auf einer Eisschicht, welche nach dem Auftauen wieder gefroren war, ausglitt und sich am linken Ellenbogen verletzte. Nach Potsdam zurückge— kehrt, war der Erbgroßherzog genöthigt, ärzt— liche Hilfe in Anspruch zu nehmen, und es mußte ein Verband angelegt werden.
— 26. Febr. Im Preußischen Abgeordneten— hause wird die Berathung des Cultusetats fort— gesetzt.— Das Herrenhaus genehmigte den Ge— setzentwurf, betr. die Landescreditkasse zu Kassel.
Braunschweig, 25. Febr. Der Vor⸗ sitzende des Regentschaftsrathes, Staatsminister Graf Görtz-Wrisberg, hat sich gestern in Re— gierungsangelegenheiten nach Berlin begeben.
Heidelberg. Die Kaiserin von Oesterreich wird nach Beendigung einer Massagekur in Amsterdam, wohin sie sich in Kürze begibt, einen längeren Aufenthalt hierselbst nehmen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 25 Febr. Abgeordnetenhaus. Ein Antrag Schönerer's, den Ausschuß zu beauftragen, binnen 14 Tagen einen Börsen-Besteuerungsentwurf vorzulegen, wurde mit 161 gegen 131 Stimmen abgelehnt.
— Die österreichisch-ungarische Zollconferenz führte, der„Polit. Corresp.“ zufolge, zu voller Uebereinstimmung. Den ungarischen Anträgen gemäß wurde eine eventuelle Zollerhöhung auf Getreide, Mehl und Salz bis zur Ziffer der in Deutschland in Aussicht genommenen dies— bezüglichen Erhöhung angenommen, ebenso die von Seiten Oesterreichs beantragten eventuellen Zollerhöhungen auf eine größere Anzahl In— dustrieartikel, darunter Wollwaaren, acceptirt. Eine Erhöhung der Eisenzölle war nicht Gegen— stand der Verhandlung.
Schweden. Stockholm. Die seiteus der deutschen Reichsregierug beabsichtigte Erhöhung der Holzzölle hat in den Districten, die sich an der Holzausfuhr nach Deutschland betheiligen, bezw. in den mit dem Holzhandel beschäftigten Kreisen eine ungemein lebhafte Bewegung hervor— gerufen. Eine aus hervorragenden Repräsen— tanten der Branche bestehende Versammlung beschloß, die Regierung zu ersuchen, geeignete Maßnahmen zu treffen. Gleichzeitig wurde von einer Minderheit der Antrag gestellt, andere Absatzquellen als Deutschland für schwedisches Holz aufzusuchen, und von noch anderer Seite wurde beantragt, von der Regierung eine ent— sprechende Abänderung der Zolltarife des Reiches zu verlangen.
Belgien. Brüssel, 25. Febr. Heute stellten weitere 3000 Arbeiter der Kohlengruben von Noccham, Wasures. Paturages und Qnaregnon die Arbeit ein. Die Zahl der Strikenden be— trägt gegenwärtig 9000.
Frankreich. Paris, 25. Febr. Die Kammer nahm mit 316 gegen 175 Stimmen den Zu— schlagszoll auf Getreide an; der Getrelde-Im— portzoll beträgt demnach im Ganzen 3 Francs. Der Eingangszoll für außerhalb Europas pro⸗ ducirtes, aus europäischen Entrepots importirtes Getreide mit 6.60 Francs wurde ebenfalls an⸗ genommen.
— 26. Febr. Einer Meldung aus Shanghai zufolge, nimmt Admiral Courbet in der Nähe von Shanghai Aufstellung, um die Ausfuhr von Reis auf dem Seewege zu verhindern.
— Das Journal„Missions Catholiques“ veröffentlicht ein Schreiben, wonach mehrere hundert Katholiken in Bünnan auf geheimen Befehl des Vicekönigs von Indien ermordet wurden.
— 26. Febr. Ein englischer Correspondent, Namens Knubley, welcher jüngst über die Pariser Anarchisten⸗Versammlung berichtete, begab sich heute in das Bureau des Journals„La France“, um den Redacteur, welcher die Authenticität des Berichts bezweifelte, mit einem Revolver zu
bedrohen. Knubley wurde festgenommen. Großbritannien. London, 25. Febr. Unterhaus. Bei fortgesetzter Berathung des
von Northcote beantragten Tadelsvotums erklärt Göschen, er könne die Verwendung britischer
Truppen zur Niederwerfung des Mahdi nur dann unterstützen, wenn die Regierung Khartum nicht wieder raͤume, ohne daß es für die Stämme, die England Beistand geleistet, Sicherheit ge— schaffen. Ebenso wünsche er die Besetzung Berbers, sonst werde er fuͤr den Autrag Northcote's stimmen.
— Ein dieser Tage publicirtes Blaubuch über Kamerun enthält eine Depesche Bismarcks an Graf Münster vom 2. Februar 1885 auf die Antwort Granvilles. Bismarck erhebt auf Grund der Berichte des Admirals Knorr Klagen gegen das Verhalten des britischen Consuls Hewett und des Viceconsuls Buchau sowie gegen den Commandeur des englischen Kriegschiffes„Rapid“ nach Verkündigung des deutschen Protectorats über Kamerun. Bismarck bittet, Buchau zu er— öffnen, daß ihm die fernere Ausübung der Con— sulatsfunctionen im Kamerungebiet nicht gestattet werden könne, ferner die britischen Beamten und Marineofffziere an die ihnen obliegenden Ver— pflichtungen in ihrem Verhalten officiell zu er— innern, insbesondere Hewett und dem Comman— deur des„Rapid“ zu verstehen zu geben, in wie— weit ihr Verhalten mit diesen Verpflichtungen unvereinbar gewesen.
— Es verlautet, daß, angesichts der bevor— stehenden Reise des Prinzenpaares von Wales nach Irland, Drohbriefe im Londoner Palais des Prinzen von Wales und im Ministerium des Innern eingelaufen seien, und die Be— hörden benachrichtigt wurden, die Reise werde mit Gefahr verknüpft sein.
Italien. Rom.„Nabab“ schreibt, es sei nach den letzten Ereignissen eine Erkaltung der Beziehungen des deutschen Botschafters v. Keudell zu dem Ministerium bemerkt worden; Keudell besuche selten das Quirinal.
Rußland. Petersburg. Fürst Dondukoff⸗ Korsakoff, Gouverneuer des Kaukasus, suchte um die Genehmigung zur Absendung einer wissenschaftlichen Expedition nach dem russischen Turkmenengebiete und den daran grenzenden Theilen der persischen Provinz Chorasan nach.
Egyten. Kairo. Die Truppen-Abtheilung unter Brackenbury's Commando traf am 21. Feb— ruar etwa 40 Meilen von Abuhamed ein und passirte die Stelle, wo Oberst Stewart er— mordet wurde. Dasesbst wurden Visitenkarten Stewart's und verschiedene Papiere der Consuln Herbin und Power aufgefunden. Brackenbury ließ das Besitzthum des Hauptanstifters des Mordes zerstören.
Amerika. Washington. Dem„World“ zufolge wurden folgende Ernennungen für das neue Cabinet beschlossen: Bayard(Auswärtiges), Manning(Finanzen), Lamar(Inneres), Gar⸗ laud(Justiz) und Villas(Post).
Lima. Die Nationalversammlung Peru's tritt am 1. März zusammen wegen der Präsident⸗ schaftsfrage. Die Wahl eines Präsidenten gilt für unwahrscheinlich.
Aus Stadt und Land.
W. Bad- Nauheim. Der hies. Turnverein wird nächsten Sonntag zum Besten eines Fahnenfonds eine Abendunterhaltung im„Deutschen Hofe“ unter Mit— wirkung verschledener hiesiger und auswärtiger Kräfte veranstalten und kommen hierbei die beiden Theaterstücke: „Das Bild des Kaisers“ und„Das liederliche Kleeblatt“ zur Aufführung. Die Concertmusik wird von der durch die hies, Feuerwehrmustk verstärkten Capelle„Schellhaas“ von Friedberg ausgeführt. Die Turnvereine in der Um⸗ gegend sind freundlichst dazu eingeladen.
Gießen. Die Oberhessischen Bahnen warfen im Jahr 1883/84 einen Ueberschuß von 165,649 M. den höchsten, der bis jetzt erzielt werden konnte, ab. Die Einnahmen betrugen 905,822 M., darunter 491,892 M. aus dem Güterverkehr, während sich die Gesammtaus— gaben auf 852,801 M. bezifferten. Das erzielte Resul⸗ tat ist um so erfreulicher, als der Ausfall im Transit⸗ verkehr auf der Linie Gelnhausen-Gleßen durch beträcht⸗ liches Wachsen des Localgüterverkehrs mehr als ausge⸗ glichen werden konnte. 5
Allerlei. st. Frankfurt. Um vielfachen Wünschen nach⸗ zukommen, ist von der Intendanz des Opernhauses dle Einrichtung getroffen worden, daß die Samstag, den 28. d. M., stattfindende Aufführung der„Hugenotten“, in welcher Mierzwinski sich als Raoul verabschiedet, aus⸗ nahmsweise schon um 6 Uhr Abends ihren Anfang nimmt.
Hanau, 23. Febr. Am 15. November, also einen Tag nach dem Eisenbahn-Unglück bei der Pulvermühle, erfolgte bekanntlich ein zwetter Zusammenstoß, der glück— licherwelse keine Opfer an Menschenleben kostete, sondern nur Eisenbahn-Materlal zerstörte. Es hat sich deß halb heute vor dem hiesigen Landgericht der Wetcchensteller Johann Georg Reuber zu verantworten. Er gibt zu, aus Versehen eine Weiche falsch gestellt zu haben und wird dafür mit drei Monaten Gefängniß bestraft und ihm gleichzeitig die Fähigkeit abgesprochen, jemals wieder Weschenstellerdtenst thun zu können.
Mannheim. Wie der„N. Bad. Ldsztg.“ aus zu⸗ verlässiger Quelle mitgetheilt wird, wurde in Rauenberg bel Wlesloch ein Individuum, welches im Besitze fremder Legitimationspapiere betroffen wurde, verhaftet und ins Amtsgefängniß nach Wiesloch abgeliefert. Gestern wurde der Arrestant einem Verhöre unterworfen, wobei er ganz widersprechende Angaben machte. Seinem Dialect nach zu schließen, ist derselbe ein Sachse, gibt an, ein gelernter Kaufmann zu sein und wäre während zweier Jahre Schreiber bei einem Advokaten gewesen, während seine Legitimationspaptere die eines Schreinergesellen sind. Bezüglich seines letzten Aufenthaltes weiß er keine be⸗ stimmten Angaben zu machen, und will vor 4 oder 5, auch 6 Wochen in Frankfurt gewesen sein. Die Wies— locher Polizeibehörde benachrichtigte sofort die Frankfurter Staatsanwaltschaft telegraphisch von der Verhaftung, und ließ das Individuum fest geschlossen hinter Schloß und Riegel bringen.
Pforzheim, 24. Febr. Der um 12 Uhr 58 Min. hier durchfahrende Schnellzug Paris-Wien ist heute Nacht im Bahnhof Mühlacker in Folge falscher Weichenstellung auf eine Wagen⸗Abtheilung, welche in einer Reservespur gestanden, aufgestoßen. Die Schnellzugsmaschine ist ent⸗ gleist, doch sind die Reisenden sowohl, als auch das Zug— personal mit dem Schrecken davongekommen. Von den auf dem Geleise gestandenen Wagen ist einer, ganz zer⸗ trümmert und zwei stark beschädigt worden.
London. Uebereinstimmende Berichte aus Schott— land, Irland und dem Norden von England schildern ein dort während der Nacht vom Sonnabend zum Sonn— tag und am Sonntag Morgen stattgehabtes Unwetter als derartig, wie es seit lange nicht erlebt worden ist. An der Kuͤste von Waterford bewies die Menge der ans Ufer geschwemmten Schiffstrümmer, daß sehr viele Un⸗ glücksfälle stattgefunden haben müͤssen.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 25. Febr. Auf dem heutigen Markt kostete der Ctr. Heu M. 2.75— 3.30, Stroh M. 2— 2.40, Eier das Hundert M. 5.50—8, Butter 1. Qual. M. 0.90, 2. Qual. M. 1.10, Kartoffeln per Ctr. M. 2— 2.25, Kohlrabi per Stück 3 Pf., Erb sen 100 Kg. M. 22— 30, Rothkraut per Stück 20—30 Pf., Huhn M. 1.50—2, 1 Ente M. 2— 3.50, 1 Taube 40 60 Pf., Hahn M. 1.90 bis 2.50, Gans M. 6-10, Welsche M. 5— 10.
Eingesandt.
Theater. Für den Sonntag wird uns eine Novität angezeigt:„Das Schützenlis!“. Wie Moser zu seinem „Salontyroler“, so hat auch Treptow zu seinem„Schützen⸗ lis!“ die erste Anregung durch ein Bild erhalten. Wer kennt nicht das hübsche Bild Kaulbach's, das uns die flotte Bierhebe vom Schützenfest so plastisch vor die Augen führt. Und wie aus den leuchtenden Augen und lachen⸗ den Lippen des gemalten„Schützenlisl“ Humor, gesunder Witz und echte vebenslust hervorscheinen, so ist auch das Stück voll Humor und Witz und ist sehr dazu angethan, uns ein Paar Stunden lang herzlich zu amüsiren.— Für den Dienstag wird uns ein Stück von Moser an⸗ gezeigt, das zu den besten und drastischsten gehört — das aber hier noch nicht aufgeführt wurde:„Der Hypochonder“. E.
Brodpreise vom 1. bis 16. März. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg und Butzbach unverändert. Für Bad-Nauheim:
Erste Sorte 2 Kilo 52 Pf. Zweite Sorte 2 Kilo 45 Pf. 17 1 1 N„„ 1„ N „ 7 72 9 0 7 E 8
Dritte Sorte Brod 2 Kilo 40 Pf.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. März. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach unverändert.
In Bad⸗Nauheim bei J. H. Fritz kostet das ½ Kilo Schweinefleisch 52 Pf., Keil und Carre 60 Pf., Leber- und Blutwurst 60 Pf., Schwartenmagen 80 Pf., Fleischwurst 80 Pf., Bratwurst 80 Pf., Cervelatwurst 1 M. 20 Pf., Speck 80 Pf., Schmalz, unausgel., 70 Pf., Schwalz, ausgel., 80 Pf.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt, am 26. Februar 1885.
Geber. Nehmer.
M. Pf. M. Pf.
20⸗Frankenstücke 16. 20 16 do. in ½. 16. 18 16. 14 Englische Sovereings.. 20. 44 20. 40 Russische Impertales.. 16. 76 16. 71 Dubdte n „ al marco. 8 9. 62 9. 57 Dollars in Gold ii
G — E —
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tath des 2 unde mieth.
ed., nigen 1 UU .


