Ausgabe 
29.12.1885
 
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dt,

l. Serabel.

1885.

Dienstag den 29. Dezember

154.

Ober!

ff

Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

*

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, 0 Donnerstag und Samstag.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit L

Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- ode Letztere nicht Jahresconto bei uns haben), welchen der Betrag

r Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.;

nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

ein Beleg kostet 9 Pf.

Betreffend: Abnahme des Verfass

ungs⸗Eides vom IV. Quartal 1885.

Amtlicher Theil.

Friedberg den 16. Dezember 1885.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Zur Ableistung des rubricirten

J. zu Friedberg Dienstag den 5. Januar 1886,

2. auf Die seitherige Zutheilung der

daß Niemand zu laden ist, einsenden. Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen.

Philipp Steitz, Karl Biedenkopf von Georg Nau,

Betreffend: Die 9

Die verehrlichen Vereinsmitglieder Vornahme der rubricirten Wahl und Friedberg den

Betreffend: Die Ausführung des Impfgesetzes.

Wir

5 D th a Gemeinden zu den obe des rubricirten Eides Verpflichteten vorladen lassen, sowie uns bis zum 31.

ö Die im Rückstand befindlichen, unten Zugleich werden wir in dem Termine am 6. Januar 1886 anderen

050 u, Jeseph Mühllüm von Ilbenstadt; Nieder-Weisel; Konrad Zinn von Burg⸗Gräfenrode; Conrad Reinhardt, Carl Bernst von Harheim.

eeuwahl der Mitglieder und Ergänzungsmitglieder der Bezirksvereinseommi laden wir hiermit auf Dienstag den 29. l. Mts., Besprechung anderer Vereins 24. Dezember 1885.

An die Herren Aerzte des Kreises erinnern an gefaͤllige Einsendung der auf die von Ihnen im 3. Januar 1886. Etwaigen Bedarf an Formularen

Eides haben wir folgende Termine bestimmt: . Vormittags 11 Uhr, im Rathhause, dem Selzerbrunnen bei Groß-⸗Karben Mittwoch den 6. Januar 1886, Vormittags 10 Uhr.

ngenannten Orten bleibt beibehalten und wollen

l. Mts. unfehlbar

Friedberg; Johann Franz Joseph Klein, Geor

Johann Konrad Bopf von Kirch-Göns;

Einladung

Jacob Haub XIV.,

Sie hiernach die zur Ableistung die Namen der Geladenen anzeigen, oder Bericht,

Verzeichneten wollen Sie bei 3 Mark Strafe vorladen lassen. Angehörigen der betreffenden Orte, welche Beschwerden oder

Dr. Braden. g. Werner, Georg Peter Veith, Heinrich Rößel, Georg Bill, Jacob Huber von

ssionen für die dreijährige Verwaltungs periode 1886, 1887 und 1888.

Nachmittags 2 Uhr, im Rathhaussaal dahier zur angelegenheiten freundlichst ein.

Der Vorsitzende der Bezirksvereins Commission Friedberg.

bitten wir alsbald bei uns anzumelden.

Großher

Dr. Braden. Friedberg den 28. Dezember 1885.

Friedberg.

Jahre 1885 vollzogenen

Impfungen bezüglichen Listen ber dem

zogliches Kreisgesundheitsamt Friedberg. Dr. Lorenz.

Deutsches Reich.

Darmstadt. technischen Hochschule Hofrath Dr. Schäfer wurde der Charakter alsGeheimer Hofrath verliehen.

Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 27, enthält:

I., II. Oeffentliche Anerkennung von edlen Thaten.

111. Bekanntmachung, den Erlaß einer neuen Arznei taße für die Apotheken des Großherzogthums betreffend.

IV. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.

V. Namens veränderungen.

VI. Dienstnachrichten. Es wurde: Dem Schullehrer Krick zu Aufenau eine Lehrerstelle zu Osthofen über tragen; Fr. Brasch zu Dieburg, Jae. Blank zu Dieburg, Ad. Ensinger zu Heppenheim, Aug. Raab zu Heppenheim, Ad. Treser zu Oppenheim, Joh. Zinser zu Schotten, L. Schüler zu Nidda, K. Fr. Deeg zu Homberg, Joh. Rüger zu Seligenstadt, K. Einolff zu Butzbach, K. Schön zu Büdingen, J. A. Geist zu Offenbach, und P. Schmidt zu Beerfelden zu Steuerkommissariatsgehilfen, der Militäranwärter Ad. Gunst aus Dorndiel zum Schaffner bei der Main⸗Neckar⸗Eisenbahn, G. Herbert in Groß Gerau zum Gehilfen bei dem Kreisamt Groß Gerau ernannt. b.

VII. Konkurrenzersffnungen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle zu Friesenheim, Gehalt 9005 M. Die Lehrer⸗ stelle zu Harbach, Geh. 900 M. Die Lehrerstelle zu Wippenbach, Geh. 900 M. Die Lehrerstelle zu Hausen im Kr. Friedberg, Geh. 900 M. Dem Fürsten zu Solms Lich steht das Präsentattonsrecht zu. Das Kon⸗ kurrenzausschreiben in der Beilage Nr. 25 wird zurück⸗ gezogen. Elne Lehrerstelle zu Hahnheim, Geh. 900 M. Dret Lehrerstellen zu Alzey, Geh. 1000 600 M. Eine Lehrerstelle zu Oppershofen, Geh. 900 M..

Milltärdienstnachrichten. Seederer, Rittm. vom 2. Gr. Drag.⸗Rgt. Nr. 24, ist in seinem Kommando als Adj. von der 2. zur 3. Division übergetreten; Höfeld, Sec. ⸗Lleut, vom Pomm. Inf.⸗Rgt. Nr. 34 wurde in das 2. Gr. Inf.⸗Rgt. Nr. 116 versetzt; Pr. John, Stabs-Arzt vom Füs.⸗Bat. 4. Oberschl. Ins, Kats. Nr. 63 zum Oberstabs-Arzt 2. Kl. und Rgt. Arzt des 2. Gr. Inf.⸗Rgts. Nr. 116; Dr. Orth, Unter⸗Arzt der der Res. vom 1. Bat. 1. Gr. Landw. Agts. Nr. 115 zum Ass. Arzt 2. Kl. der Res. befördert; Dr. 95 9 05 mann, Oberstabsarzt 1. Kl. und Ngte,⸗Arat vom 2. Gr. Inf. gt. Rr. 116 zum J. Nass. Inf. Rgt. Nr. 87 versetzt.

Berlin. Allerhöchster Bestimmung zufolge findet am Jubiläumstage des Kaisers Vormit⸗ tags ein feierlicher Gottesdienst in der Kapelle des königl. Schlosses und unmittelbar anschließend

Weißen Saale statt, wozu llamentlich auch die

Dem ord. Profeffor ander Chefs der fürstlichen und ehemals reichsstäaͤn

dischen gräflichen Häuser geladen werden.

24. Dez. Heute fand hierselbst die Unter zeichnung des Protokolls, betreffend die deutschen und französischen Besitzungen an der Westküste Afrikas und in der Südsee, statt.

Die Verhandlungen zwischen der Türkei und Deutschland über den türkischen Zolltarif sind zum Abschluß gekommen. Praktische Be deutung wird dieser aber erst erhalten, wenn die übrigen Großmächte beigetreten sind, da der ver einbarte Tarif als allgemeiner in Kraft gesetzt werden soll. Bis jetzt macht angeblich Oester reich Ungarn noch Schwierigkeiten wegen seiner Confektions-Industrie.

Kiel. S. M. KreuzerNautilus, Com mandaut Corvetten-Kapitän Rötger, ist am 23. Dezember in Shanghai eingetroffen.

Leipzig. Das Reichsgericht verwies den Chemnitzer Sozialistenprozeß zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht Freiberg.

Ausland.

Schweiz. Bern, 24. Dez. Die eid⸗ genössischen Räthe haben heute ihre Session geschlossen; die nächste Session ist auf Anfang Juni nächsten Jahres festgesetzt.

Holland. Haag. Die Regierung brachte einen Gesetzentwurf betreffend die Erhebung eines Eingangszolles auf Petroleum, Holz, Seide und Südfrüchte, und die Erhöhung des Zolles auf Thee ein. Belgien. Brüssel. DasMouvement géographique theilt mit, der englische Missionär Grenfell und der Lieutenant v. Frangois hätten an Bord des DampfersPeace die Erforsch ung der linken Nebenflüsse des oberen Kongo, Lolengo und Uruki, beendet zes seien dies zwei große schiffbare Ströme. Dasselbe Journal theilt mit, daß der Mobanßi, der große rechte

Frankreich. Paris, 23. Dez. Nach einer wenig belangreichen Debatte, die Tonkinfrage betreffend, in welcher unzählige Male gethane Behauptungen nochmals vortzebracht wurden bezw. versucht worden ist, sie zu widerlegen, er griff in der heutigen Kammersitzung Minister präsident Brisson das Wort. Derselbe erklärte, eine Regierung müsse darauf bestehen, daß die verlangten Credite ohne jeden Abzug bewilligt würden, sie beabsichtige aber nicht, die bisher befolgte Colonialpolitik ohne Restriction zu der ihrigen zu machen. Es sei unmöglich, die Ver träge mit China und Annam ohne Schädigung der Ehre Frankreichs zu brechen, ebenso unmög lich sei es, die Verbündeten Frankreichs im Stiche

genommen.

Nebenfluß des Kongo, von Osten komme und daß

eine Gratulationscour bei den Majestälen im

seine Identität mit dem Uelle sehr zweifelhaft sei.

zu lassen. Die Regierung wolle keine Annexion, sondern ein Protectorat. Frankreich werde eine finanzielle Controle herstellen, bis Tonkin sich in einem befriedigenden Zustande befinde; ferner solle eine Armee von Eingeborenen organisirt werden. So werde es gelingen, die Ehre Frank reichs mit seinen Interessen zu vereinen, wie es in Madagaskar gelungen sei. Er beschwöͤre die Kammer, die nationale Ehre Frankreichs zu wahren. 24. Dez. Heute ging die Tonkin-Debatte zu Ende. Die von der Regierung geforderten Credite wurden mit einer Mehrheit von nur vier, nämlich mit 274 gegen 270 Stimmen an Die heutige Debatte wurde mit einer Rede des Kriegsmintisters Campenon eröffnet. Clemenceau verlangte die Revision des Vertrags von Tientsin, und machte Ferry den Vorwurf, daß er die Unterstützung des Fürsten von Bismarck angerufen habe. Diese Worte wurden theils mit Beifall, theils mit lebhaftem Proteste aufgenommen. Ferry will das Wort ergreifen, wird aber durch Lärm und Geschrei daran verhindert. Minister Freyeinet suchte die Unmöglichkeit einer Raͤumung Tonkins nachzuweisen, und hob hervor, das Frankreich Herr von Tonkin sei, und daß die Pacisication des Landes im April oder Mai nächsten Jahres

vollständig hergestellt werde; er erinnerte ferner