen erkrankt, keine gestorben, in Ostuni 3 Personen erkrankt, 2 ge⸗ storben, in Latiano 5 Personen erkrankt, 3 gestorben, in Torre Santa Susanna 2 Personen erkrankt, keine gestorben.

Handel und Verkehr. Friedberg, 4. Mal. Fruchtbericht. Waizen M. 17.50,

nahme des Freiburger Erzstuhles. Stumpf ist bekannt durch die strenge Disciplin, die er über den Klerus führt, dem er die politische Agitation sozusagen gänzlich verboten hat. Er ist ein Oberelsässer. Ausland.

Schweiz. Bern, 3. Mai. Die gestrige Volksabstimmung des Cantons Solothurn ergab mit großer Mehrheit die Bestätigung der ge⸗ wählten liberalen Regierung und der Wahl der liberalen Vertreter im Ständerath und National- rath. Die Volksabstimmung des Cantons Bern bestätigte ebenfalls die liberale Mehrheit bei

bis 17.75, Korn M. 14.50 14.75, Gerste M. 1314., Hafer M. 1313.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund. ö Friedberg, 5. Mai. Buttermarkt. Butter kosteie per Pfd. M. 0.90 1.00, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf. Gießen, 4. Mal. Auf dem heutigen Markt kostete Butter per Pfund M. 1.05, Eier 2 Stück 9 Pf, Käse per St. 48 Pf., Tauben per Paar M. 0.50 0.80, Hühner per Stück M. 0.90 1.20, Hahnen per Stück M. 1.20 1.70, Enten per Stück M. 1.60 2.00, Ochsen⸗ fleisch per Pfund 6264 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 5256 Pf., Schweinefleisch 54 60 Pf., Hammelfleisch 5066 Pf., Kalbfleisch 4048 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 3.50 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 7.508. Grünberg, 1. Mal Fruchtpreise. Weizen M. 17.50, Korn M. 14.00, Gerste M. 12.30, Hafer M. 13.10,

Homburg, 4. Mal. Marktpreise. Kartoffeln per Malter M. 4.505, per Gescheid 9 10 Pf., Eler per Stück 56 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20.

Frankfurt, 3. Mal. Fruchtmarkt. Hlesiges Welzen⸗ mehl Nr. 0 M. 31.5033.50, Nr. 1 M. 27 28.50, Nr. 2 M. 25 26.50, Nr. 3 M. 23.00 24.50, Nr. 4 M. 17.00 18.00, Nr. 5 M. 15 16.50, Milchbrod⸗ und Brodmehl im Verband M. 4953, norddeutsches und westfälisches Wetzenmehl Nr. 00 M. 2324, Roggen⸗ mehl Nr. 0(hies.) M. 23.50 24.50, Nr. 0/1 M. 21.50 bis 22.50, do. Nr. 1 M. 19.50 20.50, Nr. 2 M. 17, Weizen ab unserer Umgegend M. 17.75, frei Bahnhof hier M. 18 18.25, do. fremder je nach Qual. M. 17.50 bis 20.50, Roggen, hiesiger M. 15.00, Königsberger M. 14.25 14.50, Nieolajeff M. 14 14.25, Vulgarischer M. 14.25, Gerste, Brauerwaare M. 15.50 18, do. zu Mahlzwecken M. 11.50, Hafer stark beretznet mit Geruch M. 12.50, do. mittel M. 13.50 14, do. prima M. 14.50 bis 15.50, Raps M. 23 23.50, Mals, bunter(mixed) M. 11.50 11.75, Wicken M. 14 50-15, Noggenklele M. 4.50 4.75, Welzenkleie M. 4.40 per Ctr.(bei Ab⸗ nahme von 200 Ctr. an.) Rüböl im Detail M. 52. Frankfurt, 3. Mal. Viehmarkt. Angetrieben waren: 360 Ochsen, 11 Bullen, 393 Kühe, Stiere und Rinder, 270 Kälber, 193 Hämmel und 113 Schweine. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 6063, 2. Qual. M. 48 bis 54, Bullen 1. Qual. M. 4445, 2. Qual. 3540, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 54.00 56.00, 2. Qual. M. 4550, Kälber pro 1 Pfd. Schlachtgewicht 1. Qual. 6263 Pf., 2. Qual. 5253 Pf., Hämmel 1. Qual. 5658 Pf., 2. Qual. 40-45 Pf., Schweine 1. Qual. 52 54 Pf., 2. Qual. 5052 Pf.

Theater in Friedberg.(Eingesandt.) Die Direction des Ensemble's von Mitgliedern des Hanauer Stadttheaters theilt uns mit, daß die pro⸗ jeetirte Vorstellung, welche am 7. d. Mts. stattfinden sollte, auf Dienstag den 11. d. Mts. verlegt worden ist. Der große Erfolg, welchen die Aufführungen des En⸗ semble's in Limburg haben und die Wuͤnsche des Publi⸗ kums, haben die Direetion veranlaßt, noch zwei Vor⸗ stellungen in Limburg zu geben.Der Buͤreaukrat von Moser, welcher dort auch zur Aufführung kam, mußte wiederholt werden und war auch bei dieser Auf⸗ führung das Theater fast ausverkauft. 5

Eingesandt.

Im Interesse der öffentlichen Gesundhelt machen wir auf die Zustände der neueröffneten Bismarck straße aufmerksam. Dort versickert das Abfallwasser von 78 Famtlien, gemischt mit den Abgängen eines Schweine⸗ und Zlegenstalls, ohne jeglichen ordnungsmäßigen Ab⸗ fluß vor den Fenstern der Bewohner im Erdboden; der Nest sammelt sich unmittelbar unterhalb des Dr. Becker⸗ schen Hauses zu einem statznirenden Morastbecken. Jeder⸗ mann weiß, wie gesundheitsschädlich ein derartiger Ver⸗ dunstungsprozeß vollends bei warmer Temperatur wirkt. Es dürfte Pflicht der Gesundheitsbehörden sein, der Bildung von Krankheiltsherden vorzubeugen und wenkzstens auf provisorische Abhilfe energisch zu dringen. Im vorigen Sommer wurden die Haus besitzer mit großer Strenge und gewiß mit Recht dazu angebalten, alle die öffentliche Gesundhetit gefährdenden Mißstände abzustellen; es müßte einen eitzenthümlichen Eindruck machen, wenn ein so offenkundiger und nicht bloß die Bewohner der Bismarckstraße berührender Mißstand un⸗ beachtet bliebe und ruhig fortbestehen konnte, zumal da die Bismarckstraße eine öffentliche Straße ist und, wle dies uns versichert wird, die Hausbesitzer den Anschluß an den etwaigen städtischen Canal zugesagt haben. (Vollständig mit dem Herrn Einsender in der Sache einver⸗ standen, erlauben wir uns nur die Anfrage, ob denn die zu⸗ ständige Behörde ersucht wurde und die Abhilfe versagt hat, dann erst dann wäre dieser Weg durch die Presse gerechtfertigt. Aus Vorstehendem ist dies nicht zu ersehen. Die Red.)

Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 8. Mai 1886. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 55 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8 Uhr 20 Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 9. Mai an ene 6 Uhr, Abends 8 Uhr 10 Min.(Omergebet.) ontag den 10. und Donnerstaß den 13. ü (Selichoth). 12

Universal Reinigungssatz,

Erbsen M. 17.50, Wicken M. 14.00, Kartoffeln M. 3.60.

6 eee zu 25, 50 und 90 Pf., e

11 J. A Windecker, Friedberg.