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Donnerstag den 26. November.
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Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Bad-Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Wynmerfsag und Samstag.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf.
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berechnet, bei größerem Tabellen- oder
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Amtlicher Theil.
Betreffend: Die den Gemeinden zukommenden Forststrafen von der J. Perkode 1885/86.
Friedberg den 24. November 1885.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Nachstehend theilen wir
Ihnen das Verzeichniß der
Ihren Gemeinden von der J.
Antheile an Holzwerth und Sch hadenersatz unter dem Auftrage mit, Einnahmedeeretur zu ertheilen
Pf. Pf. Bad⸗Nauheim— 32 Gambach— Buͤdes heim 3 78 Groß-Karben 7 06 Burg Gräfenrode 5 91 Heldenbergen 3 50 Buß bach 162 Klein-Karben 2 46
Die Betriebsunternehmer von Müllereien,
haben,
Dr. Braden. M. Pf. M. Pf
Nieder-Florstadt 7 42 Ober Florstadt— 34 Nieder-Mörlen— 18 Pohl⸗Göns— 18 Nieder ⸗Weisel 103 Rodheim 104 Nieder Wöllstadt 252 Södel— 84
Bekanntmachung.
welche ihren Betrieb gemäß F.
sie sich der im F. 104 desselben Gesetzes vorgesehenen Strafe zu gewärtigen haben.
Friedberg den 24. November 1885.
Periode
M. Pf. M. Pf.
Stammheim— 12 Vilbel 4 93
Trals⸗Muͤnzenberg, Wölfersheim— 47 Mark 137
1 des Unfallversicherungsgesetzes noch nicht angemeldet werden hierdurch aufgefordert, eine diesbe zuͤgliche Anmeldung gemäß§. 35 des Unfallversicherungsgesetzes anher vorzulegen, widrigenfalls
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.
4 Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.
Johannes Philippi III. von Maibach wurde
Betreffend:
Die Verwallung der Steuercontroleurstelle zu Srlepberg. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht,
Controlbezirk Friedberg bis auf Weiteres interimistisch übertragen worden sind.
Gießen den 23. November 1885
daß dem Großherzoglichen Hauptsteueramtsassistenten
als Feldgeschworener dieser Gemeinde ernannt und verpflichtet.
Irle die Functionen eines Steuercontroleurs für den Großherzogliches Hauptsteueramt. Engisch.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Kreisrath Freih. Schenck zu Schweinsberg in Groß⸗Gerau und der Kreis— rath Kekulé in Oppenheim wurden auf Nach— suchen, unter Anerkennung ihrer Dienste, in den Nuhestand versetzt, sowie der Regierungsrath Gros in Darmstadt zum Kreisrath in Oppen— heim, der Amtmann Freih. Löw von und zu Steinfurt in Heppenheim zum Kreisrath in Groß⸗Gerau, der Amtmann Dr. Zeller in Offen— bach zum Rath bei der Provinzialdirektion Starkenburg mit dem Amtstitel„Regierungs— rath“, der Amtmann Fuhr in Oppenheim zuu Amtmann in Offenbach, der Amtmann Bichmann in Lauterbach zum Amtmann in Heppenheim ernannt und dem Polizeirath Haas in Darmstadt der Nang eines Kreisraths verliehen. F. Brasch und J. Blank zu Dieburg, A. Ensinger und A. Raab zu Heppenheim, A. Treser zu Oppen—
heim, J. Zinser zu Schotten, L. Schüler zu Nidda, K. F. Deeg zu Homberg, J. 29 zu
Seligenstadt, K. Einolff zu Butzbach, K. Schön zu Büdingen, J. A. Geist zu Offenbach 05 P. Schmidt zu Beerfelden wurden zu Steuer— kommissariatsgehülfen ernannt.
Berlin. Das Befinden des Chefs der Admiralität v. Caprivi ist, wie dem„H. C.“ geschrieben wird, zwar nicht mehr lebeusgefähr⸗ lich, indessen hat sich des Patienten eine gewisse Depression bemächtigt. Hoffentlich verschwindet dieselbe mit dem Besserwerden des 1 befindens des verdienten Marinechefs. Zunächst ist an ein oͤffentliches Wüken des Genaunten noch nicht zu denken und ist Graf Mouts mit der Vertretung des Marine-Etats im Reichs- tage beauftragt worden 2
— 24. Nov. Reichstag. Etatberathung— Staats- seeretär Burchard weist auf die günstigen Wirkungen ber belden letzten Steuernovellen hin und betont die Nothwenbigkelk der Mehrausgaben für das Reichs heer. Die demnächst vorzulegende Zuckersteuerreform, sowie
hen die Finanz die Erhöhung der Branntweinsteuer würden 7 lage weiter bessern. Huene will den Mehrausgaben
für das Heer zustimmen, indem er darauf vertraut, daß nur der zwingenpsten Nothwendigkeit
gehorcht werde.
lich Richter bezeichnet die Finanzlage als höchst unerfreu und bekämpft die Mehrausgaben für das Heer und die
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N Marine; er bezwelselt die Erfolge der Colontalpolttik. lehnte
v. Malßahn⸗ Gült betont die Nothwendigkeit der Mehrausgaben für die Armee und stimmt einer vorsich— tigen Branntweinsteuerreform zu. v. Benda beklagt die vorgekommenen Etats ⸗Ueberschreitungen, vertheidigt jedoch die Colontalpolitik der Regierung. Liebknecht erklärt ein beständiges Weiterbewilligen für unmoglich und will den ganzen Etat ablehnen.— Dem Reichstage wurde heute eine Denkschrift des Reichskanzlers vorge legt, betr. die Verwendung der im Etat des Aus wärtigen Amtes pro 1885/86 bewilligten 248,000 M. zur Durch führung der in Kamerun, Togo und Angra-Pequena dem Reich zufallenden Aufgaben, Remunerkrung der Be— amten, Ausführung der Bauten ze. Behufs Erwägung einer künftigen Organisation berief der Gouverneur von Kamerun einen aus drei Mitgliedern dortiger Firmen bestehenden Verwaltungsrath, sowie ein Schiedsgerlcht. Ferner ist ein Ausfuhrzoll für Palmöl und Palmkerne, sowie eine Lieenzabgabe für Spirituosen eingeführt. In den Etat pro 1886/87 wird ein etwas höheres Pausch quantum eingestellt werden, weil noch zwei Dienstgebäude herzustellen sind.
Braunschweig. Den„Braunschweigischen Anzeigen“ zufolge sind die Nachrichten über an— geblich bevorstehende Veränderungen im Staats— ministerium oder in der Vertretung beim Bundes—
rathe vollständig unbegründet. 155 Ausland. Oesterreich-Ungarn. Prag, 23. Nov.
Die wegen Hochverraths angeklagten Anarchisten wurden zu mehrjährigem schweren Kerker ver— urtheilt.
Spanien. Madrid, 24. Nov. An der Londoner Börse ging heute das Gerücht, der König von Spanien sei gestorben.
Türkei. Constantinopel, 21. Nov. Die Eutsendung von Redifs nach Macedonien dauert fort. Die türkischen Streitkräfte auf der Balkan— halbinsel zahlen jetzt 272,000 Mann. Auf der Höhe des Caps Kara Burum, in der Einfahrt zum Hafen von Salonichi, werden von den Türken Torpedos versenkt. Die Pforte ersuchte Griechenland wiederholt um Aufklärung bezüg— lich der Rüstungen.
— 23. Nov. Einer Meldung der Blätter von hier zufolge richtete die Pforte an Serbien die energische Auff ssoxderung, Bulgarien unver— züglich zu raͤumen. i
— 24. Nov. Der Fürst von Bulgarien den Vorschlag der Pforte in Betreff
eines Waffenstillstandes ab und will davon erst auf serbischem Gebiete hören. Die Pforte moge auch die Entsendung eines Commissärs bis nach Beendigung des Krieges vertagen.
Serbien. Belgrad, 24. Nov. Gestern wurden die serbischen Stellungen bei Slivpnitza geräumt und das 9 Heer nach Pirot zu— rückgezogen,„weil die Verprovianttirung unmög— lich sei.“ Die Bulgaren besetzten diese Positionen kampflos,(2) auch Bresnik, Pernik, Izvor und Trin. Vor Zaribrod soll die bulgarische Ca— vallerie die serbische Cavallerie in zwei Attaquen geworfen haben. Die diplomatische Interventton wegen des Friedensschlusses ist bevorstehend.
Bulgarien. Sofia. Der im bulgarischen Hauptquartier bei Slivnitza befindliche Kriegs— berichterstatter der„Köln. Ztg.“ meldet seinem Blatte, daß er am 20. d. den Kampfplatz bei Sliwnitza abritt und gefunden hat, daß die von den Bulgaren erstürmten Anhöhen auf der rechten serbischen Flanke furchtbare Stellungen darboten; die Serben wurden aber durch fortgesetzte äußerst heftige Angriffe von einer Stellung in die an— dere getrieben. Die Erstürmung dieser Höhen werde unter den glänzendsten Waffenthaten stets ihren Rang einnehmen. So hätte also ein deutscher Fürst in schwerer Stunde den Kriegs— ruhm eines Volkes begründet, dem man bisher alle möglichen bürgerlichen Tugenden, vor allem Fleiß und Sparsamkeit, aber keine militärischen Fähigkeiten zutraute.
— 23. Nov. Amtliche Depesche des Fürsten Alexander: Die Truppen bivouakirten vergangene Nacht in den eroberten Positionen, begannen heute wieder den Kampf, verfolgten den Feind und besetzten Zaribrod, wo ich mich augenblick— lich befinde. Nach einer Privatmeldung haͤtten die Serben Widdin in Brand geschossen.
Indien. Rangun, 22. Nov. Die eng⸗ lische Expedition ist bei Mingyare angekommen, ohne Widerstand zu begegnen. König Thibau erließ eine erneute Proklamation, in welcher er die Bereithaltung von 25,000 Mann anbesiehlt, hinzufügend, es sei ein günstiger Tag ausge— wählt, um Jalaing Arakan Tavoy unter dem Besehl des Königs wegzunehmen.
ein Beleg kostet 9 Pf.
1885/86 zukommenden Forststrafen resp. und für ordnungsmäßige Controlirung zu sorgen.
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