1885. JFamstag den 24. Januar. M II.
Oberhessischer Anzeiger.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Wird hier und in Bad⸗Nauheim Montag, Mittwoch
und Freitag Abend ausgegeben. Areisblatt für den Kreis Friedberg.
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22 Der Kaiser ist heute schon Regierung in Athen zu bewegen, die zwischen Italien und Griechenland bestehenden Streit— fragen im Sinne Italiens zu regeln. Das Dementi, welches die„Agencia Stefani“ den Meldungen betreffend die italienische N Absicht, Massa auch zu erwerben, entgegen— f setzte, findet wenig Glauben. — Die Regierung will ein zweites Batallion nach Assab senden. Die Minister des Kriegs und der Marine sollten noch eine größere Expedition vorbereiten. Rußland. Petersburg. In Shusha(Traus—
f Heutsches Reich. 6 Jan. Darmstadt. Militärdienstnachricht. Winter, Vormittags aufgestanden und verweilte in seinem Major, aggr. dem 2. Gr. Juf.⸗Regt. Nr. 116, Arbeitszimmer. wurde zur Disp. gestellt. Braunschweig. Die„Post“ erfährt 3 5 ee 8 5 die—— sicherer Quelle, und zwar aus Darmstadt, Lesung des Wedell⸗Malchow'schen Boörsensteuer Entwurfs die Intestaterben des Herzogs Wilhelm vo de e 5 Herzog Lilhelm von nebst dem dazu gestellten Oechelhäuser' schen Antrag statt. n nämlich Pun e ee Die Entwürfe wurden einer Commission von 21 Mit-] De ö 9, N. Alex N 1 gliedern überwiesen.— 22. Jan. Der Reichstag nahm Hessen, die Herzogin von Hamilton, die Fürstin 4 den Handels und Schifffabrisvertraz mit Griechenland von Hohenzollern und die Herzogin Max in
i L J g 2— 8 ae enge. 4b fel an en Baiern das angebliche Testament des Herzogs
ö gegen den Entwurf. Die geplante Einrichtung vertrage angreifen. Es ist deshalb schon an die Gerichts— sich nicht mit der Organisation der Post als einheitlicher behörde ein Antrag ergangen und gegen das
aus daß
dorf
L. Nobel.
Verkehrsanstalt. Die bestehenden hätten ihrem Zweck vollständig entsprochen. Kalle ist der Ansicht, daß der gegenwärtige Moment besonders ge⸗ eignet sei, neue Einrichtungen zu schaffen, die dem Spar⸗ triebe der Bevölkerung dienen. Staatsseeretär Stephan kennzeichnet die Vorlage als den Ausfluß der in der kaiserlichen Botschaft niedergelegten Socialpolitik zum Wohle der untersten Klassen. Der Sparbetrieb, als Moment der staatserhaltenden Kraft, müsse mit allen möglichen Mitteln befördert werden. Durch die Einführ⸗ ung von Postsparkassen würde sich die Zabl der Spar⸗ kassen von 3000 auf 12,000 erhöhen. Von einer Pri⸗ vilegirung der Postspaxkassen, die an bestimmte Beträge
und einen bestimmten Zinsfuß gebunden seien, könne nicht die Rede sein. Den bestehenden communalen Sparkassen werde kein Abbruch geschehen.
— Im Abgeordnetenhause findet eben die erste Lefung des Etats statt. Besondere Zwischen— fälle, welche für unseren Leserkreis Interesse boͤten, ereigneten sich dabei nicht.
— 21. Jan. Die Dampfersubventions Com-
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Gemeindesparkassen bisherige Vorgehen Verwahrung eingelegt. Zweifel wird die endgültige Entscheidung in dieser Angelegenheit vom Reichsgerichte ausgehen
rühren Letztere, welche nach der eigenen Angabe ihres
wollen zum 18. Marz einen Anarchtstencongreß
Ohne
Ausland. Brüssel, 19. Jan. Socialisten und
Auch hier Anarchisten.
Belgien. sich die
Parteiborstandes über 2000 Anhänger zaͤhlen,
in ihrem auch von deutschen Socialisten frequen— tirten Locale: à la Croix de Fer, in der Rue des Bouchers veranstalten. Die Partei hierselbst zerfällt in vier parallele Gruppen: la Libertél, Union anarchiste, la Revendication und die flämische Gruppe Vryheidsbond
— 22. Jan. Kammer. Dumont begründete
kaukasten) sind von den armenisch-gregorianischen Einwohnern ernstliche Excesse gegen die arme— nischen Lutheraner verübt worden. Die An⸗ greifer drohten die Hauser der Lutheraner nie— derzubrennen und es wurde für noͤthig erachtet, eine Truppenabtheilung zur Aufrechthaltung der Ordnung herbeizurufen.
Warschau, 21. Jan. Hiesigen Blättern wird aus Moskau telegraphirt, daß in der großen Baumwollenfabrik Wozniesien im Kreise Dmitrow unter den Arbeitern wegen geringen Lohnes eine Revolte ausgebrochen ist. Durch 200 vom Gouverneur entsandte Kosaken wurde die Ord— nung wieder hergestellt; ausländische Arbeiter, welche zu den Unruhstiftern gehoͤrten, sind aus⸗ gewiesen worden.
Egypten. Kairo. Nach einer Reuter-Meld⸗
seinen Antrag auf Einführung von Eingaugs- ung aus Abuklei Wills vom 17. d. Mts. traf
—
mission beantragt, die Postdampfschiffs⸗Verbind⸗ zölle für Nahrungsmittel Ministerpräsideut die Colonne Stewart's am 16. Januar in der ungen auf den ostasiatischen, afrikanischen und Beernaert und Jacobs erklärten, sie würden den Nahe von Abuklei Wills ein und fand die australischen Linien deutschen Unternehmern im Antrag bekämpfen. Die Kammer beschloß, den Positionen von 10,000 Aufständischen besetzt.
Submissionswege auf die Dauer bis zu fünf
Antrag in Erwägung zu nehmen.
Stewart rückte am 17. Januar, 1200 Mann
zehn Jahren zu übertragen unter der Beding⸗ Frankreich. Paris, 21. Jan. Contre-stark, im Careé vor. Der Feind griff dasselbe ung, daß die Linie monatliche Fahrten einrichtetadmiral Rieunier wurde zum Commandanten plotzlich an und sprengte für einige Augenblicke
und die Dampferschnelligkeit mindestens 11½ Knoten beträgt. — 21. Jan. In der gestrigen Sitzung der
einer Flottendivision in den ostastatischen Ge— wässern, unter Courbet stehend, ernannt. — Aufsehen erregen hier Petersburger Be—
das Carré. Die Engländer schlossen sich jedoch alsbald wieder zusammen und richteten ein ver— heerendes Feuer auf den Feind, welcher sich schließ⸗
201 Conferenzcommission verlas der belgische Ver⸗ richte, welche das Eintreten einiger russischer lich mit großem Verlust zurückzog. Die Englän⸗— let V. treter, Lambermont, den Bericht über Punkt 3] Blätter für die Erwerbung der Insel Quelport der besetzten die Positionen des Feindes. Stewart
des Conferenzprogramms, betr. die Formalitäten der Occupationen. Eine vollständige Einigung wurde noch nicht erzielt, da die englischen Ver— treter noch ohne ausreichende Instructionen waren.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bemerkt, in An⸗ knüpfung an die aus Australien eingegangene Meldung, daß Neuseeland eine Dampferverbind— ung zwischen Auckland und Samoa und der Tongagruppe herzustellen beabsichtige: Es solle versucht werden, der bis jetzt überwiegenden deutschen Concurrenz auf den Samoa- und Tonga⸗Inseln entgegenzutreten, um einen maß gebenden Einfluß in Samoa und Tonga zu ge⸗ winnen. Die Neuseeländer erwarten jedenfalls
(in der Nähe von Kores gelegen) auf gouver nementale Quellen zurückführen.
Großbritannien. London.„Daily News“ schreibt: Der Colonialsecretär der Fidji. Inseln wurde von Lord Derby nach London berufen und ist bereits hier eingetroffen.— Dem„Reuter'- schen Bureau“ wird aus Melbourne gemeldet, daß auf den Louisiaden⸗, Woodlack, Huon- und Eutrecarteaux-Inseln die britische Flagge auf gehißt wurde.
— 22. Jan. Die„Pall Mall Gazette“ schreibt, in dem gestrigen Cabinetsrathe sei be— schlossen worden, die franzoͤsischen Vorschlaͤge in der egyptischen Finanzfrage als Basis fur die
wird unverweilt bis Metammeh vorrücken.
Amerika. New Pork. Der amerikanische Kriegsdampfer„Tennessee“ ist in Eile nach Cap West entsendet worden, wo, wie es heißt, eine neue Freibeuter-Expedition nach Cuba ausge— rüstet wird.
Valparaiso, 20. Jan. Am letzten Samstag Abend wurde der Versuch gemacht, den Praäsi— denten Chilis mittelst einer Hoͤllenmaschine zu
toͤdten. Der Versuch mißlang.
Aus Stadt und Land. y. Klein⸗-Karben, 21. Jan. Heute Nachmittag vergnügte sich unsere Schuljugend auf der sog. Nothbach, einem Arm der Nidda, mit Schlittschuhlaufen und
eine Ausdehnung der englischen Herrschaft auff weiteren Verhandlungen unter der Bedingung Schlittenfahren, wobel ein talahriger Knabe beinahe sein dem östlichen Theil der Südsee. zu accepttren, daß irgendwelche mehrseitige Con- Leben verloren hätte. Trotz Warnung und Verbot hatte trole nicht er sich zu weit gewagt; wo Nidda und Notbbach sich
— Der„Germania“ gegenüber erklärt die „Nordd. Allg. Ztg.“ in der Frage der posen'schen Sedisvakanz, die Regierung habe niemals die Absicht gehegt oder kundgegeben, den erzbischoͤf— lichen Stuhl zu Zwecken der Germanisirung zu gebrauchen. Die Behauptung der„Germania“ sei also unwahr.
— 22. Jan. Der Bundesrath überwies die Voylage, betreffend die Bildung von Berufsge— nossenschaften auf Grund des Unfallversicherungs— Gesetzes und die Vorlage, betreffend Ergaͤnzung des Entwurfs des Reichshaushalts-Etats für 1885/86 den zuständigen Ausschüssen und ge— nehmigte den Gesetzentwurf wegen des Beitrags des
stattfinde. Anstatt einer Zinsre duction solle die Besteuerung der Coupons ein— treten, in der Schuldenkasse sollten Deutschland und Rußland durch besondere Mitglieder ver— treten sein, die Befugnisse der Schuldenkasse dürften aber nicht erweitert werden. England erbiete sich, eine Anleihe von 9 Mill. Pf. St. zu übernehmen, sei aber bereit, auch über eine internationale Garantie zu discuttren, die jedoch nur mit Zustimmung aller Maͤchte eintreten könnte.
Italien. Rom. Admiral Bertelli, welcher auf dem„Prineipe Amadeo“ die Truppen nach
wieder vereinigen, war in der Mitte eine offene Stelle und in raschem Schlittschuhlauf schoß der genannte Knade in das ihm als spiegelglatte Eisfläche erscheinende Wasser hinein. Da dort die Nidda sehr tief ist, so wäre er unrettbar verloren gewesen, wenn nicht ein gleichalteriger Mitschüler, Heinrich Wilhelm Geibel von bler, ihm sofort zu Hülfe gekommen wäre. Der Verunglückte stützte sich zwar mit beiden Armen auf das Eis, konnte sich aber nicht aus dem Wasser herausarbeiten. RNasch entschlossen brach der Knabe Geibel ein neben auf dem Damm stehen— des Zwetschenbäumchen ab, betrat damit die etwa 3 Meter breite Et fläche und reichte dem in böchster Lebensgefahr schwebenden Knaben das Baumstämmchen, an welchem sich derselbe festhielt, wahrend Geibel mit der andern
Assab begleitet, soll dann mit noch anderen
Reichs zu den Kosten des Zollanschlusses Bremens.
Kriegsschiffen einen Hafen von Grlechenland an- gereicht wurde. laufen, Zwecks einer Demonstration, um die] decke nicht, guf welcher der wackere Junge stand, und 08
Hand seinen eigenen Schlitten erfaßte, der ihm dom Ufer aus vurch herzuellende Kameraden an einem Seil dar Glücklicher Weise brach die dünne Eis.


