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Griechenland. Athen, 31. Jan. Die englischen PanzerschiffeTéméraire,Superb

undNeptune, sowie der AvisoIrish sind heue in der Sudabai eingetroffen. An Bord des ersteren befindet sich der Admiral. Die

öͤsterreichische FregatteRadetzky und mehrere italienische Panzerschiffe sind ebenfalls daselbst angekommen.

Rußland. Petersburg. Die von auswär tigen Blättern gebrachte Nachricht von dem Ruck tritt des Finanzministers Bunge ist gänzlich un begründet.

Amerika. Washington, 29. Jan. Im Senate brachte Sherman einen Gesetzentwurf ein zu dem Zwecke, die Silberausprägung ein zuhalten und die Regierung zu ermächtigen, monatlich mindestens zwei Million, höchstens 4 Million Unzen Silberbarren mittelst Certi fication anzukaufen. Die Barren sollen im Staatsschatze bleiben und zur Deckung der

Certificate dienen, welche für Zölle, Steuern

und andere öffentliche Abgaben in Zahlung zu nehmen sind.

Aus Stadt und Land.

a. Friedberg. Wie wir vernehmen wird der Ge⸗ sangverein Concordia bier am 14. Februar wieder ein Concert veranstalten und zwar diesmal zum Besten unserer Suppenküche. Auswärtige gute Kräfte wirken auch diesmal mit, wie z. B. Studtosus Halm aus Gießen, welcher mit seiner prachtvollen Stimme und seinem ge schulten Gesang sowohl bier wie in Gießen stets den größten Beifall erntete. Außer gut gewählten Chören, Quartetten und Duetten werden zwei nette Theater stückchen zur Aufführung kommen. Hoffentlich wird in Anbetracht des guten Zweckes das Coneert recht besucht werden und versprechen wir uns auch diesmal einen recht genußreichen Abend

2. Friedberg. Hinsichtlich der standesamtlichen Thätigkeit hat das Reichsgericht am 3. Dezember v. J. ein Urtheil erlassen, welches beweist, daß Handlungen resp. Unterlassungen von Standesbeamten, welche man vielfach im gewöhnlichen Leben als eine selbstverständliche oder doch im Voraus entschuldigte Dienstentlastung be trachtet, mit Rücksicht auf die absolute Beweiskraft der Standesregister auf das Schärfste gestraft werden. Nach dem vorliegenden Thatbestande waren dem Standes be amten drei Sterbfälle ordnungsmäßig angezeigt worden, und verwies derselbe die Anzeiger an den Gemeinde schreiber, welcher die an sich vollständig richtigen Urkun den ohne Gegenwart des Standesbeamten niederschrieb, den Leuten vorlas und von solchen unter schreiben ließ. Der Standesbeamte setzte später jenen Urkunden seine Unterschrift bei, und wurde nach§. 348 des Strafgesetzbuchs, welcher Gefängniß nicht unter einem Monate androht, wegenfalscher Beurkundung einer rechtserheblichen Urkunde gestraft. Zur Rechtfertigung wird angeführt, daß das Gesetz die Anwesenheit des Standesbeamten bei Vornahme jeden Eintrags als un erläßliche Voraussetzung der Eintragung ansebe, daß er

also mit seiner Unterschrift die Thatsache seiner

Anwesenheit bei Aufnahme der Urkunde bekunde und diese Thatsache falsch beurkunde, wenn er in Wirklich keit nicht anwesend gewesen sei. Der Gemeindeschreiber wurde ebenfalls wegen Beihülfe gestraft, da er die Ein träge in Abwesenheit des Standesbeamten vorlas, ge nehmigen und unterschreiben ließ und zwar, wie fest gestellt wurde, in dem Bewußtsein, daß der Standes beamte die Schriftstücke ohne Zuziehung der Anzeigen den unterschreiben und ihnen hiermit den Character von Standesurkunden verleihen würde, wobei also der Zweck seiner Thätigkeit gewesen sei, dem Standesbeamten zu ermöglichen, durch diese seine Unterschrift den Urkunden das Aussehen zu verleihen, als seten sie in seiner Gegen wart aufgenommen worden.

s. Bad Nauheim. Wie wir vernehmen bringt der hiesige Gesangverein Concordia nächsten Sonntag im Saale desDeutschen Hof ein hier allgemein be liebtes dreiaetiges Theaterstück zur Aufführung, dessen Erlös abzüglich der Unkosten, dem Kur- und Ver- schönerungs- Verein zugeführt wird. In Anbetracht dieses gemeinnützigen Zwecks rechnet man bestimmt auf eine sehr rege Betheiligung und liegt es im Interesse eines Jeden auf obige Weise den besagten Verein zu unter stützen, zumal Letzterer in seinem neuen Geschäfts jahr viele Neuerungen zu schaffen gedenkt.

Gleßen. Von der geplanten Verlegung der Haupt Werkstätte für den neuen Frankfurter Centralbahnhof nach Gießen spricht eine denO. N. zugehende Mit theilung Danach würde die Werkstätte in die Nähe des Klein⸗-Lindener Bahn-Ueberganges und die Wohnhäuser für die Arbeiter, welche die Staatsbahn-Verwaltung baut, längs der Bahn, nach Klein Linden zu, zu liegen kommen. Wegen der Bauten steht die Bahnverwaltung an geblich bereits mit Bauunternehmern in Verbindung. Von welcher Bedeutung eine solche Vermehrung der Einwohner zahl, die man alles in allem annähernd wohl auf 1000 Köpfe schätzen könnte, für Gießen und dessen Vorort Klein⸗Linden wäre, das braucht nicht näher ausgeführt zu werden.

Mainz. Circa 100 Kellnerinnen passirten im Laufe voriger Woche unsere Stadt, um sich nach Köln zu be

geben und dort in feste Stellungen zu treten. Dle Kölner Restaurateure wollen nämlich bemerkt haben, daß einige neu eröffnete Bierwirthschaften mit welblicher Be dienung sehr stark freguentirt werden und beauftragten deßhalb ein Mainzer Gesindevermiethungs-Bureau mit der Besorgung weiblichen Personals.

Allerlei.

Frankfurt. Wie dasBasler Volksbl. meldet, enthält die Most'sche Freiheit in der Nr. vom 16. Jan. eine Correspondenz, in welcher ungescheut erzählt wird, daß Lieske allerdings den Auftrag hatte, den Pollzekrath Rumpff in Frankfurt a. M. zu ermorden, und zu diesem Ende vor seiner Abreise von Basel mit einem Dolch, einem Revolver mit Munition und 50 Fr. in Geld ver⸗ sehen worden sei. Bekanntlich bestritt dieFreihelt bei Lebzeiten Lieske's dessen Schuld an der Ermordung Rumpff's beharrlich. Nach der genannten Corrrespondenz war Lieske ursprünglich dazu bestimmt gewesen, im No⸗ vember 1884 einen Spion zu ermorden, dessen Freilassung auf diesen Zeitpunkt erwartet wurde. Es ist wohl ge meint der wegen Verbreitung des Stellmacher-Aufrufs in Liestal inhaftirt gewesene Th. Weiß aus Dresden.

Frankfurt, 1. Febr. Gestern Abend zogen ver schiedene mit heftigem Sturm begleitete Gewitter über Frankfurt. Mehrere Straßen, wie die Neue Kräme, Römerberg ze. waren um ¼9 Uhr total überschwemmt. Ein Blitz schlug zu Sachsenhausen demGickel auf der Kirche den Kopf ab. Der eleetrische Strom wurde durch den Blitzableiter abgeleitet.

P. Hanau. Als Preisrichter bei der im März dahier abzuhaltenden großen Geflügel-Ausstellung sind vorgesehen: L. Adler von Koln, H. Hartmann von Würzburg, J. Seyd von Wiesbaden, J. Beck von Sündersbühl, C. Garbrecht von Heidelberg, A. Bayer von Eßlingen, J. Maid von Mainz, J. C. Romeißer von Frankfurt und

baben dieselben bereitwilligste Zusage gemacht.

Hanau. Die größere Inanspruchnahme, welche der Bahnhof Hanau insbesondere seit Einführung des Voll betriebes auf der Hanau-Friedberger Bahn bei gleich zeitiger Vermehrung der Transporte auf dieser Linie er fahren hat, macht eine Vermehrung der Rangirgeleise bezw. eine zweckmäßigere Anordnung der Umlade-Ein⸗ richtungen auf diesem Bahnhofe erforderlich, deren Kosten auf 150,000 Mark veranschlagt sind. Die Ausführung soll ihrem ganzen Umfange nach innerhalb des Etats jahres 1886/87 bewirkt werden.

Mannheim, 1. Febr. Heute Nacht wurde in dem Herrenkleider-Geschäft von Gebr. Hahn in der Marktstraße eingebrochen, der Kassenschrank durch Heraus bohren des Schlosses gewaltsam eröffnet und aus 3 gleichfalls erbroche nen Kassetten die Summe von 18,000 M. entwendet. Der Hausbursche des Geschäfts fehlt und fällt auf ihn zu nächst der Verdacht der Thäterschaft, doch glaubt man an Mithelfer. Die Diebe wandten alle Vorsichtsmaß regeln an, um ungestört arbeiten zu können, sie verhäntzten die Fenster und belegten den Fußboden mit Tuch. Eine Stearinkerze blieb zurück, sowie einige Gegenstände, die als Brechwerkzeuge benützt wurden An Geld wurde auch nicht ein Pfennig mehr vorgefunden

München, 28. Jan. In der Nähe von Winhöring wurde Sonntag Morgens ein grauenhafter Raubmord ausgeführt, indem der Sollingerbauer in selner Wohnung von drei Männern überfallen, aufgebängt und erstochen wurde. Die Mörder nahmen alles Werthvolle mit.

Paris, 30. Jan. In vergangener Nacht wurde ein Theil der Missetbäter, die seit einiger Zeit die Bann⸗ meile von Paris unsicher machen, bei der Ausraubung eines Hauses bei Croissy von Gendarmen überrascht; es kam zu einem blutigen Kampfe, in welchem ein Feld hüter und ein Räuber tödtlich verwundet und drei Räuber verhaftet wurden.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 3. Febr. Buttermarkt. Butter kostete der Pfd. M. 0.70- 0.80, Eier 1 St. 7 Pf.

Friedberg, 2. Febr. Fruchtber. Waizen M. 16.75 bis 17.00, Korn M. 14.75 15.00, Gerste M. 14-15, Hafer M. 13.00 13.50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Ko.= 200 Zollpfund.

Butzbach, 30. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 80-85 Pf., Käse per Pfd. 4546 Pf., Eier 1 St. 7 Pf.

Grünberg, 30. Jan. Fruchtpr. Waizen M. 16.50, Korn M. 13.80, Geiste M. 12.80, Hafer M. 12.70, Erbsen M. 15.

Frankfurt, 1. Februar. Fruchtbericht. Hiesiges Weizenmehl Nr. 0 M. 3132, Nr. 1 M. 26 27, Nr. 2 M. 24 25, Nr. 3 M. 22 23, Nr. 4 M. 16 17, Nr. 5 M. 5-16, Milchbrod- und Brodmehl im Ver bande M. 49, norddeutsches und westfälisches Welzen⸗ mehl Nr. 00 M. 23, Roggenmehl Nr. 0(hiesiges) M. 23 23.50, do. Nr. 0/1 M. 21 21.50, do. Nr. 1 M. 1919.50, do. Nr. 2 M. 17, Weizen ab unserer Umgegend M. 16.75 17, frei ab Bahnhof hier M. 17.25, do fremder je nach Qual. M. 17.25 18.50, Roggen hiesiger M. 14.7515, Gerste, Brauerwaare M. 15.50 bis 19, do. zu Mahlzwecken M. 12, Hafer stark beregnet mit Geruch M. 11.5012, do. mittel M. 13 13.25, do. prima M. 14 1425, Raps M. 22.50 22.75, Mais, bunter(mixed) M. 11.25 11.50, Roggen⸗ kleie M. 4.50, Welzenkleie M. 4 per Ctr.(Die Preise verstehen sich bel Abnahme von mindestens 200 Ctr.) Rüböl im Detail M. 51. Stimmung fest.

Frankfurt, 1. Febr. Viehmarkt. Es waren an⸗ getrieben 356 Ochsen, 15 Bullen, 401 Kühe, Stiere und Rinder, 230 Kälber, 102 Hämmel und 163 Schweine. Die Preise stellten sich wie folgt: Ochsen 1. Qual. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht M. 6062, 2. Qual. M. 50

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bis 55, Bullen 1. Qual. M. 45-47, 2. Qual.

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bis 34, Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. M. 50 55,

2. Qual. M. 3844, Kälber 1. Qual. pro 1 Pfund Schlachtgewicht 6265 Pf., 2. Qual. 5560 Pf., Hämmel 1. Qual. 5355 Pf., 2. Qual. 40 45 Pf., Schweine 5456 Pf.

Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg⸗ Amerikanischen Packetfahrtactiengesellschaft.Rugia, 28. Januar von Newyork nach Hamburg;Bohemia, 14. Januar von Newyork, 29. Januar in Hamburg an gekommen;Thuringia, von Westindien kommend, 1. Febr. in Hamburg eingetroffen;Lessing, 21. Jan. von New-Nork, 1. Februar in Hamburg angekommen; Suevta, 20. Jan. von Hamburg, 1. Febr. in Newyork angekommen.

Literarisches.

Daheim Nr. 18 enthält: Sphinx.(Forts.) Willkommene Einquartirung. Mit Bild. Aus dem Reiche des Sultans von Sansibar. Briefe von L. Rohlfs,. IV. und Y. Beamtenverhältnisse im vorrevolutionären Frankreich. Von R. W. Der Nordostseekanal. Von H. von Sptielberg. Vorpostengefecht zur Zeit des dreißtgjährigen Krieges. Mit Bild. Am Familtentisch: Villa Mediei. Mit Bild. Rechtsrath. Berichtig ung. In unserer Spielecke. Mit einer illustr. Beilage.

Die Werkstatt, Meister Konrads Wochenzeitung, Nr. 18 enthält: Aus der Welt. Für die Werkstatt: Der Piephann's. Von P. Petersen. Ein Freund der Arbeiter. Zur Krankheit der Perlmutter Arbeiter. Verdienter Lohn der Handwerker. Nutzen der Karbol⸗ säure. Neuer schmerzstillender Zahnkttt. Allerband Nützliches für den Handwerker. Für den Abend⸗ schoppen: Eine Stimme über dendeutschen Offizters: verein. Eine neue Art Wuchergeschäfte. Ein hoch- gestellter Zunftgenosse. Zwei große Männer über den Branntwein. Beim Biere Allerlei Neues und Merkwürdiges. Für Haus und Heerd: Eine Haus richtung an der Söse. Ein gesegneter Appetit. Gutes Zahnpulver. Für den Feierabend: Die vier a Von Oswald Becker. Ein lustig Jäger- stücklein.

Repertoir⸗Entwurf

der vereinigten Stadt Theater in Frankfurt. Opernhaus.

Donnerst. den 4. Margarethe. Faust: Herr Nachbaur a. G.

Freitag den 5. Geschlossen.

Samstag den 6. Euryanthe.

Sonntag den 7. Nachm. Uhr.: Prinzessin Goldhaar Ermäßigte Preise. Außer Abonn. Abends 7 Uhr: Trompeter v. Säkkingen. 5

Schauspielhaus.

Donnerstag den 4.: Geschlossen.

Freitag den 5.: Gastspiel des Herrn Hans Winand vom Stadttheater in Hamburg. Wilhelm Tell. Tell: Herr Hans Winand.

Samstag den 6.: Dantela.

Sonntag den 7.: Ein Tropfen Gift.

Herberge zur Heimath. Bis heute gingen ferner ein von Pfarrer Briegleb in Wingershausen 1 M., Schulratb Schmidt hier 3 M., Lehrer Rühl hier 3 M., Pfarrer Hechler in Assenheim 3 M., von Gemeindemitglieder in Assenheim 10 M. 90 Pf., Candidat Euler in Schlitz 1 M., Colleete in Bauern heim 3 M., Colleete in Reichelsheim 85 Pf., N. N. in Friedberg 2 M., G. Schmidt's Erben eine Parthle Fett, welche Gaben wir mit bestem Danke bescheinigen. Zu berichtigen ist, daß die Gabe von W. Fertsch hier nicht 12 M., sondern 20 M. betrug. Wir bitten um weitere Gaben. Friedberg den 3. Februar 1886. Der Vorstand. J. V.: Dekan Meyer, Vorsitzender. G. Schwarz, Rechner.

Bitte!

Die in diesen Tagen stattgehabte Oeffnung der Sammelkästchen ergab an baarem Gelde 55 M. 54 Pf., aber in vielen derselben fanden sich angerauchte Cigarren, Asche und andere Dinge, welche den Ertrag an Cigarrenabschnitten durch Verunreinigung der guten wesentlich vermindern. Wir bitten daher recht dringend, künftig nur gute und nicht angebrannte Abschnitte in die Kästchen zu werfen. Glelchzeitig bitten wir alle Private, welche Cigarrenabschnitte gesammelt haben, dieselben baldigst an Herrn C. Groß abliefern zu wollen.

Friedberg den 3. Februar 1886.

Das Comité zurUnterstützung hiesiger armer Kinder.

Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg, Freitag den 5. Februar 1886: a Neumond Adar 1. Beginn: Donnerstag Abends 4 Uhr. Freitag Morgens 6 Uhr 45 Min.

Sabbath- und Neumondsfeier vom 6. Februar. Beginn: Freitag Abends 4 Uhr 20 Min. Samstag Morgens 8 Uhr 30 Min. Samstag Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbathausgang 5 Uhr 45 Min.

Wochengottesdienst von Sonntag den 7. Februar

an Morgens 6 Uhr 45 Min., Nachmittags 4 Uhr.

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