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Asien. Simla. Die für Herat bestimmten britischen Officiere sind jetzt daselbst angekom— men und in warmer Weise bewillkommt worden. Dieselben melden, die dortigen Befestigungen seien stärker, als sie erwartet hätten.
— Das Reuter'sche Bureau meldet, daß den zum zweiten Armeecorps gehörigen Truppen er— öffnet worden ist, es sei nicht mehr erforderlich, daß sie sich fur den activen Dienst bereit halten.
Bombay, 23. Mai. Der Herzog von Connaught und Gemahlin sind hier eingetroffen und beabsichtigen am 26. Mai nach England abzureisen.
Amerika. Ottawa, 22. Mai. Die India— ner hielten unter ihrem Häuptling Poundmaker einen großen Rath. Sie beschlossen wegen der Friedensbedingungen anzufragen und sandten an Battleford einen Parlamentär mit mehreren Ge— fangenen und einem Geistlichen als Träger des Schreibens, worin um Mittheilung der Friedens— bedingungen ersucht wird.
Newyork, 23. Mai. Nach einer Depesche aus La Libertad ist der Versuch Honduras, zwischen San Salvador und Guatemala zu vermitteln, gescheitert. Die Insurgenten unter Menendez seien zurückgeworfen worden. 400 Mann Truppen von Guatemala hätten heute die Grenze von San Salvador überschritten.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Wie wir vernommen, wurde heute auf„Kaisergrube“ ein brillanter, mächtiger Erzgangz mittelst Querschlag in einer Teufe von 470 Fuß angefahren.
H.-V. Friedberg. An den Vorstand des Vereins für Handels- und gemeinnützige Zwecke ist unter dem 22. d. M. seitens Kaiserl. Oberpostdireetion Darm— stadt ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet worden: „Das gefällige Schreiben vom 20. d. M. ist hier ein⸗ gegangen. Die in demselben gemachten Vorschläge werde ich bei meiner nächsten Anwesenheit in Friedberg einer Prüfung unterziehen und dem Vorstande sodann wettere Mittheilung zukommen lassen. Der Katiserl. Oberpost— Director Hagemann.“ Dle gedachten„Vorschläge“ lauten wie folgt:„Wenn nicht für Alle, so doch für die Meisten, die mit der Post am hiesigen Platze zu thun haben, ist die Lage des Gebäudes, welches schon so lange der Post— verwaltung dient, die denkbar beste. Jede Verlegung der Post aus dem Centrum der Stadt, wo sie sich gegen⸗ wärtig befindet, in eine verkehrsärmere Seitenstraße, muß für einen größeren Theil des Publikums unerwünscht
sein. Die Möglichkeit einer Beseitigung der Mißstände, wie sie sich in dem jetzigen Postgebände finden und die — zumal in Berücksichtigung des gewachsenen Verkehrs — nicht in Abrede gestellt werden sollen, dürfte, nach unserem Erachten, zunächst auf dem Wege von Verhand— lungen der Behörde mit dem Besitzer des fraglichen Hauses anzustreben sein. Es scheint uns nicht als aus— geschlossen, daß ein alle Theile befriedigender Zustand hergestellt werden könnte, wenn für ein aus— reichendes Eingehen auf die Ansprüche der Postverwalt— ung dem Eigenthümer neben entsprechender Gegenleistung dadurch eine Sicherstellung geboten würde, daß die Behörde für einen zu bestimmenden Zeitraum auf eine Verlegung der Post verzichtete. Dleser Ausweg erschien uns als der nächstllegende, einfachst durchzuführende und als derjenige, welcher den hauptsächlich in Betracht zu ziehenden Interessen am Besten dienen würde. Müßte jedoch hiervon abgesehen werden, so würde mit einer Verlegung der Post in den Klosterkasernenhof, durch einen an dieser Stelle zu errichtenden Neubau den allgemeinen Interessen des Publikums keineswegs entsprochen werden. Wenn auch ganz in der Rähe des Stationshauses ge— legen, ist doch der Stadttheil, in welchem sich die Kloster— kaͤserne befindet, von der Hauptverkehrsader der Stadt nicht nur entfernt, sondern auch unbequem zugänglich (folgt dann das in voriger Nr. enthaltene Citat).. Wir theilen diese Anschauung des Leiters des deutschen Postwesens wie im Allgemeinen, so auch in Bezug auf den uns besonders nahe berührenden Fall. Wohin jedoch mit der Post, wenn sich die Nothwendigkeit der Ver— legung als unabweis bar zeigt und in dem eigent⸗ lichen Verkehrs mittelpunkte Friedbergs keln Anwesen, das sich zur Anlage eines dem Zwecke voll entsprechenden Gebäudes eignen würde, erworben werden kann? Indem wir diese Frage stellen, erlauben wir uns, die neu er— schlossene Btsmarckstraße als Bauplatz für ein darin auf— zuführendes Postgebäu de vorzuschlagen. In die Haagk⸗ straße muͤndend, von der Kaiserstraße gut zu erreichen, bildet sie den Anfang eines neuen Stadttheils in süd— östlicher Richtung, derjenigen, in welcher eine größere planmäßige Aus dehnung Friedbergs allein angenommen werden kann. Die Nähe der Eisenbahn kommt dabei ebenfalls in Betracht, ebenso die— wenn auch heute noch nicht zu verwirklichende— doch für die Zukunft als wahrscheinlich in's Auge zu fassende Verlegung des Bahnhofs in der gleichen(südöstlichen) Richtung. Hier, in der Bismarckstraße, ließe sich ein für jetzt und später ausrelchendes Postgebäude aufführen; eine Auf— wendung von Reichsmitteln zur Ausführung dieses Vorhabens dürfte mit guten sachlichen Gründen zu recht⸗ fertigen sein. Von dem Klosterkaserne-Projeet ließe sich das Gleiche nicht behaupten.“ Die Eingabe schließt mit den Worten:„Wir hoffen, daß unsere Darlegung der Katserl. Oberpost⸗Direction Anlaß geben wird, die wich— tige Angelegenheit, um die es sich handelt, nochmals ein— gehend zu prüfen und bei der Entscheldung diejenigen Interessen, welchen zu dienen die Post vor Allem berufen
ist, im Einklang mit den von uns ausgesprochenen Wünschen gefälligst zu berücksichtigen.“
Echzell. Auf Anordnung des Kreis ⸗Gesundheits⸗ amts wurde die Schule dahier geschlossen, da die Masern⸗ krankheit unter den Kindern herrscht. heit ist von Gettenau, woselbst schon seit ca. 4 Wochen kein Unterricht gehalten werden darf, nach hier ver— schleppt worden.
Darmstadt, 26. Mai. Die Allgemeine deutsche Lehrer-Versammlung wurde heute in Anwesenheit des Großherzogs eröffnet und im Namen der Regierung von Geh. Oberschulrath Greim begrüßt.
Allerlei.
Paris, 22. Mai. Victor Hugo ist heute gestorben. Das Ministerium hat beschlossen, das Bezräbniß auf Staatskosten und mit großem Pomp abzuhalten.
Rostow am Don, 26. Mai. In der vergangenen Nacht entgleiste der nach Woronesh gehende Passagter⸗ zug unweit Rostow. Die Lokomotive grub sich in den Hügelabhang ein, sodaß die Waggons übereinanderstürzten und bis auf die drei letzten zertrümmert wurden. Gegen 20 Passagiere find verunglückt, 3 Eisenbahnbeamte todt.
Cineinnati, 21. Mat. In einer Druckerel brach beute Feuer aus, wodurch 17 Personen zumeist durch Ersticken ihr Leben einbüßten. Der durch den Brand angerichtete Schaden an Matertal ist nicht bedeutend.
Repertoir⸗Entwurf der vereinigten Stadt⸗Theater in Frankfurt. Opernhaus.
Donnerstag den 28.: Gastspiel des Herrn Perotti. Der Prophet. Johann von Leyden: Herr Perotti.
Freitag den 29.; geschlossen.
Samstag den 30.: Gastspiel des Herrn Perotti: Alida, Ada: Fräulein Jäger vom Stadttheater in Nürn— berg als Gast. Rhadamès: Herr Perotti.
Sonntag den 31.: Zum ersten Male wiederholt: Herodias'
Schauspielhaus.
Donnerstag den 28.: Geschlossen.
Freitag den 29.: Der Hüttenbesitzer.
Samstag den 30.: Abschtedsvorstellung der k. k. Hofburg⸗ schauspielerin Frau Zerline Gabillon. Zum ersten Male wiederholt: Eine Laune. Hierauf: Feenhände. Frau von Léry, Marquise v. Ménepille: Frau Gabillon.
Sonntag den 31.: Die große Glocke.
Israclitischer Gottesdienst in Friedberg. Sabbathfeier vom 30. Mai 1885. Beginn: Freitag Abends 7 Uhr 15 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. Samstag Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9 Uhr— Min. Wochengottesdienst von Sonntag den 31. Mat an Morgens 6 Uhr, Abends 8 Uhr 45 Min.
Grasversteigerung.
Die Grasnutzung von den Gräben und Böschungen der nachbenannten Straßen soll in nachverzeichneten Terminen an die Meistbietenden für das Jahr 1885 unter den bei der Versteigerung bekannt gemacht werden— den Bedingungen verpachtet werden:
1. Samstag den 30. Mai, des Vormittags 11 Uhr, auf dem Gemeindehaus zu Bad-Nauheim von der Straße Gießen— Frankfurt, Abtheilung 90— 129, und der Straße Nieder-Mörlen— Usingen, Abtheil— ung 104 138.
2. Montag den 1. Juni, des Mittags 12 Uhr, zu Butzbach im Gambrinus von der Straße Gießen— Frankfurt, Abtheilung 76— 80, und der Straße Hessenbrücker⸗Hammer— Butz bach, Abtheil. 72— 116.
3. Mittwoch den 3. Juni, Morgens 11 Uhr, zu Mel⸗ bach in der Wirthschaft von Philippi von der Straße Berstadt— Friedberg, Abtheil. 122— 167,5 und der Bergwerksstraße, Abthell. 05,06.
4. Freitag den 5. Juni, Morgens 11 Uhr, zu Ober— Rosbach in der Wirthschaft von Mayer von der Straße Friedberg— Homburg, Abth. 137,1 168,82.
5. Samstag den 6. Juni, Morgens 11 Uhr, zu Ober⸗ Wöllstadt in der Wirthschaft von Muller von der Straße Gießen— Frankfurt, Abth. 136 166.
6. Montag den 8. Juni, Morgens 11 Uhr, auf dem
Gemeindehaus zu Altenstadt von der Straße Ilben⸗
stadt— Büches, Abth. 204— 258,16 und der Straße
Hersfeld— Hanau, Abth. 328,29 385,7.
. Dienstag den 9. Junt, des Morgens 10 Uhr, zu
Büdingen im Gasthaus„Zum Stern“ von der
Straße Gießen— Gelnhausen, Abth. 225— 283,75.
8. Donnerstag den 11. Juni, Morgens 11 Uhr, am Ossenheimer Forsthaus von der Straße Ilbenstadt— Büches, Abth. 167,68— 204, Bingenheim— Reichels⸗ heim, Abth. 146,77 151,8, und der Straße Frled— berg— Staden, Abth. 0—52,81.
9. Freitag den 12. Junk, Morgens 11 Uhr, auf dem Selzerbrunnen bet Okarben von der Straße Gießen— Frankfurt, Abth. 166— 222,53 und von der Straße Vilbel— Offenbach, Abth. 219— 222,7.
10. Samstag den 13. Juni, Morgens 9 Uhr, zu Ober⸗ Eschbach im„Darmstädter Hof“ von der Straße Bonames— Homburg, Abth. 0- 16,7 und des Mittags 12 Uhr auf der Buͤrgermeisterei zu Steinbach von der Straße Höchst— Homburg, Abth. 0 10,45.
11. Montag den 15. Juni, Morgens 11 Uhr, zu Ilben— stadt im Gasthaus„Zu den drei Hasen“ von der Straße Nieder-Wöllstadt-Hanau, Abth. 161— 206,48.
12. Dienstag den 16. Junt, Morgens 11 Uhr, zu Bön— stadt auf dem Gemeindehaus von der Straße Ran— stadt—Staden, Abth. 206— 214,54, der Straße Ilbenstadt-Büches, Abth. 175,16—204 und von der Straße Schwalheimerhof— Nonnenstümpfen, Abth. 162— 183,52.
Friedberg am 26. Mai 1885.
Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg.
Schneller.
Arbeitsvergebung.
Die Erneuerung der eichenen Bohlen und Lager
1899
auf der Brücke über die Usa bei dem Kur- M. Pf.
hospial dahier, veranschlagt zu 1610 36 sowie die Erneuerung des Oelfarbenanstrichs
an dem Eisenwerk daselbst, veranschlagt zu 90 04
soll auf dem Submissionswege vergeben werden.
Die Bedingungen liegen vom 21. d. Mts. an auf dem Büreau der unterzeichneten Behörde zur Einsicht offen und sind Angebote bis zum 30. d. Mts., Vormit⸗ tags 11 Uhr, versiegelt, frankirt und mit der Aufschrift „Angebot auf Brückenarbeit“ einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Offerten im Termine in Gegenwart der erschienenen Submittenten stattfindet.
Bad⸗Nauhelm den 18. Mai 1885. Großherzogliche Badedirektion Bad-Nauheim. Jäger.
Bek anntmachung.
Die am 4. l. Mts. in den Centralstudienfondswald— ungen des Schutzbezirks Obernhain abgehaltene Holz— versteigerung ist genehmigt worden.
Die am 14. v. M. im Gemeindewald Fauerbach v. d. H. abgehaltene Holzversteigerung hat die Genehmigung er— halten und ist der erste Fahrtag auf den 23. l. Mts. festgestellt worden.
Fauerbach v. d. H. den 21. Mai 1885.
Großherzogliche Bürgermeisterei Fauerbach v. d. H. 1894 Dilges.
1876 für einen leicht verkäuflichen, gangbaren
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Berlin SW., erbeten.
Arbeits-Versteigerung.
1904 Samstag den 30. l. Mts., Vormittags 10 Uhr, sollen in dem Gräflich Solms-Laubach'schen Gutshofe Engelthal bei Altenstadt nachstehende Arbeiten und Lleferungen zur Erbauung eines Stallgebäudes durch Versteigerung in Akkord gegeben werden, als: M
Pf.
Steinhauerarbeiten in Sandstein, veran— schlagt zu 363— Maurerarbeiten(Arbeitslöhne) 1388— Zimmerarbelten inel. Holzlieferung 2135 70 Dachdeckerarbeiten 397— Schreinerarbeiten 159— Schlosserarbeiten 505 30 Wagnerarbeiten 66 25 Spenglerarbeiten 140 10 Weiß binderarbeiten 5 Pflasterarbeiten 254 80 Lieferung von I. Eisenträger 417— 1 1 a 324 N
5„ Sand aus der Gemarkung Stammheim exel. Fuhrlohn 225— 0„ Cement 150—
65„ 75000 Feld brand backsteinen exel. Fuhrlohn 1350— 55„ Plattziegel 120— 5„ Dachlatten 0 60— Pflastersteinen 300—
Lich den 23. Mai 1885. Die Gräflich Solms⸗Laubach'sche Bauverwaltung. 8 A 2
K. Schön, Baulnspeckor.
Arbeits-Vergebung. Dienstag den 2. Juni, Vormittags 10 Uhr, sollen in der Wirthschaft bei Den sch zu Rendel nachbenannte Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Akkord gegeben werden: M. Pf
Planirarbeit, veranschlagt zu 66 60 Chaussirarbeit 576 60 Maurerarbeit 51 7 Lieferung von glassirten Thonröhren 81 50 Vilbel, 26. Mai 1885. Brod, 1906 Bezirksbauaufseher.
In Stornfels bel Schotten steht ein zur Zucht untauglich gewordener Gemeindebulle bis Johanni d. J.
jederzeit zum Verkauf. 1902
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