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ob ihnen die Post auf der Kaiserstraße, wie bisher, oder die Post neben der Klosterkaserne einerleisst. Die Post steht als oͤffentliche Verkehrsanstalt tn Dienste des Pub: likums; diesen Zweck erfüllt sie am Besten, wenn sie im Mittelpunkte der Stadt gelegen, Jedermann leicht zu; gänglich— einerlei ob Winter ob Sommer— ist.
Bad Nauhelm, 20. Juli. Heute langte Prinz Georg von Preußen mit Gefolge hier an, um für 8 Tage seinen Aufenthalt an hiesigem Platz zu nehmen. Da es ihm nicht möglich war, eine passende Wohnung zu finden, so reiste er, nachdem er im Maison Schuckhardt das Diner eingenommen, nach Ems ab.
Rendel, 21. Juli. Der Kutscher des Müllers Hock von der Schaarmühle hatte dessen kleine Kinder in einer alten Kutsche nach Rendel fahren wollen. Unterwegs nahm er Lehrer Will von hier mit seinen kleinen Kindern mit. Das Pferd wurde plötzlich scheu, so daß die In— sassen aus dem Wagen sprangen. Dabei blieb jedoch Will mit seinen Kleidern an den Rädern hängen, wurde ein Stück Wegs fortgeschleift und brach dabei das eine Bein, und trug auch noch andere Verletzungen davon. Auch die übrigen Fahrgäste erlitten mehr oder weniger bedeutende Beschädigungen. Obgleich das Pferd bald von selbst stehen blieb, war doch der Wagen total in Trümmer gegangen. Lehrer Will mußte mit einem anderen Fuhrwerk nach Rendel gefahren werden.
Allerlei.
Frankfurt, 22. Juli. Unter zahlreicher Betheilig— ung seiner Parteigenossen wurde heute vom Stift aus der Soctaldemokrat Hiller beerdigt. Die dem Todten gewidmeten Kränze bestanden aus roth-weißen Blumen mit ebensolchen Schleifen, während die Theilnehmer am Con— dukte rothe Blumen im Knopfloch trugen. Eine große Menge Schutzleute zu Fuß und zu Pferde überwachten das Begräbniß. Als Füllgrabe von hier einen Kranz im Namen der biesigen Genossen spendete und sagte„die rothe Schleife werfe ich Dir ins Grab“, untersagte der dienstthuende Polizeicommissär jede Rede, ebenso als Leyendecker von Mainz sprach, und forderte die Anwesen— den dreimal zum Auseinandergehen auf. Da dieser Auf— forderung nicht alsbald genügt wurde, machte die Polizei— mannschaft von ihrer Waffe Gebrauch, in Folge dessen mehrere Verwundungen vorkamen.
Dresden, 23. Juli. Die Preisvertheilung hat gestern Abend ziemlich spät stattgefunden. Es kamen 31 Preise zur Vertheilung. Den 1. Preis erhielt J. Hennewein aus Stuttgart, der 2. kam an F. Hench aus Wiesbaden, der 3. und 4. kamen an F. Dix und G. Keller in München und Otto aus Reichenbach, der 9. an Gottfr. Schnarr aus Hanau, der 11. an G. Ushofer aus Stuttgart, der 13. an M. Meller aus Bocken⸗ heim und J. Henninger aus Mainz, der 14. an J. Anthes aus Frankfurt a. M. In den Mittelrheinbezirk fielen 7 Preise, nach Schwaben 4 und nach Baiern 3. Gestern Abend noch fand der Schluß des 6. deutschen Turnfestes
statt. Geh. Hofrath Ackermann hielt die Abschleds rede an die Turner. Die Salzburger Turner überreichten eine Marmortafel mit Widmung, die Innsbrucker einen Edelweißkranz der Dresdener Turnerschaft. Die ameri— kanischen Turner übergaben dem Direetor Ehrenzeichen. Der Kaiser hat den Turnern für ihr Begrüßungstele— gramm, welches ihm auf der Reise zugegangen, gedankt mit dem Wunsche, daß das Turnen als Pflanzstätte der Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes sich weiter entwickeln und bewähren möge.
Urbach, 23. Juli. In der Dyngamitfabrik Eil, der Aktien-Gesellschaft„Kölner Dynamitfabrik“ gehörig, erfolgte heute früh 10 Uhr eine Explosion des Nitro— glycerin-Kessels mit 250 Kilo Nitroglyeerin. Die Ar— beiter waren durch aufsteigende Dämpfe gewarnt worden. Drel Minuten nach ihrer Entfernung ging die Bude in die Luft. Niemand ist verunglückt. Alle Fenster ringsum sind zerstört, viele Dächer beschädigt.
Berlin, 22. Juli. Ein Gerücht von einem Cholera— fall ist in Berlin verbreitet gewesen; amtlich ist indeß festgestellt, daß es sich um Cholera nostras handelte, die alljährlich vorkommt.
Neu Strelitz, 20. Juni. Donnerstag zum Freitag ist, wie die„Kreuzztg.“ erfährt, auf dem hinter der hiesigen Kaserne belegenen Kirchhofe das Erbbegräbniß der Familte v. Moltke durch Frevler erbrochen und beraubt worden. Die in der Grabstätte befindlichen Särge sind theilweise gewaltsam erbrochen und alle Werthgegenstände gestohlen.
Paris, 21. Juli. Eine Depesche des Matres von Ardes(Puydedome) meldet eine bedeutende Explosion von Pulverkisten und Petroleumfässern. Die Zahl der Getoͤdteten und Verletzten ist noch unbekannt. Newyork, 10. Jult. Capltän Jüngst, Kommandeur des dem Norddeutschen Lloyd gehörenden Dampfers „Rhein“, wurde bei Ankunft des Fahrzeuges aus Bremen auf die Anklage arretirt, 142 Passagtere mehr befördert zu haben, als das Vereinigte Staaten-Gesetz gestattet. Der Kapitän wurde unter Doll. 7000 Bürgschaft für sein Erscheinen zum Prozeß gestellt.
Handel und Verkehr.
Homburg, 23. Jult. Marktpreise. Kartoffeln per Malter(neue) M. 12,(alte) M. 5, per Gescheid(neue) 20 Pf.,(alte) 9 Pf. Eier per Stück 6—7 Pf., Butter per Pfd. 1. Qual. M. 1.00, 2. Qual. M. 0.90.
Frankfurt, 22. Juli. Wochenmarkt. Das Hundert Gurken kostet M. 10, gelbe Kartoffeln das Malter M. 9, das Gescheid 18 Pf., das Malter rothe Kartoffeln M. 8, das Gescheld 15 Pf., Weißkraut und Wirsing 15 20 Pf., Rothkraut 25 Pf., Kopfsalat 3—5 Pf., Eskarol 12 Pf., Spinat 20—30 Pf., Melonen N. 2— 3, Bohnen das Pfd. 15 20 Pf., Wachsbohnen 25—30 Pf., Schneid— bohnen 30—50 Pf., Erbsen das Pfd. 20 Pf., Blumen— kohl 40-60 Pf., Carotten 5— 8 Pf. der Pack, Gelbe—
In der Nacht vom
rüben 3—4 Pf., Kohlrabi 3—5 Pf., Sauerkirschen 18
bis 25 Pf. Butter 70—80 Pf., Tafelbutter M. 1.20 bis 1.30, Eler das Hundert M. 5—6. Heidelbeeren der Liter 8 Pf., Walderdbeeren 50—60 Pf., Stachel—⸗ beeren 10—12 Pf., Johannistrauben 15 20 Pf., das Hundert grüne Nüsse 50 Pf., Trauben das Pfd. M. 1.20, Mandeln 30—40 Pf., das Hundert Orangen M. 20, Citronen das Hundert M. 8—9, das Hundert Meer—
rettig M. 20. Birnen das Pfd. 10—15 Pf. Fleisch⸗ und Geflügelpreise unverändert. Frankfurt, 23. Jult. Fruchtbericht. Hiesiges
Weizenmehl Nr. 0 M. 38 34, Nr. 1 M. 27.50— 28.50, Nr. 2 M. 26—27, Nr. 3 M. 24—25, Nr. 4 M. 17.50 bis 18.50, Nr. 5 M. 16.50- 17.50, Milchbrod- und Brodmehl im Verband M. 52.50—54.50, Roggenmehl 0/1 stagntrendes Coursniveau M. 20—21 ab Berlin, Null allein M. 1.50 darüber, schwarze Sorte nominell. Futterstoffe ruhig. Roggenkleie M. 5— /, Weizenkleie M. 4.25— 4.50, Rüböl im Detail M. 54— 55. Schiffsbewegung der Postdampfschiffe der Hamburg⸗ Amerikanischen Packetfahrt-Actiengesellschaft.„Rugia“, 15. Jult von Hamburg nach New-Pork;„Westphalia“, 16. Jult von New Pork nach Hamburg;„Albingia“, von Westindlen kommend, am 17. Juli in Hamburg einge⸗ troffen;„Holsatta“, 19. Juli von St. Thomas nach Hamburg;„Hungarka“, 21. Jult von Hamburg nach Westindlen;„Bohemia“, 8. Juli von Hamburg, 21. Juli in New Vork angekommen.
Wasserwärme der Usa. 23. Juli Abends 17 Grad Reaumur. 24. Juli Mittags 18 Grad Reaumur. Walter.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Evangelische Gemeinde. 8. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche Herr Kirchenrath Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 10½½j Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Abendmahl. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Euler. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Dr. Weiffen bach. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Katechismuslehre.
statholische Gemeinde.
Samstag 5 Uhr Beicht.
Sonntag 7 Uhr: Austheilung der heil. Communton. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Christenlehre und Andacht. brakt. u Specialarzt für Haut-, Trauen- u. Unterleibskrankhelten etc. Frank-
ö Dr. Gensch, furt a. M., Stiftstr. 22. fr. Assist. Pro-
ö fessor Ricord's. Auswärts brieflich.
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Bekanntmachung.
Die Lieferung von 200 Centner Steinkohlen(Knabbel— kohlen), 6 Meter Tannen Prügelholz, 6 Meter Buchen— Scheitholz und 2000 Stück Braunkohlen(Preßklötze) für das biesige Haftlokal soll auf dem Wege der Sub— mission vergeben werden und es sind die deßfallsigen Offerten spätestens am 15. August l. J. dahter einzu— reichen.
Friedberg am 20. Juli 1885.
Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Sellheim. Hohenstein, Hülfsgerichts schrelber.
Konkurs-Verfahren.
Ueber das Vermögen des flüchtigen Metzgermeisters Georg Fleischhauer VI. von Bad-Nauheim wird, da dies von Gläubigern beantragt und die Zahlungsunfähig— keit des Gemeinschuldners glaubhaft gemacht wurde, heute am 22. Juli 1885, Vormittags 11 Uhr, das Konkurs- verfahren eröffnet.
Der Rentner Christoph Grünewald III. zu Bad— Nauheim wird zum Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen sind bis zum 14. August 1885 bei dem Gerichte anzumelden.
Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in §. 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Samstag den 22. Auguft 1885, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse ge— hörige Sache in Besitz haben, oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache ab— gesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Kon— kursverwalter bis zum 14. August 1885 Anzeige zu machen.
Bad⸗Nauheim am 22. Juli 1885.
Großherzogliches Amtsgericht zu Bad-Nauheim. auer.
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Veröffentlicht: Schütz, a Gerichtsschrelber. für Herren, Damen und Kinder, villigst bet. Friedrich.
2601
2 Hemden,
Pferchversteigerung.
Montag den 27. Juli d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen auf hlesigem Rathhause 10 bits 15 Schafpferche öffentlich meistbtetend versteigert werden.
Friedberg den 24. Juli 1885.
Großherzogliche Bürgermeisteret Friedberg. 2617 Steinhäußer.
9 Obst⸗Versteigerung. Montag den 27. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen mehrere Frühbirnen öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft ist am Rathhaustreppchen. Friedberg den 23. Juli 1885. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 2621 Steinhäußer. Hofraithe in Bud⸗ Nauheim. Die zur Konkursmasse des Georg Fleischhauer VI., Metzgermeister, dahier gehörige Hofraithe, als: Fl. 14 Nr 521, Meter 216, Wohnhaus, Scheune, Stall und Metzgerschirne auf dem Marktplatz zu Bad⸗Nauheim, wird Donnerstag den 30. d. Mts., Vormittags 11½ Uhr, auf hlesigem Rathhaus öffentlich meistbietend versteigert. Bad⸗Nauheim, 22. Jult 1885. Großherzogliches Ortsgericht Bad-Nauheim. Wörner.
Arbeits-Versteigerung. Montag den 27. d. Mts., Nachmittags um 4 Uhr, sollen im Rathhaus saal zu Griedel nachstehende Ar—
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betten und Lieferungen öffentlich in Accord gegeben werden: f Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 66 40 Weißbinderarbelt 15 50 Lieferung von Weißkalk 12 60 5„ Sand 8 10 5„ 1 Tonne Cement 1 1„ Unterhaltungssteinen 90— Steinzerschlagen 136— Butzbach den 24. Juli 1885. Metzger, 2625 Bezirks⸗Bauaufseher. Der untere Stock ist vom meines Vorderhauses een
September ab zu vermiethen.
2509 M. Sehrt Wittwe.
Arbeits-Versteigerung. Montag den 27. d. Mts., Vormsttags 9 Uhr, sollen im Rathhaus zu Nieder-Weisel nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Accord gegeben werden:
M. Pf.
Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 29 35 Steinhauerarbeit 33— Schreinerarbeit 22— Schlosserarbeit 22 Weißbinderarbeit 15 50 Pflasterarbeit 7 Lieferung von Russensteinen 6 60 1„ Kalk 3 60
7„ Sand 9.
15„ Chausseebausteinen 24—
5„ Cemend röhren 32 40
7„ Unterhaltungssteinen 140— Steinzerschlagen 120 Steinmessen 12—
Butzbach den 24. Juli 1885. Meß ger, 2627
Mittwoch den 29. d. Mts., Vormittags um 9 Uhr, sollen im Rathhaussaal zu Rockenberg nachstehende
Arbeiten und Lleferungen öffentlich in Accord gegeben werden: M.
Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 65 50 Schreinerarbett 44— Pflasterar beit 56— Lieferung von hydraulischem Kalk 2 1 Mauer- und Pflastersand 42 60 7„ Mauersteinen 9 5 „„ Cement 22— 9„ Pflastersteinen 30— Chaussirarbeit b i Steinzerschlagen 60— Chausseebausteine zu brechen 120— Chausseebausteine anzufahren 140— Lieferuug der Wandsteine 50— Aufsetzen der Steine 25— Butzbach den 24. Juni 1885. i Metzger, 2626 Bezirks bauaufseher.
56 Arbeiter
können gegen hohen Lohn dauernde Beschäftigung finden auf der Gräflichen Ziegelei Ossenheim. 2575
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